Besser schlafen, mehr leisten

Viele Klienten wollen in Beruf, im privaten oder Sport Bestleistung erreichen. Dabei ist Bestleistung nicht nur das Resultat von „mehr“ Leistung, sondern auch die Optimierung von aktuellen Prozessen und proaktivem Energiemanagement sind elementar. Dazu gehört Besser schlafen. Wer seinen Schlaf so optimiert hat dass er einwandfrei ein- und  durchschlafen kann, regeneriert besser, ist erholter und kann somit bessere Leistung erreichen.

Viele Menschen unterschätzen die nächtliche Erholung. Mit zu wenig Schlaf machen Menschen mehr Fehler, können sich schlechter konzentrieren und produzieren häufiger Arbeitsunfälle. Und so manch einer fühlt sich körperlich und seelisch erschöpft. Untersuchungen zufolge leidet jeder Dritte an zu wenig oder an schlechtem Schlaf.[1] Zu den genannten Problemfeldern gehören das Einschlafen, Durchschlafen, nächtliche Wachliegen und die Schlafdauer.

Besser schlafen mit 11 Punkten

Die folgenden elf Punkte haben sich in den vergangenen Jahren nicht nur bei mir bewährt – wer möchte denn schon nicht gut schlafen:

  1. Sport kurbelt die Hormonausschüttung in Ihren Körper an und dazu zählen unter anderem Endorphine, Testosteron und Adrenalin. Letzteres steigert die Herzfrequenz, den Blutdruck und stellt Energiereserven für Höchstleistungen bereit – ein Wachmacher. Treiben Sie deshalb in den 4 Stunden bevor Sie schlafen gehen keinen Sport.
  2. Der wohlriechende Kaffee am Morgen ist ein Wachmacher. Das liegt an dem enthaltenen Koffein, was den Körper in einen Stresszustand bringt. Während das morgens gewünscht ist, kann es zu Einschlafschwierigkeiten oder sogar schlaflosen Nächten führen. Koffein kann bis zu 12 Stunden schlafstörend wirken und der Körper reagiert bis zu 30 Tage nach dem letzten Kaffee schneller auf Stress. Verzichten Sie deshalb auf koffeinhaltige Getränke (Kaffee, Tee, Cola, Energydrinks) so weit als möglich.
  3. Falls Sie die Gelegenheit haben tagsüber ein kurzes Nickerchen zu machen, nutzen Sie die Chance. Ein Kurzschlaf, nicht länger als 15 Minuten, hilft zu regenerieren um Bestleistung zu erreichen. Alles was länger ist bringt den körperlichen Schlafrhythmus durcheinander.
  4. 2-3 Stunden vor dem Schlafengehen sollten Sie keine grössere Mahlzeit einnehmen und viel trinken. Es hat was, was uns unsere Eltern früher gesagt haben: „Mit einem vollen Bauch schläft man nicht so gut.“ Gemeint ist damit, wie erholsam der Schlaf sein wird, wenn der Bauch voll ist.
  5. Falls Sie nachts aufwachen, vermeiden Sie es etwas zu essen. Das führt dazu, dass Ihr Körper sich schnell daran gewöhnt und Sie künftig nachts mit einem Hungergefühl weckt.
  6. Eine Banane, ein Glas Milch mit Honig oder Schokolade kann beim Einschlafen helfen. Das liegt am enthaltenen L-Tryptophan und dem Transportmittel „Zucker“.
  7. Arbeit, Vorbereitungen für den nächsten Tag und Sport kurz vor dem Schlafengehen können zu ein ein Schlafproblem führen. Richten Sie sich daher eine Pufferzone von mindestens 2 Stunden zwischen dem „Alltag“ und dem Schlafengehen ein, in welcher Sie runter fahren können.
  8. Der Biorhythmus heisst mit gutem Grund Rhythmus und ist ein wichtiger Dreh- und Wendepunkt für Ihren Körper. Daher ist ein regelmässiger Schlaf, also wann Sie ins Bett gehen und aufstehen, für Ihren Körper wichtig. Weichen Sie dabei auch am Wochenende nicht mehr als 45 Minuten von Ihren üblichen ein Einschlaf- und Weckzeiten ab. Das macht Sie leistungsfähiger.
  9. Sollten Sie nachts aufwachen, vermeiden Sie es auf die Uhr zu schauen. Das löst automatisch mentalen und körperlichen Stress aus und lässt Sie längerer Zeit daran denken, als Ihnen lieb sein wird. Lassen Sie den Wecker Weg weggedreht, zählen Sie Schäfchen oder führen Sie eine Entspannungsübung aus, bis Sie einschlafen.
  10. Trainieren Sie sich eine Einschlaftechnik an, wie zum Beispiel Schäfchenzählen, in Gedanken die Wohnung umstellen oder Meditationsübungen. Was auch immer Sie in Gedanken tun, es sollte Sie nicht anstrengen.
  11. Manchmal gibt es Tage, da fallen einem vor dem Einschlafen gute Ideen ein. Legen Sie sich dazu einen Block neben das Bett, damit Sie Notizen machen können. Und kümmern Sie sich erst am nächsten Tag darum. Es bringt wenig, sich in Gedanken zu wälzen, wenn man einschlafen will.

Besser schlafen zu können, ist eine Mischung aus dem Erlernen von Verhaltensweisen, Strategien, Entspannung und Schlafhygiene.[2]  Wenn auch Sie Bestleistung geben wollen, eignen sie sich die richtigen Schlafstrategien an, damit sie besser durchschlafen können, erholter aufwachen und in Ihre beste Performance kommen.

Wichtige Anmerkung: Sollten Sie  über längere Zeit unter erheblichen Schlafproblemen leiden, suchen Sie einen Arzt auf und lassen Sie sich beraten. Fällt die natürliche Erholung des Schlafes weg, können erhebliche gesundheitliche Probleme auftreten.

 

[1] Saletu B, Saletu-Zyhlarz GM 2000, Schlaf und Schlafstörungen. Psychopraxis 5: 24-30.
[2] Paterok B, (1993) Gruppentherapie bei primären Schlafstörungen: Effektivität eines multifaktorellen Ansatzes. Lit Verlag

Entscheiden Coaching

Lernen Sie, sich zu entscheiden!

Mit Ihren Entscheidungen bestimmen Sie Ihr Schicksal und das von anderen Menschen. Ob es nun die Wahl eines Lebens- oder Geschäftspartners ist, der nächste Karriereschritt, die Wahl einer Ausbildung oder wichtige Geschäftsentscheidungen – jede Entscheidung ist ein Zug auf dem Schachbrett Ihres Lebens. Menschen treffen tagtäglich unzählige, teilweise irreversible Entscheidungen. Und diese Entscheidungen bestimmen, was für ein Mensch wir werden. Nur kaum jemand hat Strategien erlernt, dass all diese Schicksalsentscheidungen nicht dem Zufall unterliegen.

Oftmals nutzen wir mentale Simulationen als Entscheidungswerkzeug, in denen wir uns das Erlebnis im Kopf vorstellen, wenn Annahmen oder Erfahrungen nicht ausreichen. Wenn Sie zum Beispiel ein Auto kaufen wollen, ist es natürlich, dass Sie sich die verschiedenen Möglichkeiten vorstellen, um zu entscheiden, welche Sie vorziehen. Je nachdem wie Ihre ureigenen Motive sind, bewerten Sie zum Beispiel Funktion, Status oder Unterhaltskosten jeweils höher als andere Parameter. Sie werden dann das Fahrzeug wählen, dass für Sie persönlich den höchsten Mehrwert bringt. So weit, so gut.

Wenn es aber um lebensverändernde Schicksalsentscheidungen, mit fundamental neuen Erfahrungen geht (beispielweise ein Kind bekommen, heiraten, Berufswechsel), reichen Erfahrungen nicht mehr aus. Künftige Eltern können sich eben nicht vorstellen, wie es wäre, ein eigenes Kind zu haben. Sie können also nicht den Wert einer Entscheidung für ihr künftiges Ich vorhersehen. Dasselbe gilt für viele Geschäftsentscheidungen. Es braucht also eine andere Herangehensweise, um weittragende Entscheidungen zu treffen.

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Die Grundlage jeder Entscheidung

In „Descartes' Irrtum: Fühlen, Denken und das menschliche Gehirn“ (1), beschreibt der Neurowissenschaftler Antonio Damasio eine wegweisende Entdeckung. Er untersuchte Menschen mit Schädigungen in Gehirnregionen, in denen Emotionen entstehen. Alle hatten eine seltsame Gemeinsamkeit: Sie konnten keine Entscheidungen treffen. Sie konnten zwar auf einer logischen Ebene beschreiben, welche Schritte sie durchführen und was sie für eine Entscheidung tun sollten, aber es war ihnen unmöglich, die einfachste Entscheidung zu treffen. Mit anderen Worten, während wir zwar mit logischen Begründungen und Erklärungen unsere Entscheidungen beschreiben können, werden sie von unseren Emotionen gesteuert.

Die Antwort darauf, warum unsere Emotionen unsere Entscheidungen steuern, findet sich darin, wie sich unser Gehirn über Millionen von Jahren entwickelt hat, und der wissenschaftlich bewiesenen Tatsache, dass sich unser Gehirn in den vergangenen 100.000 bis 200.000 Jahren nicht weiterentwickelt hat. Unser Gehirn hat sich mit der primären Aufgabe entwickelt, uns am Leben zu halten. Die Reaktionen unseres Gehirns sind instinktiv und blitzschnell – und viel schneller als wir denken.

Die neurologischen Grundlagen unserer Entscheidungsstrategien wurden sozusagen in einer Zeit geprägt, also unser (Über-)Leben fast ausschließlich von drei Fragen bestimmt wurde, die instinktiv und unmittelbar eingeschätzt werden:

  1. Will es mich fressen? (Gefahr)
  2. Kann ich es fressen? (Opportunität)
  3. Kann ich mich mit damit paaren? (Fortpflanzen)

Manchmal ist es deswegen besser, ein bis zwei Nächte über eine Entscheidung zu schlafen. Wir kennen die Aussage, dass man mit schlechten Gefühlen schlechte Entscheidungen trifft. Das gilt auch für gute Gefühle. Nicht immer ist das gute Gefühl, das man hat, das richtige, woraufhin eine falsche Entscheidungen eben trotzdem getroffen werden kann. Nach ein bis zwei Nächten darüber schlafen, haben sich die Emotionen gelegt, und man wird eine Entscheidung mit mehr Gehirn treffen als vorher. Emotion und Ratio kommen so mehr in Einklang.

 

1) Antonio R. Damasio, Descartes' Irrtum: Fühlen, Denken und das menschliche Gehirn

 

werte führen

Geld entlohnt, Werte führen

Ob Ihre Mitarbeiter nur des Geldes wegen für Sie arbeiten oder auf Grundlage einer Identifikation, ist eine wichtige Frage. Spätestens nach der Bonuszeit, wenn das vergangene Jahr finanziell honoriert wird, zeigt sich, ob sie Ihnen ergeben sind.

Wenn Sie auch bei weniger zufriedenstellenden Bonusrunden sicher sein wollen, dass Ihre Mitarbeiter Ihnen treu bleiben, müssen Sie als Leader wahrgenommen werden. Dazu sollten Sie erst wissen, wie Sie im Aussen wahrgenommen werden.

Holen Sie sich kompromissloses Feedback

Wollen Sie für Ihre Peers und Angestellten als eine Top-Führungspersönlichkeit wahrgenommen werden? Es gibt viele Möglichkeiten, wie Sie Ihre Leadership-Qualitäten zur Bestleistung bringen können. Eine, die ich in jedem Leadership Coaching empfehle, ist, sich ausserhalb der jährlichen Bewertungsrunden Feedback einzuholen. In vielen Firmen ist 360°-Feedback ein Bestandteil der Personalentwicklung. Fragen Sie in Ihrer Firma nach, vielleicht ist es für Sie bereits verfügbar. Ansonsten suchen Sie sich einen externen Anbieter. Die Investition hat unschätzbaren Wert.

Wählen Sie den Bereich der Verbesserung aus

Nachdem Sie von Ihren Stakeholdern Feedback erhalten haben, wählen Sie aus ihrer 360°-Bewertung ein Verhalten aus, worin Sie künftig besser gesehen werden wollen. Vielleicht ist es sogar ein Verhalten, von dem Sie nicht dachten, dass man es Ihnen anhaften würde. Umso besser.

Ein Beispiel: Ein Geschäftsbereichsleiter war in einem Führungscoaching darüber entsetzt, dass seine Peers ihn in seiner 360°-Bewertung als launisch beurteilten. Einerseits ärgerlich, weil er es nicht wusste. Andererseits ein Ansporn, weil er so nicht gesehen werden wollte. Er machte es zu seiner #1 Priorität, dies innert kurzer Zeit zu verändern. Die Tatsache, wie er gesehen wurde, hatte verständlicherweise Einfluss auf die Leistungsfreude seiner Mitarbeiter. Wer arbeitet denn schon gern für eine launische Person?

Danke!

Die einzig richtige Antwort auf ein Feedback ist: Danke. Kontaktieren Sie einen Ihrer Stakeholder, bedanken Sie sich für das Feedback und heben Sie hervor, wie wertvoll der Input für Sie ist. Teilen Sie auch mit, dass im Feedback Thema X (das, was Sie verbessern wollen) herausgekommen ist. Entschuldigen Sie sich dafür, dass dies in der Vergangenheit Schwierigkeiten verursacht habe, und betonen Sie, dass Sie sich in dem Punkt verbessern wollen. Fragen Sie Ihren Stakeholder nach Vorschlägen, die sie/er hat, damit Sie sich in diesem Bereich verbessern können. Klären Sie Unklarheiten, jedoch rechtfertigen Sie sich nicht. Schliessen Sie auch diesen Schritt mit einem Danke ab.

Das ist für so manchen meiner Klienten einer der schwierigeren Punkte. Er zeigt eine vermeintlich verwundbare und menschliche Seite. Aber auch den Willen und Mut, die Schwäche zu verbessern. Das ist wiederum Charakterstärke und festigt das Vertrauen in Ihre Person.

 

The difference between successful people and very successful people is that very successful people say no to almost everything. – Warren Buffet.

 

Follow-up

Ohne Termin und ohne Messkriterien ist jedes Follow-up nicht viel wert. Besonders dann, wenn es sich um ein Verhalten dreht, das Sie an sich verbessern wollen. Machen Sie mit Ihrem Stakeholder einen Termin in spätestens einem Monat für ein erstes Follow-up. Warum? Was Sie sich terminiert haben, werden Sie eher einhalten. Und Sie werden wissen wollen, ob sich die Wahrnehmung über Sie verbessert hat. Zudem verändert sich auch der Blick auf Sie. Wenn Sie in einem Monat fragen, ob Sie z.B. zugänglicher geworden sind, wird sich Ihr Stakeholder künftig stetig genau diese Frage stellen: Ist sie/er zugänglicher? Planen Sie sich periodisches Feedback ein. Machen Sie weitere Follow-ups in regelmässigen Abständen, bis Sie Ihr Ziel erreicht haben.

Smither & Walker1 (1999)  haben in einer zeitlich lang angelegten Studie gezeigt, dass Manager sich stärker in ihre Bestleistung entwickeln, wenn sie 360°-Feedback nutzen und die Ergebnisse mit Angestellten besprechen, als wenn sie es nicht tun. Und das umso mehr, wenn die erkannten Schwächen mit den Ergebnissen des vorhergehenden Jahres verglichen werden.

Menschen folgen Werten

Leader, die von ihren Stakeholdern kompromissloses Feedback einholen und annehmen, zeigen, dass man ihnen vertrauen kann. Sich das Feedback zunutze zu machen, um sich persönlich zu verbessern, zeigt zudem Charakterstärke und für welche Werte man einsteht. Während viele der Meinung sind, dass Menschen nur dem Geld folgen, ist es doch meist so, dass Menschen den Werten folgen, die von ihren Leadern vorgelebt werden und mit denen sie sich identifizieren können.

Probieren Sie es aus. Auf diesem Weg stärken Sie die Vertrauensbasis zu Ihren Mitarbeitern und Stakeholdern und Ihre Leadership-Kompetenzen. So können Sie der nächsten Bonusrunde gelassener entgegenblicken.

 

1) Walker, A., & Smither, J. (1999). A Five-Year Study of Upward Feedback: What Managers Do with Their Results Matters. Personnel Psychology, 52(2), 393-423, 31

 

Gute Vorsätze auch wirklich umsetzen – mit neuen Gewohnheiten ins neue Jahr

Warum es schwieriger ist, als sie dachten und was Sie tun können, um Ihr Ziel zu erreichen

Erst vorgestern Nacht haben sich auf der ganzen Welt Menschen gute Vorsätze für das neue Jahr vorgenommen. Vieles haben sie vor zu ändern: weniger Essen, gesünder leben, sich weniger ärgern oder gar den Job wechseln. Was viele Monate, vielleicht Jahre unerledigt blieb, jetzt soll es sich ändern. Untersuchungen zeigen, dass rund zwei Drittel aller Menschen an Silvester gute Vorsätze fassen.

Aber bei der grossen Mehrheit wird die Umsetzung der vielen guten Vorsätze nicht erfolgreich sein. Viele werden nicht durchalten. Ein Viertel gibt statistisch bereits in der ersten Woche auf, ein weiteres Drittel in den ersten zwei Monaten. Nur etwa 7 Prozent werden auf die eine oder andere Art und Weise ihre Ziele erreichen. Ehrlich gesagt, es gibt keinen Grund für gute Vorsätze. Die meisten von uns versagen in dem Spiel. Am Ende bleiben nur die guten Absichten, aber kein Ergebnis. Oder geht es vielleicht anders? Ohne die Enttäuschungen der letzten Jahre, in denen wir eben nicht durchgehalten haben?

Damit Menschen ihre Ziele mit neuen Gewohnheiten erreichen, damit sie in ihre Bestleistung kommen, benötigen sie also ein System, das funktioniert. Sie brauchen Halt und eine Anleitung, einen Weg, auf den sie sich begeben können. Ein solches System gibt es – und es ist genau da anders, wo die anderen Systeme versagen. Es basiert auf Forschungen und wird von Menschen verwendet, die ihre grössten Ziele erreichen und diese immer grösser machen.

Um Ziele zu erreichen, braucht es neue Gewohnheiten. Neue Gewohnheiten kommen aber nicht über Nacht. Sie brauchen Zeit, Hingabe und Durchhaltewillen, vielleicht auch Disziplin oder Mut. Die meisten Neujahrsvorsätze scheitern an einer oder mehrerer dieser Voraussetzungen. Aber wie viel Zeit braucht man, wie lange muss man durchhalten, um sich eine neue Gewohnheit zu eigen zu machen? Viele Menschen kennen die Legende von «in 21 Tagen hast Du Dein Ziel erreicht». Aber es ist eben nur eine Legende… Leider.

Was Sie noch nicht über die 21-Tage-Regel wussten

Es hat sich herausgestellt, dass die 21-Tage-Regel nur ein Mythos ist und auch kein wissenschaftliches Fundament hat. Bei simpleren Dingen kann man sich eine neue Gewohnheit schon in viel weniger als in 21 Tagen angeeignet haben. Bei komplexeren Themen oder Herausforderung kann es um Einiges länger dauern als nur 21 Tage.

Forscher vom University College London haben Menschen beobachtet und untersucht, die sich verschiedene neue Gewohnheiten aneignen wollten. Statt der legendären 21 Tage fanden sie heraus, dass es im Schnitt 60 Tage dauert, bis eine neue Gewohnheit wirklich implementiert ist, bis sie also automatisch abläuft. Und bei vereinzelten neuen Gewohnheiten kann es sogar bis zu 250 Tagen dauern. Es ist eben, wie schon gesagt, Geduld und Durchhaltevermögen gefragt. Je komplexer die neue Gewohnheit, desto länger dauert es, sie für sich zu integrieren.

7 einfache Tricks, um sich neue Gewohnheiten anzueignen

Wenn ich in Coachings meinen Klienten von diesen Zahlen berichte, seufzen die meisten. Sie vermutlich jetzt auch. Das verstehe ich. Aber Sie wollen doch etwas erreichen und haben sich ja gerade deswegen gute Vorsätze für das neue Jahr vorgenommen. Ich übrigens auch. Die gute Nachricht ist, dass es ein paar Tricks gibt, mit denen wir uns auch schwierigere neue Gewohnheiten aneignen können.

 

1. Bleiben Sie in Verbindung mit Ihrer Motivation

Warum wollen Sie die neue Gewohnheit? Ihre intrinsische Motivation ist der Schlüsselfaktor, um sich neue Gewohnheiten anzueignen. So vermittle ich das im Coaching: „Klarheit über die eigenen Lebensmotive (Das Warum) helfen dabei, die Hingabe und den Durchhaltewillen aufrechtzuerhalten. Wenn Sie sich darin nicht klar sind, verliert die neue Gewohnheit schnell an Attraktivität.“

 

2. Reden Sie über ihre „neue” Gewohnheit

Wer mit Freunden reist, reist besser. Das gilt auch für die Reise zu neuen Gewohnheiten. Freunde können unterstützen und sorgen neben gutem Zureden auch für einen gewissen „sozialen Druck“. „Du wolltest doch …“  Wenn es hart wird, können gute Freunde einem durch die schwierige Zeit helfen – die Zeit, in denen man zweifelt und schwach wird. Eine Studie der Harvard Universität hat bewiesen, dass Gemeinschaften einen signifikanten Einfluss darauf haben, dass wir mehr an uns glauben und Ziele dadurch erreichbarer werden.

 

3. Grosse Vision, kleine Zwischenziele

Manchmal kommen wir in Schwierigkeiten, wenn wir uns zu viel aufladen. Vor allem dann, wenn wir besonders grosse Visionen und Ziele haben. Ich ermutige meine Klienten sehr gerne zu grossen Zielen. Grosse Ziele helfen. Aber zwischen kühn und desillusioniert liegt oftmals nur eine Haaresbreite. Grosse Ziele sind grossartig. Dennoch schadet ein gewisser Realismus nicht, zumal jedes grosse Projekt in kleinen Schritten erreicht werden muss. Etwas, was ich an diesem Punkt gerne empfehle: Grosse Ziele in kleine Zwischenschritte unterteilen. Dann wird die neue Gewohnheit spürbar schrittweise erreicht und ist keine Reise zu den Sternen.

 

4. Finden Sie den richtigen Auslöser

Oft fällt es uns schwer, uns neue Gewohnheiten anzueignen, weil wir die falschen Verknüpfungen einsetzen. Und da hat ausnahmsweise das, was landläufig empfohlen wird, seine Gültigkeit: nämlich das noch unbekannte und unerreichte Neue mit Altbekanntem zu verbinden.  So zum Beispiel mit folgenden einfachen Aussagen und Verknüpfungen: „Abends nach der Arbeit gehe ich 15 Minuten spazieren“ oder „In der Mittagspause esse ich einen Salat“ Solche Aussagen lassen den Denkprozess aus, weil die Reaktion schon bestimmt ist.

 

5. Wählen Sie die richtige Belohnung aus

Es ist besser, eine intrinsische Belohnung auszuwählen, als eine extrinsische, wie zum Beispiel ein Einkauf von einem Konsumgut oder das Verzehren eines Stück Kuchens. Der Grund: Eine extrinsische Belohnung kann zwar funktionieren, ist aber langfristig erfahrungsgemäss weit weniger effektiv. Zudem kann man an einer extrinsischen Belohnung das Interesse verlieren bevor man sich dessen bewusst wird. Und plötzlich verliert die Belohnung an Wert und wirkt sich dadurch negativ auf die Motivation aus.

 

6. Führen sie Buch über Ihren Fortschritt und Ihre Ziele

Die meisten Menschen, die ich kenne, mögen keine Buchhaltung. Auch für mich ist Buchhaltung kein Lieblingsthema. Wenn es aber darum geht, sich neue Gewohnheiten anzueignen und Ziele zu erreichen, ist Buch zu führen aber das Werkzeug Nummer Eins.  Denn wenn wir schriftlich sehen, welche Fortschritte wir machen und die erreichten Ziele uns selber immer wieder vor Augen führen, hat das eine immense Wirkung auf uns.

Dr. Gail Matthews von der Dominican Universität in Kalifornien untersuchte die Wirkung und stellte fest, dass die Wahrscheinlichkeit, Ziele zu erreichen um 42 Prozent höher ist, wenn wir uns den Fortschritt schriftlich vergegenwärtigen.  Die Begründung: Handschriftliches notieren aktiviert beide Gehirnhälften. Für neue Gewohnheiten ideal.

 

7. Freuen Sie sich auf die Belohnung

Nichts ist so schön wie die Vorfreude. Charles Duhigg beschreibt in seinem Buch Die Macht der Gewohnheit,  dass es ein grosser Vorteil ist, wenn wir uns auf eine bestimmte Belohnung freuen. Damit verändert sich die Belohnung von einem Anreiz zu einer Energiequelle mit Antriebskraft.

Freuen Sie sich bereits jetzt auf das gute Gefühle, das Sie haben werden, wenn Sie Ihre neue Gewohnheit ein weiteres Mal erfolgreich ausgeführt haben.

 

Falls Sie Schwierigkeiten damit haben, sich die neue Gewohnheit anzueignen, herzlich willkommen im Club. Sie sind nicht allein. Aber anstatt frustriert zu sein, hoffe ich, dass Sie sich etwas erleichtert fühlen. Sie machen nichts falsch!

Falls Sie an der 21-Tage-Regel scheitern, lade ich Sie herzlich ein, diese einfach zu vergessen. Stattdessen brauchen Sie nur Ihre Motivation vor Augen zu behalten, mit Freunden über Ihr Vorhaben zu sprechen, den Auslöser und die Belohnung zu optimieren, darüber Buch zu führen und sich bereits jetzt auf die Belohnung zu freuen.

Ich bin mir sicher, dass Sie bereits jetzt näher an Ihren neuen Gewohnheiten und Zielen sind als Sie denken.

Bestleistung ist nicht nur etwas für Leistungseliten

Bestleistungen sind kein Privileg von Leistungseliten oder Übermenschen. Jeder kann Bestleistung erreichen. Die Frage ist nur, an was man sich selber misst. Wer SEIN Bestes gibt, kommt in den Flow und erlebt Glücksgefühle. Nur wer den Kopf in den Sand steckt, muss sich mit persönlicher Mittelmäßigkeit zufrieden geben. Alle anderen haben das Zeug zur persönlichen Bestleistung.

Roger Federer spielt eine perfekte Topspin-Vorhand unerreichbar weit ins hintere Feld. Michael Phelps gewinnt bei den Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro 2016 in fünf Schwimmdistanzen fünf weitere Goldmedaillen. Mit insgesamt 23 Olympia-Medaillen ist er der erfolgreichste Olympionike aller Zeiten. Der andere Michael, Michael Jackson, ist mit schätzungsweise 750 Millionen verkaufter Platten der erfolgreichste Popstar aller Zeiten. Franz Liszt‘ Klavierstück «Etudes d’exécution transcendante» transzendiert pianistische Fingerfertigkeiten auf meisterhafte Ansprüche und zieht damit Zuhörer in seinen Bann. Unternehmen, bei denen der Silicon-Valley-Pionier Elon Musk involviert ist, verändern ganze Industriezweige und sorgen für eine Disruption in bis dato zementierten Märkten.

Spitzenleistung zu erleben ist spannend. Und wir alle möchten gerne gute Leistung erreichen – im Beruf, im Privatleben, im Sport oder bei unserem Hobby. Unser Streben danach ist durchaus normal. Aber viele haben das Gefühl, dass Bestleistung nur etwas für eine auserwählte, privilegierte Minderheit ist, für einzelne Talente oder Genies. Dabei ist das Resultat, das wir anschließend als Bestleistung bezeichnen, nur das Ergebnis unserer Leidenschaft. Auch Mahatma Gandhi wusste anfangs nicht, dass er einen friedlichen Prozess letztlich bis zur Unabhängigkeit Indiens führen würde.

Verlieren Sie den Kompass nicht aus den Augen

Die gute Nachricht ist, dass die Wissenschaft in den letzten Jahrzehnten fundamentale Erkenntnisse im Bereich der Neurophysiologie erreicht hat: Bestleistung ist nicht mehr ein elitäres Produkt, sondern ein replizierbares Ergebnis. Forschung zeigt, dass Bildung zu 1%, Arbeitserfahrung zu 3% und Berufserfahrung zu 0%, also gar keinen Einfluss auf Leistung hat. Es kann also jeder Bestleistung erreichen – ohne Vorwissen und ohne soziale Prägung, freilich aber natürlich nur im Rahmen seiner eigenen Möglichkeiten.

Jedoch sind Bestleistungen nicht etwas, was über Nacht entsteht. Es braucht einen Plan, Hingabe und Leidenschaft, um etwas Bestimmtes erreichen zu wollen. Und auf dem Weg ans Ziel gibt es viele Unkenrufe, denen man trotzen und standhalten muss. Durchhaltevermögen ist erforderlich. Und manchmal muss man sich eben auch von falschen Ratgebern trennen, um seinen Kompass nicht aus den Augen zu verlieren.

Einer der größeren Fehler besteht meist darin, sich in erster Linie mit Ergebnissen der Besten messen zu wollen. Die optimalen Fragen wären: «Wie kann ich bei dem, was ich tue, mein Bestes geben?» Dann wird die externe Referenz nicht das Ergebnis eines Top-Performers, sondern die Leidenschaft dessen. So werden die Hindernisse auf dem Weg zu Herausforderungen und nicht zu verhindernden Umständen. Und die interne Referenz wird der Zufriedenheitsindex der eigenen Leistung – man erlebt Flow-Zustände.

Fazit

Jeder Mensch kann gute Leistung erreichen und damit Glücksgefühle erleben. Es mag sein, dass es nicht die Spitzenleistungen von Olympioniken wie Michael Phelps oder Unternehmern wie Elon Musk sind. Das Glücksgefühl stellt sich aber nicht immer mit der absoluten Größe des Ergebnisses ein, sondern mit der relativen und inneren Referenz –  dann, wenn ich weiß, dass ich mein mir mögliches Bestes gegeben habe.

Authentizität und Motivation starten mit der Frage „Warum?“

Jeder Mensch hat innere Antreiber. Er handelt entsprechend seiner Veranlagung, die durch bestimmte Lebensmotive determiniert werden. Diese Lebensmotive verändern sich im Laufe des Lebens kaum.

Sie machen die Persönlichkeit aus, sie bestimmen, was jemand gerne tut und was nicht, woran er Freude hat und was ihm schwer fällt, für was er sich begeistern kann und was er nur widerwillig erledigt, ob er lieber im Team arbeitet oder allein und vieles andere mehr. Das Wissen um die Existenz solcher Lebensmotive ist neuer als die hierarchiegeprägten Modelle von Führung und Management und deswegen leider oft noch nicht gelebter Alltag in Unternehmen.

Wissen, das gerade Führungskräfte für sich nutzen sollten. Selbstbezogene Führung nach dem Motto „Führe Mitarbeiter so, wie Du geführt werden willst“ wird dabei zunehmend zum Auslaufmodell. Immer öfter gilt in modernen Unternehmen: „Führe Mitarbeiter so, wie sie geführt werden wollen – entsprechend ihrer Lebensmotive und den daraus resultierenden Stärken und Schwächen.“

Es sind also Führungskräfte gefragt, die sowohl über eine hohe Selbstwahrnehmung verfügen – schließlich handeln auch sie entsprechend ihrer Lebensmotive – als auch über eine außerordentliche Beobachtungsfähigkeit. Wer weiß, was seine inneren Antreiber sind, trifft die besseren Entscheidungen, kommuniziert besser und ist im Einklang mit seinen Handlungsmaximen. Warum das so ist, lässt sich leicht erklären. Das „Warum“ ist der Treibstoff, während das Wie und Was nur die Resultate sind. Die Lebensmotive geben die Antwort auf das Warum.

Menschen mit zum Beispiel einem hoch ausgeprägten Flexibilitätsmotiv performen besonders gut in dynamischen Umgebungen.

Warum verhält sich jemand so und nicht anders? Warum performt eine Person in einem Umfeld, während eine andere Person im gleichen Umfeld zum Low-Performer mutiert. Mit dem falschen Treibstoff krankt das System. Wer gegen seine inneren Antreiber arbeitet oder arbeiten muss, verliert an Energie. Der richtige Treibstoff fehlt. Ein System voller Menschen mit wenig Treibstoff wird auch von Kunden und Geschäftspartnern erkannt. Es wird deutlich, hier fehlt die Energie, das Warum, das große Ziel.

Sich bewusst zu werden, was die wirklichen inneren Antreiber sind, ist weit mehr als reine Selbsterkenntnis. Es heißt zu hinterfragen und abzugleichen, ob und inwieweit die Werte, welche das Unternehmen, die Vorgesetzten und die Arbeitskollegen vertreten, mit den eigenen übereinstimmen. Ein niedrigerer  Deckungsgrad bedeutet, geringere Produktivität und Motivation, ein höherer erlebter Stress und höhere Fehlzeiten.

Gleich und Gleich gesellt sich gern

Menschen mit zum Beispiel einem hoch ausgeprägten Flexibilitätsmotiv performen besonders gut in dynamischen Umgebungen. Mit einer Führung der starren, durchgetakteten Strukturen gehen sie ein wie eine Orchidee im Keller. In einem Startup Unternehmen werden hingegen genau diese Flexibilität und Agilität gefordert. Da ist ein Geist gefragt, der sich an wechselnde Gegebenheiten anpassen kann.

Wenn Menschen überfordert oder unterfordert sind, startet normalerweise die Suche nach fehlenden fachlichen Kompetenzen oder mangelnden persönlichen Fähigkeiten.

Je nachdem, mit welchen Motiven man ausgestattet ist, ist man ein besserer Match für ein Unternehmen als Mitarbeiter oder als Führungsperson oder eben ein schlechterer. Dabei sind bestimmte Lebensmotive nicht besser oder schlechter. Sie sind einfach so, wie sie sind. Um sich aber zu entfalten brauchen sie eine entsprechende Umgebung. Es gilt also, die richtigen Entscheidungen zu treffen, für oder gegen den Job, für oder gegen einen Mitarbeiter, für oder gegen ein Projektteam.

Viele versuchen noch immer, sich Menschen für das gegebene Umfeld zurechtzubiegen, statt sich zu fragen, ob das Umfeld das passende ist. Über kurz oder lang federt der daraus resultierende Selbstbetrug, das Handeln entgegen der eigenen Lebensmotive physisch und körperlich zurück – Burnout, Stress und Krankheiten sind die Folge.

Motive kann man messen und nicht lernen

Wenn Menschen überfordert oder unterfordert sind, startet normalerweise die Suche nach fehlenden fachlichen Kompetenzen oder mangelnden persönlichen Fähigkeiten. Auch wenn es durchaus Fehlbesetzungen gibt, startet eine sinnvollere Suche auf der Ebene der Persönlichkeit, Bedürfnisse und Antreiber – auf der Ebene der intrinsischen Motivation, der Lebensmotive.

Der Glaube, dass der Mensch wie ein Rechner umprogrammiert werden kann, entstammt dem Beginn des Computerzeitalters und ist ein Wunsch, dem kaum ein Mensch bisher hat nachkommen können. Tätigkeiten und Abläufe lassen sich erlernen. Aber das „Warum“ eine Tätigkeit ausgeführt werden soll, ist noch nicht lernbar. Es ist der Unterschied zwischen Wissen und Erkenntnis. Treibstoff kann man eben nicht lernen, man muss ihn im Tank haben. Und der Treibstoff ist eine Wertekongruenz zwischen den eigenen inneren Antreibern und den zu lösenden Aufgaben.

Mit dem Wissen der Lebensmotive beginnt die Reise in eine neue Führungskultur und eines professionellen Coachings. Es gilt kompromisslos zu inventarisieren, Konfliktherde zu identifizieren und eine Veränderung voranzutreiben. Die dadurch erworbene Authentizität ist für Unternehmer, Führungspersonen und Menschen, die ein sinnvolleres Leben führen wollen, ein Muss. Die Ergebnisse sind eine bessere Performance, gesündere Mitarbeiter und Strukturen und eine steigende allgemeine Zufriedenheit im Miteinander.

 

* Dieser Artikel erschien auch in der Frankfurter Allgemeine Woche, KW25/2017

Performer

Über die Bereitschaft, Widerstände zu überwinden.

Rainer Zitelmann legt mit seinem aktuellen Buch „Die Psychologie der Superreichen“ erstmals eine wissenschaftliche Arbeit zum Thema Reichtumsforschung vor. Wie Armut entsteht ist hinreichend bekannt. Aber Reichtum, gar Super-Reichtum?

Im Buch – eigentlich als Dissertation verfasst und deswegen auch leserlich keine ganz leichte Kost – werden zahlreiche Menschen interviewt, die zwischen 12 Millionen Euro und mehreren hundert Millionen Euro an Vermögen angehäuft haben – die meisten Self-made-Millionäre, also keine Erben. Es ist also interessant, was diese Menschen zu berichten haben, denn man kann von ihnen lernen. Und siehe da: Reichtum ist weder Veranlagung noch ausschliesslich das Ergebnis harter Arbeit, sondern er entspringt einer gewissen Haltung, einer Persönlichkeit, die sich diszipliniert auf die gesetzten Ziele ausrichtet, Dinge entwickelt und vorantreibt und sie bis zum Ende verfolgt.

Auffällig bei den meisten Top-Performern – unabhängig davon, ob sie nun superreich sind oder an anderer Stelle herausragend erfolgreich – ist, dass sie bereit sind, mehr zu leisten als andere, mehr investieren als andere, mehr ertragen als andere und nicht bei jedem Rückschlag gleich den Kopf in den Sand stecken. Erfolg und Reichtum sind kein Glück – klar, auch das gehört dazu, sondern das Ergebnis mentaler Stärke, gebündelter Energie, innerer Klarheit und rücksichtsloser Fokussierung. Viele Erfolgreiche schon haben in ihren jungen Jahren Leistungssport betrieben, waren und sind bereit, in den Schmerz zu gehen und über sich hinaus zu wachsen. Sie haben den Ehrgeiz und sie haben Selbstdisziplin. Alles Dinge, die man an sich verändern und entwickeln kann, wenn man denn will.

Wer im Leben unabhängig, finanziell frei und selbstbestimmt sein will und sein Leben nach eigenen Massstäben führen möchte, kommt nicht drum herum, sich mit sich selbst auseinander zu setzen, sich zu entwickeln und an der eigenen Persönlichkeit zu arbeiten. Nur mit eigenen Ecken und Kanten, einer Portion Kampfgeist, der Bereitschaft, Widerstände zu überwinden und dem Erkennen und Leben der eigenen Motive und Antreiber kann Erfolg und Reichtum gelingen. Zu keiner anderen Erkenntnis kommt auch Rainer Zitelmann in seinem Buch. Keine Geheimnisse, sondern das, was im Grunde schon jeder wusste: ohne Fleiss kein Preis, ohne harte Arbeit an sich selbst, die die harte Arbeit an den eigenen Zielen ermöglicht, gelingt Reichtum nicht – weder finanzieller noch persönlicher.

Reichtum ist kein Wunder, zumindest keines, das sich nicht jeder selbst erschaffen kann. Vielleicht reicht es nicht bei jedem für Millionen, aber das selbst definierte Lebensglück, ein Leben in Freiheit und auch im materiellen Wohlstand ist möglich. Wenn man bereit ist, sein Bestes zu geben. Dazu gehört zunächst, Klarheit darüber zu bekommen, wohin die eigene Reise gehen soll und zu überprüfen, welche persönlichen Ziele erreicht werden sollen. Das Ziel muss dabei so richtig *GEIL* und anziehend sein. Dann gilt es, dieses Ziel nicht aus den Augen zu verlieren und jeden Tag einen Schritt weiter aus der Komfortzone zu machen und dem Ziel entgegen zuschreiten. Erfolg ist ein Marathon, kein Sprint. Schritt für Schritt muss man sich ihm nähern.

Vergewissere Dich also jeden Tag, dass Dein Ziel noch im Fokus ist. Wenn nicht, passe Deinen Weg an. Arbeite jeden Tag daran. Jeden Tag. Keine Ausnahme. Eigne Dir die Fähigkeiten an, die Du brauchst, um Dein Ziel zu erreichen. Lerne jeden Tag etwas dazu. Jeden Tag. Ist es unangenehm? Ja, das ist es manchmal. Aber wenn Du nicht bereit bist, auch das Unangenehme zu ertragen, wird sich das Angenehme nicht einstellen. Dann bist Du den Erfolg auch nicht wert. Veränderung bedeutet immer auch Schmerz. Wenn es weh tut, spricht viel dafür, dass Du auf einem guten Weg bist.

Gefragt sind Durchhaltewillen und der Mut, für sich selbst einzustehen und dabei die Einstellung zu haben, nicht andere für Rück- und Fehlschläge verantwortlich zu machen. Aus Fehlern lernen, das ist die Devise, nicht jammern, sondern weiter machen.

Wer sich mit der Psychologie der Erfolgreichen befassen möchte, dem empfehle ich das Buch «Psychologie der Superreichen» von Rainer Zitelmann. Es ist Neuland. Es ist interessant. Es ist nicht immer unterhaltsam, aber sehr lehrreich.

 

Entscheidungen und Schmerzen

Wie gehst du mit Schmerzen um?

Es gibt grundsätzlich drei Arten von Menschen. Die einen meinen, dass jede Entwicklung und die Konsequenzen, die aus einer Entscheidung folgen, grundsätzlich mit Schmerzen verbunden sind. Motto: no pain, no gain oder „Was uns nicht umbringt, macht uns härter“. Diese Menschen betrachten das Leben als Kampf, den sie zu ertragen und zu gewinnen haben.

Die Zweiten meinen, man müsste generell Schmerzen vermeiden und deswegen besser gleich gar keine Entscheidungen treffen. Wenn ich immer den Weg des Sowohl-als-auch statt den des Entweder-oder gehe, komme ich wahrscheinlich mit weniger Blessuren durchs Leben. Ist zwar irgendwie mittelmässig, aber anderen geht es ja schliesslich viel schlechter.

Die Dritten treffen Entscheidungen, versuchen aber die Folgen bzw. die damit verbundenen Nachteile zu entschärfen. Die dritte Gruppe sind meine Kunden. Nicht immer und generell, aber unter anderem in einem Tattoo-Studio, in dem ich immer wieder als Coach gebucht werde, wenn ein Klient ein Tattoo haben möchte, aber keine Schmerzen haben will.

In diesem Tattoo-Studio ist es wie im Leben. Die einen kommen und sagen klar, dass sie ein Tattoo haben möchten. Keine Frage nach Schmerzen. Sie haben entschieden und sind bereit, die Folgen und Begleiterscheinungen zu akzeptieren. Manche sagen sogar, Schmerzen gehören zum Tätowieren dazu. Und schliesslich ist ein Tattoo ja auch eine Entscheidung fürs Leben. Es hat Sinn, diese Entscheidung bewusst zu treffen und auch bewusst die dazugehören Schmerzen zu ertragen.

Die Zweiten werden ihr Leben lang von einem Tattoo träumen, wenn sie sich denn eines wünschen. Aber sie werden den Schritt nicht gehen, weil ihnen der Mut fehlt. Der Preis ist ihnen zu hoch. Schade, denn ihnen entgeht etwas – wenn es nicht das Tattoo ist, wird es etwas anderes sein. Wer immer nur Schmerz vermeidet, sich vor allem fürchtet, trägt vielleicht die härteste aller Konsequenzen: niemals ein Ziel oder eine neue Dimension erreichen, niemals etwas Besonderes sein oder erleben.

Die dritte Gruppe sucht nach kreativen Lösungen. Die Entscheidung fürs Leben ja, aber Schmerzen nein. Vielleicht geht das nicht immer, aber es geht ziemlich oft. Wenn ich Klienten vor und während des Tätowierens coache, haben sie weniger oder keine Schmerzen. Und dennoch erleben sie das Tätowieren bewusst, vielleicht sogar viel intensiver als andere. Denn der Schmerz bekommt eine positive Wendung. Es bleibt das Glücksgefühl, etwas zu bekommen, was man sich wünscht, verbunden mit einer positiven Lern- und Lebenserfahrung.

Und die Moral von der Geschicht‘: Es lohnt sich immer, nach Lösungen zu suchen, auch und gerade nach solchen, die nicht unmittelbar im Blickfeld liegen. Denn auf den ersten Blick haben ja Tattoos und Coachings auch nichts miteinander zu tun. Nicht nur bei Tattoos, auch sonst im Leben, lohnt sich zur Blick zur Seite, der Blick nach innen oder der unvoreingenommene Blick nach aussen. Mit Hilfe eine Coaches oder Mentors lassen sich neue Wege finden, die Menschen den eigenen Zielen näher bringen, ohne dabei jeden Schmerz ertragen zu müssen.

Wichtig ist das eigene Bewusstsein. Es kann mal sinnvoll sein, Dinge einfach zu ertragen, sie intensiv zu durchleben und sich so bewusst zu machen, dass das Leben eben auch Härten hat, die es zu meistern gilt. Davor habe ich tiefsten Respekt. Allerdings sind Schmerzen auch kein Selbstzweck. Und wer sie nicht ertragen möchte, findet Lösungen. Man muss sie nur suchen.

Jeder mag selbst entscheiden, was und wie viel er ertragen möchte in einer bestimmten Situation. Ein Leben ganz ohne Nachteile und Schmerzen wird es nicht geben. Jede Entscheidung hat ihren Preis. Aber er lässt sich in vielen Fällen mindern. Das ist die wichtigste und vornehmste Aufgabe eines Coaches. Er mindert den Preis, den jemand zu zahlen hat, wenn er ein Ziel verfehlt oder wenn er eine bestimmte (lebenswichtige und lebenslange) Entscheidung trifft.

Steigere deine Willenskraft

Setze dich durch

An Ideen fehlt es dir nie? Nur an der Ausführung scheitert es manchmal? Kein Problem, das geht vielen Menschen immer wieder mal so. Damit es in Zukunft mit deiner Willenskraft aufwärtsgeht, du Verführungen eher widerstehen kannst und es schaffst, deine Projekte bis zum Ende durchzuziehen, geben wir dir hier eine Liste an erprobten Möglichkeiten.

Balle deine Fäuste

Es klingt zu Beginn vielleicht erst einmal seltsam, aber so einfache Dinge wie die Fäuste zu ballen, können im Alltag viel Gutes bewirken. Wie die US-amerikanische Public Library of Science im Jahr 20131) veröffentlichte, haben Forscher herausgefunden, dass das Ballen der rechten Hand während des Lernens und danach beim abrufen des Gelernten das Ballen anderen Hand, zu einer signifikant höheren Gedächtnisleistung führt. Man vermutet, so die These, dass wenn wir eine Faust ballen im Frontallappen der gegenüberliegenden Gehirnhälfte die neuronale Aktivität erhöht wird.

Doch die Fäuste zu ballen, bringt dir weit mehr: Ballst du sie zum Beispiel, wenn du dich einer Situation stellst, die deine Willenskraft erfordert, kann das dir helfen standhafter zu bleiben. Die Selbstkontrolle, die du für diese Anspannung benötigst, reflektiert auf die Situation, mit der du dich gerade konfrontiert siehst. Es würde dir zum Beispiel leichter fallen einer Ablenkung zu widerstehen. Ähnliche Strategien üben viele erfolgreiche Menschen aus.

Lächele

In einer wissenschaftlichen Studie2) aus dem Jahr 2005 haben Wissenschaftler herausgefunden, dass Lächeln und andere Tätigkeiten welche die Laune verbessern auch die Willenskraft stärken. Dazu haben sie Probanden der Studien einer Versuchung widerstehen lassen, um dann im Anschluss nur einen Teil der Gruppe stimmungsaufhellenden Situationen auszusetzen. Jene mit besserer Laune schnitten bei den Folgetests deutlich besser ab als jene Teilnehmer, die schlechtere Laune hatten. Wenn du also weisst, dass du stark sein musst, lächle und mach dir gute Laune!

Meditiere

Meditation hat viele Vorteile. Unter anderem reduziert sie Angst & Stress, verbessert die Konzentration und Emotionen, lässt graue Gehirnmasse wachsen und hilft wachsam zu sein. Doch sie kann dir sogar dabei helfen, deine Willenskraft zu stärken.

Nach einer Studie von Malte Friese et alteres3) helfen Achtsamkeitsmeditationen signifikant dabei die Willenskraft dauerhaft zu stärken. Wenn du auch von den vielen Vorteilen der Meditation profitieren möchtest, gehört sie in dein Tagesprogramm. Zum Beispiel 10 Minuten: Sitze bewegungslos und beobachte deinen Atem. Unseren Coaching Klienten bringen wir verschiedene Formen der Meditation bei – und die meisten möchten diese nicht mehr missen.

 

Quellen:

  1. http://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0062474
  2. http://www.albany.edu/~muraven/publications/promotion%20files/articles/tice%20et%20al,%202007.pdf
  3. http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1053810012000104

Krisen Selfmanagement

Wie wir durch Krisen wachsen können

ständig fokussiert durchs Leben zu gehen ist Beileibe nicht einfach. Zumal unser Gehirn uns laufend mit neuen Informationen füttert, die wir verarbeiten sollen. Das kann kräftezehrend und anstrengend sein. Das liegt aber nicht nur an der zunehmenden Komplexität, dem steigendem Tempo oder den vielen Erwartungen an uns. Viel mehr liegt es an den eigenen Gedanken, Erwartungen und Bewertungen. Wenn wir unserem Gehirn dabei immer wieder neue Impulse der Aufmerksamkeit für einen besseren Umgang geben, läuft es im (Arbeits-) Alltag spürbar einfacher.

Krisen sind ein Naturgesetz

Das Leben verläuft nicht wie eine Gerade, sondern wie eine Achterbahn – auf und ab. Das ist ein Naturgesetz und lässt sich nicht ändern. Es ist vielmehr so, dass wenn es immer aufwärts ginge, wir uns daran gewöhnen würden und uns nicht mehr darüber erfreuen könnten. Wir brauchen also Krisen um das zu schätzen was wir haben. Sie machen das Leben lebenswert.
Wenn wir aus den Krisen lernen, wachsen wir an Erfahrungen und Erkenntnissen. Auch wenn es uns ärgert.

Wie wir aus Krisen, Konflikten und  Problemen lernen können

Manchmal machen wir einen harten Schnitt und versuchen Konflikten mit einer neuer Arbeitsstelle, neuem Trainer oder neuem Partner aus dem Weg zu gehen. Das geht nicht lange gut, da die gleichen Konflikte und Probleme bald wieder auftauchen. Der Grund dafür: Der Ursprung der meisten Schwierigkeiten liegt in unserem Kopf, und wir können daher nicht vor ihnen weglaufen. Wir können jedoch den Ursprung suchen, warum wir immer wieder vor den gleichen Problemen stehen, und daran arbeiten. Das ist vermutlich eines der grössten Abenteuer unseres Lebens.

Den ersten Schritt machen wir in dem wir den Fokus unserer Aufmerksamkeit verändern und die Konflikte, Anstrengungen und Probleme als Chance für persönliche Entwicklung betrachten. Warum finde ich mich immer wieder in der gleichen Situation wieder? Muss ich es wirklich perfekt machen, oder versuche ich eine schwache Seite an mir zu verstecken? Wann hab ich gelernt mich so zu verhalten? Und wofür habe ich das gelernt? Bin ich mit den Auswirkungen meines Verhaltens zufrieden oder will ich etwas anderes? Wie müsste ich mich verhalten, dass es die gewünschte Wirkung hat?

Damit wir wachsen können, müssen wir die Ursache der Krisen, Konflikte und Probleme an den Wurzeln packen und wissen, wohin wir wachsen wollen. Wir arbeiten an den limitierenden Glaubenssätzen und Ängsten, und schaffen so die Voraussetzungen dafür, dass sich Probleme und Konflikte nicht mehr wiederholen. Oder das sich zumindest eine neue Wahlmöglichkeit persönlichen Verhaltens etablieren kann.

Psychologische Gesetze

Damit wir weiter wachsen können wäre es gut, die Friedensstörer unseres Lebens willkommen heissen. Und wer kennt sie nicht, jene, die einen zur Weissglut bringen, den Blutdruck steigen lassen und einem immer wieder ungefragt Fehler aufzeigen. Durch sie können wir viel über uns erfahren. Sei es Partner, Kunden, Familienmitglieder oder Freunde. Denn sie zeigen uns zwei Dinge an uns auf:

  1. Eigenschaften, die wir an uns ablehnen, verbergen oder verleugnen, oder
  2. Eigenschaften, die wir gerne hätten.

In der Psychologie wird dies mit Resonanzgesetzen erklärt. Mit anderen Worten: jemand kann etwas in uns in Schwingung bringen, wenn es vorhanden ist. Wir können durch sie zwei Sachen über uns lernen: Einerseits Eigenschaften die wir nicht haben und auf die es sich lohnen würde darauf hinzuarbeiten, und andererseits Eigenschaften die wir haben, an denen wir arbeiten könnten.
Für diese Friedensstörer hat jemand den Begriff «Arsch-Engel’s» in die Welt: Zum einen ist ein solcher Mensch, der ständig Knöpfe drückt und einen zur Weissglut bringt ein Arsch, gleichzeitig auch ein Engel: Weil die Aufmerksamkeit auf die Eigenschaften und Mängel fokussiert, mit denen man wachsen kann, wenn man sich mit ihnen auseinander setze.