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Bestleistung ist nicht nur etwas für Leistungseliten

Bestleistungen sind kein Privileg von Leistungseliten oder Übermenschen. Jeder kann Bestleistung erreichen. Die Frage ist nur, an was man sich selber misst. Wer SEIN Bestes gibt, kommt in den Flow und erlebt Glücksgefühle. Nur wer den Kopf in den Sand steckt, muss sich mit persönlicher Mittelmäßigkeit zufrieden geben. Alle anderen haben das Zeug zur persönlichen Bestleistung.

Roger Federer spielt eine perfekte Topspin-Vorhand unerreichbar weit ins hintere Feld. Michael Phelps gewinnt bei den Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro 2016 in fünf Schwimmdistanzen fünf weitere Goldmedaillen. Mit insgesamt 23 Olympia-Medaillen ist er der erfolgreichste Olympionike aller Zeiten. Der andere Michael, Michael Jackson, ist mit schätzungsweise 750 Millionen verkaufter Platten der erfolgreichste Popstar aller Zeiten. Franz Liszt‘ Klavierstück «Etudes d’exécution transcendante» transzendiert pianistische Fingerfertigkeiten auf meisterhafte Ansprüche und zieht damit Zuhörer in seinen Bann. Unternehmen, bei denen der Silicon-Valley-Pionier Elon Musk involviert ist, verändern ganze Industriezweige und sorgen für eine Disruption in bis dato zementierten Märkten.

Spitzenleistung zu erleben ist spannend. Und wir alle möchten gerne gute Leistung erreichen – im Beruf, im Privatleben, im Sport oder bei unserem Hobby. Unser Streben danach ist durchaus normal. Aber viele haben das Gefühl, dass Bestleistung nur etwas für eine auserwählte, privilegierte Minderheit ist, für einzelne Talente oder Genies. Dabei ist das Resultat, das wir anschließend als Bestleistung bezeichnen, nur das Ergebnis unserer Leidenschaft. Auch Mahatma Gandhi wusste anfangs nicht, dass er einen friedlichen Prozess letztlich bis zur Unabhängigkeit Indiens führen würde.

Verlieren Sie den Kompass nicht aus den Augen

Die gute Nachricht ist, dass die Wissenschaft in den letzten Jahrzehnten fundamentale Erkenntnisse im Bereich der Neurophysiologie erreicht hat: Bestleistung ist nicht mehr ein elitäres Produkt, sondern ein replizierbares Ergebnis. Forschung zeigt, dass Bildung zu 1%, Arbeitserfahrung zu 3% und Berufserfahrung zu 0%, also gar keinen Einfluss auf Leistung hat. Es kann also jeder Bestleistung erreichen – ohne Vorwissen und ohne soziale Prägung, freilich aber natürlich nur im Rahmen seiner eigenen Möglichkeiten.

Jedoch sind Bestleistungen nicht etwas, was über Nacht entsteht. Es braucht einen Plan, Hingabe und Leidenschaft, um etwas Bestimmtes erreichen zu wollen. Und auf dem Weg ans Ziel gibt es viele Unkenrufe, denen man trotzen und standhalten muss. Durchhaltevermögen ist erforderlich. Und manchmal muss man sich eben auch von falschen Ratgebern trennen, um seinen Kompass nicht aus den Augen zu verlieren.

Einer der größeren Fehler besteht meist darin, sich in erster Linie mit Ergebnissen der Besten messen zu wollen. Die optimalen Fragen wären: «Wie kann ich bei dem, was ich tue, mein Bestes geben?» Dann wird die externe Referenz nicht das Ergebnis eines Top-Performers, sondern die Leidenschaft dessen. So werden die Hindernisse auf dem Weg zu Herausforderungen und nicht zu verhindernden Umständen. Und die interne Referenz wird der Zufriedenheitsindex der eigenen Leistung – man erlebt Flow-Zustände.

Fazit

Jeder Mensch kann gute Leistung erreichen und damit Glücksgefühle erleben. Es mag sein, dass es nicht die Spitzenleistungen von Olympioniken wie Michael Phelps oder Unternehmern wie Elon Musk sind. Das Glücksgefühl stellt sich aber nicht immer mit der absoluten Größe des Ergebnisses ein, sondern mit der relativen und inneren Referenz –  dann, wenn ich weiß, dass ich mein mir mögliches Bestes gegeben habe.