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Geld entlohnt, Werte führen

Ob Ihre Mitarbeiter nur des Geldes wegen für Sie arbeiten oder auf Grundlage einer Identifikation, ist eine wichtige Frage. Spätestens nach der Bonuszeit, wenn das vergangene Jahr finanziell honoriert wird, zeigt sich, ob sie Ihnen ergeben sind.

Wenn Sie auch bei weniger zufriedenstellenden Bonusrunden sicher sein wollen, dass Ihre Mitarbeiter Ihnen treu bleiben, müssen Sie als Leader wahrgenommen werden. Dazu sollten Sie erst wissen, wie Sie im Aussen wahrgenommen werden.

Holen Sie sich kompromissloses Feedback

Wollen Sie für Ihre Peers und Angestellten als eine Top-Führungspersönlichkeit wahrgenommen werden? Es gibt viele Möglichkeiten, wie Sie Ihre Leadership-Qualitäten zur Bestleistung bringen können. Eine, die ich in jedem Leadership Coaching empfehle, ist, sich ausserhalb der jährlichen Bewertungsrunden Feedback einzuholen. In vielen Firmen ist 360°-Feedback ein Bestandteil der Personalentwicklung. Fragen Sie in Ihrer Firma nach, vielleicht ist es für Sie bereits verfügbar. Ansonsten suchen Sie sich einen externen Anbieter. Die Investition hat unschätzbaren Wert.

Wählen Sie den Bereich der Verbesserung aus

Nachdem Sie von Ihren Stakeholdern Feedback erhalten haben, wählen Sie aus ihrer 360°-Bewertung ein Verhalten aus, worin Sie künftig besser gesehen werden wollen. Vielleicht ist es sogar ein Verhalten, von dem Sie nicht dachten, dass man es Ihnen anhaften würde. Umso besser.

Ein Beispiel: Ein Geschäftsbereichsleiter war in einem Führungscoaching darüber entsetzt, dass seine Peers ihn in seiner 360°-Bewertung als launisch beurteilten. Einerseits ärgerlich, weil er es nicht wusste. Andererseits ein Ansporn, weil er so nicht gesehen werden wollte. Er machte es zu seiner #1 Priorität, dies innert kurzer Zeit zu verändern. Die Tatsache, wie er gesehen wurde, hatte verständlicherweise Einfluss auf die Leistungsfreude seiner Mitarbeiter. Wer arbeitet denn schon gern für eine launische Person?

Danke!

Die einzig richtige Antwort auf ein Feedback ist: Danke. Kontaktieren Sie einen Ihrer Stakeholder, bedanken Sie sich für das Feedback und heben Sie hervor, wie wertvoll der Input für Sie ist. Teilen Sie auch mit, dass im Feedback Thema X (das, was Sie verbessern wollen) herausgekommen ist. Entschuldigen Sie sich dafür, dass dies in der Vergangenheit Schwierigkeiten verursacht habe, und betonen Sie, dass Sie sich in dem Punkt verbessern wollen. Fragen Sie Ihren Stakeholder nach Vorschlägen, die sie/er hat, damit Sie sich in diesem Bereich verbessern können. Klären Sie Unklarheiten, jedoch rechtfertigen Sie sich nicht. Schliessen Sie auch diesen Schritt mit einem Danke ab.

Das ist für so manchen meiner Klienten einer der schwierigeren Punkte. Er zeigt eine vermeintlich verwundbare und menschliche Seite. Aber auch den Willen und Mut, die Schwäche zu verbessern. Das ist wiederum Charakterstärke und festigt das Vertrauen in Ihre Person.

 

The difference between successful people and very successful people is that very successful people say no to almost everything. – Warren Buffet.

 

Follow-up

Ohne Termin und ohne Messkriterien ist jedes Follow-up nicht viel wert. Besonders dann, wenn es sich um ein Verhalten dreht, das Sie an sich verbessern wollen. Machen Sie mit Ihrem Stakeholder einen Termin in spätestens einem Monat für ein erstes Follow-up. Warum? Was Sie sich terminiert haben, werden Sie eher einhalten. Und Sie werden wissen wollen, ob sich die Wahrnehmung über Sie verbessert hat. Zudem verändert sich auch der Blick auf Sie. Wenn Sie in einem Monat fragen, ob Sie z.B. zugänglicher geworden sind, wird sich Ihr Stakeholder künftig stetig genau diese Frage stellen: Ist sie/er zugänglicher? Planen Sie sich periodisches Feedback ein. Machen Sie weitere Follow-ups in regelmässigen Abständen, bis Sie Ihr Ziel erreicht haben.

Smither & Walker1 (1999)  haben in einer zeitlich lang angelegten Studie gezeigt, dass Manager sich stärker in ihre Bestleistung entwickeln, wenn sie 360°-Feedback nutzen und die Ergebnisse mit Angestellten besprechen, als wenn sie es nicht tun. Und das umso mehr, wenn die erkannten Schwächen mit den Ergebnissen des vorhergehenden Jahres verglichen werden.

Menschen folgen Werten

Leader, die von ihren Stakeholdern kompromissloses Feedback einholen und annehmen, zeigen, dass man ihnen vertrauen kann. Sich das Feedback zunutze zu machen, um sich persönlich zu verbessern, zeigt zudem Charakterstärke und für welche Werte man einsteht. Während viele der Meinung sind, dass Menschen nur dem Geld folgen, ist es doch meist so, dass Menschen den Werten folgen, die von ihren Leadern vorgelebt werden und mit denen sie sich identifizieren können.

Probieren Sie es aus. Auf diesem Weg stärken Sie die Vertrauensbasis zu Ihren Mitarbeitern und Stakeholdern und Ihre Leadership-Kompetenzen. So können Sie der nächsten Bonusrunde gelassener entgegenblicken.

 

1) Walker, A., & Smither, J. (1999). A Five-Year Study of Upward Feedback: What Managers Do with Their Results Matters. Personnel Psychology, 52(2), 393-423, 31

 

Gute Vorsätze auch wirklich umsetzen – mit neuen Gewohnheiten ins neue Jahr

Warum es schwieriger ist, als sie dachten und was Sie tun können, um Ihr Ziel zu erreichen

Erst vorgestern Nacht haben sich auf der ganzen Welt Menschen gute Vorsätze für das neue Jahr vorgenommen. Vieles haben sie vor zu ändern: weniger Essen, gesünder leben, sich weniger ärgern oder gar den Job wechseln. Was viele Monate, vielleicht Jahre unerledigt blieb, jetzt soll es sich ändern. Untersuchungen zeigen, dass rund zwei Drittel aller Menschen an Silvester gute Vorsätze fassen.

Aber bei der grossen Mehrheit wird die Umsetzung der vielen guten Vorsätze nicht erfolgreich sein. Viele werden nicht durchalten. Ein Viertel gibt statistisch bereits in der ersten Woche auf, ein weiteres Drittel in den ersten zwei Monaten. Nur etwa 7 Prozent werden auf die eine oder andere Art und Weise ihre Ziele erreichen. Ehrlich gesagt, es gibt keinen Grund für gute Vorsätze. Die meisten von uns versagen in dem Spiel. Am Ende bleiben nur die guten Absichten, aber kein Ergebnis. Oder geht es vielleicht anders? Ohne die Enttäuschungen der letzten Jahre, in denen wir eben nicht durchgehalten haben?

Damit Menschen ihre Ziele mit neuen Gewohnheiten erreichen, damit sie in ihre Bestleistung kommen, benötigen sie also ein System, das funktioniert. Sie brauchen Halt und eine Anleitung, einen Weg, auf den sie sich begeben können. Ein solches System gibt es – und es ist genau da anders, wo die anderen Systeme versagen. Es basiert auf Forschungen und wird von Menschen verwendet, die ihre grössten Ziele erreichen und diese immer grösser machen.

Um Ziele zu erreichen, braucht es neue Gewohnheiten. Neue Gewohnheiten kommen aber nicht über Nacht. Sie brauchen Zeit, Hingabe und Durchhaltewillen, vielleicht auch Disziplin oder Mut. Die meisten Neujahrsvorsätze scheitern an einer oder mehrerer dieser Voraussetzungen. Aber wie viel Zeit braucht man, wie lange muss man durchhalten, um sich eine neue Gewohnheit zu eigen zu machen? Viele Menschen kennen die Legende von «in 21 Tagen hast Du Dein Ziel erreicht». Aber es ist eben nur eine Legende… Leider.

Was Sie noch nicht über die 21-Tage-Regel wussten

Es hat sich herausgestellt, dass die 21-Tage-Regel nur ein Mythos ist und auch kein wissenschaftliches Fundament hat. Bei simpleren Dingen kann man sich eine neue Gewohnheit schon in viel weniger als in 21 Tagen angeeignet haben. Bei komplexeren Themen oder Herausforderung kann es um Einiges länger dauern als nur 21 Tage.

Forscher vom University College London haben Menschen beobachtet und untersucht, die sich verschiedene neue Gewohnheiten aneignen wollten. Statt der legendären 21 Tage fanden sie heraus, dass es im Schnitt 60 Tage dauert, bis eine neue Gewohnheit wirklich implementiert ist, bis sie also automatisch abläuft. Und bei vereinzelten neuen Gewohnheiten kann es sogar bis zu 250 Tagen dauern. Es ist eben, wie schon gesagt, Geduld und Durchhaltevermögen gefragt. Je komplexer die neue Gewohnheit, desto länger dauert es, sie für sich zu integrieren.

7 einfache Tricks, um sich neue Gewohnheiten anzueignen

Wenn ich in Coachings meinen Klienten von diesen Zahlen berichte, seufzen die meisten. Sie vermutlich jetzt auch. Das verstehe ich. Aber Sie wollen doch etwas erreichen und haben sich ja gerade deswegen gute Vorsätze für das neue Jahr vorgenommen. Ich übrigens auch. Die gute Nachricht ist, dass es ein paar Tricks gibt, mit denen wir uns auch schwierigere neue Gewohnheiten aneignen können.

 

1. Bleiben Sie in Verbindung mit Ihrer Motivation

Warum wollen Sie die neue Gewohnheit? Ihre intrinsische Motivation ist der Schlüsselfaktor, um sich neue Gewohnheiten anzueignen. So vermittle ich das im Coaching: „Klarheit über die eigenen Lebensmotive (Das Warum) helfen dabei, die Hingabe und den Durchhaltewillen aufrechtzuerhalten. Wenn Sie sich darin nicht klar sind, verliert die neue Gewohnheit schnell an Attraktivität.“

 

2. Reden Sie über ihre „neue” Gewohnheit

Wer mit Freunden reist, reist besser. Das gilt auch für die Reise zu neuen Gewohnheiten. Freunde können unterstützen und sorgen neben gutem Zureden auch für einen gewissen „sozialen Druck“. „Du wolltest doch …“  Wenn es hart wird, können gute Freunde einem durch die schwierige Zeit helfen – die Zeit, in denen man zweifelt und schwach wird. Eine Studie der Harvard Universität hat bewiesen, dass Gemeinschaften einen signifikanten Einfluss darauf haben, dass wir mehr an uns glauben und Ziele dadurch erreichbarer werden.

 

3. Grosse Vision, kleine Zwischenziele

Manchmal kommen wir in Schwierigkeiten, wenn wir uns zu viel aufladen. Vor allem dann, wenn wir besonders grosse Visionen und Ziele haben. Ich ermutige meine Klienten sehr gerne zu grossen Zielen. Grosse Ziele helfen. Aber zwischen kühn und desillusioniert liegt oftmals nur eine Haaresbreite. Grosse Ziele sind grossartig. Dennoch schadet ein gewisser Realismus nicht, zumal jedes grosse Projekt in kleinen Schritten erreicht werden muss. Etwas, was ich an diesem Punkt gerne empfehle: Grosse Ziele in kleine Zwischenschritte unterteilen. Dann wird die neue Gewohnheit spürbar schrittweise erreicht und ist keine Reise zu den Sternen.

 

4. Finden Sie den richtigen Auslöser

Oft fällt es uns schwer, uns neue Gewohnheiten anzueignen, weil wir die falschen Verknüpfungen einsetzen. Und da hat ausnahmsweise das, was landläufig empfohlen wird, seine Gültigkeit: nämlich das noch unbekannte und unerreichte Neue mit Altbekanntem zu verbinden.  So zum Beispiel mit folgenden einfachen Aussagen und Verknüpfungen: „Abends nach der Arbeit gehe ich 15 Minuten spazieren“ oder „In der Mittagspause esse ich einen Salat“ Solche Aussagen lassen den Denkprozess aus, weil die Reaktion schon bestimmt ist.

 

5. Wählen Sie die richtige Belohnung aus

Es ist besser, eine intrinsische Belohnung auszuwählen, als eine extrinsische, wie zum Beispiel ein Einkauf von einem Konsumgut oder das Verzehren eines Stück Kuchens. Der Grund: Eine extrinsische Belohnung kann zwar funktionieren, ist aber langfristig erfahrungsgemäss weit weniger effektiv. Zudem kann man an einer extrinsischen Belohnung das Interesse verlieren bevor man sich dessen bewusst wird. Und plötzlich verliert die Belohnung an Wert und wirkt sich dadurch negativ auf die Motivation aus.

 

6. Führen sie Buch über Ihren Fortschritt und Ihre Ziele

Die meisten Menschen, die ich kenne, mögen keine Buchhaltung. Auch für mich ist Buchhaltung kein Lieblingsthema. Wenn es aber darum geht, sich neue Gewohnheiten anzueignen und Ziele zu erreichen, ist Buch zu führen aber das Werkzeug Nummer Eins.  Denn wenn wir schriftlich sehen, welche Fortschritte wir machen und die erreichten Ziele uns selber immer wieder vor Augen führen, hat das eine immense Wirkung auf uns.

Dr. Gail Matthews von der Dominican Universität in Kalifornien untersuchte die Wirkung und stellte fest, dass die Wahrscheinlichkeit, Ziele zu erreichen um 42 Prozent höher ist, wenn wir uns den Fortschritt schriftlich vergegenwärtigen.  Die Begründung: Handschriftliches notieren aktiviert beide Gehirnhälften. Für neue Gewohnheiten ideal.

 

7. Freuen Sie sich auf die Belohnung

Nichts ist so schön wie die Vorfreude. Charles Duhigg beschreibt in seinem Buch Die Macht der Gewohnheit,  dass es ein grosser Vorteil ist, wenn wir uns auf eine bestimmte Belohnung freuen. Damit verändert sich die Belohnung von einem Anreiz zu einer Energiequelle mit Antriebskraft.

Freuen Sie sich bereits jetzt auf das gute Gefühle, das Sie haben werden, wenn Sie Ihre neue Gewohnheit ein weiteres Mal erfolgreich ausgeführt haben.

 

Falls Sie Schwierigkeiten damit haben, sich die neue Gewohnheit anzueignen, herzlich willkommen im Club. Sie sind nicht allein. Aber anstatt frustriert zu sein, hoffe ich, dass Sie sich etwas erleichtert fühlen. Sie machen nichts falsch!

Falls Sie an der 21-Tage-Regel scheitern, lade ich Sie herzlich ein, diese einfach zu vergessen. Stattdessen brauchen Sie nur Ihre Motivation vor Augen zu behalten, mit Freunden über Ihr Vorhaben zu sprechen, den Auslöser und die Belohnung zu optimieren, darüber Buch zu führen und sich bereits jetzt auf die Belohnung zu freuen.

Ich bin mir sicher, dass Sie bereits jetzt näher an Ihren neuen Gewohnheiten und Zielen sind als Sie denken.