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Geld entlohnt, Werte führen

Ray Popoola, Performance Coach

Wenn Du auch bei weniger zufriedenstellenden Bonusrunden sicher sein willst, dass Deine Mitarbeiter Dir treu bleiben, musst Du als Leader wahrgenommen werden. Dazu solltest Du erst wissen, wie Du im Aussen wahrgenommen wirst.

Hol Dir kompromissloses Feedback

Willst Du für Deine Peers und Angestellten als eine Top-Führungspersönlichkeit wahrgenommen werden? Es gibt viele Möglichkeiten, wie Du Deine Leadership-Qualitäten zur Bestleistung bringen kannst. Eine, die ich in jedem Leadership Coaching empfehle, ist, sich ausserhalb der jährlichen Bewertungsrunden Feedback einzuholen. In vielen Firmen ist 360°-Feedback ein Bestandteil der Personalentwicklung. Frag in Deiner Firma nach, vielleicht ist es für Dich bereits verfügbar. Ansonsten such Dir einen externen Anbieter. Die Investition hat unschätzbaren Wert.

Wähl den Bereich der Verbesserung aus

Nachdem Du von Deinen Stakeholdern Feedback erhalten hast, wähl aus ihrer 360°-Bewertung ein Verhalten aus, worin Du künftig besser gesehen werden willst. Vielleicht ist es sogar ein Verhalten, von dem Du nicht dachtest, dass man es Dir anhaften würde. Umso besser.

Ein Beispiel: Ein Geschäftsbereichsleiter war in einem Führungscoaching darüber entsetzt, dass seine Peers ihn in seiner 360°-Bewertung als launisch beurteilten. Einerseits ärgerlich, weil er es nicht wusste. Andererseits ein Ansporn, weil er so nicht gesehen werden wollte. Er machte es zu seiner #1 Priorität, dies innert kurzer Zeit zu verändern. Die Tatsache, wie er gesehen wurde, hatte verständlicherweise Einfluss auf die Leistungsfreude seiner Mitarbeiter. Wer arbeitet denn schon gern für eine launische Person?

Danke!

Die einzig richtige Antwort auf ein Feedback ist: Danke. Kontaktiere einen Deiner Stakeholder, bedank Dich für das Feedback und heb hervor, wie wertvoll der Input für Dich ist. Teile auch mit, dass im Feedback Thema X (das, was Du verbessern willst) herausgekommen ist. Entschuldige Dich dafür, dass dies in der Vergangenheit Schwierigkeiten verursacht habe, und betone, dass Du Dich in dem Punkt verbessern willst.

Frage Deinen Stakeholder nach Vorschlägen, die sie/er hat, damit Du Dich in diesem Bereich verbessern kannst. Klär Unklarheiten, jedoch rechtfertige Dich nicht. Schliess auch diesen Schritt mit einem Danke ab.

Das ist für so manchen meiner Klienten einer der schwierigeren Punkte. Er zeigt eine vermeintlich verwundbare und menschliche Seite. Aber auch den Willen und Mut, die Schwäche zu verbessern. Das ist wiederum Charakterstärke und festigt das Vertrauen in Deine Person.

The difference between successful people and very successful people is that very successful people say no to almost everything. – Warren Buffett.

Follow-up

Ohne Termin und ohne Messkriterien ist jedes Follow-up nicht viel wert. Besonders dann, wenn es sich um ein Verhalten dreht, das Du an Dir verbessern willst. Mach mit Deinem Stakeholder einen Termin in spätestens einem Monat für ein erstes Follow-up. Warum?

Was Du Dir terminiert hast, wirst Du eher einhalten. Und Du wirst wissen wollen, ob sich die Wahrnehmung über Dich verbessert hat. Zudem verändert sich auch der Blick auf Dich. Wenn Du in einem Monat fragst, ob Du z.B. zugänglicher geworden bist, wird sich Dein Stakeholder künftig stetig genau diese Frage stellen: Ist sie/er zugänglicher? Plane Dir periodisches Feedback ein. Mach weitere Follow-ups in regelmässigen Abständen, bis Du Dein Ziel erreicht hast.

Smither & Walker1 (1999) haben in einer zeitlich lang angelegten Studie gezeigt, dass Manager sich stärker in ihre Bestleistung entwickeln, wenn sie 360°-Feedback nutzen und die Ergebnisse mit Angestellten besprechen, als wenn sie es nicht tun. Und das umso mehr, wenn die erkannten Schwächen mit den Ergebnissen des vorhergehenden Jahres verglichen werden.

Menschen folgen Werten

Leader, die von ihren Stakeholdern kompromissloses Feedback einholen und annehmen, zeigen, dass man ihnen vertrauen kann. Sich das Feedback zunutze zu machen, um sich persönlich zu verbessern, zeigt zudem Charakterstärke und für welche Werte man einsteht. Während viele der Meinung sind, dass Menschen nur dem Geld folgen, ist es doch meist so, dass Menschen den Werten folgen, die von ihren Leadern vorgelebt werden und mit denen sie sich identifizieren können.

Probier es aus. Auf diesem Weg stärkst Du die Vertrauensbasis zu Deinen Mitarbeitern und Stakeholdern und Deine Leadership-Kompetenzen. So kannst Du der nächsten Bonusrunde gelassener entgegenblicken.

Referenzen
  • 1) Walker, A., & Smither, J. (1999). A Five-Year Study of Upward Feedback: What Managers Do with Their Results Matters. Personnel Psychology, 52(2), 393-423, 31

Ray Popoola · Performance Coach · Zürich · raypopoola.com
https://raypopoola.com/geld-entlohnt-werte-fuehren/

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