# Ray Popoola — Artikel im Volltext > Performance Coaching für Sport und Business. Mental Coach Zürich. Übersicht: https://raypopoola.com/llms.txt ## Mentaltraining im Radsport: Stark, wenn du allein fährst - URL: https://raypopoola.com/mentaltraining-radsport/ - Rubrik: Sport - Autor: Ray Popoola - Veröffentlicht: 2026-06-03 Mentaltraining im Radsport entscheidet, wenn niemand vor oder hinter dir ist. So bleibst du allein gegen die Uhr stark, aus der Coaching-Praxis. Ein junger Nachwuchs-Kader-Biker sitzt mit mir im Coaching, einer meiner Athleten. Vor ihm liegt eine Talentsichtung, ein Einzel-Zeitfahren über vier, fünf Minuten, keiner vor ihm, keiner hinter ihm. «Klingt nach wenig», sag' ich. «Ja», sagt er, «aber es ist richtig zäh.» Auf dem Papier reicht das, was er im Training tritt locker, um vorne dabei zu sein. Sein Problem ist etwas anderes. Mentaltraining im Radsport startet genau hier: allein, ohne jemanden vor dir und ohne jemanden hinter dir. Im Feld ist er stark. Letztes Jahr Vierter bei einem wichtigen Rennen, über hundert Plätze in der Weltrangliste gutgemacht. Aber sobald er allein vorne ist, wird's schwierig. Darum sitzen wir hier. ## Warum Mentaltraining im Radsport anders funktioniert «Wie bist du diese Saison damit umgegangen, wenn's hart wurde?», meine Frage. «In der Erinnerung war ich immer im Flow und konnte mich an den anderen orientieren. Mich an ihnen festziehen.» Kurze Pause. «Aber das geht ja nicht, wenn ich allein bin.» Und da steckt das Thema drin. Die meisten Sportarten bieten dir den Gegner vor die Nase, im Fussball den Mann, im Tennis den Return. Du reagierst. Im Radsport reagierst du über weite Strecken auf gar nichts. Im Zeitfahren schon gar nicht. Wer wie Marlen Reusser vorne fährt, weiss, wie einsam es um einen wird. «Und wie hast du's trotzdem geschafft, wenn's wehtat?» «Das einzige Ziel im Kopf: dranbleiben.» «Dranbleiben, woran?» Schweigen. An dem vor ihm, natürlich. Nur, wenn keiner mehr da ist … ## Allein an der Spitze: das eigentliche Problem Ich frag' weiter, wie es ist, wenn er ganz vorne ist und niemand zu sehen. «Ich merke trotzdem das Gefühl, dass jemand hinter mir ist. Fast wie ein Verfolgungswahn.» «Und das hilft dir?» «Ja. Ich hab das Gefühl, ich muss Gas geben, dass mich auch keiner überholt.» «Woran merkst du am Körper, dass du im Flow bist?» Er überlegt. «Ein Stressgefühl. Schnell, aggressiv, hier in der Brust.» Das ist die Stelle, an der viele Coaches falsch abbiegen. Sie würden versuchen, das Gefühl loszuwerden. Ruhig werden, durchatmen. Ich halt' das für einen Fehler. Das Gefühl ist keine Störung, es ist Energie. Sie hat bloss niemanden, an den sie sich richten kann, und läuft deshalb ins Leere. Er schaut innerlich nach hinten, wo keiner ist, statt nach vorne, wo das Ziel ist. Vier Minuten gegen ein Phantom. Ob das bei jedem Solo-Fahrer so ist, weiss ich nicht. Aber bei vielen, die ich sehe. ## Visualisier dir den Gegner «Was, wenn du dir diesen Verfolger einfach vorstellst? Auch wenn keiner da ist.» Das ist der Moment, auf den ich als Coach hoffe. Weil die besten Ideen vom Athleten selbst kommen. «Vielleicht», sagt er, «könnte ich mir vorstellen, dass die Watt-Bereiche auf dem Messgerät der Gegner sind.» Und genau das. Die Wattzahl wird der, an dem er dranbleibt. Fällt er drunter, ist das, als würde ihn gleich einer überholen. Hält er sie, bleibt er vorne. Den Gegner trägt er von da an am Lenker. «Probier's gleich mal aus.» In den Grundlagen für gezieltes Visualisieren ist er schon geübt. Augen zu, eine, zwei, drei Minuten. Danach: «Am Anfang war das Gefühl noch schwach. Gegen Ende hat's sich angefühlt wie im Rennen.» Beim zweiten Test geht's schneller, beim dritten noch schneller. Zwischendurch schüttelt er sich einmal aus, zurück auf neutral, dann wieder rein. Das ist die eigentliche Arbeit. Nicht die eine grosse Vorstellung am Renntag, sondern fünf, sechs, sieben kurze über den Tag verteilt, bis der Zustand von allein kommt. Eine Sache lassen wir, wie sie ist. Seine Routine vor dem Start, diese zehn, fünfzehn Minuten, in denen er sich in den State reinbringt. «Da würd ich erstmal nichts ändern», empfehl' ich. «Behalte, was läuft.» ## Was die Forschung sagt Selbstgespräche führen, klingt nach einem Kalenderspruch. Ist aber gut untersucht. [Blanchfield und Kollegen (2014)](https://doi.org/10.1249/MSS.0000000000000184) haben Radsportler bis zur Erschöpfung fahren lassen. Die, die vorher gezielt mit sich geredet hatten, hielten länger durch und empfanden dieselbe Belastung als weniger hart. Der Mechanismus ist derselbe wie bei ihm. Nicht «ich bin der Beste», das glaubt dir dein Kopf ohnehin selten. Eher ein Wert, an dem du dich festhältst, weil er konkret ist. Eine Zahl kannst du halten. Und das ist keine Spitzensport-Sache. Den Einbruch im Solo kennt der ambitionierte Hobbyfahrer genauso. Es geht nicht darum, wie stark du bist, sondern was dein Kopf macht, wenn du keinen Einfluss drauf nimmst. ## Dein nächster Schritt Achte beim nächsten harten Solo mal drauf, im Zeitfahren oder am langen Anstieg. Wo bist du mit dem Kopf? Hinten, bei einem Verfolger, den's nicht gibt? Oder vorne, bei einer Zahl, die du halten willst? Genau da entscheidet sich Mentaltraining im Radsport. Nicht am Start und nicht im Ziel, sondern in den Minuten dazwischen, in denen du dir selbst der einzige Gegner bist. Das lässt sich üben. Wenn die Beine reichen, aber der Kopf nicht mitmacht, dann meld dich. Ich arbeite mit Fahrern auf jedem Niveau, vom Nachwuchs bis ganz nach vorne, unter anderem in der [gemeinsamen Arbeit mit Marlen Reusser](/marlen-reusser-und-ray-popoola-eine-bilanz-des-gemeinsamen-mentaltrainings/). ## Häufige Fragen zu Mentaltraining im Radsport ### Was bringt Mentaltraining im Radsport? Es macht genau den Teil trainierbar, den die Beine nicht abdecken: die Fähigkeit, allein und ohne Gegner ein hohes Tempo zu halten. Wer im Feld stark ist, aber im Solo oder Zeitfahren einbricht, gewinnt hier am meisten. Sportmentaltraining im Radsport zielt auf den Moment, in dem du dich nur noch an dir selbst festhalten kannst. ### Wie trainiere ich mentale Stärke fürs Zeitfahren? Indem du dir z.B. einen inneren Gegner visualisierst, statt gegen ein Gefühl anzukämpfen. In der Praxis funktioniert das gut über den Wattmesser: Die geplanten Wattzahlen werden zu dem, an dem du dranbleibst. Wichtig ist tägliches, kurzes Üben, nicht eine einzelne Vorstellung kurz vor dem Start. ### Funktioniert Visualisierung im Radsport wirklich? Ja, wenn sie konkret und wiederholt eingesetzt wird. Dein Gehirn aktiviert beim mentalen Durchspielen ähnliche Bahnen wie bei der echten Bewegung. Als Teil der mentalen Vorbereitung aufs Radrennen wirkt sie am besten in kleinen Dosen über Wochen, nicht als einmaliger Wunschfilm. ### Ab welchem Niveau lohnt sich Mentaltraining im Radsport? Sobald der Kopf zum Faktor wird, und das ist früher, als die meisten denken. Schon ambitionierte Hobbyfahrer kennen den Einbruch im Solo. Mentaltraining im Radsport lohnt sich überall dort, wo die Form da ist, aber im Wettkampf nicht ankommt. ## Weiterführende Artikel * [Was ist Sportmentaltraining? Definition, Wirkung und Methoden →](/was-ist-sportmentaltraining/) * [Die Auswirkungen des Selbstgesprächs auf Ausdauer- und Wettkampfleistung →](/die-auswirkungen-des-selbstgespraechs-auf-ausdauer-und-wettkampfleistung-ein-leitfaden-fuer-sportler-und-trainer/) * [Marlen Reusser und Ray Popoola: eine Bilanz des gemeinsamen Mentaltrainings →](/marlen-reusser-und-ray-popoola-eine-bilanz-des-gemeinsamen-mentaltrainings/) ## Referenzen * Blanchfield, A. W., Hardy, J., De Morree, H. M., Staiano, W., & Marcora, S. M. (2014). Talking yourself out of exhaustion: The effects of self-talk on endurance performance. _Medicine & Science in Sports & Exercise, 46_(5), 998-1007. [https://doi.org/10.1249/MSS.0000000000000184](https://doi.org/10.1249/MSS.0000000000000184) --- ## Mental Coaching für Unternehmer in Zürich - URL: https://raypopoola.com/mental-coaching-unternehmer-zuerich/ - Rubrik: Business - Autor: Ray Popoola - Veröffentlicht: 2026-05-18 Wenn Skills sitzen und das Verhalten unter Druck trotzdem nicht abrufbar ist — Geschichte eines Geschäftsführers und der wissenschaftliche Hintergrund dazu. Ein Geschäftsführer, Mitte 40, Verlagshaus, sitzt vor ein paar Monaten bei mir und sagt nach zwölf Minuten den Satz, der bei mir hängenbleibt: „Ich hab' jeden Morgen Bauchschmerzen, bevor irgendwas passiert ist. Halb sieben am Frühstückstisch.“ Genau da beginnt Mental Coaching für Unternehmer in Zürich. Eine Schicht tiefer als Business Coaching, eher bei Identität und Nervensystem. Bei ihm zuhause war alles am Platz, eigentlich. Auftragslage seit Jahren über Soll, fünfundzwanzig Leute im Verlag, die Bücher laufen. Zwei Business-Coachings hatte er hinter sich, beide rund ums Selbstmanagement, beide ordentlich gemacht. Ungefähr vierzig Prozent meiner Klienten kommen mit so einer Coaching-Vorgeschichte zu mir, das ist meine Erfahrung der letzten zehn Jahre. Bei ihm war's mit allen anderen Markern zusammen das, was meine Aufmerksamkeit von Anfang an auf den Bauch gelenkt hat. Da war auch ein konkretes Klärungsgespräch mit einem Bereichsleiter, das er ein halbes Jahr lang vor sich hertrug. Wenn Zeit dafür gewesen wäre, hat er was anderes angefangen. Stand der Bereichsleiter im Raum, fiel ihm halt kein Anfang ein. Beide wussten, dass es geführt werden müsste. Geführt wurde es nicht. ## Drei Ebenen, auf denen Coaching arbeitet Ich unterscheid' in der Praxis drei Ebenen, weil ich sonst am falschen Punkt arbeite. Klingt theoretisch, ist in der Sitzung sehr praktisch. Die obere ist die Skills-Ebene. Bewusst, im Kopf, lösungsorientiert. Frage: was tust du, was tust du besser, was tust du anders. Werkzeuge dort sind Strukturanalysen, OKR, Stakeholder-Maps, Delegationsmechanik, Selbstorganisation. Heimspiel des klassischen Business Coachings. Wer da eine Lücke hat, wird ganz sauber bedient. Eigentlich ein erprobtes Feld. Eine Schicht darunter beginnt die Identitäts-Ebene. Hier sitzen Selbstbilder und alte Loyalitäten zu früheren Versionen von einem selbst. Unbewusste Regeln, die seit zwanzig oder dreissig Jahren laufen, ohne dass jemand sie nochmal nachverhandelt hätte. „Bin halt der, der's am Schluss eh selber macht.“ Der Kopf weiss meistens, dass die Regel nicht mehr passt, und sie steuert trotzdem. Robert Kegan, Entwicklungspsychologe an Harvard, hat dafür einen Begriff geprägt, der mir nicht aus dem Kopf geht. Er nennt es **Immunity to Change**. In seinem Buch mit Lisa Lahey beschreibt er es nüchtern. Wörtlich: „What looks like resistance to change is often a kind of personal immunity to change.“ (Kegan & Lahey, _Immunity to Change_, 2009). Es seien unbewusste Schutzdynamiken, die gegen die Veränderungen arbeiten, die wir explizit wollen. Auf Deutsch knapper: Menschen scheitern an ihren erklärten Zielen nicht, weil sie zu wenig Disziplin hätten. Sie scheitern, weil sie ein verstecktes Gegenkommitment haben, das ihnen unbewusst wichtiger ist. Skills-Update auf Konfliktführung läuft da ins Leere. Auch wenn das Skill-Set perfekt sitzt. Und ganz unten die Nervensystem-Ebene. Hier geht's nicht ums Denken. Hier geht's um Zustand. Autonomes Nervensystem, Vagustonus, Amygdala, sympathische Aktivierung. Stephen Porges, der seine Polyvagal-Theorie 2011 in Buchform gepackt hat, sagt es nüchtern: Verhalten, Lernen und physiologischer Zustand hängen davon ab, wie das autonome Nervensystem reguliert ist. Klingt akademisch, ist in der Praxis halt einfach konkret. Wer da unten in dauerhaftem Alarm steht, kann jede Coaching-Erkenntnis kognitiv unterschreiben. Und kommt sie körperlich trotzdem nicht ins Tun. Das ist nicht eine Frage von Motivation, das ist Physiologie. Beim Verlagsmann am Frühstückstisch um halb sieben sass das im Magen, im Kiefer und in den Schultern. Schon bevor irgendetwas am Tag passiert war. Die Faustregel, die ich mir über die Jahre eingeschliffen hab': Business Coaching beantwortet die Frage „was sollst du tun?“. Mental Coaching beantwortet die Frage „warum kannst du nicht, was du längst weisst?“. Wer in der zweiten Frage hängt, hat keine Skill-Lücke. Der hat eine Tiefen-Lücke. Und der hat, wenn Kegan recht hat, ein Hidden Competing Commitment, das ihn von innen blockiert. ## Akt eins: Was beim Verlagsmann im Analysegespräch sichtbar wurde Beim ersten Gespräch hab' ich das gemacht, was ich in fast jedem Analysegespräch mache. Ich hab' nachgefragt, ob das Frühstückstisch-Bauchschmerz-Ding eine Geschichte hat, und natürlich hatte es eine. Als Performance Coach für Geschäftsführer höre ich in neun von zehn solcher Analysegespräche eine ähnliche Geschichte. Manchmal ist's ein Kunde, mit dem ein heikles Gespräch ansteht. Manchmal eine Trennung im Team, die seit anderthalb Jahren überfällig ist. Manchmal eine Familiensache, die ins Geschäft hineinwirkt. Muster: Die Werkzeuge wären da, im entscheidenden Moment kommen sie halt nicht raus. Beim Verlagsmann waren zusätzlich drei der vier Marker an, die ich bei Tiefen-Lücken immer abprüfe. Erstens: Skills da, im Druck nicht abrufbar. Konfliktgespräch geplant, Sätze formuliert, Argumente geordnet. Am Punkt selbst wurde vertagt. Zweitens: Ein Körper spricht mit. Schlaf, Magen, Kiefer, Brust, Atmung. Etwas, das sich nicht wegerklären lässt mit „bisschen viel halt grad“. Drittens: Dasselbe Muster mit verschiedenen Leuten. Bei ihm war's nicht nur der Bereichsleiter. Im Gespräch kamen noch zwei ähnliche Geschichten mit anderen Personen raus, die er bis dahin als „naja, halt verschieden“ abgespeichert hatte. Wiederholungen sind in meiner Erfahrung das verlässlichste Signal, dass wir tiefer müssen. Viertens, der vierte Marker, lief bei ihm subtiler: „Eigentlich bin ich der, der ruhig bleibt.“ Das „eigentlich“ ist eines der verräterischsten Wörter in einem Analysegespräch, jedenfalls in meiner Praxis. Drei von vier waren an. Die Business-Coachings hatten das nicht adressiert, nicht weil sie schlecht gemacht waren, sondern weil sie in einer Schicht arbeiten, in der diese Marker einfach nicht liegen. ## Was Mental Coaching nicht ist Bevor ich zur eigentlichen Arbeit komme, kurz das Häufigste, was Unternehmer befürchten, wenn sie das Wort hören. Mental Coaching ist nicht verkappte Therapie. Therapie behandelt Schaden, oft mit Bezug zur Lebensgeschichte. Diese Arbeit hier dagegen setzt bei der Persönlichkeit an, die jemand heute ist und morgen sein wird. Also Trait-Arbeit in der Gegenwart, in einer Trainings-Logik. Wer in einem klinisch relevanten Zustand ist, gehört in fachärztliche oder therapeutische Hände, das halte ich schon im Analysegespräch sauber. Mental Coaching ist auch nicht Meditation-mit-Coaching-Etikett. Auch nicht Achtsamkeits-Training oder das Auflesen von Affirmationen. Atemtechnik kann ein Werkzeug sein, ist aber nicht das Tragwerk. Wer auf der Suche nach mehr Zen im Alltag ist, ist hier eher falsch. Und diese Arbeit auf der tieferen Ebene ist auch nicht etwas, das man gleichzeitig zum Business Coaching macht, denn die Reihenfolge zählt halt dabei. Beim Verlagsmann waren die zwei Business-Coachings vorher schon sinnvoll. Hätte ich ihn ohne diese Vorarbeit gesehen, wäre ein Teil meiner Arbeit Skills-Aufbau geworden. Und das ist eigentlich nicht mein Heimspiel. ## Wie die Arbeit auf der tieferen Ebene konkret läuft Bei Klienten in dieser Konstellation läuft die Arbeit typischerweise auf drei Schienen. Mental Coaching für Unternehmer dauert dabei im Schnitt drei bis sieben Sitzungen. Wie lang genau, hängt davon ab, wie tief die Muster sitzen und wie schnell jemand bereit ist, das anzugehen, was er bisher umgangen hat. **Schiene eins: wissenschaftliches Persönlichkeits-Profiling.** Das war beim Verlagsmann die Wende, und das ist es bei fast jedem Klienten in dieser Tiefe. Drei Sitzungen lang hatten wir über plausible Geschichten geredet, also Vater, Lehrer, frühe Rollen, all das. War alles nachvollziehbar und hat trotzdem nichts bewegt, gar nichts. Erst der Profiling-Report hat sichtbar gemacht, was die plausiblen Geschichten überdeckt hatten. Sein Wunsch nach Harmonie war kein Defekt aus der Kindheit. War ein stabiler Trait. Hohe Verträglichkeit, niedrige Konflikttoleranz, zwei Skalen weit oben beziehungsweise unten. Eine Eigenschaft, mit der er die nächsten Jahrzehnte umgehen wird, ähnlich wie andere mit ihrer Körpergrösse. Was sagt einer in dem Moment? Sinngemäss: „Da ist nichts kaputt.“ Hörbar erleichtert. Drei Sätze lang Stille im Raum, daran erinner' ich mich noch. Die meisten kommen mit der Befürchtung, das Coaching werde sie als beschädigt diagnostizieren. Es macht eigentlich das Gegenteil. Es zeigt, dass die Eigenschaft, die ihnen Schmerz macht, gleichzeitig ein Teil ihrer Stärke ist. Beim Verlagsmann zum Beispiel sein Sensor für Stimmungen im Team. Was im Konfliktgespräch zur Lähmung wird, ist im Tagesgeschäft sein Vorteil. **Schiene zwei: Identitäts- und Verhaltensarbeit, die den Trait mitnimmt.** Klingt unspektakulär, ist halt die meiste Arbeit über die meiste Zeit. Der harmoniebedürftige Geschäftsführer wird bei mir nicht in einen konfliktfreudigen umoperiert. Wäre nicht nur sinnlos, wär' eigentlich auch falsch. Wir bauen konkrete Sätze und Gesprächs-Strukturen, mit denen er klar reden kann, ohne dass es sich für ihn anfühlt, als bräche er den Streit vom Zaun. Sätze, die seine Harmonie ehren und gleichzeitig Klarheit liefern. Die Pointe daraus: Beides geht zusammen, muss aber geübt werden, weil's nicht intuitiv kommt. Kegan würde sagen: Wir haben das Hidden Competing Commitment nicht ausgeschaltet. Wir haben es bewusst gemacht und in eine Form gebracht, in der es nicht mehr blockiert. **Schiene drei: Nervensystem-Regulation.** Den Teil hab' ich aus fünfzehn Jahren Arbeit mit Wettkampfsportlern in den Unternehmer-Alltag übersetzt. Ein Spitzensportler reguliert sein Nervensystem nicht, weil er motiviert ist. Reguliert es, weil er's trainiert hat. Dieselbe Trainings-Logik gilt für ein Mitarbeitergespräch, eine harte Verhandlung, eine Krisensitzung am Donnerstagabend um halb neun. Im Coaching lernt der Geschäftsführer, wann sein Körper einen Konflikt vermutet, der real keiner ist. Und wie er das Aktivierungsniveau in Sekunden runterbringt, statt in Stunden. Beim Verlagsmann hat das vier Monate gedauert, bis es im Druck verfügbar war. Vorher konnte er's im Übungsraum, aber nicht im Gefecht. Dass das überhaupt messbar etwas bringt, ist übrigens nicht nur Praxiserfahrung. Anthony Grant von der University of Sydney hat 2009 eine randomisierte kontrollierte Studie mit Executives veröffentlicht. Vier individuelle Coaching-Sitzungen über zehn Wochen haben Goal Attainment, Resilience und Workplace Well-being signifikant erhöht (Grant et al., _Journal of Positive Psychology_, 4(5), 2009). Spätere Meta-Analysen zu psychologisch fundiertem Coaching zeigen Effektstärken von g = 1.29 für Goal Attainment, das ist im sozialwissenschaftlichen Kontext halt aussergewöhnlich hoch. Atul Gawande, Chirurg in Boston, hat 2011 im New Yorker einen ganzen Artikel darüber geschrieben, warum sogar Spitzenkönner einen Coach brauchen. Sein Kernsatz: „Coaching done well may be the most effective intervention designed for human performance.“ (Gawande, _Personal Best_, The New Yorker, 2011). Gawande war Chirurg, der auf höchstem Niveau operierte. Nicht jemand, der was lernen musste. Jemand, der das Lernen nicht mehr alleine schaffte. ## Akt zwei: Was nach vier Monaten passiert ist Im vierten Monat hatte er das erste Gespräch mit dem Bereichsleiter, das er ein halbes Jahr lang aufgeschoben hatte. Ich hab' ihn die Woche danach in der Sitzung gefragt, wie's gelaufen ist. Antwort: „Nicht so wie geplant. Aber geführt. Und ich konnte danach durchatmen.“ Was er konkret gemacht hat: Er hat das Gespräch nicht in seinem Büro angesetzt. Das wär' ihm zu förmlich gewesen, und Förmlichkeit zieht bei ihm halt die Schultern hoch. Stattdessen Konferenzraum drei, neutraler Boden. Hat angefangen mit einem Satz, den wir in der Sitzung davor gemeinsam formuliert hatten, sinngemäss: „Ich muss etwas mit dir besprechen, das ich zu lang vor mir hergeschoben hab. Ich erkläre dir gleich auch, warum.“ Dann hat er den Konflikt benannt. Dann hat der Bereichsleiter etwas gesagt, mit dem er nicht gerechnet hatte. Dann ist das Gespräch in eine Richtung gelaufen, die er nicht geplant hatte. Genau das ist der Punkt, an dem Aussenstehende oft das Falsche erwarten. Nicht jedes Mitarbeitergespräch wird elegant. Nicht jeder Konflikt wird gelöst. Nicht jede Sitzung läuft sauber. Was sich verändert hat, ist eher die Verfügbarkeit. Skills, die unter Druck abrufbar sind. Nervensystem, das in Sekunden statt in Stunden runterkommt. Identität, die das Hidden Competing Commitment nicht mehr unbewusst bedient, sondern bewusst in eine Form gegossen hat, die funktioniert. Heute, sechs Monate nach Start, sind Mitarbeitergespräche in seinem Kalender, die er vor einem Jahr drei Wochen vor sich hergeschoben hätte. Werden auch geführt, das ist der Teil, der zählt. Seine Frau hat's als Erstes bemerkt, dann hat es auch das Team gemerkt. Die Zahlen sind irgendwann auch gefolgt, aber an denen messe ich diese Arbeit eigentlich nicht. Sie misst sich daran, ob ein Klient zugreifen kann, wenn es zählt. Damit du abrufst, was da ist, wenn es zählt. Das ist kein Marketing-Versprechen, sondern die operative Definition meiner Arbeit. ## Die eine Frage, die du dir nach dem nächsten harten Tag stellen kannst Werd' oft gefragt, wie man als Unternehmer entscheidet, ob man im Business Coaching oder im Mental Coaching besser aufgehoben wäre. Sauberen Test gibt's nicht. Aber eine Frage, an der sich's verlässlich diagnostizieren lässt: Wenn du heute, an einem normalen Dienstag mit einem normalen Arbeitspensum, einen Körper-Marker hattest. Magen, Kiefer, Brust, Atmung. Und gleichzeitig deine Werkzeuge eigentlich gesessen hätten, die du dir längst angeeignet hast. Auf welcher Schicht lag das Problem? Wenn die Antwort „im Werkzeugkasten“ lautet, ist Business Coaching der richtige Schritt. Wenn die Antwort „irgendwo darunter“ lautet, sitzt du in der mentalen Coaching-Arbeit besser. Wenn du es nicht weisst, dann wahrscheinlich auch. Mental Coaching für Unternehmer in Zürich ist nicht das Premium-Produkt für die, denen Business Coaching nicht reicht. Es ist die Coaching-Form, die an einem anderen Punkt ansetzt. Wer da steht, wo der Verlagsmann stand, gehört dahin. Wer noch im Skills-Aufbau ist, eher woanders hin. Das ist die ehrlichste Diagnose, die ich für ein Analysegespräch anbieten kann. ## Häufige Fragen zu Mental Coaching für Unternehmer ### Was ist Mental Coaching für Unternehmer? Mental Coaching für Unternehmer arbeitet an Persönlichkeits-Traits, Identität und Nervensystem-Regulation. Es setzt dort an, wo Business Coaching strukturell aufhört: nicht bei den Skills, sondern bei dem, was im Druck verhindert, dass Skills überhaupt abgerufen werden können. Drei Schienen typischerweise: wissenschaftliches Profiling, Identitäts- und Verhaltensarbeit, Nervensystem-Training. Die Arbeit dauert im Schnitt drei bis sieben Sitzungen über drei bis sechs Monate, je nachdem wie tief die Muster sitzen. Ungefähr vierzig Prozent meiner Klienten kommen bereits mit Business-Coaching-Erfahrung. Das deutet meistens darauf hin, dass die Skills-Schicht abgearbeitet ist und das Eigentliche eine Ebene tiefer liegt. ### Mental Coaching vs. Business Coaching: Wo ist der Unterschied? Business Coaching arbeitet auf der Skills- und Verhaltens-Ebene mit Werkzeugen, Strukturen und Prozessen. Die Leitfrage lautet: „Was sollst du tun?“. Mental Coaching beginnt eine Schicht tiefer, an Identität und Nervensystem. Die Leitfrage lautet: „Warum kannst du nicht, was du längst weisst?“. Robert Kegan von Harvard nennt das Phänomen Immunity to Change: verstecktes Gegenkommitment, das als psychologisches Immunsystem den gewollten Wandel blockiert. Skills-Training adressiert das nicht. Beide Coaching-Formen sind sauber. Sie adressieren halt andere Probleme. Das eine ersetzt nicht das andere, sie bauen aufeinander auf. ### Ist Mental Coaching dasselbe wie Therapie? Nein, die beiden Disziplinen sind sauber getrennt. Therapie behandelt Schaden, oft mit Bezug zur Lebensgeschichte, und sie ist heilungs-orientiert und arbeitet mit klinischen Diagnosen. Mental Coaching für Unternehmer arbeitet dagegen mit der stabilen Gegenwarts-Persönlichkeit, also mit Traits, aktuellen Verhaltens-Mustern und Nervensystem-Zustand unter Druck. Das ist trainings-orientiert, nicht heilungs-orientiert. Wer in einem klinisch relevanten Zustand ist, gehört nicht ins Coaching, sondern in fachärztliche oder therapeutische Hände. Diese Linie halte ich im Analysegespräch sauber. Wenn ich merke, dass jemand therapeutische Begleitung braucht, sage ich das direkt und vermittle entsprechend weiter. ### Wann brauche ich Mental Coaching statt Business Coaching? Wenn deine Werkzeuge sitzen und das Verhalten im Druck trotzdem nicht abrufbar ist. Wenn ein Körper-Marker da ist, den du nicht wegerklären kannst, wie Schlaf, Magen, Kiefer, Atmung. Wenn sich dasselbe Konflikt-Muster mit verschiedenen Personen wiederholt. Wenn deine Selbstbeschreibung nicht mehr zum aktuellen Erleben passt und du dich öfter dabei ertappst, das Wort „eigentlich“ zu verwenden. Wer schon eines oder zwei klassische Business-Coachings hinter sich hat und merkt, dass die Anspannung trotzdem geblieben ist, sitzt mit hoher Wahrscheinlichkeit im Mental Coaching besser. Die vier Fragen aus dem Artikel sind ein erster Selbstcheck dazu. ### Wie läuft Mental Coaching für Unternehmer in Zürich konkret ab? Es beginnt mit einem Analysegespräch zur Standortbestimmung. Innerhalb der ersten zwei oder drei Sitzungen kommt das wissenschaftliche Persönlichkeits-Profiling als Auswertungs-Anker. Daraus entstehen parallel ein Verhaltens-Trainingsplan und das Nervensystem-Training. Sitzungen finden vor Ort in Zürich statt oder per Video, wobei ich für die ersten Sitzungen Präsenz empfehle, weil körperliche Signale dann besser erkennbar sind. Die Begleitung dauert üblicherweise drei bis sieben Sitzungen, verteilt über drei bis sechs Monate. Erfolgsmessung passiert über konkrete Verhaltens-Marker, nicht über Self-Report-Fragebögen. ## Weiterführende Artikel * [Burnout bei Führungskräften: Die 7 Phasen erkennen, bevor es zu spät ist](/burnout-praevention-die-7-stufen-eines-burnouts/) * [Schwierige Gespräche in der Führung: Warum man sie nicht aufschieben sollte](/schwierige-gespraeche-fuehrung-kmu/) * [Die Illusion der Kontrolle in der Führung](/illusion-der-kontrolle-fuehrung/) _Wenn dich das interessiert, buch Dir hier unten gerne einen Termin für ein erstes Gespräch._ ## Referenzen Gawande, A. (2011, 3. Oktober). _Personal Best: Top athletes and singers have coaches. Should you?_ The New Yorker. URL: [https://www.newyorker.com/magazine/2011/10/03/personal-best](https://www.newyorker.com/magazine/2011/10/03/personal-best) _Zusammenfassung: Gawande, Chirurg in Boston, beschreibt aus eigener Erfahrung, warum selbst Spitzenkönner regelmässig Coaching brauchen, um aus einem Leistungs-Plateau wieder herauszukommen. Coaching wird in dem Artikel als möglicherweise wirksamste Performance-Intervention überhaupt eingeordnet._ Grant, A. M., Curtayne, L., & Burton, G. (2009). Executive coaching enhances goal attainment, resilience and workplace well-being: a randomised controlled study. _Journal of Positive Psychology, 4_(5), 396–407. URL: [https://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/17439760902992456](https://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/17439760902992456) _Zusammenfassung: Erste randomisierte kontrollierte Studie mit externem Executive Coaching im öffentlichen Sektor. Vier individuelle Coaching-Sitzungen über zehn Wochen, plus 360-Grad-Feedback und ein halbtägiger Leadership-Workshop, haben Goal Attainment, Resilience und Workplace Well-being im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant erhöht. Spätere Meta-Analysen replizieren das mit hohen Effektstärken (g = 1.29 für Goal Attainment)._ Kegan, R., & Lahey, L. L. (2009). _Immunity to Change: How to Overcome It and Unlock the Potential in Yourself and Your Organization._ Boston: Harvard Business Review Press. _Zusammenfassung: Kegan und Lahey beschreiben, warum erklärte Veränderungsziele bei intelligenten und motivierten Menschen so oft scheitern. Ihre Antwort: Hidden Competing Commitments, also unbewusste Gegen-Verpflichtungen, die als psychologisches Immunsystem den gewollten Wandel blockieren. Das Konzept liefert den Begriff für genau die Tiefen-Lücke, die im Mental Coaching adressiert wird._ McCrae, R. R., & Costa, P. T. (2008). _The Five-Factor Theory of Personality._ In O. P. John, R. W. Robins, & L. A. Pervin (Eds.), _Handbook of Personality: Theory and Research_ (3rd ed.). New York: Guilford Press. _Zusammenfassung: Übersichtskapitel zur Big-Five-Trait-Theorie. Belegt anhand jahrzehntelanger Längsschnittforschung, dass Persönlichkeits-Traits ab dem dreissigsten Lebensjahr ziemlich stabil bleiben. Grundlage für die Coaching-Position, dass Traits nicht „umoperiert“ werden, sondern bewusst gemacht und in tragfähige Verhaltensstrukturen überführt werden._ Porges, S. W. (2011). _The Polyvagal Theory: Neurophysiological Foundations of Emotions, Attachment, Communication, and Self-Regulation._ New York: W. W. Norton. _Zusammenfassung: Polyvagal-Theorie als neurophysiologisches Modell des autonomen Nervensystems. Zeigt, wie Vagustonus und sympathische Aktivierung Verhalten, Lernen und Selbstregulation unter Druck steuern. Grundlage für die Nervensystem-Schiene im Mental Coaching._ --- ## Warum das Jahresendgespräch schon im Januar scheitert - URL: https://raypopoola.com/jahresziele-mitarbeitergespraech-scheitert/ - Rubrik: Leadership - Autor: Ray Popoola - Veröffentlicht: 2026-05-04 Jahresziele scheitern meist im Januar, nicht im Dezember. Wer nach der Zieldefinition nichts aufschreibt, beurteilt zwölf Monate nach den letzten Wochen. Im Oktober macht Ursula die Jahresziele im Mitarbeitergespräch zum Thema. Nicht zum ersten Mal. Sie ist die HR-Leitung und ihr ist es wichtig: das muss gemacht werden. Der Geschäftsführer Oscar (Name geändert) drückt sich darum. Nicht weil ihm seine Leute egal wären. Sondern weil er nicht weiss, was er sagen soll. ## Warum der Geschäftsführer das Gespräch lieber absagen würde Der Termin steht seit Wochen im Kalender. Zweimal war er schon verschoben worden. Was der Geschäftsführer hat: ein diffuses Bild. Zusammengesetzt aus den letzten paar Wochen. Ein Projekt, das sich gezogen hat. Eine Präsentation, die überraschend gut war. Ein Mitarbeiter, der im November merklich weniger präsent war, irgendwie. Davor liegen knapp zehn Monate, die im Nebel unzähliger Besprechungen, Diskussionen und erfolgreicher Projekte verschwimmen. Man hatte im Januar Jahresziele im Mitarbeitergespräch definiert, oder eher das, was man von den Mitarbeitenden erwartet. Sie haben genickt. Nicht im Sinne eines Konsenses, eher im Sinne einer Auftragsverteilung. Dann ist der Alltag weitergegangen. Im Dezember sitzt man also zusammen. Die HR-Leitung hat die Struktur, die Fragen, die Liste mit den Zielen von Anfang Jahr. Alles vorbereitet. Man redet. Man nickt. Man geht wieder raus. Und trotzdem verlassen die Mitarbeitenden den Raum mit einem Gesicht, das nicht nach Gespräch aussieht. Eher nach Benotung. Was mir daran auffällt, wenn ich solche Situationen begleite: alle wissen es irgendwie. Der Geschäftsführer, die HR-Leitung, die Mitarbeitenden, aber es wird von niemandem ausgesprochen. Man macht das Gespräch, weil man es machen muss. Und man tut dann so, als wäre es das, was es sein sollte. Das Problem liegt aber nicht im Gespräch selbst. Es liegt in dem, was im Januar nicht passiert ist. Wer das Gespräch mehrfach verschiebt, folgt einem Muster, das beim [Aufschieben schwieriger Gespräche](/warum-man-schwierige-gespraeche-nicht-aufschieben-sollte/) beginnt, und das Jahresendgespräch ist nur sein lautester Ausdruck. ## Das Vakuum zwischen Januar und Dezember Wenn niemand dokumentiert, dominieren die letzten vier bis sechs Wochen das Gesamturteil. Das ist kein Charakterfehler des Vorgesetzten oder der Mitarbeitenden. Es ist, wie das Gedächtnis unter Informationsmangel funktioniert. **Recency Bias:** Die systematische Übergewichtung von aktuellen Ereignissen gegenüber allem, was weiter zurückliegt. Für die Jahresziele im Mitarbeitergespräch bedeutet das: Man beurteilt zwölf Monate Arbeit auf Basis der letzten sechs Wochen. Nicht weil man es so will. Sondern weil man sonst nichts hat. Ein Mitarbeiter, der einen schlechten zehnten Monat hatte, wird im Dezember als Schwächerer erlebt, auch wenn er in den Monaten drei bis acht ausserordentlich geliefert hat. Weil Monat zehn erinnert wird. Der Rest ist weg. Dazu kommt **Confirmation Bias:** Wer bereits ein Gefühl über eine Person hat, findet in seiner Erinnerung Belege dafür. Ohne Aufzeichnungen ist das Jahresgespräch dann keine Faktenprüfung, eher eine Bestätigung der eigenen Meinung. In formaler Umgebung, mit Zielliste auf dem Tisch. Naja. Die HR-Leitung macht in diesem System eigentlich alles richtig. Sie sorgt für Struktur, besteht auf dem Termin, stellt die richtigen Fragen. Und es funktioniert trotzdem nicht. Locke und Latham haben 1990 (und nochmal 2002) gezeigt, dass Zielbindung eine eigenständige Variable ist. Nicht die Qualität der Zielformulierung entscheidet über das Commitment. Es ist die kontinuierliche Rückkopplung zwischen dem Ziel und dem tatsächlichen Verhalten. Jährlich ist keine Rückkopplung. Das ist Dokumentenübergabe. Dieses Prinzip gilt auch beim [Delegieren in der Führung](/delegieren-lernen-fuehrung-coaching/): Wer Aufgaben übergibt, ohne regelmässig nachzufassen, verliert den Faden – genau wie hier. ## Wenn Jahresziele im Mitarbeitergespräch nur auf dem Papier stehen Das Gespräch heisst Zielvereinbarung. Aber vereinbart wird eigentlich nichts. Der Geschäftsführer legt die Richtung fest. Die Mitarbeitenden nicken. Das ist nicht Konsens – das ist Hierarchieverhalten. In einem System ohne echten Konsensraum nicken Menschen, weil Widerspruch sozial teurer ist als Schweigen. Man nickt nicht, weil man überzeugt ist. Man nickt, weil die Frage so gestellt wird, dass eine andere Reaktion keine sinnvolle Option wär’. Was die Mitarbeitenden in dieser Firma am Jahresanfang erhalten haben, war eine Auftragsverteilung. Die Form stimmt: Gespräch, Ziele, Unterschrift. Der Inhalt fehlt. Kein Raum für Einwände, keine gemeinsam entwickelten Prioritäten, kein Moment, in dem man die Mitarbeitenden tatsächlich gefragt hätte, was sie sich für das Jahr vornehmen würden. Wobei man das fair auch andersherum betrachten kann: In vielen KMUs sind die Spielräume für echte Mitgestaltung schlicht enger, als Führungsliteratur gerne annimmt. Das ändert aber nichts am Mechanismus. Deci und Ryan beschreiben in ihrer Self-Determination Theory, was für echtes Commitment notwendig ist: Autonomie als Voraussetzung für intrinsische Motivation. Wer Ziele zugewiesen bekommt, kann sie erfüllen. Aber er besitzt sie nicht. Der Unterschied zwischen «ich erledige diese Aufgabe» und «ich will dieses Ergebnis» ist keine sprachliche Unschärfe. Und weil das Nicken keine Bindung erzeugt, ist der Mitarbeiter beim Jahresgespräch im Dezember nicht in der Position jemandes, der über seine eigene Leistung spricht. Er ist in der Position jemandes, der benotet wird. Das sind zwei verschiedene Gesprächsdynamiken. Alle Beteiligten wissen, welche Version gerade stattfindet, auch wenn niemand es ausspricht. ## Was fünf Minuten pro Monat tatsächlich verändern Die Lösung ist keine bessere Gesprächsmethodik. Keine neue HR-Software, kein Quartalsgespräch, das den Kalender noch mehr verstopft. Es braucht eine kurze Notiz pro Mitarbeiter. Einmal im Monat. Was lief gut? Was lief nicht? Was hat sich verändert im Verhältnis zu den Zielen vom Januar? Das ist die ganze Methode. Eine Zeile in der Kalendernotiz reicht, oder eine Excel-Zeile, wenn man’s etwas strukturierter mag. Was das verändert: Der Geschäftsführer öffnet im Dezember seinen Laptop, schaut in die Notizen, und hat auf einmal Substanz. Keine bruchstückhaften Erinnerungsfragmente der letzten Monate. Die HR-Leitung bekommt eine echte Datenbasis. Und die Mitarbeitenden (das ist der Teil, der am meisten vergessen wird) können auf Augenhöhe teilnehmen, wenn sie selbst wissen, was über das Jahr gelaufen ist. Einfach klingt das. Ist’s auch. Und trotzdem macht es kaum jemand systematisch. Vielleicht weil es bedeutet, im Januar eine Entscheidung zu treffen, die man die nächsten elf Monate einhalten muss. Nicht als grosse Verpflichtung – fünf Minuten. Aber jeden Monat. Der erste Monat ist der schwerste, weil er der einzige ist, für den man noch keine Gewohnheit hat. Ob’s eine einfachere Version davon gibt? Wahrscheinlich nicht. Wenn beide Seiten Aufzeichnungen führen, verändert sich die Gesprächsdynamik. Keine Benotung mehr. Ein Abgleich. Zwei Perspektiven auf dieselben zwölf Monate, beide mit konkreten Daten. Das ist der Unterschied. ## Wer im Januar anfängt aufzuschreiben Es lohnt sich, den Termin nochmal aufzumachen. Nicht den im Dezember, sondern den im Januar. Den nach der Zieldefinition. Und sich zu fragen: Was ist da passiert? Wer hat was aufgeschrieben? In den meisten KMUs ohne eigene HR-Abteilung lautet die Antwort: niemand. Der Geschäftsführer nicht, weil der Alltag sofort weitergeht. Die Mitarbeitenden nicht, weil niemand erklärt hat, dass das ihre Aufgabe wär’. Die HR-Leitung hat die Zieldokumentation archiviert, aber nicht als Arbeitsdokument behandelt, das monatlich berührt wird. Was bleibt, wenn elf Monate vergehen ohne eine einzige Notiz, ist nicht das Ergebnis von zwölf Monaten Arbeit. Es ist das Ergebnis der letzten sechs Wochen davon. Jeder Beteiligte spürt es im Gespräch. Aber es wird nicht ausgesprochen. Was auf Dauer mit einer Führungskraft passiert, die diese Spannung Jahr für Jahr trägt, ohne sie aufzulösen, zeigen die [sieben Phasen des Burnouts bei Führungskräften](/burnout-praevention-die-7-stufen-eines-burnouts/). Beim nächsten Jahresendgespräch werden wieder Jahresziele im Mitarbeitergespräch abgehakt. Die HR-Leitung wird die Struktur haben. Der Geschäftsführer wird sich durchringen, nicht zu verschieben. Die Mitarbeitenden werden nicken. Bis einer von ihnen im Januar anfängt aufzuschreiben. Und dann ein zweiter. Und dann irgendwann auch der Geschäftsführer, nicht weil eine neue HR-Methode eingeführt wurde, sondern weil das Dezember-Gespräch im Jahr davor zum ersten Mal nach einem echten Gespräch geklungen hat. Ob’s für jedes KMU und jede Konstellation funktioniert, weiss ich nicht. In der Firma mit Ursula und Oscar hat es funktioniert, und der Grund war nicht die neue Methode, sondern der Entscheid, im Januar anzufangen. Aber die Frage, wer anfängt aufzuschreiben, stellt sich kein System von selbst. Wenn Du das in Deinem Unternehmen angehen möchtest, [vereinbare ein kostenloses Analysegespräch](/business-leadership-coaching/#termin). ## Häufige Fragen zu Jahreszielen im Mitarbeitergespräch ### Was bedeutet Recency Bias beim Mitarbeitergespräch? Recency Bias bezeichnet das Phänomen, dass Erinnerungen aus den letzten Wochen das Gesamturteil überproportional stark beeinflussen. Beim Mitarbeitergespräch bedeutet das: Wer keine monatlichen Notizen führt, beurteilt zwölf Monate Arbeit auf Basis der letzten vier bis sechs Wochen. Das ist kein Charakterfehler des Vorgesetzten, es ist, wie das Gedächtnis unter Informationsmangel funktioniert. ### Für wen ist das Jahresgespräch im KMU besonders problematisch? Besonders schwierig wird das Jahresgespräch, wenn keine regelmässige Dokumentation zwischen den Gesprächen stattfindet, was in KMU ohne eigene HR-Abteilung der Normalfall ist. Die Führungskraft hat keine strukturierte Datenbasis, der Mitarbeiter hat keine eigene Aufzeichnung seiner Leistung. Das Gespräch wird zur Benotung statt zur gemeinsamen Reflexion. ### Wie oft sollte man Stichpunkte zu Mitarbeiterzielen machen? Einmal pro Monat reicht. Keine Software, kein HR-Tool notwendig. Eine kurze Notiz pro Mitarbeiter gegen die vereinbarten Ziele: Was lief gut? Was lief nicht? Was hat sich verändert? Fünf Minuten pro Monat ergeben im Dezember elf Datenpunkte, statt dem Gedächtnis der letzten Wochen. ### Was ist der Unterschied zwischen einer Zielvereinbarung und einer Auftragsverteilung? Eine Zielvereinbarung entsteht im Dialog, der Mitarbeiter hat Einfluss auf die Ziele, kann Bedenken einbringen, entwickelt ein eigenes Commitment. Eine Auftragsverteilung sieht aus wie eine Zielvereinbarung: Gespräch, Ziele, Nicken. Aber ohne echten Konsensraum ist das Nicken Hierarchieverhalten, keine Zustimmung. Locke und Latham zeigen: Zielbindung entsteht nur, wenn das Ziel als erreichbar und sinnvoll erlebt wird, und wenn die Person es mitentwickelt hat. ## Weiterführende Artikel - [Delegieren lernen in der Führung: Warum Coaching an der Wurzel ansetzt](/delegieren-lernen-fuehrung-coaching/) - [Burnout bei Führungskräften: Es sind immer 7 Phasen](/burnout-praevention-die-7-stufen-eines-burnouts/) - [Warum man schwierige Gespräche nicht aufschieben sollte](/warum-man-schwierige-gespraeche-nicht-aufschieben-sollte/) ## Referenzen Locke, E. A. & Latham, G. P. (1990). _A theory of goal setting and task performance._ Prentice Hall. Locke, E. A. & Latham, G. P. (2002). Building a practically useful theory of goal setting and task motivation: A 35-year odyssey. _American Psychologist, 57_(9), 705–717. [https://doi.org/10.1037/0003-066X.57.9.705](https://doi.org/10.1037/0003-066X.57.9.705) Deci, E. L. & Ryan, R. M. (1985). _Intrinsic motivation and self-determination in human behavior._ Plenum. Erweiterung: Deci, E. L. & Ryan, R. M. (2000). The «what» and «why» of goal pursuits: Human needs and the self-determination of behavior. _Psychological Inquiry, 11_(4), 227–268. --- ## Flow-Modell im Sport: Was wirklich funktioniert - URL: https://raypopoola.com/flow-modell-im-sport/ - Rubrik: Sport - Autor: Ray Popoola - Veröffentlicht: 2026-04-30 · Aktualisiert: 2026-05-27 Das Flow-Modell zeigt: Flow entsteht aus drei Bedingungen, nicht aus Atemtechnik. Was eine Schweizer Fechterin lernte, als sie Flow erzwingen wollte. Dieser Artikel vertieft die Anwendung des Flow-Modells im Sport. Für die allgemeine Erklärung des Modells nach Csikszentmihalyi (mit 8 Zonen und Diagramm) siehe [Flow-Modell nach Csikszentmihalyi erklärt](/state-of-mind-mit-flow-zur-hoechstleistung-im-wettkampf/). Eine Klientin von mir (Fechterin, Top-Tier in der Schweiz, Florett) kommt nach einem Wettkampf ins Coaching und erzählt von etwas, für das sie keinen richtigen Namen hat. In den letzten Gefechten der Direktausscheidung, sagt sie, sei die Zeit langsamer gelaufen. Nicht ein bisschen. Spürbar. Sie habe den Angriff der Gegnerin gesehen, bevor er richtig begonnen hatte. Welcher Stoss. Welche Linie. Sie habe nicht reagieren müssen, sie sei einfach schon dort gewesen. Das ist Flow. Genau das, was das Flow-Modell beschreibt. Und sie war drin. Drei Wochen später, anderer Wettkampf, gleiches Niveau. Im After Action Review nach dem Aus erzählt sie mir: Sie habe in jedem Gefecht versucht, den Zustand zurückzuholen. Atemübung vor der Bahn. Die Konzentrations-Routine, die wir installiert hatten. Den ganzen Werkzeugkasten. Sie sei während der Gefechte immer wieder bei dem Gedanken gewesen "wie komm' ich jetzt da rein". Im Viertelfinale war Schluss. Fünfte. Genau das ist die Falle, in die fast jeder Athlet mindestens einmal läuft. Du erlebst Flow das erste Mal. Ab dem Moment willst du wissen, wie du ihn wieder herstellst. Du suchst den Knopf. Den gibt's nicht. Roger Federer hat es 2020 in einem Interview so beschrieben: „When I am in the zone, everything for me happens in slow motion, and for my opponent, everything happens in real time. You almost feel like you have more time.“ Federer kann das beschreiben. Was er nie beschrieben hat: wie er da hinkommt. Weil er das auch nicht weiss. Niemand weiss das. Das Flow-Modell, das Csikszentmihalyi 1990 formuliert hat, sagt nicht "so machst du Flow". Es sagt: unter welchen Bedingungen kann er entstehen. Drei sind es. Wenn die nicht stimmen, hilft kein Atemprotokoll. Wenn sie stimmen, kann es passieren – kann, nicht muss. Dieser Artikel sortiert, was sich beim Flow tatsächlich beeinflussen lässt und was nicht. Mit der Fechterin als rotem Faden, weil ihre Geschichte beides zeigt: was greift, und was nicht greift, wenn man's erzwingen will. ## Was Flow nicht ist Flow ist Absorption in das, was du gerade tust. Die Zeit verzerrt sich, die Anstrengung wird unsichtbar, obwohl du körperlich am Limit bist. Csikszentmihalyi hat den Begriff geprägt, vor über dreissig Jahren, in seinem Buch über optimales Erleben. Was [Sportmentaltraining](/was-ist-sportmentaltraining/) damit zu tun hat: Flow ist kein Technik-Werkzeug, das du einsetzt. Er ist ein Zustand, dessen Bedingungen du verstehen kannst. Was meine Fechterin nach dem ersten Wettkampf beschrieben hat, deckt sich exakt mit seiner Definition. Sie hat das Konzept nicht gekannt. Sie hat den Zustand erlebt. Was Flow nicht ist: ein Entspannungszustand. Das ist der Mythos, den ich in der Praxis am häufigsten korrigieren muss. Athleten kommen und sagen, sie hätten gehört, Flow käme über Atmung und Loslassen. Bringt nichts, wenn die Bedingungen nicht stimmen. Du kannst körperlich angespannt sein, mit Puls 170 in einer Direktausscheidung auf 15, und mitten im Flow stecken. Und du kannst tiefenentspannt im Hotelzimmer liegen und ihm nie näher kommen als ein Stein. Flow ist auch kein Willensakt. Genau das hat meine Fechterin beim zweiten Wettkampf versucht. "Ich will den Zustand wieder", gesagt nicht laut, aber im Kopf, in jeder Pause zwischen den Treffern. Und im selben Moment, in dem sie ihn wollte, war er weg. Beides hängt zusammen. Der Wille zum Zustand ist eine Form von Greifen. Im Flow wird nichts gegriffen. Was Spitzensportler beschreiben können, wenn sie ihn hatten, ist sehr präzise. Federer, Schumacher, Kobe Bryant haben unabhängig voneinander dieselbe Beobachtung gemacht, andere Zeitwahrnehmung, vorausschauendes Sehen, Mühelosigkeit trotz Höchstleistung. Was keiner von ihnen je beschrieben hat: wie er Flow herstellt. Weil das nicht die Frage ist, die sich beantworten lässt. Die Frage, die sich beantworten lässt: was war vorher da? ## Das Flow-Modell kommt mit drei Bedingungen Wenn ich mit der Fechterin zurückgehe an den Tag des ersten Wettkampfs, sehen wir drei Dinge, die zusammenkamen. Sie hat das nicht aktiv gesteuert, aber im Nachhinein lässt es sich auseinandernehmen. Und genau diese Auseinandersetzung ist die Arbeit, die Flow überhaupt anfassbar macht. **Die Aufgabe lag am Rand ihrer Fähigkeit.** Sie hatte Gegnerinnen gegen sich, die sie schlagen konnte – aber nicht automatisch. Jedes Gefecht war wirklich offen. Zu einfach: Langeweile. Weit drüber: Panik, Kontrollverlust. Flow entsteht in dem schmalen Übergangsbereich dazwischen, und der ist enger, als die meisten vermuten. In neun von zehn Coachings, wenn ein Athlet zu mir kommt mit "Ich komm' nicht in den Flow", schau' ich zuerst genau das an. Nicht die Atemübungen. Das Aufgabenniveau. Liegt das, was sie heute trainiert haben, wirklich am Rand ihrer Fähigkeit, oder trainieren sie, was sie eh schon können? Bei der Fechterin am ersten Wettkampftag: Ja. Bei vielen anderen Trainings: nein. **Sie hatte klare Ziele, und zwar im nächsten Schritt, nicht im Endergebnis.** Beim Florett ist das natürlich eingebaut: nächste Touche. Nächste Linie. Nächster Stoss. Sie hat nicht ans Halbfinale gedacht. Sie hat an die nächste Aktion gedacht. Im Training sehe ich oft das Gegenteil: Athleten, denen unklar ist, was sie heute trainieren und woran sie Fortschritt erkennen. Das Gehirn braucht Richtung in jedem Moment, nicht nur einen Plan für die Saison. **Sie bekam direktes Feedback.** Im Florett sofort: Treffer oder kein Treffer, Lampe oder keine Lampe, Position auf der Bahn. Sie wusste in jeder Sekunde, ob sie auf Kurs war. Dieses unmittelbare Signal ist keine Bonus-Bedingung, das ist Voraussetzung. Wer ohne klares Echtzeit-Feedback trainiert, kann sich anstrengen wie er will – Flow entsteht nicht. Das Gehirn braucht etwas, woran es seine eigene Aktion misst. Drei Bedingungen, die zusammen waren. Die Fechterin hat nichts davon bewusst aufgebaut. Sie ist hingefahren, hat gefochten, war drin. Erst beim Erzählen im Coaching haben wir gesehen, was vorher da war. ## Was beim zweiten Wettkampf anders war, und warum Flow kein Knopf ist Beim zweiten Wettkampf kamen die Bedingungen nicht mehr in derselben Konstellation zusammen. Aber das war nicht das eigentliche Problem. Das eigentliche Problem war, dass sie es bemerkt hat, und versucht hat, daran etwas zu drehen. Was sie versucht hat: den Zustand des ersten Wettkampfs herzuholen. Atemübung. Konzentrations-Routine. Die Strategien, die wir vorher installiert hatten. Alles richtig. Alles gleichzeitig falsch, weil der Fokus nicht mehr auf dem Gefecht lag, sondern auf einem Gefühl, das sie wiederhaben wollte. Kobe Bryant hat das in einem Satz festgehalten, der mir im Kopf geblieben ist: "Once you get there, it becomes a matter of understanding that you're there, you accept that you're there, and you don't try to realize that you're there." Auf Deutsch ungefähr: Wenn du da bist, geht's darum, es zu akzeptieren, ohne es festhalten zu wollen. Bryant beschreibt damit dasselbe, was meine Fechterin beim zweiten Wettkampf erlebt hat, nur aus der anderen Richtung. Er hat gewusst, was den Zustand zerstört. Sie hat es lernen müssen. Was kontrollierbar ist und was nicht, diese Linie verläuft genau hier. **Nicht kontrollierbar:** der Flow-Zustand selbst. Das Gefühl der Zeitlupe. Das vorausschauende Sehen. Der Eintritt. Keine Visualisierungsübung erzeugt das. Kein Atemprotokoll. Kein Affirmations-Skript. Das ist kein Pessimismus. Das ist, wie das Modell funktioniert. **Kontrollierbar:** die Bedingungen, unter denen Flow entstehen kann. Aufgabenwahl. Vorbereitung. Ehrliches Feedback im Training. Wo der Fokus liegt, im Prozess oder im Ergebnis. Im Training lässt sich das bewusst aufbauen. Im Wettkampf läuft mehr von aussen. Aber der Unterschied bleibt real: Wer beginnt, indem er "Flow erzeugen" anpeilt, hat das Ziel falsch gesetzt. Wer mit den Bedingungen beginnt, ist auf dem richtigen Weg, auch wenn Flow trotzdem ausbleibt. Noch mal zur Entspannung, weil der Mythos hartnäckig ist: Sie ist keine Bedingung im Flow-Modell. Sie kann förderlich sein. Sie ist kein Hebel. Challenge-Skill-Balance ist ein Hebel. Direktes Feedback ist ein Hebel. Entspannung allein, nein. ## Drei Ansätze, die den Boden bereiten Was ich mit der Fechterin nach dem zweiten Wettkampf gearbeitet habe (und was ich mit fast jedem Athleten arbeite, der diese Erfahrung gemacht hat) sind drei Ansätze. Sie erzeugen keinen Flow. Sie bauen die Bedingungen auf, unter denen er entstehen kann. **Aufgabenwahl bewusst am Rand halten.** Vor jedem Training eine ehrliche Frage: Liegt das, was heute auf dem Plan steht, wirklich am Rand der aktuellen Fähigkeit, oder trainiere ich, was ich eh schon kann? Bei der Fechterin haben wir angefangen, das pro Trainingstag zu protokollieren. Welche Übung war zu einfach. Welche war drüber. Welche war im Übergangsbereich. Das ist keine abstrakte Überlegung. Das ist eine konkrete Entscheidung über den Sparringspartner, das Niveau, die Aufgabe. Die meisten Trainings, in denen Athleten sagen "Flow kommt nie", das waren Trainings im sicheren Bereich. **Feedback-Klarheit vor dem Training definieren, nicht danach.** Vorher: Was zeigt mir in Echtzeit, ob ich auf Kurs bin? Eine technische Messgrösse, ein taktisches Ziel, eine Körperreaktion. Bei der Fechterin: nicht "Habe ich gut gefochten", sondern "War meine Distanz sauber, war mein Auftakt-Tempo da, habe ich auf den dritten Schritt der Gegnerin reagiert oder auf den ersten?". Drei konkrete Marker, die sie in jedem Gefecht checken konnte. Fast jedes Mal, wenn ein Athlet sagt, Flow kommt nicht, hat das Training kein klares Feedback geliefert. Wie soll das Gehirn dann wissen, ob es auf Kurs ist? **Aufmerksamkeit auf den Prozess lenken, nicht aufs Ergebnis.** Das ist der schwerste der drei Ansätze, und der schwerste war auch bei der Fechterin der entscheidende. Wer [mentale Stärke trainieren](/mentale-staerke-trainieren-sport/) will, landet früher oder später bei genau dieser Fähigkeit. Beim ersten Wettkampf hat sie ans nächste Treffer-Manöver gedacht. Beim zweiten hat sie an den Zustand gedacht, und damit ans Ergebnis. Aufmerksamkeitslenkung trainieren ist lernbar, braucht aber echten Druck, nicht nur geschützte Übungssituationen. Im Training mit Sparring-Druck. Im Training mit echtem Ranking-Risiko. Erst dort zeigt sich, ob die Aufmerksamkeit wirklich auf der nächsten Touche bleibt, oder im Kopfkino abdriftet. Drei Ansätze, eine Linie: Sie bauen Voraussetzungen auf. Sie erzeugen keinen Flow. Aber sie erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass er entsteht, wenn die Bedingungen stimmen. ## Wenn Flow ausbleibt: das Flow-Modell als Diagnoseinstrument Das Flow-Modell ist kein Rezept. Es ist ein Diagnoseinstrument. Eines, das nach jedem Training und nach jedem Wettkampf eine sinnvolle Frage stellen lässt. Ausbleibender Flow ist kein Versagen. Er ist Feedback. Welche der drei Bedingungen war heute zu schwach? Für Athleten, die unter Wettkampfdruck regelmässig aus dem Fokus kippen, lohnt sich ein Blick ins [Stress-Playbook für mentale Stärke](/das-stress-playbook-taktiken-fuer-mentale-staerke-im-sport/), dort sind konkrete Taktiken für genau diesen Kontext. Lag die Aufgabe nicht am Rand der Fähigkeit? War das Feedback zu diffus? Oder ist die Aufmerksamkeit zwischendurch ins Ergebnis abgedriftet? Bei meiner Fechterin haben wir aus dem zweiten Wettkampf genau das gemacht, kein Versagen, sondern eine Diagnose. Welche Bedingung war da, welche fehlte, welche war da, ist aber durch das Greifen verlorengegangen. Sie ist beim nächsten Wettkampf nicht in den Flow gekommen. Beim übernächsten schon. Nicht weil sie ihn herbeigeholt hätte, sondern weil sie aufgehört hat, ihn herbeiholen zu wollen, und stattdessen die Bedingungen vorbereitet hat. Flow als Leistungsmesser. Nicht als Ziel. Jedenfalls in meiner Arbeit mit Athleten ist das der grössere Perspektivwechsel. Es lohnt sich, nach dem nächsten Wettkampf eine einzige Frage zu stellen: Welche der drei Bedingungen war heute nicht da? Das Flow-Modell gibt dir den Rahmen für diese Frage. Die Antwort sagt mehr über deinen Trainingsstand als jede Platzierung. ## Häufige Fragen zu Flow im Sport ### Was ist das Flow-Modell im Sport? Das Flow-Modell nach Csikszentmihalyi beschreibt die Bedingungen, unter denen ein Athlet in vollständige Absorption gerät: Zeitverzerrung, Mühelosigkeit, vorausschauendes Sehen. Drei Bedingungen müssen zusammenkommen: Die Aufgabe liegt am Rand der aktuellen Fähigkeit. Du weisst in jedem Moment, was der nächste Schritt ist. Du bekommst sofort Rückmeldung, ob du auf Kurs bist. Fehlt eine davon, kann Flow nicht entstehen. ### Für welche Sportarten ist das Flow-Modell relevant? Für alle, in denen Leistung unter Druck und in Echtzeit stattfindet. Tennis, Fechten, Skifahren, Mannschaftssport, Kampfsport, Radsport. In Einzelsportarten kontrollierst du die Bedingungen mehr selbst. Im Team ist mehr von aussen bestimmt. Die Grundlogik bleibt dieselbe. ### Wie trainiere ich die Bedingungen für Flow? Nicht Flow trainieren, die Bedingungen trainieren. Aufgaben bewusst am Rand der aktuellen Fähigkeit wählen. Vor jedem Training klären, was dir in Echtzeit Feedback gibt. Aufmerksamkeit auf den Prozess lenken, nicht aufs Ergebnis. Klingt simpel. Im echten Wettkampfumfeld ist es das selten. ### Was ist der Unterschied zwischen Flow und Konzentration? Konzentration ist ein Willensakt, du richtest den Fokus aktiv aus. Das kostet Energie. Flow ist der Zustand, in dem Konzentration keine Anstrengung mehr braucht, weil die Bedingungen sie tragen. Konzentration ist eine Fähigkeit. Flow ist ein Ergebnis. ### Kann ich Flow durch Atemübungen erzeugen? Nein. Atemübungen können förderlich sein für die Regulation davor, sie sind aber keine Flow-Bedingung. Eine Athletin, mit der ich gearbeitet habe, hat genau das beim zweiten Wettkampf erlebt: Sie hat alle Atemübungen durchgezogen, und genau dadurch den Zustand verfehlt. Weil der Fokus nicht mehr auf dem Gefecht lag, sondern auf einem Gefühl. ## Weiterführende Artikel * [Stressbewältigung im Sport: Das Stress-Playbook für mentale Stärke](/das-stress-playbook-taktiken-fuer-mentale-staerke-im-sport/) * [Mentale Stärke trainieren im Sport: Was wirklich funktioniert](/mentale-staerke-trainieren-sport/) * [Was ist Sportmentaltraining? Definition, Wirkung und Methoden](/was-ist-sportmentaltraining/) ## Referenzen Csikszentmihalyi, M. (1990). _Flow: The Psychology of Optimal Experience_. Harper & Row. Jackson, S. A., & Csikszentmihalyi, M. (1999). _Flow in Sports: The Keys to Optimal Experiences and Performances_. Human Kinetics. Federer, R. (2020, Juli). Aussage zur Zone beim Schuh-Launch. Tennisworldusa.org. URL: [https://www.tennisworldusa.org/tennis/news/Roger\_Federer/89335/roger-federer-reveals-what-it-means-to-be-in-the-zone-/](https://www.tennisworldusa.org/tennis/news/Roger_Federer/89335/roger-federer-reveals-what-it-means-to-be-in-the-zone-/) Bryant, K. (2015). Aussage zum Flow-Zustand. Grantland Podcast / flowinsport.com. URL: [https://www.flowinsport.com/post/kobe-bryant-flow-state](https://www.flowinsport.com/post/kobe-bryant-flow-state) --- ## Delegieren lernen: Warum Coaching an der Wurzel ansetzt - URL: https://raypopoola.com/delegieren-lernen-fuehrung-coaching/ - Rubrik: Leadership - Autor: Ray Popoola - Veröffentlicht: 2026-04-20 Delegieren lernen in der Führung scheitert selten an der Technik — sondern am Selbstbild. Warum Coaching an der Wurzel ansetzt, am Perfektionismus. Delegieren lernen in der Führung. Ist das eine Technik-Frage? Nicht wirklich. Die meisten Geschäftsführer, die bei uns anklopfen, wissen längst, wie das geht. Sie tun’s trotzdem nicht. Dahinter steckt Perfektionismus, getarnt als Qualitätsanspruch. Und solange das nicht adressiert wird, hilft kein Delegations-Tipp. Ein Beispiel aus dem Alltag. Sonntagabend, kurz nach neun. Auf dem Küchentisch einer Geschäftsführerin liegt der Quartalsbericht. Acht Mitarbeitende, KMU in einer ruhigen Dienstleistungsbranche. Die Assistentin hat einen Entwurf geschrieben. Eigentlich solide und mit ein paar roten Notizen. Und dann (viele Unternehmerinnen und Unternehmer kennen’s) wandert der Entwurf zur Seite. Geht schneller, wenn man’s selbst macht. Wer das Muster unterschätzt, kauft den nächsten Ratgeber und sitzt Tage oder Wochen später wieder am selben Küchentisch. Oder mit anderen Dokumenten, E-Mails und Angeboten, die eigentlich ein Mitarbeiter machen könnte. Im Coaching taucht genau dieses Muster oft genug auf. Warum es in Ratgeberform nicht zu knacken ist, darum geht’s hier. ## Warum Delegieren lernen in der Führung keine Technik-Frage ist Das Internet ist voll mit Listen. Sieben Schritte zur besseren Delegation. Die drei Regeln, die angeblich immer funktionieren. Die zehn Fragen, die man sich stellen soll, bevor man abgibt. Wer es danach immer noch nicht macht, hat kein Wissensproblem. Umsetzung scheitert bei Unternehmerinnen und Unternehmern nie an der Methode. Sie scheitert daran, was man glaubt aufzugeben. Die Frage, wie man eine Aufgabe sauber übergibt, kann jeder in zwanzig Minuten lernen. Warum jemand, der das längst weiss, es trotzdem nicht tut, ist schon eine andere Baustelle. Manchmal auch mehrere Baustellen gleichzeitig, die aufgeräumt werden dürften. Delegieren als Führungskraft ist keine Technik-Frage mehr. Sondern eine an das Selbstbild. An die innere Regel, was „genug gut“ bedeutet. Eine Strategie lässt sich an einem Nachmittag lernen. Ein Selbstbild braucht etwas mehr Zeit. Deshalb gehen die meisten Ratgeber am eigentlichen Hebel vorbei. Sie bearbeiten die Oberfläche. Die Wurzel hat, jedenfalls bei operativ gefangenen Geschäftsführern, einen erstaunlich einfachen Namen. ## Die Wurzel: Perfektionismus als getarnte Selbstdefinition Perfektionismus bei Unternehmerinnen und Unternehmern sieht selten so aus. Er tarnt sich. Als Sorgfalt, als Qualitätsanspruch, als „ich habe halt hohe Standards, ist ja nichts Schlechtes“. An der Oberfläche stimmt das sogar. Hohe Standards gehören zu einem gut geführten Unternehmen. Funktional ist es trotzdem oft was anderes: eine innere Regel, dass nichts abgegeben werden darf, solange es nicht so aussieht wie man will. Und im eigenen Kopf sieht’s, eigentlich immer, sauberer aus als bei anderen. Der Mitarbeiter macht’s anders. Die Assistentin formuliert anders. Die Projektleiterin setzt andere Prioritäten. Jede Abweichung wird im inneren Massstab nicht als legitime Variante registriert. Für die Ursache gibt’s unterschiedliche Theorien. Dann wird Delegation zur Frage, ob man einen Standard senken kann. Meistens kann man’s dann nicht. Weil der Standard an was geknüpft ist, das mit der Arbeit nur am Rand zu tun hat. Selbstwert. Das Gefühl, gebraucht zu werden. Die alte, nie ausgesprochene Überzeugung, dass man nur wertvoll ist, solange man liefert. Und zwar besser als alle anderen im Raum. Irgendwann in einem Coaching-Gespräch kommt die Frage: Wie hätte das Ergebnis denn aussehen müssen, damit’s funktioniert? Dann folgt meist Stille. Weil die ehrliche Antwort wäre: genau so wie im eigenen Kopf. Und das heisst: für jeden anderen unerreichbar. Perfektionismus in der Führung ist damit keine Qualitätsfrage, sondern eine Selbstdefinition im Qualitätsmantel. Solange diese Definition nicht klar wird, gleitet jedes Delegations-Tool daran ab. ## Drei Veränderungen, die im Coaching typischerweise auftreten Wird an der Wurzel gearbeitet statt an der Technik, verändert sich typischerweise dreierlei. Nicht gleichzeitig, nicht bei jedem gleich schnell und auch nicht in sauberer Reihenfolge. Aber konsistent genug, dass das Muster erkennbar wird. Und naja, „dreierlei“ klingt ordentlicher, als es in der Realität abläuft, die Veränderungen überlappen, machen Schleifen, kommen wieder zurück. **Erstens wird die innere Messlatte sichtbar.** Was jahrelang als normaler Qualitätsstandard galt, entpuppt sich als persönliche Regel. Oft mit biografischer Wurzel, die lange vor dem Unternehmen entstanden ist. Ein Vater, der nie zufrieden war. Eine Lehrzeit, in der Fehler teuer wurden. Oder einfach eine Gründungsphase, in der tatsächlich niemand sonst zuverlässig lieferte. Dann wurde aus der Not eine Dauerhaltung. Sichtbar werden heisst aber noch nicht loslassen. Ohne sichtbar zu machen gibt’s aber auch nichts zu lassen. **Dann, und das dauert am längsten, wird abgeben physisch gelernt, nicht argumentativ.** Das ist der eigentliche Hebel. Die [Forschung um Carleton zur Unsicherheitstoleranz](https://doi.org/10.1016/j.janxdis.2016.02.007) zeigt: Verhaltensänderung bei kontrollgetriebenen Mustern gelingt über Exposition, nicht über Einsicht. D.h. das Nervensystem lernt durch Erfahrung. Man kann sich hundert Mal erklären, warum die Mail auch gut genug ist, wenn die Assistentin sie verschickt hat. Solange der Finger jedes Mal vor dem Senden wieder auf „öffnen“ klickt, hat das Gehirn nichts gelernt. Coaching setzt hier an. Kleine, bewusst gewählte Schritte ins Unangenehme. Eine Mail rausgehen lassen, ohne sie nochmal anzufassen. Einen Bericht nicht lesen, bevor er raus ist. Klingt trivial. Ist’s nicht, weil das Unbehagen wahrnehmbar ist. **Irgendwann, oft erst im Rückblick, verändert sich das Selbstbild.** Weg von „ich bin unersetzbar“, hin zu irgendwas in Richtung „ich baue, was ohne mich funktioniert“. Das ist keine Tagline. Eher eine langsame Drift über Monate, die meistens zuerst jemandem im Umfeld auffällt. Der Steuerberater bemerkt eine ruhigere Korrespondenz. Mitarbeitende trauen sich, Entscheidungen zu treffen, ohne vorher zu fragen. Der eigene Kopf braucht meistens am längsten. Ob das bei jedem gleich abläuft? Vermutlich nicht. Wie schnell diese Veränderungen passieren, hängt von Dingen ab, die am Anfang schwer abzuschätzen sind. Vorgeschichte. Auch, wie viel Druck von aussen gerade dazukommt. Und nicht jedes Mal endet es da, wo es begonnen hat. Manchmal klärt sich im Coaching, dass das eigentliche Thema gar nicht Delegieren war. Sondern etwas, das sich dahinter versteckt hat. ## Wann Coaching hilft und wann nicht Coaching funktioniert nicht bei jeder Ausgangslage. Wer keine Prozesse hat, braucht zuerst jemanden, der Prozesse baut. Und keine Coaching-Stunden. An fehlender Struktur arbeitet Coaching nicht, und soll’s auch nicht. Wär’ das falsche Werkzeug. Was es braucht, ist Beratung. Wer sein Selbstbild als unersetzbare Instanz nicht loslassen will (was, nebenbei, eine völlig legitime Entscheidung ist, sofern das überhaupt eine bewusste Wahl ist), soll sich die Investition sparen. Coaching im Thema delegieren lernen als Unternehmer arbeitet genau an dem, was die meisten nicht loslassen wollen. Ohne diese Bereitschaft passiert nichts. Oder nur höflicher Stillstand, was teurer ist als gar nichts. Und wer die Zeit dafür grad nicht hat? Auch legitim. Dann halt später. Coaching arbeitet an dem, was unter der Technik liegt. Das ist seine Stärke. Und genau das braucht Zeit. ## Eine Frage, die Unternehmer sich selten stellen Es gibt eine Frage, die Unternehmerinnen und Unternehmer sich selten stellen. Sie ist unangenehm, weil sie das Team nicht prüft. Sondern die eigene Rolle. Wenn das Unternehmen morgen vierzehn Tage ohne Chef oder Chefin laufen müsste, was würde zuerst liegenbleiben? Und was sagt das über jemanden aus, der gerade den Quartalsbericht am Küchentisch schreibt? Im Kopf da oben, wo „nur ich kann das richtig“ noch immer leise mitläuft? Die Antwort gehört in die eigene Überlegung. Nicht in einen Blogartikel. Am besten irgendwann zwischen Dienstag und Donnerstag, wenn der Alltag laut genug ist, dass die Frage nicht einfach wieder verschwindet. Wer mit solchen Überlegungen nicht allein bleiben will, findet über ein [kostenloses Analysegespräch](/business-leadership-coaching/#termin) einen ersten Einstiegspunkt. ## Häufige Fragen zu Delegieren lernen als Führungskraft ### Warum funktionieren Delegations-Tipps bei vielen Geschäftsführern nicht? Weil Delegieren bei jemandem, der es intellektuell längst kann und trotzdem nicht tut, kein Technik-Problem ist. Es ist ein Selbstbild-Problem. Tipp-Artikel arbeiten an der Oberfläche. Die Wurzel liegt tiefer, meist beim Perfektionismus, der sich als Qualitätsanspruch tarnt. Solange die innere Regel nicht sichtbar ist, helfen auch die besten Checklisten nicht. ### Was unterscheidet Coaching von einem Delegations-Seminar? Ein Seminar vermittelt Methodik. Coaching arbeitet an der inneren Regel, die das Abgeben blockiert. Eine Methode lässt sich in einem Nachmittag lernen. Ein Selbstbild verändert sich nicht durch Erklärung, sondern durch Exposition, kleine Schritte ins Unangenehme, wiederholt, über Monate begleitet. ### Wie lange dauert es, bis Delegation wirklich funktioniert? In seriösen Coaching-Prozessen spricht man typischerweise von mehreren Monaten, nicht Wochen. Das Nervensystem lernt durch Erfahrung, nicht durch Einsicht. Es ist so einfach wie Fahrrad fahren, aber braucht doch Zeit, bis man es kann. ### Wann bringt Coaching beim Delegieren nichts? Wenn keine Prozesse vorhanden sind, dann braucht’s zuerst Struktur. Oder wenn die Bereitschaft fehlt, nicht mehr die wichtigste Person im eigenen Unternehmen zu sein. Das ist eine legitime Entscheidung, aber dann ist Coaching das falsche Werkzeug. ### Was ist der Unterschied zwischen Perfektionismus und Qualitätsanspruch? Qualitätsanspruch lässt sich definieren, wenn jemand anderes es gut macht. Perfektionismus nicht, da findet sich immer ein Grund, warum es nicht reicht. Wer konsequent korrigiert, obwohl das Ergebnis objektiv funktionieren würde, hat eher einen Perfektionismus-Reflex als einen Qualitätsanspruch in der Führung. **Weiterführende Artikel** * [Strategische Führung im KMU: Der Flaschenhals-Effekt](/strategische-fuehrung-kmu-flaschenhals/), der Unternehmer als Engpass * [Delegation lernen: Das Regisseur-Prinzip](/delegation-lernen-regisseur-prinzip/), wenn die Technik reicht * [Perfektionismus in der Führung](/perfektionismus-fuehrung-team/): Perfektionismus auf Team-Ebene * [Illusion der Kontrolle in der Führung](/illusion-der-kontrolle-fuehrung/), der nahe Verwandte ## Referenzen Carleton, R. N. (2016). Into the unknown: A review and synthesis of contemporary models involving uncertainty. _Journal of Anxiety Disorders, 39_, 30–43. [DOI: 10.1016/j.janxdis.2016.02.007](https://doi.org/10.1016/j.janxdis.2016.02.007) *Zusammenfassung: Die Arbeit fasst zusammen, wie Unsicherheitstoleranz Vermeidungs- und Kontrollverhalten steuert. Verhaltensänderung gelingt primär über Exposition (wiederholte Erfahrung in unsicheren Situationen) nicht über kognitive Erklärung oder Einsicht. Relevant für Coaching-Prozesse, in denen Perfektionismus funktional als Unsicherheits-Regulation wirkt.* --- ## Sportpsychologie vs. Sportmentaltraining: Was passt zu dir? - URL: https://raypopoola.com/sportpsychologie-vs-sportmentaltraining/ - Rubrik: Sport - Autor: Ray Popoola - Veröffentlicht: 2026-04-19 Sportpsychologie ist die Wissenschaft, Sportmentaltraining die Praxis. Dieser Artikel sortiert die Unterschiede und gibt dir einen Entscheidungsrahmen. Sportpsychologie ist die Wissenschaft. Sportmentaltraining ist die Praxis. Beide wollen dasselbe, dass du im Wettkampf abrufst, was im Training drin ist. Die Frage ist nicht, welche Disziplin besser ist. Sondern welche zu dir passt. Dienstagabend, kurz nach acht. Eine Trainerin ruft an. Leichtathletik, Nachwuchskader. Sie hat eine Athletin, siebzehn, die im Training alles zeigt, und im Wettkampf regelrecht abtaucht. „Ray, braucht sie eine Sportpsychologin oder einen Mentaltrainer?“ Ehrliche Antwort: Kommt drauf an. Und genau das ist das Problem. Weil's die meisten nicht wissen. Athleten nicht. Eltern erst recht nicht. Und die wenigsten Trainer haben sich je die Zeit genommen, den Unterschied sauber zu sortieren. Ich auch nicht, lange Zeit. Heute arbeite ich seit über fünfzehn Jahren als Performance Coach, und seit ich regelmässig mit Sportpsychologinnen zusammenarbeite, weiss ich: Die Grenze, die in Lehrbüchern scharf gezogen wird, verläuft in der Praxis anders. Dieser Artikel sortiert's. Ohne Sportpsychologen schlechtzureden. Ohne Mentaltrainer zu überhöhen. Ich schreib' das als jemand, der zur zweiten Gruppe gehört, und deshalb besonders drauf achte, fair zu bleiben. ## Was Sportpsychologie ist, und was sie nicht ist Sportpsychologie ist ein Teilgebiet der Psychologie. Nicht der Sportwissenschaft. Nicht des Coachings. Der Psychologie. Klingt nach einer Formalität. Ist aber der ganze Punkt. Wer Sportpsychologie studiert, geht erst durch die Grundlagen. Wahrnehmung, Emotion, Motivation, klinische Störungsbilder – das volle Paket. Dann erst kommt die Sportspezialisierung. Was passiert im Kopf eines Athleten vor einem Elfmeter? Warum ist jemand im Training Weltklasse und verliert im Wettkampf den Zugriff auf sich selbst? Warum bricht einer nach der dritten Niederlage ein, und der andere startet danach erst richtig durch? Die Sportpsychologie untersucht das. Entwickelt Modelle. Publiziert Studien. Testet Interventionen unter kontrollierten Bedingungen. Weinberg und Gould (das Standardwerk, das du auf jedem Universitätsschreibtisch findest, der sich ernsthaft mit dem Thema beschäftigt) beschreiben sie als die Wissenschaft, die untersucht, wie psychologische Faktoren sportliche Leistung beeinflussen. Und umgekehrt. Denn Sport macht etwas mit der Psyche, nicht nur andersrum. Was Sportpsychologie nicht ist: ausschliesslich eine Therapie für kranke Sportler. Viele denken das trotzdem. „Zur Sportpsychologin? Nee, mir geht's doch gut.“ Dieses Stigma hält sich hartnäckig. Und ist meistens falsch. In der Realität arbeiten Sportpsychologinnen mit gesunden, leistungsfähigen Athleten genauso wie mit solchen, die ein konkretes psychisches Thema mitbringen. Der Unterschied zu Mentaltrainern: Sie dürfen beides. Jedenfalls in der Schweiz, wenn sie den entsprechenden Titel tragen. Essstörungen. Depressionen nach dem Karriereende. Angststörungen, die über normale Wettkampfnervosität hinausgehen. Das fällt alles in ihren Bereich. Ob sie's im Alltag ständig tun – andere Frage. Aber sie könnten. Und dieser Handlungsspielraum ist real. Was mir an den Sportpsychologinnen, mit denen ich zusammenarbeite, immer wieder auffällt: Die besten sitzen nicht im Elfenbeinturm. Sie haben selbst Sport gemacht. Kennen Wettkampfdruck aus einer anderen Perspektive als nur aus Studienpapieren. Und verstehen, dass ein Athlet um 6.30 Uhr vor dem Training keine Vorlesung will, sondern etwas, das funktioniert. Die Verbindung von Wissenschaft und Praxis, das macht gute Sportpsychologie. Nicht das eine oder das andere. ## Was Sportmentaltraining ist, und wo es herkommt Jetzt zum Mentaltraining. Und hier wird's interessant. Fachlich gesehen ist Sportmentaltraining (obwohl das viele anders verkaufen) kein Gegenmodell zur Sportpsychologie. Sondern eine Anwendung davon. Ein Teilbereich. Eine Route innerhalb eines grösseren Gebiets. Die Route, die sich auf konkrete mentale Fertigkeiten konzentriert. Visualisierung. Selbstgespräch. Fokussteuerung. Aktivierungsregulation. Zielsetzungsstrategien. Diese Werkzeuge sind alle in der Sportpsychologie verwurzelt. Das Mentaltraining hat sie nur aus dem Forschungskontext in die Trainingshalle rausgeholt – und systematisiert. Die Idee ist übrigens nicht neu. In den 1980ern begannen sowjetische und ostdeutsche Sportprogramme, mentale Techniken fest ins Training einzubauen. Der Westen zog nach. Feltz und Landers zeigten schon 1983 in einer Metaanalyse mit sechzig Studien, dass mentales Üben die motorische Leistung messbar verbessert. Effektstärke 0.48. Nicht riesig. Aber konsistent. Und seither ist die Evidenz nur gewachsen, nicht geschrumpft. Was ein Mentaltrainer macht, ist im Kern Fertigkeitstraining. Du lernst Techniken. Übst sie. Wendest sie an. Wie eine Spieltechnik, nur halt für den Kopf. Und wie bei einer Spieltechnik gilt: Wiederholung ist der Schlüssel. Einmal Visualisierung ausprobieren und hoffen, dass sich alles ändert, funktioniert ungefähr so gut wie einmal Freistösse üben und dann als Elfmeterschütze antreten wollen. Was ein Mentaltrainer in der Regel nicht macht: klinische Diagnostik. Keine standardisierten Testverfahren im psychologischen Sinne. Keine Behandlung von Erkrankungen. Wer Panikattacken hat, braucht zuerst eine Psychologin oder einen Psychiater, nicht einen Mentaltrainer. Und jeder seriöse Mentaltrainer wird dir das auch sagen. In meiner Arbeit sehe ich häufig, dass die Grenzen fliessender sind, als's auf dem Papier wirkt. Ein Beispiel: Eine Athletin kommt wegen Wettkampfnervosität. Klingt nach klassischem Mentaltraining. Zwei, drei Sessions später zeigt sich, dass hinter der Nervosität etwas Tieferes steckt. Eine Angst, die gar nicht aus dem Sport kommt, sondern aus dem Druck zu Hause. Was dann? Dann braucht's die Kompetenz, das zu erkennen. Und die Ehrlichkeit zu sagen: „Hier hört mein Bereich auf. Hier braucht's jemand anderen.“ Das ist, ich schreib's so klar ich kann, kein Zeichen von Schwäche. Es ist das Gegenteil. Ein Mentaltrainer, der seine Grenzen kennt, schützt den Athleten. Einer, der glaubt, er könne alles selbst lösen, wird zum Risiko. Dasselbe gilt übrigens andersrum, für Sportpsychologinnen, die sich nie mit konkreten Trainingstechniken beschäftigt haben, aber trotzdem Wettkampfvorbereitung anbieten. Die Ausbildung allein macht's nicht. ## Wo die Grenze verläuft, und wo sie verschwimmt Die Diskussion Sportpsychologie vs Sportmentaltraining wirkt von aussen oft sauber. In der Theorie ist der Unterschied auch klar. Ausbildung, Arbeitsbereich, Tiefe des Zugangs. In der Praxis? Kommt drauf an, wen du fragst. Hab' vor einer Weile mit einem befreundeten Kollegen drüber geredet, der Sportpsychologie studiert hat. Er meinte sinngemäss: „Der Unterschied ist wie zwischen Arzt und Physiotherapeut. Beide helfen. Aber nur der eine darf Diagnosen stellen.“ Klingt einleuchtend. Stimmt auch, rein akademisch. Nur: Der Vergleich hinkt an einer Stelle. Im Gesundheitswesen sind die Grenzen gesetzlich gezogen. Im Mentalbereich des Sports? Weniger. Deutlich weniger. In der Schweiz gibt's keinen Titelschutz für „Mentaltrainer“. Und auch „Sportpsychologe“ ohne Zusatz ist nicht vollständig geschützt, dazu unten mehr. **Was Sportpsychologie abdeckt, was Mentaltraining nicht abdeckt:** Klinische Themen wie Depression, Essstörungen, Suchtverhalten bei Athleten. Psychologische Diagnostik mit standardisierten Testverfahren. Therapie im engeren Sinne. Und Forschung, die Grundlagenarbeit, aus der sich alles andere speist. **Was beide teilen:** Leistungsoptimierung unter Druck. Visualisierungstechniken. Aufmerksamkeits- und Fokussteuerung. Zielsetzung und Motivation. Umgang mit Rückschlägen. Und ja, auch der Umgang mit Verletzungen, solange's nicht klinisch wird. **Wo's grau wird:** Wenn eine Athletin nach einem schweren Sturz zurückkommt und Angst hat, wieder voll zu belasten, ist das klinisch? Oder ein normales Anpassungsthema, das man mit Mentaltraining angehen kann? Wenn ein Jugendlicher plötzlich keinen Spass mehr am Sport hat und sich zurückzieht: Motivationstiefpunkt oder beginnende Depression? Die Antwort hängt vom Einzelfall ab. Und von der Kompetenz der Person, die vor dir sitzt. Unschön für alle, die eine klare Entscheidungsregel wollen. Aber so ist es halt. Deshalb ist die Frage „Sportpsychologe oder Mentaltrainer?“ manchmal die falsche. Die bessere Frage: Hat die Person vor mir die Kompetenz zu erkennen, was ich brauche, und ist sie ehrlich genug, mich weiterzuschicken, wenn's ihre Kompetenz übersteigt? In den USA haben sie's etwas klarer sortiert. „Sport Psychologist“, klinisch lizenziert. „Mental Performance Consultant“, angewandt, nicht klinisch. Klingt sauber. Ob's in der Praxis wirklich so trennscharf funktioniert... nach einigen Gesprächen mit amerikanischen Kollegen hab' ich da meine Zweifel. Aber zumindest gibt's dort eine Sprache für den Unterschied. In der Schweiz fehlt die bis heute weitgehend. ## Wann Sportpsychologie der richtige Weg ist Bei Sportpsychologie vs Sportmentaltraining gibt es Situationen, in denen du mit ziemlicher Sicherheit bei einer Sportpsychologin besser aufgehoben bist. Nicht weil Mentaltrainer schlecht wären. Sondern weil die Thematik eine Tiefe hat, die psychologische Ausbildung voraussetzt. **Erstens:** Wenn hinter dem Leistungsthema ein psychisches Muster steht, das über den Sport hinausreicht. Eine Essstörung, die sich als „optimierte Ernährung“ tarnt. Ein Burnout, das sich als „Trainingsmüdigkeit“ zeigt. Soziale Ängste, die weit über Wettkampfnervosität hinausgehen. Hier braucht's jemanden, der klinisch geschult ist. **Zweitens:** Wenn ein Athlet nach einer traumatischen Erfahrung nicht zurückfindet. Schwerer Sturz. Verletzung, die fast die Karriere beendet hat. Solche Erlebnisse können sich ins Nervensystem einbrennen, das ist nicht „Kopfkino“, das sich mit einer Visualisierungsübung auflöst. Das sitzt tiefer. **Drittens:** Wenn du jung bist und zum ersten Mal mit psychologischen Themen in Berührung kommst. Jugendliche Athleten durchlaufen gleichzeitig sportliche und persönliche Entwicklung. Da kann ein breiterer psychologischer Blick wertvoller sein als ein reiner Technik-Fokus. Gerade bei Vierzehn-, Fünfzehnjährigen, wo sich alles gleichzeitig verschiebt (Körper, Identität, sozialer Druck) ist die Fähigkeit, das grössere Bild zu sehen, ziemlich wertvoll. Was ich dabei immer wieder sehe: Viele Eltern scheuen den Schritt zur Sportpsychologin, weil sie denken, ihr Kind hätte dann „ein Problem“. Dabei geht's oft um Prävention. Um früh die Werkzeuge zu bekommen, die später den Unterschied machen. Aber das Stigma sitzt halt. Und macht's schwieriger, als's sein müsste. Zugegeben, auch ich hab' in meinen ersten Jahren unterschätzt, wie oft sportliche Leistungsprobleme psychologische Wurzeln haben, die über den Wettkampf hinausgehen. Familiäre Konflikte, die sich in Trainingsblockaden übersetzen. Schulstress, der sich als Motivationsverlust tarnt. Perfektionismus, der von den Eltern kommt, nicht vom Athleten selbst. In solchen Fällen reichen Visualisierungsübungen nicht. Da braucht's jemanden, der das grössere Bild sehen kann. ## Wann Sportmentaltraining passt Und dann gibt's Situationen, in denen Sportmentaltraining genau das Richtige ist. Keine klinische Baustelle, kein diagnostisches Rätsel, sondern ein konkretes Leistungsthema, das mit gezieltem Training besser wird. Wenn du im Training stark bist und im Wettkampf unter deinem Niveau bleibst. Wenn dein Fokus in den Momenten abdriftet, in denen's zählt. Wenn du nach Fehlern nicht zurückfindest, obwohl du genau weisst, was du technisch tun müsstest. Wenn du vor grossen Starts eine Anspannung spürst, die dich blockiert statt aktiviert. Das sind trainierbare Fertigkeiten. Alle. Du kannst lernen, deinen Fokus zu steuern, mit Techniken, die du in den Wettkampf mitnimmst wie dein Aufwärmprogramm. Du kannst lernen, dein Aktivierungsniveau selbst zu regulieren, statt darauf zu hoffen, dass's „schon stimmen wird“. Du kannst ein Selbstgespräch aufbauen, das dich nach einem Fehler zurückbringt, statt dich weiter runterzuziehen. Was ich in über fünfzehn Jahren sehe: Athleten, die eigentlich alles mitbringen. Talent. Trainingsleistung. Disziplin. Aber zwischen dem, was sie können, und dem, was sie im Wettkampf zeigen, klafft eine Lücke. Diese Lücke ist fast immer mental. Nicht weil sie „schwach“ wären, sondern weil ihnen niemand beigebracht hat, wie man den Kopf genauso gezielt trainiert wie den Körper. Ein Beispiel, das mir geblieben ist. Triathletin, Anfang zwanzig, Kaderathletin. Schwimmen, Radfahren, stark. Laufen? Die letzte Disziplin, wenn die Müdigkeit am grössten ist. Da fiel sie regelmässig ab. Technisch war alles da. Aber ihr innerer Dialog ab Kilometer sechs... eine einzige Katastrophe. „Ich kann nicht mehr.“ „Die anderen sind schneller.“ „Ich schaff's nicht.“ Drei Monate gezieltes Mentaltraining (Fokusanker, Segment-Denken, ein neues Selbstgespräch für die Schlussphase) und ihre Laufzeiten verbesserten sich um fast zwei Minuten. Ohne eine einzige Änderung im Lauftraining. Ob man das auf jede Sportart und jede Person übertragen kann, da wäre ich vorsichtig. Aber das Muster kenne ich gut genug, um zu sagen: Wenn das körperliche Fundament stimmt und die Leistung trotzdem ausbleibt, liegt der Hebel meistens zwischen den Ohren. Noch etwas, das oft vergessen wird: Mentaltraining funktioniert nicht nur in Krisenmomenten. Auch Athleten, die gut performen, können besser werden. Konstanter. Weniger abhängig von der Tagesform. Weniger anfällig dafür, dass ein schlechter Start die ganze Leistung runterzieht. Sportmentaltraining ist kein Reparaturwerkzeug. Es ist Trainingsarbeit. Wie Krafttraining. Wie Technikschliff. Nur eben für den Kopf. ## Was du in der Schweiz wissen solltest: Titel, Ausbildungen und Qualität Jetzt wird's kurz technisch. Lohnt sich aber. Denn die Schweiz hat eine eigene Regulierung, die sich von Deutschland und Österreich unterscheidet. Und wer das nicht kennt, trifft Entscheidungen auf unsicherer Basis. ### Titelschutz, oder besser: der fehlende In der Schweiz ist genau ein Titel in diesem Bereich geschützt: „Fachpsychologin oder Fachpsychologe für Sportpsychologie FSP“. Den darfst du nur führen, wenn du ein Masterstudium in Psychologie abgeschlossen hast, eine weiterführende Spezialisierung (zum Beispiel das DAS an der Uni Bern oder Lausanne) absolviert hast und von der Föderation der Schweizer Psychologinnen und Psychologen (FSP) anerkannt bist. „Sportpsychologe“ ohne den FSP-Zusatz? Nicht geschützt. „Mentaltrainer“? Ebenfalls nicht. „Sport Mental Coach“? Auch nicht. Heisst: Theoretisch kann sich jeder so nennen. Was nicht heisst, dass alle, die sich so nennen, schlecht sind. Aber es heisst: Du musst als Athlet oder als Elternteil selbst hinschauen. Kein Gütesiegel übernimmt's für dich. ### Ausbildungswege Für Sportpsychologie geht der klassische Weg über die Universität. Masterstudium Psychologie. Dann Spezialisierung, zum Beispiel das DAS Sportpsychologie an der Universität Bern mit 30 ECTS. Wer den Weg geht, investiert mehrere Jahre und hat am Ende eine breite psychologische Basis plus sportspezifische Vertiefung. Für Sportmentaltraining gibt's in der Schweiz mehrere Wege. Der bekannteste akademische: das CAS Sportmentaltraining an der ZHAW. 15 ECTS, rund CHF 10'500. Oder das DAS Sportmentalcoaching, ebenfalls an der ZHAW. 30 ECTS, rund CHF 19'900. Zugangsvoraussetzung ist meistens ein Bachelorabschluss. Daneben gibt's Ausbildungen, die stärker aus der Praxis kommen. Die [Mindgroup Coaching Academy](https://mindgroup.ch) bietet eine [Sportmental-Coaching-Ausbildung](https://www.mindgroup.ch/seminare/sport-mental-coach-ausbildung) an, 19 Tage über vier Monate, CHF 5'700. Kein ECTS-System, dafür 70 Prozent Praxisanteil, Klassen bis fünfzehn Personen, und der Stoff kommt direkt aus dem Wettkampfalltag mit Olympia-Athleten. Wer dort reingeht, trainiert Fertigkeiten, statt akademisches Wissen auswendig zu lernen. Anderer Ansatz. Nicht besser oder schlechter, aber deutlich näher an dem, was du nachher im Feld tatsächlich tust. Die SASP (Swiss Association of Sport Psychology) anerkennt beide Wege. Sie bietet seit einigen Jahren auch die Zertifizierung „Mentaltrainer/in SASP“ an, die einen Qualitätsstandard absichert. Wer das Label trägt, hat eine anerkannte Ausbildung durchlaufen und sich zu Weiterbildung und ethischen Standards verpflichtet. ### Woran du Qualität erkennst Frag nach der Ausbildung. Nicht aus Misstrauen, sondern aus berechtigtem Interesse. Jeder seriöse Anbieter gibt dir gerne Auskunft. Wer ausweicht oder vage bleibt, kein gutes Zeichen. Achte auf Supervision und Weiterbildung. Wer gut arbeiten will, braucht beides, egal ob Sportpsychologin oder Mentaltrainer. Supervision bedeutet: Jemand Erfahrenes schaut regelmässig auf die eigene Arbeit. Das ist kein Zeichen von Schwäche, das ist ein Qualitätsmerkmal. Und dann: Praxistiefe. Ein Zertifikat sagt dir, dass jemand eine Ausbildung abgeschlossen hat. Es sagt dir nicht, wie viele Athleten die Person begleitet hat, auf welchem Niveau, über welchen Zeitraum. Jemand mit fünfzehn Jahren Praxis und über tausend Sessions bringt eine andere Kompetenz mit als jemand, der gerade frisch aus einer Weiterbildung kommt, auch wenn der Titel auf dem Papier beeindruckender wirkt. Frag also nicht nur nach dem Abschluss. Frag nach der Erfahrung dahinter. Und achte auf Ehrlichkeit bezüglich der eigenen Grenzen. Wenn dir jemand verspricht, dass nach drei Sessions „alles besser“ wird, skeptisch werden. Wenn jemand behauptet, alles abdecken zu können, von Wettkampfnervosität bis Depression, ebenso. Noch etwas, das ich für unterschätzt halte: Arbeitet die Person in einem Netzwerk? Mit Sportpsychologinnen, Trainern, Physiotherapeuten? Oder macht sie alles allein? Ein Coach, der regelmässig weiterverweist und mit anderen Fachpersonen zusammenarbeitet, hat in der Regel ein realistischeres Bild von den eigenen Grenzen. Wer isoliert arbeitet und nie jemanden weiterleitet, das wäre für mich ein Warnsignal. In der Schweiz ist der Markt im Vergleich zu Deutschland kleiner, persönlicher, aber auch unübersichtlicher. Es gibt keine zentrale Anlaufstelle, die dir sagt: „Geh zu dieser Person.“ Die SASP führt eine Liste zertifizierter Sportpsychologinnen und Mentaltrainer, guter Startpunkt. Und gerade im Raum Zürich, wo sich viele Anbieter konzentrieren, lohnt sich genaues Hinschauen. Nicht jeder, der sich „Sport Mental Coach Zürich“ nennt, hat eine fundierte Ausbildung dahinter. ## Der Entscheidungsrahmen: Drei Fragen, die weiterhelfen Statt „Sportpsychologie vs Sportmentaltraining, was ist besser?“ versuch's mit diesen drei Fragen. Die helfen dir bei der Entscheidung für deine Situation, nicht allgemein, sondern konkret. **Frage 1: Was genau ist das Thema?** Geht's um ein konkretes Leistungsthema: Fokus, Nervosität, Selbstgespräch, Wettkampfumsetzung? Dann ist Sportmentaltraining ein solider Startpunkt. Geht's um etwas, das tiefer liegt: Ängste, die auch den Alltag prägen, Essstörung, Identitätskrise? Dann gehört das in psychologische Hände. **Frage 2: Willst du Fertigkeiten lernen oder ein Problem verstehen?** Manche Athleten wollen Werkzeuge. „Gib mir etwas, das ich vor dem Start machen kann.“ Das ist klassisches Mentaltraining. Andere wollen verstehen, warum sie blockieren. „Was passiert in mir, wenn ich unter Druck stehe, und wo kommt das her?“ Das kann beides abdecken, aber die psychologische Seite geht tiefer in die Ursachen. **Frage 3: Wer sitzt vor mir, und was bringt die Person mit?** Am Ende zählt weniger der Titel als die Kompetenz. Ich kenne Mentaltrainer, die hervorragende Arbeit leisten. Und Sportpsychologen, die zwar den Titel haben, aber den Zugang zu Athleten nicht finden. Was zählt: Versteht die Person deinen Sport? Hat sie Erfahrung mit deinem Leistungsniveau? Und, das ist der Punkt, der am meisten zählt, wird sie dich weiterleiten, wenn etwas auftaucht, das ihre Kompetenz übersteigt? Die Trainerin, die am Dienstagabend angerufen hatte, hat ihre Athletin übrigens zuerst zu einer Sportpsychologin geschickt. Die hat drei Sessions geführt. Das Bild eingeordnet. Und dann empfohlen, parallel mit einem Mentaltrainer an konkreten Wettkampfstrategien zu arbeiten. Genau so sieht gute Zusammenarbeit aus. Kein Entweder-oder. Kein Statusgerangel. Zwei Perspektiven, die sich ergänzen, weil sie dasselbe wollen: dass die Athletin abrufen kann, was drin ist. Falls du gerade in so einer Situation bist, als Athlet, als Elternteil, als Trainer, dann lass dich von der Begriffsverwirrung nicht aufhalten. Die Frage Sportpsychologie vs Sportmentaltraining klingt akademischer, als sie in der Praxis ist. Such dir jemanden, der kompetent ist. Der deinen Sport versteht. Der ehrlich mit dir umgeht. Alles andere sortiert sich dann. ## Häufige Fragen zu Sportpsychologie und Sportmentaltraining ### Was ist der Unterschied zwischen einem Sportpsychologen und einem Mentaltrainer? Die Kernfrage bei Sportpsychologie vs Sportmentaltraining liegt in Ausbildung und Arbeitsbereich. Ein Sportpsychologe hat ein Psychologiestudium absolviert und kann auch klinische Themen bearbeiten: Ängste, Essstörungen, Depressionen im sportlichen Kontext. Ein Mentaltrainer fokussiert sich auf das Training konkreter mentaler Fertigkeiten wie Visualisierung, Fokussteuerung und Selbstgespräch. Beide arbeiten leistungsorientiert, aber der Sportpsychologe hat einen breiteren diagnostischen Zugang. ### Brauche ich als Athlet eher Sportpsychologie oder Sportmentaltraining? Das hängt von deiner Situation ab. Wenn du ein konkretes Leistungsthema hast (zum Beispiel Nervosität vor dem Wettkampf oder Konzentrationsprobleme) ist Sportmentaltraining ein guter Startpunkt. Wenn du merkst, dass dein Problem über den Sport hinausgeht oder dich psychisch belastet, solltest du eine Sportpsychologin aufsuchen. Im Zweifel gilt: Seriöse Anbieter beider Seiten werden dich weiterschicken, wenn jemand anderes besser helfen kann. ### Ist der Titel „Sportpsychologe“ in der Schweiz geschützt? Nur teilweise. Der Titel „Fachpsychologin/Fachpsychologe für Sportpsychologie FSP“ ist geschützt und setzt ein Masterstudium in Psychologie plus Spezialisierung voraus. Die Bezeichnung „Sportpsychologe“ ohne FSP-Zusatz ist dagegen nicht geschützt. Auch „Mentaltrainer“ und „Sport Mental Coach“ sind nicht geschützt. Die SASP bietet Zertifizierungen an, die einen Qualitätsstandard sichern, achte auf das Label „Mentaltrainer/in SASP“. ### Was kostet Sportmentaltraining oder Sportpsychologie in der Schweiz? Eine Einzelsession liegt typischerweise zwischen CHF 150 und 250 pro Stunde, bei beiden Angeboten. Der grössere Unterschied liegt in den Ausbildungskosten: Das CAS Sportmentaltraining an der ZHAW kostet rund CHF 10'500, das DAS Sportmentalcoaching rund CHF 19'900. Die [Sportmental-Coaching-Ausbildung](https://www.mindgroup.ch/seminare/sport-mental-coach-ausbildung) der Mindgroup Coaching Academy liegt bei CHF 5'700 für 19 Tage über vier Monate, praxisnäher und kompakter. Die universitäre Spezialisierung in Sportpsychologie erfordert ein komplettes Masterstudium plus Weiterbildung, was insgesamt deutlich aufwändiger ist. ### Können Sportpsychologie und Sportmentaltraining kombiniert werden? Ja, und in der Praxis ist das häufig der sinnvollste Weg. Eine Sportpsychologin kann diagnostisch einordnen, woran's liegt, und ein Mentaltrainer kann parallel an konkreten Techniken für den Wettkampf arbeiten. Viele Athleten im Spitzensport nutzen beide Angebote, je nach Bedarf und Trainingsphase. Die Disziplinen schliessen sich nicht aus, sie ergänzen sich. *Wenn du merkst, dass die Lücke zwischen dem, was du kannst, und dem, was du im Wettkampf zeigst, nicht kleiner wird, dann ist es Zeit, den Kopf mitzutrainieren.* ## Weiterführende Artikel - [Was ist Sportmentaltraining? Definition, Wirkung und Methoden](/was-ist-sportmentaltraining/) - [5 Methoden im Sportmentaltraining, die wirklich funktionieren](/methoden-sportmentaltraining/) - [Was kostet Sportmentaltraining? Ein ehrlicher Überblick](/was-kostet-sportmentaltraining/) - [Nervosität vor dem Wettkampf: 7 Strategien, die funktionieren](/nervositaet-vor-wettkampf/) ## Referenzen Feltz, D. L. & Landers, D. M. (1983). The effects of mental practice on motor skill learning and performance: A meta-analysis. Journal of Sport Psychology, 5(1), 25–57. Weinberg, R. S. & Gould, D. (2023). Foundations of Sport and Exercise Psychology (8. Auflage). Human Kinetics. Swiss Association of Sport Psychology SASP. (2025). Berufsbezeichnungen und Titelschutz. sportpsychologie.ch ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften. (2025). CAS Sportmentaltraining. zhaw.ch Universität Bern. (2025). DAS Sportpsychologie. unibe.ch --- ## Was kostet Sportmentaltraining? - URL: https://raypopoola.com/was-kostet-sportmentaltraining/ - Rubrik: Sport - Autor: Ray Popoola - Veröffentlicht: 2026-04-02 Sportmentaltraining kostet in der Schweiz CHF 120–300 pro Stunde. Doch die wahre Frage ist: Was kostet es, weitere Saisons am falschen Hebel zu drehen? Sportmentaltraining in der Schweiz kostet zwischen CHF 120 und 300 pro Stunde, je nach Erfahrung, Spezialisierung und Angebotsformat des Coaches. Die eigentliche Kostenfrage stellt sich aber anders: Nicht was eine Stunde kostet. Sondern was es kostet, zwei weitere Saisons am falschen Hebel zu drehen. Eine Athletin, mit der ich gearbeitet habe, hat das auf ihre Art zusammengefasst. Zwei, vielleicht drei Saisons hatte sie damit verbracht, gegen etwas anzukämpfen, das sie für ein körperliches Problem hielt. Physiologische Nachteile, die andere nicht hatten. Jedenfalls dachte sie das. Die Frustration frass sich ins Training, dann in den Alltag, dann in die Beziehungen um sie herum. Am Ende stand sie kurz davor aufzuhören. Nicht wegen einer Verletzung. Wegen Erschöpfung — der mentalen Sorte. Was sie in dieser Zeit ausgegeben hat? Trainerstunden, Reisekosten, Ausrüstung, Vereinsbeiträge: die übliche Saisonrechnung. Alles lief weiter. Nur die Resultate nicht. ## Was eine Stunde Sportmentaltraining in der Schweiz kostet Die Preisspanne im Schweizer Markt bewegt sich zwischen CHF 120 und 300 pro Stunde. Sport Mental Coaches am Anfang ihrer Laufbahn liegen eher bei CHF 120 bis 150. Spezialisierte Coaches mit langjähriger Erfahrung im Leistungssport (Olympia, Weltmeisterschaften, Profiligen) bewegen sich im oberen Bereich. Zum Vergleich: Im europäischen Raum liegen die Kosten für Sportmentaltraining bei umgerechnet CHF 90 bis 270 pro Sitzung. In den USA zahlt man für Sport Psychology Services zwischen USD 75 und 500. Die Spanne ist also überall gross. Und der Preis allein sagt wenig über die Qualität. Was die Zahlen nicht zeigen: Wie unterschiedlich das Angebot dahinter aussieht. Eine Stunde bei einem Coach, der primär mit Nachwuchssportlern arbeitet, ist nicht dasselbe wie eine Stunde bei jemandem, der seit fünfzehn Jahren Weltklasse-Athleten auf Grossturniere vorbereitet. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ergibt sich nicht aus dem Stundenpreis, sondern aus dem, was in dieser Stunde passiert. Manche Coaches bieten Einzelstunden an, andere arbeiten mit Saisonpaketen oder Blockmodellen. Welches Format passt, hängt von der Situation ab. Geht es um ein konkretes Problem, sagen wir Wettkampfnervosität vor einem bestimmten Turnier? Dann reichen oft wenige Sitzungen. Geht es um langfristigen Aufbau mentaler Fähigkeiten über eine ganze Saison? Dann sieht die Planung anders aus. ## Kosten oder Investition: ein Unterschied, den die meisten übersehen Nicht alles, was man für den Sport ausgibt, gehört in dieselbe Kategorie. Und genau hier wird es interessant. Physiotherapie nach einer Zerrung. Der Arztbesuch nach einer Bänderverletzung. Neue Sohlen für die Laufschuhe. Das sind Kosten. Reaktiv. Etwas ist kaputt oder abgenutzt, man repariert oder ersetzt es. Notwendig, keine Frage. Aber es baut nichts auf. Techniktraining mit dem Sporttrainer ist etwas anderes. Man lernt einen neuen Bewegungsablauf, eine Taktik, eine Fertigkeit. Das bleibt. Man muss die Rückhand nicht jede Saison neu lernen. Der Fallrückzieher sitzt irgendwann. Die Kurventechnik auf dem Rad auch. Sportmentaltraining gehört in diese zweite Kategorie. Man baut Fähigkeiten auf: Fokussteuerung, Umgang mit Druck, Wettkampfvorbereitung, Selbstregulation nach Fehlern. Das sind keine Verbrauchsgüter. Einmal erlernt und im Training verankert, werden sie Teil des Repertoires. Wie beim Techniktraining: Irgendwann sind die Muster drin. Was es von der reinen Technikarbeit noch unterscheidet: Diese Fähigkeiten wirken übergreifend. Fokus unter Druck hilft nicht nur im Wettkampf. Selbstregulation nach Rückschlägen trägt ins Training, in die Regeneration, auch ins Privatleben. Der Kopf steuert den Körper. Wer dort investiert, investiert in das, was alles andere zusammenhält. Der Unterschied hat auch eine finanzielle Konsequenz. Ausrüstungskosten wiederholen sich jede Saison. Neue Schuhe, neuer Schläger, Servicepauschale fürs Rad. Eine Familie in den USA gibt im Schnitt USD 1'016 pro Jahr für den Hauptsport ihres Kindes aus, 46% mehr als noch 2019. Im Eishockey sind es USD 2'583 jährlich. Diese Ausgaben kommen wieder. Jedes Jahr. Die Fähigkeiten aus dem Sportmentaltraining dagegen kommen nicht jede Saison neu auf die Rechnung. Sie akkumulieren sich. Was man in einer Saison lernt, trägt in der nächsten. Wer die Kosten für Sportmentaltraining rein als Stundenpreis betrachtet, sieht nur die halbe Rechnung. ## Die unsichtbare Rechnung Jetzt der Teil, über den selten gesprochen wird. Was kostet es, Sportmentaltraining nicht zu machen? Die Athletin, von der ich anfangs erzählt habe, hat zwei bis drei Saisons verloren. Nicht durch Verletzung. Nicht durch fehlende Fitness. Durch einen blinden Fleck: Sie hat ihre gesamte mentale Energie darauf verwendet, gegen vermeintliche physiologische Nachteile anzukämpfen, statt an dem zu arbeiten, was sie tatsächlich hätte weiterbringen können. Das Ergebnis: Zwei Saisons mit denselben Trainingskosten, denselben Reisekosten, demselben Materialverschleiss. Dieselbe Rechnung, ohne Fortschritt. Wenn eine Saison im ambitionierten Amateursport zwischen CHF 5'000 und 15'000 kostet (Training, Wettkämpfe, Ausrüstung, Reisen zusammengerechnet), dann waren das CHF 10'000 bis 30'000 für Stillstand. Und das sind nur die messbaren Kosten. Die unmessbaren gehen tiefer. Die Frustration, die sich ins Privatleben frisst. Das Selbstvertrauen, das Saison für Saison bröckelt. Die Freundschaften, die unter der ständigen Anspannung leiden. Die Frage, ob man aufhören soll. Nicht weil der Körper nicht mehr kann, sondern weil der Kopf nicht mehr will. Als sie angefangen hat, den mentalen Hebel zu bearbeiten, hat sich etwas verschoben. Nicht über Nacht. Aber innerhalb einer Saison. Der Fokus ging weg von dem, was ihr vermeintlich fehlte, hin zu dem, was sie bereits konnte. Und wie sie es zuverlässiger abrufen konnte. Die Trainerin bemerkte den Unterschied, bevor sie ihn selbst benennen konnte. Eine Meta-Analyse von Feltz und Landers, die 60 Studien zum mentalen Training zusammenfasste, zeigte: Mentales Training erzeugt Effekte, die rund zwei Drittel so gross sind wie die des physischen Trainings. Zwei Drittel. Wer diesen Hebel über mehrere Saisons ignoriert, lässt systematisch Leistung liegen. Und zahlt trotzdem die volle Saisonrechnung. ## Worauf man bei der Wahl eines Sport Mental Coaches achten sollte Die Preistransparenz im Markt ist ... naja, ausbaufähig. Viele Anbieter listen keine Preise auf ihrer Webseite. Das macht den Vergleich schwierig und die Hemmschwelle hoch. Drei Orientierungspunkte, die helfen: **Ein kostenloses Analysegespräch ist ein Qualitätsmerkmal.** Jeder seriöse Sport Mental Coach sollte ein unverbindliches Analysegespräch anbieten, 20 Minuten, um zu klären, ob die Zusammenarbeit überhaupt Sinn ergibt. Wer sofort ein Paket verkaufen will, ohne die Situation verstanden zu haben, hat den falschen Fokus. **Keine Pakete vor der zweiten oder dritten Sitzung.** Erst nach ein paar Sitzungen lässt sich beurteilen, ob die Chemie stimmt und der Ansatz funktioniert. Langfristige Pakete sollten sich aus der Erfahrung ergeben, nicht aus dem Verkaufsgespräch. **Saisonplanung statt Einzelstunden-Denken.** Die besten Ergebnisse entstehen, wenn Sportmentaltraining in den Trainingsplan integriert wird, abgestimmt auf Wettkampfkalender, Saisonphasen und individuelle Herausforderungen. Ob Schweizer Meisterschaft, Europameisterschaft oder olympischer Zyklus: Die Planung bestimmt den Rhythmus. ## Häufige Fragen zu den Kosten von Sportmentaltraining **Wie viel kostet Sportmentaltraining pro Stunde in der Schweiz?** In der Schweiz liegen die Kosten für Sportmentaltraining zwischen CHF 120 und 300 pro Stunde. Spezialisierte Coaches mit Erfahrung im Leistungssport (Olympia, Weltmeisterschaften) bewegen sich im oberen Bereich dieses Spektrums. **Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?** In der Regel nicht. Sportmentaltraining ist kein medizinisches Angebot und wird von den meisten Schweizer Krankenkassen nicht übernommen. Einzelne Zusatzversicherungen decken Coaching-Leistungen teilweise ab, das hängt von der individuellen Police ab. **Wie viele Sitzungen braucht man?** Das ist individuell. Für ein konkretes Thema, etwa Wettkampfnervosität, reichen manchmal drei bis fünf Sitzungen. Für den langfristigen Aufbau mentaler Fähigkeiten über eine ganze Saison plant man eher mit regelmässigen Sitzungen alle zwei bis vier Wochen. **Was ist der Unterschied zwischen Sportmentaltraining und Sportpsychologie?** Sportmentaltraining fokussiert auf die Optimierung mentaler Leistungsfähigkeit: Fokus, Selbstvertrauen, Druckresistenz, Wettkampfvorbereitung. Sportpsychologie ist der breitere akademische Rahmen, der auch klinische Aspekte wie Angststörungen oder Burnout umfasst. In der Praxis überlappen sich die Ansätze. Mehr dazu im Artikel [Was ist Sportmentaltraining?](/was-ist-sportmentaltraining/). **Ab welchem Alter ist Sportmentaltraining sinnvoll?** Ab etwa 12 bis 14 Jahren können Athleten bewusst mit mentalen Techniken arbeiten. Jüngere Sportler profitieren eher von spielerischen Ansätzen und einem guten Trainingsumfeld. Der ideale Einstieg hängt weniger vom Alter ab als von der individuellen Reife. ### Weiterführende Artikel * [Was ist Sportmentaltraining? – Methoden, Wirkung und für wen es sich lohnt](/was-ist-sportmentaltraining/) * [Methoden im Sportmentaltraining – was wirklich funktioniert](/methoden-sportmentaltraining/) * [Mentale Stärke trainieren – so geht's wirklich](/mentale-staerke-trainieren-sport/) * [Nervosität vor dem Wettkampf – und wie man damit umgeht](/nervositaet-vor-wettkampf/) ### Referenzen _Feltz, D. L. & Landers, D. M. (1983). The effects of mental practice on motor skill learning and performance: A meta-analysis. Journal of Sport Psychology, 5(1), 25–57._ _Aspen Institute Project Play (2024). State of Play 2024: Trends and Developments. The Aspen Institute Sports & Society Program._ _Gould, D., Dieffenbach, K. & Moffett, A. (2002). Psychological characteristics and their development in Olympic champions. Journal of Applied Sport Psychology, 14(3), 172–204._ _Vealey, R. S. (2007). Mental skills training in sport. In G. Tenenbaum & R. C. Eklund (Eds.), Handbook of Sport Psychology (3rd ed., pp. 287–309). Wiley._ --- ## Mentale Stärke trainieren: Was wirklich hilft - URL: https://raypopoola.com/mentale-staerke-trainieren-sport/ - Rubrik: Sport - Autor: Ray Popoola - Veröffentlicht: 2026-03-30 · Aktualisiert: 2026-04-19 Mentale Stärke trainieren: Warum Affirmationen und Ergebnis-Visualisierung im Wettkampf versagen – und welche Methoden tatsächlich funktionieren. Ein junger Leichtathlet, Schweizer Meisterschafts-Niveau, sitzt mir gegenüber. Hat alles gemacht, was Instagram und TikTok empfehlen. Affirmationen vor dem Spiegel. Ergebnis-Visualisierung. Sich selber zugeredet, jeden Morgen: Du schaffst das, du bist bereit, du gehörst da hin. Hat sich vorbereitet gefühlt. War er nicht. Mentale Stärke trainieren: Das suchen Tausende von Athleten jeden Monat. Und die meisten landen bei Ratschlägen, die auf der Couch funktionieren. Nicht auf der Bahn. Nicht im Ring. Nicht, wenn der Startschuss kommt und der Körper plötzlich Dinge tut, die nicht im Plan standen. Ich arbeit’ seit über fünfzehn Jahren mit Athleten auf jedem Level, von Nachwuchskader bis Olympia. Und was mich nach wie vor erstaunt: Die Tipps, die am meisten verbreitet werden, sind die, die am wenigsten bringen. Nicht weil sie falsch sind. Sondern weil sie unvollständig sind. Und unvollständig heisst: unter Druck nutzlos. ## „Glaub an dich“ und andere Tipps, die im Wettkampf versagen Man kennt die Ratschläge. Social Media ist voll davon. Motivationsvideos mit epischer Musik. „Believe in yourself.“ „Visualize your success.“ „Du musst einfach positiv denken.“ Und weil es so einleuchtend klingt, machen Athleten genau das. Sie stehen morgens auf, sagen sich vor dem Spiegel gute Dinge, sehen sich auf dem Podest, wie sie durch die Ziellinie laufen und alle klatschen. Das Gefühl dabei? Gut. Stark sogar. Fühlt sich an wie echte Vorbereitung. Nur: Dieses Gefühl existiert ausschliesslich während der Übung. Im Wettkampf? Weg. Komplett. Warum? Weil der Wettkampf sich nicht an der Affirmation orientiert. Der bringt Gegenwind, einen Fehlstart des Nebenmanns, einen Aufwärmlauf der sich zäh anfühlt, ein Publikum das lauter ist als erwartet. Und auf all das hatte „Ich bin stark“ keine Antwort. Bei dem jungen Leichtathleten war’s genau so. Er beschrieb mir, wie sicher er sich vor dem Wettkampf gefühlt hab’. Und wie wenig davon übrig war, sobald der Startschuss näher rückte. Die Sicherheit löste sich auf wie Nebel bei Sonnenschein, nur dass keine Sonne kam, sondern Druck. Ich seh’ das ständig. Athleten, die mental alles „richtig“ machen, nur halt das Falsche. Nicht weil sie faul wären oder dumm. Weil niemand ihnen den Unterschied erklärt hat zwischen sich stark _fühlen_ und stark _handeln_ unter Druck. Das eine ist ein Zustand auf dem Sofa. Das andere entsteht durch Training. Und Selbstvertrauen? Der Klassiker schlechthin. „Du musst mehr an dich glauben.“ Ich hab’s so oft gehört, dass ich manchmal denk’: Wer hat das eigentlich in die Welt gesetzt? Selbstvertrauen ist kein Startknopf, den man drückt. Es ist ein Nebenprodukt. Wenn die Vorbereitung stimmt und du weisst, dass du auf Störungen vorbereitet bist, kommt Selbstvertrauen von allein. Vorher ist es Wunschdenken. Wer mentale Stärke trainieren will, muss also woanders ansetzen. Nicht beim Glauben an sich selbst. Sondern bei der Vorbereitung, die diesen Glauben überflüssig macht. Klingt paradox. Ist aber der Kern der Sache. ## Was mentale Stärke trainieren wirklich bedeutet Wenn man mentale Stärke trainieren will (so, dass sie im Wettkampf auch tatsächlich da ist), dann braucht man keine besseren Sprüche. Man braucht Struktur. Was bei dem Leichtathleten als Erstes auffiel: Seine Vorbereitung hatte keinen mentalen Plan. Körperlich war alles durchgetaktet. Trainingseinheiten, Ernährung, Regeneration: professionell. Aber der Kopf? Chaos. Kein Ablauf für die Phase vor dem Wettkampf. Keiner fürs Aufwärmen. Und im Wettkampf selbst: Hoffen, dass es irgendwie klappt. Wer [Sportmentaltraining](/was-ist-sportmentaltraining/) ernst nimmt, weiss: Jede Phase verlangt einen eigenen mentalen Modus. Die Vorbereitung am Vorabend ist etwas anderes als das Aufwärmen eine Stunde vor dem Start. Und der Wettkampf selbst nochmal was Eigenes. Drei Phasen, drei verschiedene innere Zustände, und für jeden braucht es einen Plan. Klingt naheliegend. Macht aber fast niemand. Ein Beispiel: Die Vorabend-Phase. Die meisten Athleten verbringen den Abend vor dem Wettkampf damit, sich „mental einzustimmen“, was oft heisst: grübeln, Szenarien durchspielen, schlecht schlafen. Wer mentale Stärke trainieren will, hat stattdessen eine Routine. Klare Regeln, was am Vorabend passiert. Was man noch anschaut, was nicht. Wann Schluss ist mit Nachdenken. Das ist kein Luxus. Das ist Basisarbeit. Dann das Aufwärmen. Die Phase, die mental am meisten unterschätzt wird. Der Körper wird aktiviert, aber der Kopf? Rennt voraus. Denkt ans Ergebnis, vergleicht sich mit anderen, interpretiert jedes Zwicken als Zeichen. Ein mentaler Plan fürs Aufwärmen heisst: Fokus-Anker setzen. Körperliche Empfindungen wahrnehmen, ohne zu bewerten. Aufmerksamkeit lenken statt treiben lassen. Mentale Stärke aufbauen heisst konkret: Für jede Phase festlegen, worauf der Fokus liegt. Was denke ich wann? Was mache ich, wenn ein Gedanke auftaucht, der nicht hilft? Nicht im Sinne von „denk einfach positiv“, sondern: Ich hab’ ein Protokoll, dem ich folge. Wie ein Pilot seine Checkliste vor dem Start. Nicht weil er es nicht auswendig könnte. Sondern weil Checklisten unter Stress zuverlässiger funktionieren als Erinnerung. Wer so einen mentalen Ablaufplan hat, den überrascht nichts. Oder zumindest: weniger. Er hat Antworten auf Situationen, die andere improvisieren müssen. Und Improvisation unter Druck, na ja, das kann gutgehen. Tut’s meistens aber nicht. ## Visualisierung richtig einsetzen: perfekter Ablauf plus Störungen Jetzt will ich Visualisierung nicht schlechtreden. Die Methode selbst ist gut. Sogar sehr gut. Aber die Art, wie sie meistens angewendet wird, das ist das Problem. Die meisten Athleten visualisieren den Erfolg. Das Podest. Die Medaille. Den perfekten Moment, in dem alles zusammenkommt. Das ist … angenehm. Hat mit Training aber wenig zu tun. Was funktioniert: Den perfekten _Ablauf_ visualisieren. Nicht das Ergebnis, den Prozess. Wie fühlt sich der Start an? Wie die ersten Meter? Wie atme ich in der Kurve? Wie fühlen sich die Beine bei Meter 200 an? Und dann (das ist der Teil, den kaum jemand macht) die Störungen dazu nehmen. Alles, was schiefgehen kann. Ein schlechter Start. Seitenwind. Der Konkurrent, der schneller losgelaufen ist als erwartet. Und dann: die eigene Reaktion darauf visualisieren. Nicht hoffen, dass es nicht passiert. Sondern vorbereitet sein, wenn es passiert. Das hat einen neurologischen Hintergrund. Wenn man Störszenarien mental durchspielt und gleichzeitig die passende Reaktion einübt, entsteht im Kopf so etwas wie ein Script. Das Gehirn hat den Moment schon erlebt, in einer Simulation. Und wenn der Moment dann real kommt, greift es auf etwas zurück, das sich vertraut anfühlt. Es muss nicht improvisieren. Es erkennt die Situation wieder. Holmes und Collins haben das schon 2001 mit dem PETTLEP-Modell gezeigt (Journal of Applied Sport Psychology, 13, 60–83). Ihre Erkenntnis: Je realistischer die Visualisierung, desto stärker der Transfer in den Wettkampf. Realistisch heisst: nah an den physischen, emotionalen und situativen Bedingungen des Ernstfalls. Und „realistisch“ heisst eben nicht: das Podest sehen. Sondern: die Schwierigkeit sehen. Und die eigene Antwort darauf. Der Leichtathlet hat das über Wochen geübt. Nicht nur den perfekten Lauf. Sondern: Was mache ich, wenn mein Körper sich im Aufwärmen schwer anfühlt? Wie reagiere ich, wenn nach 60 Metern die Beine nicht tragen? Was tue ich, wenn der Lauf neben mir explodiert? Jede Störung (einmal durchgespielt und mit einer Reaktion versehen) war eine Antwort weniger, die er im Wettkampf hätte finden müssen. Das ist eine der [Methoden im Sportmentaltraining](/methoden-sportmentaltraining/), die am meisten unterschätzt wird. Weil sie nicht sexy ist. Kein Instagram-Reel. Aber sie funktioniert. Und genau hier liegt der Unterschied: Mentale Stärke trainieren heisst nicht, sich gegen Störungen zu wappnen, indem man sie ausblendet. Sondern indem man sie einplant. Das eine ist Vermeidung. Das andere ist Vorbereitung. ## Druckexposition: Mental stark werden unter realen Bedingungen Hier kommt der Teil, den ich für den wichtigsten halte. Und den unbequemsten. Mentale Stärke kann man nicht im Wohnzimmer trainieren. Man trainiert sie unter Bedingungen, die dem Ernstfall nahekommen. Wie ein Pilot im Flugsimulator. Der übt nicht Schönwetterflüge. Der übt Triebwerksausfall bei Seitenwind. Druckexposition heisst: sich bewusst in Situationen bringen, die unangenehm sind. Trainingseinheiten mit Publikum. Zeitdruck bei Übungen, die normalerweise ohne Limit laufen. Interne Wettkämpfe, bei denen was auf dem Spiel steht, auch wenn’s nur Stolz ist. Was viele als [Nervosität vor dem Wettkampf](/nervositaet-vor-wettkampf/) erleben, ist häufig nichts anderes als der Körper, der auf etwas reagiert, das er nicht kennt. Die Drucksituation ist neu. Und alles Neue macht dem Nervensystem Stress. Die Lösung ist nicht, den Stress wegzureden. Sondern ihn so oft zu erleben, dass er vertraut wird. Nicht angenehm – vertraut. Das reicht. Meine Überzeugung, und die bestätigt sich mit jedem Athleten aufs Neue: Druck zeigt nicht, wer du bist. Druck zeigt, wie du trainiert hast. Wer unter Druck zusammenbricht, hat nicht zu wenig Talent oder zu wenig Charakter. Er hat unter zu wenig Druck trainiert. Wer mentale Stärke trainieren will, muss also raus aus der Komfortzone, und zwar regelmässig, nicht einmalig. Das ist der Teil, den die meisten überspringen wollen. Verständlich. Aber es gibt keinen Shortcut. Mentales Training unter angenehmen Bedingungen ist wie Schwimmtraining auf dem Trockenen: besser als nichts, aber weit weg von dem, was man braucht. Bei dem jungen Leichtathleten sah das so aus: Über mehrere Monate hat er gelernt, seinen inneren Zustand auf die jeweilige Phase abzustimmen. Aufwärmphase: ruhig, nach innen gerichtet, Körper aktivieren ohne den Kopf zu überfluten. Startblock: Fokus verengen. Nur der Lauf. Nur die nächsten Sekunden. Und dann: Lauf – loslassen, dem Körper vertrauen, der weiss was er tut. War nicht jeder Wettkampf perfekt. Natürlich nicht. Aber die Tendenz war eindeutig. Und er konnte nach einem schlechten Lauf analysieren, was im Kopf passiert war, statt einfach nur frustriert zu sein. Das allein ist schon ein enormer Fortschritt. Weil Frustration ohne Analyse nur heisst: beim nächsten Mal dasselbe erleben. ## Der Fall, der alles zusammenfasst Was hat sich verändert bei dem Leichtathleten? Nicht die Technik. Die war vorher schon gut. Nicht die körperliche Fitness, die stimmte. Was sich verändert hat, war seine mentale Vorbereitung. Er wusste, was er in welcher Phase tut. Hatte Antworten auf Störungen, bevor sie eintraten. Und er hatte aufgehört, sich auf ein Gefühl zu verlassen, das nur zu Hause funktionierte. Ergebnis nach mehreren Monaten Training und Testen über diverse Wettkämpfe: Persönliche Bestzeiten. Positionierungen, mit denen er selbst nicht gerechnet hatte. Grandiose Zahlen. Und (vielleicht das Wichtigste) eine Sicherheit, die nicht vom guten Tag abhängt. Weil sie auf Vorbereitung basiert. Auf Struktur. Auf ehrlichem Training unter Druck. Nicht auf Affirmationen, die beim ersten Gegenwind wegfliegen. Mental stark werden ist kein Talent. Kein Geheimnis. Aber Arbeit. Echte, strukturierte, manchmal unbequeme Arbeit. Die Tipps auf Social Media klingen besser. Funktionieren halt nicht, wenn’s drauf ankommt. Wer mentale Stärke trainieren will, der braucht keinen Motivationsredner. Der braucht jemanden, der ihm zeigt, wie man sich auf das vorbereitet, was man nicht kontrollieren kann. Und dann: üben. Immer wieder. Bis der Kopf kein Hindernis mehr ist, sondern ein Werkzeug. ## FAQ: Mentale Stärke trainieren im Sport **Wie lange dauert es, bis man mentale Stärke aufgebaut hat?** Kommt drauf an, wo man startet. Erste Veränderungen spüren die meisten nach vier bis sechs Wochen, wenn sie konsequent dranbleiben. Ein stabiles mentales Fundament, das auch unter Druck hält, braucht eher drei bis sechs Monate. Nicht anders als beim Muskelaufbau: regelmässig, strukturiert, mit Geduld. **Kann man mentale Stärke allein trainieren, ohne Coach?** Teilweise. Vieles lässt sich in Eigenregie angehen: Visualisierungstechniken zum Beispiel, oder die Arbeit an einem Ablaufplan. Aber gerade Druckexposition und die ehrliche Analyse der eigenen Muster sind allein schwer. Ein Coach sieht Dinge, die man selbst nicht sieht. Oder nicht sehen will. **Funktioniert mentales Training nur in der Leichtathletik?** Nein. Die Prinzipien gelten sportartenübergreifend. Ob [Fussball](/mentaltraining-fussball/), Radsport, Tennis oder Kampfsport: Der Kopf funktioniert überall nach denselben Regeln. Die Anwendung wird angepasst, aber die Grundlage ist identisch: Struktur, Vorbereitung, Druckexposition. **Sind Affirmationen komplett nutzlos?** Nicht komplett. Aber allein: ja. Affirmationen können ein kleiner Baustein sein, wenn die Struktur drumherum stimmt. Als alleinige Strategie für mentale Stärke im Sport taugen sie nicht. Ein Haus braucht mehr als Farbe an der Fassade. **Ab welchem Alter kann man mentale Stärke trainieren?** Grundsätzlich ab dem Moment, in dem ein Athlet an strukturierten Wettkämpfen teilnimmt. Die Methoden werden angepasst: Mit einem Fünfzehnjährigen arbeite ich anders als mit einem Dreissigjährigen. Aber die Prinzipien greifen in jedem Alter. Je früher, desto besser, weil sich schlechte mentale Gewohnheiten sonst einschleifen. **Weiterführende Artikel:** * [Nervosität vor dem Wettkampf: 7 Strategien, die unter Druck funktionieren →](/nervositaet-vor-wettkampf/) * [Mentaltraining im Fussball: Warum Technik allein nicht reicht →](/mentaltraining-fussball/) * [Was ist Sportmentaltraining? Definition, Wirkung und Methoden →](/was-ist-sportmentaltraining/) * [5 Methoden im Sportmentaltraining, die wirklich funktionieren →](/methoden-sportmentaltraining/) _Du willst herausfinden, wo du mental stehst und was der nächste konkrete Schritt wäre?_ --- ## Strategische Führung im KMU: Was der Flaschenhals kostet - URL: https://raypopoola.com/strategische-fuehrung-kmu-flaschenhals/ - Rubrik: Business - Autor: Ray Popoola - Veröffentlicht: 2026-03-30 Wenn der Geschäftsführer operativ führt, wird er zum Engpass. Warum KMU-Chefs den Wechsel zur strategischen Führung nicht schaffen – und was hilft. Strategische Führung im KMU bedeutet, dass der Geschäftsführer aufhört, die schnellste Arbeitskraft seines eigenen Unternehmens zu sein, und anfängt, die Richtung vorzugeben. Der Flaschenhals-Effekt beschreibt das Gegenteil: Ein Unternehmen, das nur so schnell wachsen kann, wie eine einzige Person Entscheidungen trifft. Vor ein paar Monaten hat mir ein Metallbau-Unternehmer in Zürich seine Woche aufgezeichnet. Nicht im Kalender. Auf einem Blatt Papier, mit Strichen. Jeder Strich eine Entscheidung, die ohne ihn nicht weitergegangen wäre. Am Freitag waren es hundertdreiundsechzig Striche. Materialbestellungen, Personalentscheide, eine Offerte über 2.800 Franken, die drei Tage auf seiner Unterschrift gewartet hat. Drei Tage, in denen der Kunde woanders angefragt hat. Er hat auf das Blatt geschaut und gesagt: Das bin ja ich, der alles aufhält. Das war kein Vorwurf an sich selbst. Das war ein Befund. Und der Anfang einer Verschiebung, die sein Unternehmen in sechs Monaten mehr verändert hat als die drei Jahre davor. ## Was die teuerste Arbeitsstunde im KMU wirklich kostet Es gibt eine Rechnung, die kaum ein Geschäftsführer macht, und die es in sich hat. McKinsey hat 2023 erhoben, dass Führungskräfte im Schnitt 62 Prozent ihrer Arbeitszeit in operative Aufgaben stecken. Wenn man das auf einen KMU-Geschäftsführer überträgt, der sechzig Stunden pro Woche arbeitet, sind das siebenunddreissig Stunden operative Arbeit. Pro Woche. Arbeit, die ein Teamleiter oder eine Sachbearbeiterin für einen Bruchteil der impliziten Kosten erledigen könnte. Die impliziten Kosten, das ist der Punkt. Der Geschäftsführer steht auf keiner Lohnabrechnung für Materialfreigaben. Aber jede Stunde, die er in eine Offerten-Korrektur steckt, fehlt bei der Akquise eines Grosskunden, bei einer Partnerschaft, bei der Frage, ob das Geschäftsmodell in zwei Jahren noch trägt. Das ist keine Theorie. Das ist Opportunitätskosten-Rechnung, und sie läuft jeden Tag. Peter Drucker hat es 1967 so formuliert: Die Aufgabe einer Führungskraft sei nicht, beschäftigt zu sein, sondern wirksam. Der Unterschied klingt klein. In der Praxis ist er der Unterschied zwischen einem Unternehmen, das stagniert, und einem, das den nächsten Schritt macht. Ich hab' das bei dem Metallbau-Unternehmer ausgerechnet. Seine Stunde (konservativ geschätzt, basierend auf dem Unternehmenswert, den er pro Stunde strategischer Arbeit generieren könnte) lag bei etwa 420 Franken. Er hat siebenunddreissig davon pro Woche in Aufgaben gesteckt, die 45 Franken pro Stunde wert waren. Das sind über fünfzehntausend Franken verlorene Wertschöpfung. Pro Woche. Man muss kein Betriebswirtschaftler sein, um zu sehen, dass da etwas nicht stimmt. ## Warum strategische Führung im KMU am Gründer scheitert, nicht am Team Die naheliegende Erklärung wäre: Der Chef kann nicht loslassen. Aber das greift zu kurz. Was ich bei Gründern zwischen zehn und fünfzig Mitarbeitenden immer wieder sehe, geht tiefer. Die meisten KMU-Gründer haben eine Identität aufgebaut, die auf Unentbehrlichkeit basiert. Sie sind der Erste, der morgens da ist, und der Letzte, der geht. Sie kennen jedes Detail. Sie sind stolz darauf. Und das zu Recht, denn genau diese Energie hat das Unternehmen von null auf zwanzig Mitarbeitende gebracht. Das Problem ist: Die Identität, die beim Aufbau funktioniert hat, blockiert den nächsten Schritt. In der Organisationsforschung nennt man das den Founder's Trap. Marshall Goldsmith hat es auf den Punkt gebracht: What got you here won't get you there. Was einen hergebracht hat, bringt einen nicht weiter. Der Macher, der alles selbst in die Hand nimmt, muss zum Architekten werden, der Strukturen baut, in denen andere wirksam sein können. Das ist kein Skill-Problem. Es ist ein Identitätswechsel. Und Identitätswechsel sind unbequem, weil sie das Selbstbild angreifen. Wer bin ich, wenn nicht der, der alle Antworten hat? Was ist mein Wert, wenn das Team ohne mich funktioniert? Der Metallbau-Unternehmer hat das so beschrieben: Die ersten zwei Wochen, in denen er sich rausgehalten hat, fühlten sich an wie Urlaub, den er sich nicht verdient hat. Er sass am Schreibtisch und hatte zum ersten Mal seit Jahren nichts zu unterschreiben. Das war nicht befreiend. Das war beunruhigend. Ob das bei jedem gleich ist? Nein. Aber das Muster (Unbehagen, wenn die eigene Unentbehrlichkeit wegfällt), das kenne ich von fast jedem Unternehmer, mit dem ich daran gearbeitet habe. ## Das Flaschenhals-Audit: Wo genau steckt man fest? Bevor man irgendetwas ändert, braucht man eine ehrliche Bestandsaufnahme. Nicht als Theorie-Übung. Als Datenerhebung über sich selbst. Was bei meinen Klienten funktioniert: eine Woche lang jede Entscheidung aufschreiben, die über den eigenen Tisch geht. Nicht kategorisieren, nicht bewerten, nur zählen und notieren. Am Ende der Woche sortiert man in drei Stapel: Stapel A: Entscheidungen, die nur der Geschäftsführer treffen kann. Strategische Richtungsentscheide, Grosskunden, Personalentscheide auf Führungsebene. Bei den meisten liegt dieser Stapel bei zehn bis fünfzehn Prozent. Stapel B: Entscheidungen, die jemand anderes treffen könnte, wenn die Person das Mandat hätte. Budgetfreigaben unter einer bestimmten Schwelle, operative Abläufe, Kundenreklamationen. Hier liegt der grösste Hebel: meistens fünfzig bis sechzig Prozent. Stapel C: Entscheidungen, die gar nicht getroffen werden müssten, weil ein Prozess oder eine Regel sie ersetzen könnte. Der Rest. Der Metallbau-Unternehmer kam auf 163 Entscheidungen in einer Woche. Dreizehn waren Stapel A. Der Rest, hundertfünfzig Entscheidungen, hätte ohne ihn laufen können. Wenn man das sieht, schwarz auf weiss, verändert das die Perspektive schneller als jedes Coaching-Gespräch. ## Vom Macher zum Architekten: Was die strategische Führung im KMU konkret verändert Der Wechsel passiert nicht über Nacht. Und er passiert nicht durch den Vorsatz, weniger zu arbeiten. Er passiert durch eine andere Art der Arbeit. Was ich bei Unternehmern beobachte, die den Wechsel schaffen: Sie fangen nicht gross an. Sie nehmen Stapel B (die fünfzig bis sechzig Prozent Entscheidungen, die jemand anderes treffen könnte) und geben eine einzige davon ab. Eine wiederkehrende Aufgabe, bei der das Risiko überschaubar ist. Und dann warten sie. Das ist der schwierigste Teil: Warten, ohne einzugreifen. Was dann passiert, hat mich bei meinem ersten Klienten überrascht und überrascht mich manchmal heute noch. Das Team löst die Aufgabe. Nicht immer so, wie der Chef es gemacht hätte. Manchmal schlechter. Aber erstaunlich oft – besser. Weil die Leute, die näher am Problem sitzen, Dinge sehen, die vom Chefbüro aus unsichtbar sind. Der Metallbau-Unternehmer hat mit den Offerten angefangen. Alles unter 5.000 Franken ging an seinen Projektleiter. Die Angst war: Der macht Fehler, wir verlieren Kunden. Die Realität: Der Projektleiter hat die Offerten schneller rausgeschickt, weil kein Flaschenhals mehr dazwischen sass, und die Abschlussquote ist innerhalb von zwei Monaten gestiegen. Nicht gefallen. Gestiegen. Der zweite Schritt ist schwieriger. Nicht mehr nur Aufgaben abgeben, sondern die eigene Zeit aktiv für strategische Arbeit reservieren. Vier Stunden pro Woche, geblockt, nicht verschiebbar. Klingt nach wenig. Aber wer von null strategischen Stunden auf vier kommt, merkt den Unterschied sofort. Plötzlich gibt es Raum für Fragen, die seit Monaten liegen: Welche Kunden bringen eigentlich Marge? Welcher Markt öffnet sich gerade? Brauchen wir in zwei Jahren noch dieselben Leute? Genau hier setzt der 4h Leadership Blueprint an: vier geschützte Stunden pro Woche für strategische Führung, mit klarer Struktur, was in diese Zeit gehört und was nicht. Kein vages «ich sollte mal strategischer denken», sondern ein konkreter Rahmen, der aus der Flaschenhals-Diagnose abgeleitet ist. ## Sechs Monate später Ich erzähl' das nicht, weil es eine Erfolgsgeschichte sein muss. Sondern weil das Muster sich wiederholt. Der Metallbau-Unternehmer hat innerhalb von sechs Monaten seine Stapel-B-Entscheidungen von hundertfünfzig auf unter dreissig pro Woche reduziert. Nicht indem er weniger gearbeitet hat. Indem er anders gearbeitet hat. Seine Projektleiter treffen heute achtzig Prozent der operativen Entscheidungen selbstständig. Der Umsatz ist im selben Zeitraum um vierzehn Prozent gewachsen. Nicht weil er mehr gearbeitet hat. Weil er endlich Kapazität hatte, zwei Grosskunden persönlich zu betreuen, die vorher auf der Warteliste standen. Ob das bei jedem KMU in sechs Monaten klappt? Sicher nicht. Die Geschwindigkeit hängt davon ab, wie tief das Macher-Muster sitzt und wie bereit das Team ist. Was aber bei allen gleich ist: Der erste Schritt ist die ehrliche Diagnose. Nicht mehr und nicht weniger. Eine Frage, die ich jedem stelle: Wenn man diese Woche jede Entscheidung aufschreibt, die über den eigenen Tisch geht: Wie gross wäre Stapel B? Die Antwort darauf ist der Anfang. ## Häufige Fragen zur strategischen Führung im KMU ### Was ist der Flaschenhals-Effekt bei KMU-Geschäftsführern? Der Flaschenhals-Effekt beschreibt das Muster, bei dem der Geschäftsführer selbst zum Engpass des Unternehmens wird, weil alle Entscheidungen, Freigaben und Rückfragen über eine einzige Person laufen. Das Unternehmen kann nur so schnell wachsen, wie diese Person Kapazität hat. Besonders häufig tritt das bei KMUs zwischen 10 und 30 Mitarbeitenden auf. ### Wie erkennt man, ob man als Geschäftsführer der Flaschenhals ist? Mit einem einfachen Test: Eine Woche lang jede Entscheidung notieren, die über den eigenen Tisch geht. Dann in drei Stapel sortieren: Entscheidungen, die nur der Chef treffen kann (A), die jemand anderes treffen könnte (B), und die ein Prozess ersetzen könnte (C). Wenn Stapel B mehr als fünfzig Prozent ausmacht, ist der Flaschenhals identifiziert. ### Was unterscheidet operative von strategischer Führung im KMU? Operative Führung bedeutet, Tagesentscheide selbst zu treffen: Materialfreigaben, Personalfragen, Kundenreklamationen. Strategische Führung im KMU bedeutet, die Richtung vorzugeben: Marktpositionierung, Wachstumsstrategie, Schlüsselkunden. Der Flaschenhals entsteht, wenn ein Geschäftsführer zu viel vom Ersten und zu wenig vom Zweiten macht. ### Was ist der Founder's Trap? Der Founder's Trap beschreibt die Situation, in der die Eigenschaften, die einen Gründer erfolgreich gemacht haben (Hands-on-Mentalität, Detailwissen, Kontrolle), ab einer bestimmten Unternehmensgrösse zum Hindernis werden. Der Gründer muss sich vom Macher zum Architekten entwickeln, der Strukturen baut statt Aufgaben erledigt. ### Kann ein Business Coach beim Flaschenhals-Effekt helfen? Ja, insbesondere beim Identitätswechsel vom Macher zum Architekten. In Zürich arbeite ich als Leadership Coach mit KMU-Geschäftsführern daran, den Flaschenhals zu diagnostizieren und schrittweise aufzulösen. Der 4h Leadership Blueprint liefert dafür einen konkreten Rahmen mit messbaren Ergebnissen. Wer das Gefühl kennt, gleichzeitig der Motor und die Bremse des eigenen Unternehmens zu sein, der steht wahrscheinlich genau an dem Punkt, an dem eine ehrliche Bestandsaufnahme mehr bringt als noch eine Stunde Mehrarbeit. _In einem Gespräch schauen wir gemeinsam auf die Flaschenhals-Diagnose und was der nächste konkrete Schritt für dich sein kann._ ## Weiterführende Artikel - [Illusion der Kontrolle in der Führung – Warum Sorgfalt zur Bremse wird](/illusion-der-kontrolle-fuehrung/) - [Delegation lernen – Warum das Team auf die Ansage wartet](/delegation-lernen-regisseur-prinzip/) - [Schwierige Gespräche führen – Was Aufschieben wirklich kostet](/schwierige-gespraeche-fuehrung-kmu/) ## Referenzen McKinsey & Company (2023). _The State of Organizations: How leaders can navigate today's challenges._ McKinsey Global Publishing. Analyse zur Zeitverwendung von Führungskräften: 62% in operativen Aufgaben. Drucker, P. F. (1967/2006). _The Effective Executive._ New York: Harper Business. Klassiker zur Unterscheidung zwischen Beschäftigung und Wirksamkeit in der Führung. Goldsmith, M. (2007). _What Got You Here Won't Get You There._ New York: Hachette. Über die Verhaltensweisen, die Führungskräfte am Weiterkommen hindern. --- ## Mentaltraining im Fussball: Technik allein reicht nicht - URL: https://raypopoola.com/mentaltraining-fussball/ - Rubrik: Sport - Autor: Ray Popoola - Veröffentlicht: 2026-03-25 · Aktualisiert: 2026-04-19 Mentaltraining im Fussball macht den Unterschied zwischen Training und Wettkampf. Zwei Fälle aus der Praxis – vom Nachwuchs bis zur Champions League. ## Was Mentaltraining im Fussball wirklich bedeutet Bevor wir in die Praxis gehen – kurz aufräumen. Mentaltraining im Fussball ist weder Motivationscoaching noch Esoterik. Und nein, es geht auch nicht darum, vor dem Spiegel zu stehen und "Ich bin der Beste" zu sagen. Was es ist: gezielte Arbeit an den mentalen Prozessen, die Leistung beeinflussen. Fokus. Stressregulation. Selbstgespräch. Umgang mit Fehlern. Umgang mit Druck von aussen: Trainer, Eltern, Fans, Vereinsführung. Wer sich fragt, was [Sportmentaltraining](/was-ist-sportmentaltraining/) genau umfasst, findet dort den vollständigen Überblick. Hier geht's um Fussball. Um das, was auf dem Rasen und in der Kabine passiert. Ein Detail, das mich immer wieder überrascht: Die meisten Fussballer, die zu mir kommen, haben schon alles gelesen. Bücher, Podcasts, YouTube. Wissen ist nicht das Thema. Umsetzung unter Druck, das ist das Thema. ## Wenn der Kopf die Beine ausbremst: zwei Fälle aus meiner Praxis Theorie ist gut. Aber ich erzähl' dir lieber, wie das in der Realität aussieht. Zwei Spieler, zwei komplett verschiedene Situationen, aber im Kern dasselbe Problem. **Fall 1: Der Nachwuchsspieler unter Selektionsdruck** Ein Spieler, fünfzehn, technisch stark, im Nachwuchskader. Es kommt die Phase, in der Scouts am Spielfeldrand sitzen. Jeder weiss es. Jeder tut so, als wär's ein normales Spiel. Ist es nicht. Er will brillieren. Logisch. Ein gutes Scouting kann die Tür öffnen zu einer besseren Mannschaft, einer besseren Zukunft. Fünfzehn Jahre alt, und du weisst, dass Leute da sitzen, die über deine nächsten Jahre entscheiden. Das ist ... naja, kein normaler Dienstag für einen Teenager. Was passiert: Er fängt an, zu viel zu wollen. Spielt riskanter als sonst, versucht Dinge, die er im Training locker kann, und auf dem Platz nicht mehr bringt. Weil der Kopf mitspielt, und zwar gegen ihn. Die Angst, die Chance zu verpassen, erzeugt genau das Verhalten, das die Chance verpasst. Wir haben über mehrere Wochen an drei Dingen gearbeitet. Aufmerksamkeitslenkung, nächste Aktion statt nächster Gedanke. Ein festes Vor-Spiel-Ritual. Und der grösste Hebel, ehrlich gesagt: sein Selbstgespräch umbauen. Von "Ich muss zeigen, was ich kann" zu "Ich spiel' mein Spiel." Hat er's geschafft? Ja. Er wurde gescoutet, hat während dem Scouting seine Leistung gezeigt. Ob das nur am Mentaltraining lag? Wär' vermessen, das zu behaupten. Aber er hat selbst gesagt: "Zum ersten Mal war der Kopf nicht im Weg." **Fall 2: Der Profi mit punktuellen Einbrüchen** Anderer Spieler, anderes Level. Champions League. Technisch und taktisch auf absolutem Top-Niveau. Und trotzdem, in bestimmten Spielsituationen auf dem Feld brach die Leistung ein. Nicht jedes Spiel. Nicht gegen bestimmte Gegner. Sondern in Momenten, die ein Muster hatten, das er selbst lange nicht erkannt hat. Von aussen sah das wie ein taktisches Problem aus. War es nicht. Es war ein Reaktionsmuster unter spezifischem Druck, und das Tückische daran: Es passierte so schnell, dass er es erst hinterher gemerkt hat. Immer erst, wenn's zu spät war. Hier ging die Arbeit tiefer. Muster erkennen. Körpersignale lesen, bevor sie zum Einbruch führen. Und dann: mentale Anker setzen, die in genau diesen Situationen greifen – nicht danach. Die Einzelheiten kann ich nicht weiter ausführen, das Profil wäre zu erkennbar. Aber ich kann dir sagen: Mentaltraining im Fussball ist auf diesem Level kein "nice to have." Es ist Infrastruktur. ## Drei Methoden, die im Fussball besonders wirken Es gibt eine Reihe von [Methoden im Sportmentaltraining](/methoden-sportmentaltraining/), die evidenzbasiert sind. Nicht alle passen gleich gut zu jeder Sportart. Im Fussball haben sich aus meiner Erfahrung drei besonders bewährt, weil sie schnell greifen und sich in den Alltag einbauen lassen. **Visualisierung, nicht träumen, durchleben** Du spielst eine Situation im Kopf durch, bevor sie passiert. Freistoss. Elfmeter. Standardsituation. Nicht als Wunschfilm, sondern realistisch, mit Druck, mit Nervosität, mit dem Geräusch des Stadions. Wenn das Gehirn die Situation schon "erlebt" hat, reagiert es beim echten Mal mit Wiedererkennung statt mit Panik. Ein Spieler, mit dem ich arbeite, visualisiert drei Tage vor dem Spiel seine kritischsten Szenen. Jeden Abend, zehn Minuten. Er sagt: "Am Spieltag fühl' ich mich wie ein Schauspieler, der den Text schon kennt." Klingt nach wenig Aufwand? Ist es auch. Und genau deshalb machen es die wenigsten konsequent. **Selbstgespräch, die Stimme in der Halbzeitpause** Jeder Fussballer redet mit sich selbst. Die Frage ist nur, was er sagt. Nach einem Fehlpass: "Ich bin heute nicht da." Vor dem Penalty: "Bloss nicht verschiessen." Das Gehirn hört das, und liefert, was du bestellst. Die Arbeit am Selbstgespräch im Fussball ist kein Affirmations-Hokuspokus. Es geht darum, das innere Kommentieren bewusst zu machen. Und dann umzubauen. Nicht zu "Ich bin unschlagbar", das glaubt dir dein Kopf nicht. Zu etwas, das stimmt und trotzdem hilft: "Nächste Aktion." "Ich weiss, was ich kann." "Fehler passiert, weiter." Und ja, [Nervosität vor dem Wettkampf](/nervositaet-vor-wettkampf/) spielt hier direkt rein. Wer sein Selbstgespräch unter Kontrolle hat, hat den Leistungsdruck nicht beseitigt. Aber er hat ein Werkzeug, das in den Sekunden funktioniert, in denen es drauf ankommt. **Atemsteuerung, der Reset zwischen den Aktionen** Fussball hat natürliche Pausen. Freistoss. Einwurf. Halbzeit. Wechsel. Diese Momente sind Gold wert für einen bewussten Reset, drei tiefe Atemzüge, Ausatmung länger als Einatmung. Das Nervensystem schaltet von Alarm auf Regulierung. Was ich in der Praxis sehe: Die Spieler, die eine Atemroutine haben, erholen sich schneller von Fehlern. Nicht weil Atmen magisch wäre. Sondern weil es den Autopiloten unterbricht, und der Autopilot ist meistens das Problem. ## Mentaltraining Fussball im Nachwuchs: warum früh anfangen zählt Hier wird's persönlich. Ich arbeit' viel mit jungen Fussballern, und was ich da sehe, macht mir manchmal Sorgen. Fünfzehnjährige, die reden wie dreissigjährige Profis, über Selektion, Positionierung, Karriereplanung. Der Druck kommt von überall: Eltern am Spielfeldrand, Trainer, die Resultate liefern müssen, Vereinsstrukturen, die nach unten durchsickern. Und dann wundern sich alle, warum ein Talent im Wettkampf nicht liefert. Die Identität dieser jungen Spieler steckt komplett im Fussball. Wenn die Leistung einbricht, bricht das Selbstbild mit ein. Das ist keine Schwäche – das ist Psychologie. [Harwood et al. (2015)](https://doi.org/10.1123/jsep.2014-0116) haben gezeigt, dass psychologische Begleitung im Jugendfussball nicht nur die Leistung stabilisiert, sondern auch das allgemeine Wohlbefinden verbessert. Wer mit fünfzehn lernt, dass er mehr ist als seine Leistung auf dem Platz, hat einen Vorteil, den kein Techniktraining ersetzen kann. Was ich mit Nachwuchsspielern anders mache als mit Profis: weniger kognitive Arbeit, mehr Routinen und Körperarbeit. Atemtechniken statt Gedankenanalyse. Feste Rituale vor dem Spiel statt lange Gespräche. In dem Alter muss es einfach sein, sonst wird's nicht umgesetzt. Hab' ich oft genug erlebt. Und, das sage ich den Eltern jedes Mal: Der grösste mentale Boost für einen jungen Fussballer? Ein Elternteil, das nach dem Spiel nicht als Erstes über die Leistung redet. Einfach mal fragen: "Hat's Spass gemacht?" ## Was die mental stärksten Fussballer gemeinsam haben Jetzt der Teil ohne Methode. Ohne Übung. Ohne Drei-Schritte-Plan. Die Fussballer, die mich in all den Jahren am meisten beeindruckt haben, sind nicht die ohne Nervosität. Nicht die, die cool wirken. Es sind die, die einen schlechten ersten Durchgang haben, und im zweiten trotzdem abliefern. Die nach dem dritten Fehlpass nicht den Kopf hängen lassen, sondern den vierten Ball fordern. Was die gemeinsam haben: Sie haben irgendwann aufgehört, gegen den Druck zu kämpfen. Und angefangen, mit ihm zu arbeiten. Ob man das lernen kann? Ja. Aber nicht über Nacht. Und nicht allein. ## Häufige Fragen zu Mentaltraining im Fussball **Braucht mein Kind einen Mental Coach?** Nicht jeder junge Fussballer braucht Mentaltraining. Aber wenn die Leistung im Wettkampf regelmässig unter dem Trainingsniveau liegt, oder wenn der Spass nachlässt und der Druck überhandnimmt, dann lohnt es sich, das Gespräch zu suchen. Lieber einmal zu früh als einmal zu spät. **Ab welchem Alter macht Mentaltraining im Fussball Sinn?** Ab etwa zwölf bis dreizehn Jahren kann man gezielt arbeiten. Davor helfen einfache Routinen, Atemübungen und vor allem: ein Umfeld, das nicht nur Leistung bewertet. Die Methoden müssen zum Alter passen, ein Fünfzehnjähriger braucht andere Werkzeuge als ein Champions-League-Spieler. **Wie läuft eine Zusammenarbeit mit einem Sport Mental Coach ab?** Typischerweise beginnt es mit einem Analysegespräch, in dem wir die Situation analysieren. Danach arbeiten wir in regelmässigen Sitzungen, je nach Bedarf wöchentlich oder vor grossen Wettkämpfen intensiver. Der Fokus liegt immer auf konkreten, alltagstauglichen Techniken, die auf dem Platz funktionieren. **Nutzen Profi-Fussballer Mentaltraining?** Ja, und zunehmend offen. Auf Top-Level ist mentale Arbeit längst Teil der Leistungsinfrastruktur, genauso wie Physio, Ernährung oder Videoanalyse. Was sich verändert hat: Mentaltraining ist kein Zeichen von Schwäche mehr. Es ist ein professionelles Werkzeug. **Was kostet Mentaltraining im Fussball?** Das variiert je nach Coach, Erfahrung und Intensität der Zusammenarbeit. Einzelsitzungen liegen oft zwischen 150 und 350 CHF. Bei einer längerfristigen Begleitung lohnt sich ein Analysegespräch, um den Rahmen zu klären. *Mentaltraining im Fussball verändert nicht die Technik. Es verändert, was du mit deiner Technik unter Druck anfangen kannst.* **Weiterführende Artikel:** * [Was ist Sportmentaltraining? Definition, Wirkung und Methoden →](/was-ist-sportmentaltraining/) * [5 Methoden im Sportmentaltraining, die wirklich funktionieren →](/methoden-sportmentaltraining/) * [Nervosität vor dem Wettkampf: 7 Strategien, die unter Druck funktionieren →](/nervositaet-vor-wettkampf/) * [Mentale Stärke trainieren: Was wirklich hilft – und was nur gut klingt →](/mentale-staerke-trainieren-sport/) ## Referenzen * Harwood, C. G., Barker, J. B., & Anderson, R. (2015). Psychosocial development in youth soccer players. _Journal of Sport & Exercise Psychology, 37_(2), 145-161. --- ## Schwierige Gespräche führen: Was Aufschieben wirklich kostet - URL: https://raypopoola.com/schwierige-gespraeche-fuehrung-kmu/ - Rubrik: Business - Autor: Ray Popoola - Veröffentlicht: 2026-03-25 · Aktualisiert: 2026-05-18 Schwierige Gespräche führen gehört zur Führung. Warum KMU-Chefs sie trotzdem aufschieben – und was das Team dabei wirklich lernt. Schwierige Gespräche führen heisst, als Führungskraft Klartext zu sprechen, bevor aus kleinen Spannungen grosse Probleme werden. Es bedeutet, Verhalten konkret zu benennen, die Auswirkung zu zeigen und eine messbare Erwartung zu formulieren, ohne auszuweichen, ohne aufzuschieben. Die meisten Geschäftsführer wissen das. Und schieben es trotzdem auf. Es war ein Donnerstag, kurz vor halb fünf. Der Geschäftsführer eines Zürcher Handwerksbetriebs (achtzehn Mitarbeiter, solide Auftragslage, kein Krisenbetrieb) sass mir gegenüber und sprach seit zwanzig Minuten über Lieferantenprobleme, eine neue Planungssoftware und irgendeinen Termin mit der Hausbank nächste Woche. Alles wichtig. Alles dringend. Und alles nicht der eigentliche Grund, warum er da war. Irgendwann hab’ ich ihn unterbrochen. «Welches Gespräch schiebst du seit Wochen vor dir her?» Stille. Dann, nach ein paar Sekunden: «Das mit meinem Produktionsleiter.» Schwierige Gespräche führen: Das ist eine dieser Formulierungen, die in jedem Führungsratgeber vorkommt. Logisch. Einleuchtend. Kein vernünftiger Mensch würde dagegen argumentieren. Und trotzdem gibt es kaum ein Thema, bei dem der Abstand zwischen Einsicht und Handlung so riesig ausfällt wie hier. Jede Führungskraft weiss es. Und fast jede schiebt es trotzdem auf. ## Was wirklich passiert, wenn das Gespräch ausbleibt Der häufigste Irrtum: Es passiert nichts. Das Problem bleibt, man lebt damit, und irgendwann löst es sich von allein. So denken die meisten. Und so funktioniert es, theoretisch, in keinem einzigen Fall, den ich in den letzten fünfzehn Jahren begleitet hab’. Stimmt also nicht. Was tatsächlich passiert, ist subtiler und auf lange Sicht deutlich teurer. Wer schwierige Gespräche als Führungskraft hinauszögert, sendet eine Botschaft. Nicht mit Worten – mit dem, was fehlt. Das Team beobachtet. Immer. Es registriert genau, wer sich was erlauben kann, ohne dass Konsequenzen folgen. Und es lernt daraus: Offenbar ist das hier normal. Offenbar gehört das zum Betrieb. Im Fall des Handwerksbetriebs war das Bild eindeutig: Der Produktionsleiter kam regelmässig zu spät, überging Absprachen mit dem Montageteam und reagierte auf Rückmeldungen mit passiver Aggression. Nicht einmal. Nicht zweimal. Über Monate. Die Kollegen sagten nichts. Nicht weil es ihnen egal war, sondern weil sie sahen, dass auch der Chef nichts sagte. Warum sollten sie den Kopf hinhalten, wenn die Führung selbst den Mund hält? Gallup hat das 2024 in Zahlen gepackt: In Teams, in denen Konflikte nicht adressiert werden, liegt die Fluktuation unter Leistungsträgern 34 Prozent höher als im Durchschnitt. 34 Prozent. Das sind nicht die Lauten, die gehen. Es sind die Leisen. Die Verlässlichen. Die, die Optionen haben und irgendwann die Tür leise hinter sich schliessen. Ich hab’ dieses Muster bei so vielen Betrieben gesehen, dass ich aufgehört hab’, es als Einzelfall zu betrachten. Schon in meiner Banking-Zeit bei UBS und Credit Suisse war es nicht anders: Die teuersten Probleme in einer Organisation waren nie die offensichtlichen. Es waren immer die, über die geschwiegen wurde. Die Gespräche, die keiner führen wollte. ## Warum Geschäftsführer schwierige Gespräche aufschieben In einem KMU mit fünfzehn Mitarbeitern ist Nähe kein Bonus. Nicht wenn es um Konfrontation geht. Man kennt sich. Man isst zusammen. Man weiss, dass der andere gerade den Hausbau stemmt oder eine kranke Mutter pflegt. Und genau diese Nähe, in guten Zeiten die grösste Stärke kleiner Unternehmen, wird in Konfliktsituationen zum Schutzschild gegen Klarheit. Das klingt paradox. Ist es aber nicht. In einem Konzern mit fünfhundert Leuten ist ein Konfliktgespräch ein Prozess mit HR im Hintergrund. In einem KMU ist es ein Moment zwischen zwei Menschen, die sich morgen früh wieder in die Augen schauen müssen. Drei Vermeidungsmuster, die mir in der Arbeit mit Unternehmern immer wieder begegnen: Erstens: «Der regelt das schon von allein.» Das ist Wunschdenken als Führungsstrategie. In vierzehn Jahren Leadership Coaching hab’ ich exakt null Fälle erlebt, in denen sich ein echtes Leistungsproblem einfach von selbst gelöst hat. Null. Nicht einen einzigen. Zweitens: «Ich will die Stimmung nicht kaputt machen.» Verständlich. Nachvollziehbar sogar. Aber die Stimmung ist längst kaputt, man hat sich bloss daran gewöhnt. Das restliche Team spürt die Spannung jeden Tag. Es spricht nur nicht darüber. Jedenfalls nicht mit dem Chef. Untereinander schon: in der Kaffeeküche, auf dem Parkplatz, nach Feierabend. Drittens: «Ich finde einfach nicht den richtigen Moment.» Ehrlich gesagt, den gibt es nicht. Der richtige Moment für das schwierige Gespräch war vor drei Wochen. Der zweitbeste Moment ist jetzt. Alles dazwischen ist Vermeidung, die sich als Timing-Gespür verkleidet. ## Was ein Konfliktgespräch im KMU wirklich braucht Nicht Mut. Das sagen alle. Und es trifft den Kern nicht ganz. Was es braucht, ist Vorbereitung. Klingt weniger heldenhaft als «Mut zur Konfrontation». Funktioniert aber erheblich besser. Im Spitzensport gibt es eine Parallele, die ich bei fast jedem Leadership-Coaching-Mandat irgendwann heranziehe: Ein Trainer, der seinem Athleten in der Halbzeitpause sagt «Du spielst schlecht», hat das Spiel schon verloren. Nicht weil die Beobachtung falsch wäre, sondern weil sie keinen Handlungsrahmen liefert. Der Athlet weiss danach, was nicht stimmt. Aber nicht, was er in den nächsten 45 Minuten anders machen soll. In der Führung eines kleinen Unternehmens läuft es nach dem gleichen Prinzip. Ein Gespräch, das nur benennt, ohne eine klare Richtung vorzugeben, erzeugt Abwehr. Der Mitarbeiter fühlt sich angegriffen, geht in die Defensive, und nach drei Tagen sind alle wieder im gewohnten Muster. Was stattdessen funktioniert (und das ist nicht Theorie, sondern etwas, das ich im Leadership Coaching mit Dutzenden Geschäftsführern in realen Situationen durchgearbeitet hab’): Verhalten beschreiben, nicht bewerten. «Du bist unzuverlässig»: Das ist ein Urteil. Es löst sofort Verteidigung aus. «In den letzten drei Wochen gab es vier Situationen, in denen die Unterlagen nicht rechtzeitig vorlagen»: Das ist eine Beobachtung. Der Unterschied klingt nach Wortklauberei. Ist er aber nicht. Ein Urteil schliesst ein Gespräch. Eine Beobachtung öffnet es. Die Auswirkung benennen, nicht die Absicht unterstellen. Niemand weiss mit Sicherheit, warum jemand etwas tut. Was man aber sehen kann, ist die Wirkung auf andere: «Wenn die Unterlagen fehlen, können drei Kollegen am Montag nicht starten.» Das ist ein Fakt. Keine Interpretation. Kein Vorwurf. Erwartung formulieren. Konkret und messbar. «Ich erwarte, dass die Unterlagen ab sofort bis Montagmorgen 8 Uhr vorliegen. Jede Woche.» Nicht: «Bitte sei in Zukunft pünktlicher.» Das eine ist eine Vereinbarung. Das andere ist ein Wunsch, der am Dienstag vergessen ist. ## Der Moment danach Was die meisten unterschätzen: Das Gespräch selbst ist selten das Schwierigste. Es ist der Moment danach. Man sitzt an seinem Schreibtisch und denkt: War das zu hart? Hätte ich anders formulieren sollen? Ist die Stimmung jetzt kaputt? Die innere Stimme, die einem zuflüstert: Hättest du es einfach gelassen. Kenn’ ich. Von mir selbst und von praktisch jedem Unternehmer, mit dem ich in den letzten Jahren zusammengearbeitet hab’. Der Handwerksunternehmer aus Zürich hat das Gespräch dann tatsächlich geführt. Einen Freitagnachmittag, nach der letzten Schicht. Er hatte sich vorbereitet: drei Punkte aufgeschrieben, nicht mehr. Und er hat geübt, laut, allein im Büro. Auch das ist übrigens ein direkter Transfer aus dem Sport: Was man einmal laut ausgesprochen hat, kommt beim zweiten Mal leichter über die Lippen. Er hat mir danach geschrieben: «War gar nicht so schlimm wie in meinem Kopf. Und der Produktionsleiter hat gesagt, er hätte sich gewünscht, dass das früher kommt.» Ob das immer so läuft? Natürlich nicht. Manche Gespräche enden mit einer Kündigung. Manche mit Tränen. Manche mit einer Stille, die sich erst nach Tagen löst. Aber das Muster, das sich in meiner Arbeit über zwanzig Jahre bestätigt: Die Teams, in denen Klartext gesprochen wird, sind nicht die harmonischsten. Sie sind die stabilsten. ## Schwierige Gespräche führen ist Übungssache Im Sport trainiert man Bewegungsabläufe so lange, bis sie unter Druck abrufbar sind. Nicht weil sie dann perfekt werden, sondern weil das Nervensystem einen Weg kennt, auch wenn der Kopf gerade blockiert. Führungskommunikation funktioniert nach dem gleichen Prinzip. Wer schwierige Gespräche nur dann führt, wenn es bereits brennt, wird sie immer als Ausnahmezustand erleben. Jedes Mal aufs Neue. Voller Adrenalin, voller Zweifel hinterher. Wer sie aber in kleinen Dosen übt (bei kleineren Themen, in weniger aufgeladenen Momenten) baut eine Fähigkeit auf, die irgendwann nicht mehr Überwindung kostet. Eine Geschäftsführerin aus dem Dienstleistungsbereich, mit der ich letztes Jahr zusammengearbeitet hab’, hat angefangen, jeden Montag ein kurzes Feedback-Gespräch mit jedem Teammitglied zu führen. Fünf Minuten. Keine Agenda. Nur: «Was läuft gut? Was nicht?» Nach sechs Wochen sagte sie mir etwas, das ich seitdem oft zitiere: «Die schwierigen Gespräche sind nicht einfacher geworden. Aber sie kommen jetzt früher.» Das ist vielleicht der wichtigste Gedanke in diesem ganzen Artikel. Schwierige Gespräche werden nicht leichter. Sie werden früher. Und damit kleiner. Überschaubarer. Weniger aufgeladen. Führbar. Wenn Du das in Deinem Unternehmen angehen möchtest, [vereinbare ein kostenloses Analysegespräch](/business-leadership-coaching/#termin). ## Häufige Fragen zum Thema schwierige Gespräche führen ### Warum schieben Führungskräfte schwierige Gespräche auf? Weil Nähe im KMU die Konfrontation erschwert. Man kennt sich, man schätzt sich, und genau das macht Klartext unbequem. Dazu kommt die Hoffnung, das Problem löse sich von allein. In über fünfzehn Jahren Coaching habe ich keinen einzigen Fall erlebt, in dem das funktioniert hat. ### Wie bereite ich ein schwieriges Gespräch als Führungskraft vor? Drei Dinge aufschreiben: konkretes Verhalten (nicht Bewertung), die Auswirkung auf das Team, und die klare Erwartung für die Zukunft. Wer das einmal laut ausspricht (allein, vor dem Gespräch) kommt im Moment selbst deutlich ruhiger rein. ### Was kostet es, ein Konfliktgespräch im KMU zu vermeiden? Mehr als die meisten denken. Gallup zeigt: In Teams ohne Konfliktkultur liegt die Fluktuation unter Leistungsträgern 34 Prozent höher. Dazu kommen verdeckte Kosten: sinkende Motivation, passives Verhalten, und die besten Leute, die still gehen. ### Kann man schwierige Gespräche führen lernen? Ja, wie jede Fähigkeit. Wer regelmässig kurze Feedback-Gespräche führt, baut die Kompetenz auf, auch grössere Konflikte früher und ruhiger anzusprechen. Die Gespräche werden nicht leichter. Sie kommen früher. Und damit kleiner. ### Gibt es Führungscoaching für schwierige Gespräche in Zürich? Ja. Im Leadership Coaching arbeiten wir gezielt an solchen Situationen: konkrete Vorbereitung, Rollenspiel, Nachbesprechung. Ray Popoola begleitet Geschäftsführer und Führungskräfte in Zürich und online. ## Und jetzt? Wer als Führungskraft im KMU schwierige Gespräche führen will, braucht kein Rhetorik-Seminar und keinen aufwändigen HR-Prozess. Was es braucht: den Entschluss, dass Klarheit kein Luxus ist, sondern ein Führungsinstrument. Eines, das man trainieren kann. Wie alles andere auch. Eine Frage zum Schluss, die ich jedem stelle, der mir gegenübersitzt: Welches Gespräch schiebt man gerade vor sich her, und was passiert, wenn man es diese Woche noch führt? Schwierige Gespräche führen heisst nicht, Konflikte zu suchen. Es heisst, sie nicht mehr zu vermeiden. Manchmal reicht schon die ehrliche Antwort auf diese eine Frage. ## Quellennachweis Gallup (2024): State of the Global Workplace 2024. Gallup, Inc. Edmondson, A. C. (2019): The Fearless Organization. John Wiley & Sons. ## Weiterführende Artikel - [Mental Coaching für Unternehmer in Zürich: Wo Business Coaching endet](/mental-coaching-unternehmer-zuerich/) --- ## Nervosität vor dem Wettkampf: 7 Strategien unter Druck - URL: https://raypopoola.com/nervositaet-vor-wettkampf/ - Rubrik: Sport - Autor: Ray Popoola - Veröffentlicht: 2026-03-23 · Aktualisiert: 2026-04-19 Nervosität vor dem Wettkampf ist normal – aber sie muss dich nicht ausbremsen. Sieben erprobte Strategien aus über 15 Jahren Arbeit mit Spitzenathleten. Feuchte Hände. Puls bei 140, noch vor dem Aufwärmen. Und irgendwo im Hinterkopf rattert ein Film, in dem alles schiefgeht. Manche sagen Lampenfieber, andere Wettkampfangst. Nervosität vor dem Wettkampf ist eine physiologische Aktivierungsreaktion: Der Körper bereitet sich auf Leistung vor. Das Problem ist nicht die Nervosität selbst, sondern der fehlende Umgang damit. Wer sie bekämpft, verstärkt sie. Wer sie nutzt, hat einen Vorteil. Nervosität vor dem Wettkampf. Ich arbeit’ seit über fünfzehn Jahren mit Athleten, die das kennen, vom Junioren-Schwimmer bis zur Olympia-Fechterin. Der Ratschlag, den die vorher am häufigsten gehört haben: „Entspann dich einfach.“ Ich sag’ dir offen: Das ist der nutzloseste Satz im Sport. Nicht weil Entspannung falsch wäre. Sondern weil er das Signal falsch liest. Nervosität ist kein Defekt. Kein Fehler, den man abstellen muss. Sie zeigt, dass etwas auf dem Spiel steht. Und das Nervensystem macht genau das, wofür es gebaut ist. Was du als Nächstes tust, das macht den Unterschied. Sieben Ansätze, die in meiner Praxis unter echtem Druck funktionieren. ## Nervosität vor dem Wettkampf verstehen: warum du gegen den falschen Gegner kämpfst [Crum et al. (2017)](https://doi.org/10.1080/10615806.2017.1329462) haben etwas gezeigt, das mich damals überrascht hat, und das ich seitdem jedem Klienten erklär’. Ob du unter Druck performst oder blockierst, hängt weniger von der Intensität ab. Es hängt davon ab, wie du die Nervosität interpretierst. Ob das die ganze Erklärung ist … ich weiss es nicht. Aber es hat verändert, wie ich mit Athleten arbeite. Die das Herzrasen als „mein Körper macht sich bereit“ lesen, performen besser. Die es als Bedrohung lesen („mir rutscht gleich alles weg“), performen schlechter. Gleicher Körper. Komplett anderes Ergebnis. Die meisten Athleten, die zu mir kommen, führen einen aktiven Kampf gegen ihre eigene Nervosität. Ohne zu merken, dass genau das die Energie frisst. Die sie eigentlich für den Wettkampf bräuchten. Bevor du irgendeine Technik lernst, prüf deine Haltung. Was denkst du über deine Nervosität? Feind oder Signal? ## Atemsteuerung: der schnellste Hebel, den du hast Von allen Werkzeugen, die ich kenne, wirkt dieses in Minuten. Ausatmung länger als Einatmung: vier Sekunden rein, sechs bis acht raus. [Van Diest et al. (2014)](https://doi.org/10.1007/s10484-014-9253-x) haben gemessen, dass langsames Atmen mit verlängerter Ausatmung die Herzratenvariabilität verbessert und den Stresspegel senkt. Ehrlich gesagt hab’ ich das anfangs nicht ernst genommen. Zu simpel. Dann hab’ ich es mit einer Fechterin vor den Olympischen Spielen ausprobiert: drei Wochen tägliches Üben, fünf Minuten. Am Wettkampftag war es das Einzige, was den Übergang vom Aufwärmraum auf die Planche möglich gemacht hat. Jedenfalls hat sie das so beschrieben. Der Haken, und das sage ich bei jeder Atemtechnik: Am Tag des Wettkampfs zum ersten Mal tief durchatmen bringt nichts. Dein Nervensystem braucht Wiederholung, nicht gute Vorsätze. Fünf Minuten täglich, drei Wochen. Klingt nach wenig Aufwand? Ist es auch. Genau deshalb machen es die wenigsten, weil es zu einfach klingt, um zu wirken. ## Was ein einziger Satz verändern kann „Ich bin nervös“ und „ich bin bereit“: Dein Körper macht bei beiden fast dasselbe. Erhöhter Puls, Adrenalin, Muskelspannung. Der Unterschied steckt in der Interpretation. Letzten Herbst kommt ein junger Schwimmer zu mir. Junioren-Nationalteam. Im Training: Bestzeiten. Im Wettkampf: regelmässig unter seinem Niveau. Wir brauchen zwei Wochen, um zu verstehen, was passiert. Sein Problem war nicht die Nervosität. Sein Problem war, dass er sie als Beweis gelesen hat. Dass er nicht bereit ist. Wir haben an einem einzigen Satz gearbeitet: „Das Kribbeln heisst, ich bin wach.“ (Ja, das klingt lächerlich wenig. Hat trotzdem gereicht.) Ob das bei jedem so schnell geht? Nein. Und ob ein einzelner Satz immer reicht, naja, das wär’ schön. Aber der Mechanismus dahinter ist immer derselbe. Du änderst nicht die Nervosität. Du änderst, was sie für dich bedeutet. ## Routinen, Prozessfokus und das Selbstgespräch, das du nicht bemerkst Drei Dinge, die ich hier zusammenfasse, weil sie in der Praxis zusammengehören. Auf dem Papier sind es getrennte Strategien. Im Wettkampf greifen sie ineinander. **Routinen** geben dir etwas Bekanntes in einer Situation voller Unbekannter. Ein Fechter, mit dem ich arbeite, klopft vor jedem Gang zweimal auf seine Maske. Nicht Aberglauben – Konditionierung. Das Nervensystem kennt den Ablauf und schaltet von „Alarm“ auf „kenn’ ich schon.“ Wir haben das über Monate eintrainiert. Am Morgen des Wettkampfs improvisieren, das funktioniert nicht. **Prozessfokus** heisst: du denkst in Aktionen statt in Resultaten. Leistungsdruck im Sport kommt selten nur von innen: Eltern schauen zu, der Trainer, der Verband. Und das verleitet dich, ans Podest zu denken. Oder an die Niederlage. Beides liegt in der Zukunft. Die Zukunft kannst du nicht steuern, das weisst du, das wissen wir alle. Was du steuern kannst: den nächsten Schlag. Die nächsten dreissig Sekunden. Den ersten Angriff. Die unter Wettkampfnervosität am stabilsten performen, haben das gemeinsam. Hab’ ich bei so vielen gesehen, dass ich irgendwann aufgehört hab’, Zufall in Betracht zu ziehen. Man denkt in dem, was man tut, nicht in dem, was passieren könnte. **Das Selbstgespräch** (und das ist der Teil, den die meisten Athleten komplett unterschätzen) läuft sowieso. Die Frage ist nicht ob du mit dir redest, sondern was du sagst. „Das wird nichts.“ „Die anderen sind besser.“ „Ich hab zu wenig trainiert.“ Bei den meisten läuft das im Hintergrund, unbewusst, auf Repeat. Erster Schritt ist simpler als man denkt: Aufschreiben. Eine Woche lang, nach jedem Training. Was lief durch den Kopf? Wann hat’s angefangen? Das allein verändert schon was, weil Bewusstheit die halbe Arbeit ist. Dann der Umbau. Nicht von „ich schaff das nicht“ zu „ich bin der Beste.“ Das kauft einem das Gehirn nicht ab. Zu etwas, das stimmt und trotzdem hilft. „Ich hab’ härter trainiert als die meisten hier.“ Oder schlicht: „Ich weiss, was ich kann.“ ## Die Nervosität vorwegnehmen: Visualisierung im Wettkampf Visualisierung hat ein Image-Problem. Klingt nach Räucherstäbchen und Wunschdenken. Ist aber Neurowissenschaft: Wenn du eine Bewegung mental durchspielst, aktiviert dein Gehirn dieselben motorischen Areale wie bei der tatsächlichen Ausführung. Nicht im vollen Umfang, aber genug, um neuronale Bahnen zu stärken. Wie ich das in meiner Praxis einsetze: Der Athlet durchlebt den ganzen Wettkampftag im Kopf. Vom Aufstehen bis zum kritischen Moment. Nicht als Wunschfilm. Realistisch, inklusive Nervosität, inklusive Druck. Inklusive dem Moment, in dem der innere Film sagt: „Du packst das nicht.“ Wenn das Gehirn die Situation schon „erlebt“ hat, reagiert es beim echten Mal mit Wiedererkennung. Nicht mit Panik. Ein Eisschnellläufer, den ich betreut hab’, spielt seine Starts sieben Tage vor dem Wettkampf täglich mental durch. Am Tag selbst sagt er mir: „Fühlte sich an wie das achte Mal.“ Ob man das auf alle Sportarten 1:1 übertragen kann, da bin ich mir nicht sicher. Aber das Prinzip hält. Im Grunde willst du, dass sich der Wettkampftag anfühlt wie etwas Bekanntes. Nicht wie ein Sprung ins Unbekannte. ## Die Haltung hinter allem Jetzt kommt der Teil, der kein Werkzeug ist. Keine Methode. Keine Übung, die du in drei Wochen eintrainierst. Die Athleten, die mich in fünfzehn Jahren am meisten beeindruckt haben, das sind nicht die Nervenstarken. Nicht die ohne Zittern. Es sind die, die zittern und trotzdem machen. Die irgendwann aufgehört haben, den Schmetterling im Bauch als Feind zu sehen. Eher so was wie ein alter Bekannter. Lästig, ja. Aber man kennt sich. Nach ihrem grössten Sieg frag’ ich eine Athletin: „Warst du nervös?“ Ihre Antwort: „Natürlich. Aber das bin ich immer. Nervös heisst, es zählt.“ Ob man die Nervosität vor dem Wettkampf jemals ganz loswird? Wahrscheinlich nicht. Und ehrlich gesagt – ich bin mir nicht sicher, ob man das überhaupt will. Was sich ändern kann: der Umgang damit. Dafür sind die Strategien oben da. ## Häufige Fragen zu Nervosität vor dem Wettkampf **Wie lange vor dem Wettkampf beginnt die Nervosität?** Individuell: Manche Athleten spüren sie Tage vorher, andere erst beim Aufwärmen. Je grösser die subjektive Bedeutung, desto früher setzt sie ein. Aber wann sie kommt, ist weniger relevant als was du damit machst. **Kann Nervosität die Leistung verbessern?** Ja, tatsächlich. Ein moderates Aktivierungsniveau macht dich schärfer. Das ist das Yerkes-Dodson-Gesetz, und es hält sich seit über hundert Jahren in der Forschung. Zu wenig Aktivierung: du bist träge. Zu viel: du blockierst. Die Kunst ist, im Fenster dazwischen zu bleiben. **Hilft Sportmentaltraining gegen Wettkampfangst?** Nicht „gegen“ – eher „mit.“ Wettkampfangst verschwindet nicht durch Mentaltraining. Aber du lernst Werkzeuge, die verhindern, dass sie deine Leistung sabotiert. Das ist ein Prozess über Wochen, kein Quick Fix. **Ab welchem Alter lohnt sich Mental Coaching im Sport?** Es gibt kein „zu früh“, aber die Methoden müssen zum Alter passen. Bei jüngeren Athleten arbeite ich mehr mit Routinen und Atemübungen. Bei älteren kommt die kognitive Arbeit dazu, also Gedanken umdeuten und Selbstgespräch bewusst steuern. Sobald der Druck steigt, lohnt es sich. _Nervosität vor dem Wettkampf wird nicht verschwinden. Aber sie muss dich nicht mehr ausbremsen._ **Weiterführende Artikel:** * [5 Methoden im Sportmentaltraining, die wirklich funktionieren →](/methoden-sportmentaltraining/) * [Was ist Sportmentaltraining? Definition, Wirkung und Methoden →](/was-ist-sportmentaltraining/) * [Mentaltraining im Fussball: Warum Technik allein nicht reicht →](/mentaltraining-fussball/) * [Mentale Stärke trainieren: Was wirklich hilft – und was nur gut klingt →](/mentale-staerke-trainieren-sport/) ## Referenzen * Crum, A. J., Akinola, M., Martin, A., & Fath, S. (2017). The role of stress mindset in shaping cognitive, emotional, and physiological responses to challenging and threatening stress. _Anxiety, Stress, & Coping, 30_(4), 379-395. * Van Diest, I., Verstappen, K., Aubert, A. E., et al. (2014). Inhalation/Exhalation Ratio Modulates the Effect of Slow Breathing on Heart Rate Variability and Relaxation. _Applied Psychophysiology and Biofeedback, 39_, 171-180. --- ## Stressbewältigung im Sport: Das Stress Playbook für Athleten - URL: https://raypopoola.com/das-stress-playbook-taktiken-fuer-mentale-staerke-im-sport/ - Rubrik: Sport - Autor: Ray Popoola - Veröffentlicht: 2026-03-20 · Aktualisiert: 2026-03-25 Vier Strategien zur Stressbewältigung im Sport, die wirklich funktionieren. Mit konkreten Übungen aus 15+ Jahren Arbeit mit Olympia-Athleten. „Lern’ dich zu entspannen, dann wird das schon.“ Ich hab’ aufgehört zu zählen, wie oft ich diesen Satz gehört habe. Von Trainern, von Eltern, von wohlmeinenden Teamkollegen. Und jedes Mal denke ich: Das ist ungefähr so hilfreich wie jemandem zu sagen, er soll aufhören, nass zu werden – mitten im Regen. Stressbewältigung im Sport funktioniert nicht durch Entspannung. Jedenfalls nicht so, wie die meisten sich das vorstellen. Stressbewältigung im Sport bedeutet, die körperliche Aktivierung gezielt zu steuern – nicht sie loszuwerden. Wer das versteht, verwandelt Druck in Leistung. In über fünfzehn Jahren Arbeit mit Spitzensportlern (Olympia, Weltmeisterschaften, Nationalteams) hab’ ich etwas gelernt, das mich anfangs selbst überrascht hat: Die Athleten, die unter Druck am stabilsten performen, sind nicht die Entspanntesten. Es sind die, die gelernt haben, mit Stress zu arbeiten statt gegen ihn. Und dafür gibt es einen Rahmen. Vier Strategien der Stressbewältigung im Sport, die Reuter und Schwarzer (2009) beschrieben haben, und die ich in meiner Praxis in konkrete Übungen übersetze. Nicht theoretisch. Praktisch. Mit Athleten, die am nächsten Tag auf die Matte, aufs Eis oder an den Start müssen. Hier ist das Stress Playbook. ## Vier Wege, Stress im Sport zu begegnen Bevor wir in die einzelnen Strategien einsteigen: Stress im Sport ist nicht eine Sache. Es sind mindestens vier verschiedene Dinge. Und jede Variante braucht einen anderen Ansatz. * **Reaktives Coping**: Wenn der Stress schon da ist. Niederlage, Verletzung, Rückschlag * **Antizipatorisches Coping**: Wenn du weisst, dass etwas Stressiges kommt. Wettkampf, Selektion, Aufstieg * **Präventives Coping**: Wenn du Ressourcen aufbaust, bevor du sie brauchst * **Proaktives Coping**: Wenn du dein Verhältnis zu Stress selbst umbaust Die meisten Athleten, die zu mir kommen, kennen vielleicht einen dieser Wege. Und wundern sich, warum ihre Stressbewältigung im Sport nicht funktioniert. (Stell dir vor, du versuchst mit einem Schraubenzieher einen Nagel reinzuhauen. Das Werkzeug ist nicht schlecht. Es ist das falsche.) ## Reaktives Coping: Wenn der Stress schon passiert ist Reaktives Coping ist die Strategie für Situationen, die bereits eingetreten sind. Du hast verloren. Du wurdest aus der Startaufstellung gestrichen. Du hast dir das Kreuzband gerissen. Der Schaden ist da. Die Stressbewältigung im Sport beginnt hier mit drei Ansatzpunkten, und die meisten Athleten kennen nur einen davon. **Problemorientiert:** Du gehst direkt an die Ursache. Die Niederlage lag an einer bestimmten Technik? Dann trainierst du genau diese Technik. Nicht irgendwann. Jetzt. Das klingt offensichtlich, aber ich erlebe regelmässig, dass Athleten stattdessen an ihrem „Mindset“ arbeiten wollen. Manchmal ist das Mindset aber nicht das Problem. Manchmal ist es einfach die Rückhand. **Emotionsorientiert:** Hier geht es um die Gefühle, die der Rückschlag ausgelöst hat. Verstehen, was emotional passiert. Regulieren. Verarbeiten. Mentales Training und gezielte Entspannungsübungen helfen, aber nur wenn du weisst, welche Emotion du eigentlich bearbeitest. „Ich fühl’ mich schlecht“ reicht nicht. **Beziehungsorientiert:** Du holst dir Unterstützung. Trainer, Familie, Teamkollegen. Stress teilen heisst nicht, schwach zu sein. Es heisst, intelligent mit deinen Ressourcen umzugehen. Und ehrlich gesagt, manche meiner härtesten Klienten brauchten genau das am meisten. Nicht noch eine Übung. Sondern jemanden, der zuhört. ### Übung: Entspannungsatmung Atemübungen klingen banal. Sind sie auch, bis du sie unter Druck brauchst und merkst, dass du sie nie richtig geübt hast. Eine [Studie von Van Diest et al. (2014)](https://doi.org/10.1007/s10484-014-9253-x) hat gezeigt: Langsame Atemzüge (sechs pro Minute) führen zu weniger Stress, mehr Entspannung und mehr positiver Energie als schnelle Atmung mit zwölf Atemzügen. Ob das die ganze Erklärung ist, weiss ich nicht. Aber die Faustregel funktioniert: Ausatmung doppelt so lang wie Einatmung. **So geht’s:** * Konzentrier’ dich auf die Bauchatmung. Deine Aufmerksamkeit liegt nur auf dem Ausatmen, langsam durch den Mund. Das Einatmen durch die Nase geschieht von allein * Ausatmungsphase doppelt so lang wie Einatmung. Du solltest spüren, wie die Spannung mit jedem Ausatmen nachlässt * Drei bis fünf Wiederholungen (Birrer et al., 2010) Was mich daran am meisten überzeugt hat: Es funktioniert besser, wenn du es vorher trainierst. Nicht erst im Moment, wo du’s brauchst. Das Nervensystem lernt durch Wiederholung, nicht durch gute Vorsätze. ## Antizipatorisches Coping: Wenn du weisst, was kommt Du stehst vor einem Wettkampf. Einer Talentsichtung. Dem Aufstieg in die Profi-Liga. Du weisst, dass es stressig wird. Und dein Kopf macht daraus eine Bedrohung. Für die Stressbewältigung im Sport heisst antizipatorisches Coping: Du bereitest dich mental auf das vor, was kommt. Nicht durch Verdrängen. Durch aktives Umdeuten. Oder durch gezielte Ablenkung. Oder (und das unterschätzen die meisten) durch Zuspruch von aussen. Letzten Herbst hatte ich eine Athletin, Nationalteam, vor ihrem grössten Wettkampf. Sie hat drei Nächte kaum geschlafen. Nicht weil sie schlecht vorbereitet war. Sondern weil ihr Kopf den Wettkampf als Bedrohung geframet hat. Wir haben das in zwei Sessions umgebaut. Nicht durch „denk positiv“. Sondern durch eine konkrete Technik. ### Übung: Affirmation (Selbstbekräftigung) Ich weiss: Affirmation klingt nach Kalenderspruch. Ist es aber nicht. Jedenfalls nicht, wenn du es richtig machst. Eine Affirmation ist ein selbstbekräftigender Satz, der einen erwünschten Zustand ausdrückt. Er ersetzt die negativen, stressauslösenden Erwartungen. Die bewusste Wiederholung erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass der Wunschzustand eintritt. Kein Zauber. Neuroplastizität. **Vier Schritte:** **Schritt 1: Selbstbeobachtung.** Was denkst du vor dem Wettkampf? Welche negativen Gedanken tauchen auf? Überwiegen die Befürchtungen? **Schritt 2: Negative Gedanken formulieren.** Schriftlich. Nach Bedeutsamkeit geordnet, grösste Befürchtung zuerst. Das klingt kontraintuitiv, aber du musst wissen, wogegen du arbeitest. **Schritt 3: Erwünschtes Verhalten beschreiben.** Wie willst du dich in der schwierigen Situation verhalten? Konkret. Nicht „selbstbewusst sein“, sondern: „Ich greife meinen Gegner in den ersten dreissig Sekunden an.“ **Schritt 4: Positive Sätze formulieren.** Die negativen Gedanken werden jetzt im Sinne des erwünschten Verhaltens umformuliert. Am besten mit einem Coach. Dann: in Trainings- und Wettkampfsituationen einstudieren. Und hier ist der Clou, den die meisten vergessen: Die Wirkung steigt deutlich, wenn du die Affirmation mit einer Atemübung kombinierst (Baumann, 2011). Erst entspannen, dann programmieren. Reihenfolge nicht verhandelbar. ## Präventives Coping: Ressourcen aufbauen, bevor du sie brauchst Bei der Stressbewältigung im Sport geht es nicht nur um das, was bereits passiert ist oder bald passieren wird. Präventives Coping baut Widerstandsfähigkeit auf (Resilienz) für Herausforderungen, die noch gar nicht eingetreten sind. Der Gedanke allein an eine mögliche Verletzung, ans Scheitern, an den altersbedingten Leistungseinbruch. Das ist der Bereich, in dem ich in meiner Praxis den grössten Hebel sehe. Weil er proaktiv ist. Du wartest nicht auf den Stress. Du baust mentale Stärke auf, bevor du sie brauchst. Eine der stärksten Ressourcen dafür: Selbstwirksamkeit. Die Überzeugung, dass du mit deinen eigenen Kompetenzen auch schwierige Situationen bewältigen kannst (Feltz et al., 2008). Und eine Methode, die diese Selbstwirksamkeit gezielt aufbaut, ist das athletenzentrierte Coaching nach Høigaard und Johansen (2004). ### Übung: Athletenzentriertes Coaching Der Fokus liegt auf einer Sache: Der Athlet findet seine eigenen Lösungen. Nicht der Trainer. Nicht der Coach. Der Athlet. (Das klingt einfach. In der Praxis ist es eine der schwierigsten Umstellungen für Trainer. Weil es bedeutet, Fragen zu stellen statt Antworten zu geben.) **Fünf Phasen:** * **Vereinbarung.** Frag’ den Athleten: Was muss passieren, damit sich dieses Gespräch im Anschluss als nützlich erweist? * **Wünschenswerte Zukunft.** Bitte ihn, sich eine erstrebenswerte Zukunft vorzustellen * **Entwicklungsschlüssel.** Frag’ nach Ausnahmen: Momente, in denen das Problem nicht oder weniger auftrat. Hier liegen die Stärken * **Entwicklungsstrategien.** Fragen nach Absichten, Zielen und Gefühlen in Verbindung mit dem angestrebten Verhalten * **Schlussfolgerungen.** Rückmeldung zu den Stärken des Athleten in Bezug auf seine Problemlösekompetenz **Sechs Fragetypen, die das Gespräch lenken:** * **Wunderfrage:** „Wenn heute Nacht ein Wunder geschähe, woran würdest du morgen das Wunder erkennen?“ Zielvereinbarung durch detaillierte Zustandsbeschreibung * **Ausnahmefrage:** „Was war in den Situationen anders, in denen das Problem nicht auftrat?“ Entdeckt existierende Fähigkeiten * **Skalierungsfrage:** „Auf einer Skala von 0 bis 10, wo stehst du?“ Überwacht Veränderungen, setzt Ziele * **Verarbeitungsfrage:** „Was hast du bereits versucht? Was hat (vielleicht auch nur teilweise) funktioniert?“ Erkennt vorhandene Stärken * **Beziehungsfrage:** „Wie würdest du auf deine Umgebung wirken, wenn das Problem gelöst wäre?“ Ermöglicht Perspektivwechsel * **Was-noch-Frage:** „Was noch?“ Immer wieder nachfragen. Die besten Antworten kommen selten als Erstes Ob das die einzige Methode ist, Selbstwirksamkeit aufzubauen? Sicher nicht. Aber sie hat etwas, das mir gefällt: Der Athlet verlässt das Gespräch mit seiner eigenen Lösung. Nicht mit meiner. ## Proaktives Coping: Dein Stress-Mindset umbauen Das ist die vierte Dimension, und für mich persönlich die spannendste. Proaktives Coping heisst: Du änderst nicht die Situation. Du änderst, wie du Stress wahrnimmst. Statt bevorstehende Anforderungen als Bedrohung zu sehen, erkennst du in ihnen Chancen. Schwierige Situationen werden zur Herausforderung statt zum Problem. Aus Risikomanagement wird Zielmanagement. Klingt nach Motivationsposter? Halt’ kurz aus. Aktuelle Forschung zeigt: Unser Verhältnis zu Stress ist veränderbar. [Crum et al. (2017)](https://doi.org/10.1080/10615806.2017.1329462) und Keech et al. (2019) haben nachgewiesen, dass Stress auch positive Konsequenzen haben kann, wenn das Mindset stimmt. Deine Stressreaktion ist der Weg deines Körpers, Kräfte zu mobilisieren. Aufmerksamkeit, Energie, Fokus. Das Problem ist nicht der Stress. Das Problem ist, was du darüber denkst. ### Übung: Stress-Mindset-Shift Drei Schritte: Stress anerkennen. Stress annehmen. Stress nutzen. **Acht Taktiken, die dabei helfen:** * **Akzeptanz.** Akzeptier’, was du nicht ändern kannst. Es ist, wie es ist. Aber es wird daraus, was du daraus machst * **Ent-Katastrophisieren.** Denk’ dein Worst-Case-Szenario mal bis zum Ende durch. Was ist das Schlimmste, das passieren kann? Wirklich? Meistens entziehst du deinen Ängsten damit die Kraft * **Blick auf das Positive.** Was ist das Gute an der Stresssituation? Was lernst du? Dein Gehirn ist formbar, je öfter du die neuronalen Bahnen positiver Gedanken aktivierst, desto leichter wird es * **Perspektivwechsel.** Was würdest du einem engen Freund in derselben Situation raten? Was denkst du in sechs Monaten über diesen Moment? * **Stress als Ressource.** Denk’ an vergangene Stresssituationen. Wie hat dir der Stress damals geholfen? Welche Fähigkeiten hat er aus dir hervorgeholt? * **Ressourcen aktivieren.** Welche dieser Fähigkeiten könnten auch diesmal helfen? * **Negative Denkmuster auflösen.** „Ich kann das nicht“ wird zu „Ich kann das noch nicht.“ „Ich könnte versagen“ wird zu „Fehler lassen mich wachsen.“ Bewusst. Wiederholbar. Nicht einmal, regelmässig * **Krisen als Wachstumsmotor.** In jeder Stresssituation steckt die Chance, über dich hinauszuwachsen. Welche Schwächen werden dir gerade bewusst? Woran könntest du aktiv arbeiten? (Haase, 2020) Ich sag’ das bewusst so direkt: Stressbewältigung im Sport ist kein Wohlfühl-Programm. Es ist Training. Mentales Training für dein Verhältnis zu Druck. Und wie jedes Training braucht es Wiederholung. ## Was bleibt Vier Strategien zur Stressbewältigung im Sport. Vier konkrete Übungen. Ein roter Faden: Du reagierst nicht nur auf Stress, du baust mentale Stärke und Werkzeuge auf, bevor du sie brauchst. Und du veränderst, wie du Stress wahrnimmst. Die Unterscheidung dieser vier Coping-Perspektiven nach Reuter und Schwarzer (2009) klingt akademisch. Ist sie auch. Aber in der Praxis macht sie den Unterschied zwischen einem Athleten, der immer dasselbe probiert, und einem, der versteht, welches Werkzeug wann passt. Ob du mit reaktivem Coping anfängst oder gleich ans proaktive gehst, hängt davon ab, wo du stehst. In meiner Arbeit starten wir meistens mit dem, was gerade brennt. Und arbeiten uns dann nach vorne. Wenn du merkst, dass Stress im Sport für dich mehr Bremse als Antrieb ist, dann ist es vielleicht Zeit, das zu ändern. ## Häufige Fragen zur Stressbewältigung im Sport **Welche Coping-Strategie hilft am schnellsten bei Wettkampfstress?** Antizipatorisches Coping, weil du es direkt vor dem Wettkampf anwenden kannst. Die Affirmation kombiniert mit Entspannungsatmung wirkt innerhalb von Minuten. Aber „schnell“ heisst nicht „einmalig“. Beide Techniken müssen vorher trainiert werden. **Kann ich Stressbewältigung im Sport alleine trainieren?** Die Atemübung und den Mindset-Shift ja. Das athletenzentrierte Coaching braucht einen Gesprächspartner: Coach oder Trainer. Und ehrlich gesagt: Bei den meisten Athleten, die zu mir kommen, liegt das eigentliche Thema eine Ebene tiefer als das, was sie selbst sehen. Da hilft ein Blick von aussen. **Ist Stress im Sport immer negativ?** Nein. Und das ist vielleicht die wichtigste Erkenntnis aus der Forschung. Stress mobilisiert Energie, Aufmerksamkeit und Fokus. Die Frage ist nicht, ob du Stress hast, sondern wie du ihn nutzt. Proaktives Coping trainiert genau das. **Wie oft sollte ich die Übungen zur Stressbewältigung im Sport machen?** Regelmässig. Nicht einmal pro Monat und dann hoffen. Die Atemübung: täglich, fünf Minuten. Affirmationen: in jede Trainingsroutine einbauen. Der Mindset-Shift: ist weniger Übung und mehr Haltung, die wächst mit der Zeit. *Du weisst jetzt, dass Stressbewältigung im Sport mehr ist als Atemübungen und positives Denken. Vier Strategien, vier Werkzeuge. Die Frage ist: Was machst du damit?* **Weiterführende Artikel:** - [Was ist Sportmentaltraining? Definition, Wirkung und Methoden →](/was-ist-sportmentaltraining/) - [5 Methoden im Sportmentaltraining, die wirklich funktionieren →](/methoden-sportmentaltraining/) - [Mindset-Shift: Von Stress und Druck zu sportlicher Exzellenz →](/mindset-shift-von-stress-und-druck-zu-sportlicher-exzellenz/) ## Referenzen * Baumann, S. (2011). _Psyche in Form: Sportpsychologie auf einen Blick._ Meyer & Meyer. * Birrer, D., Morgan, G., & Ruchti, E. (2010). _Psyche: Theoretische Grundlagen und praktische Beispiele._ Magglingen: BASPO. * Crum, A. J., Akinola, M., Martin, A., & Fath, S. (2017). The role of stress mindset in shaping cognitive, emotional, and physiological responses to challenging and threatening stress. _Anxiety, Stress, & Coping, 30_(4), 379-395. * Feltz, D., Short, S., & Sullivan, P. (2008). _Self-efficacy in Sport._ Human Kinetics. * Haase, S. (2020). _Stress Dich nicht: Das 6-Wochen-Programm._ TRIAS. * Hänsel, F., Baumgärtner, S. D., Kornmann, J., & Ennigkeit, F. 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Inhalation/Exhalation Ratio Modulates the Effect of Slow Breathing on Heart Rate Variability and Relaxation. _Applied Psychophysiology and Biofeedback, 39_, 171-180. --- ## 5 Methoden im Sportmentaltraining, die funktionieren - URL: https://raypopoola.com/methoden-sportmentaltraining/ - Rubrik: Sport - Autor: Ray Popoola - Veröffentlicht: 2026-03-20 · Aktualisiert: 2026-03-26 Nicht Motivation, nicht Talent — diese 5 Methoden im Sportmentaltraining machen den Unterschied. Aus 15+ Jahren Praxis mit Olympia-Athleten. Die wirksamsten Methoden im Sportmentaltraining sind Druckexposition, phasenspezifische Denkregeln, Prozess-Visualisierung, emotionale Selbstregulation und ein individuelles Performance-Modell. Entscheidend ist nicht, welche Technik man kennt, sondern ob sie unter Wettkampfdruck funktioniert. Wenn Du „Methoden im Sportmentaltraining“ googelst, bekommst du überall dasselbe. Visualisierung, positives Selbstgespräch, Atemübungen, Zielsetzung, Entspannung. Fünf Punkte, schön aufgelistet, klingt nach Lehrbuch. Nur: So funktioniert es in der Praxis nicht. Jedenfalls nicht so, wie es dort steht. Ich arbeite seit über fünfzehn Jahren mit Spitzensportlern. Olympia, Weltmeisterschaften, Nationalteams. Und ich kann dir sagen, die Methoden im Sportmentaltraining, die wirklich funktionieren, stehen selten in Ratgebern. Nicht weil sie geheim sind. Sondern weil sie unbequemer sind als „denk positiv und atme tief durch.“ (Ich hab’ das so oft gehört, dass ich irgendwann aufgehört habe, höflich zu nicken.) Hier sind fünf Methoden, die in meiner Arbeit den grössten Unterschied gemacht haben. Und ich sage bewusst: in meiner Arbeit. Weil ich nicht weiss, ob sie in einem Lehrbuch funktionieren. Im echten Sport tun sie es. ## 1\. Druckexposition: Training, das sich anfühlt wie Wettkampf Die beliebteste Lüge im Sport: „Ich muss lernen, mich zu entspannen.“ Nein. Du musst lernen, unter Druck zu funktionieren. Und das lernst du nur unter Druck. Nicht durch Erklärung. Nicht durch Bücher. Durch Exposition. Druckexposition heisst: Du schaffst im Training bewusst Bedingungen, die echten Wettkampfstress simulieren. Nicht ein bisschen. Richtig. Mit Konsequenzen, mit Zuschauern, mit Timer, mit allem, was dein Nervensystem auf Alarmmodus schaltet. Klingt offensichtlich? Mag sein. Trotzdem machen es die wenigsten. Letzten Herbst hab’ ich mit einer Athletin gearbeitet. Nationalteam, brach in Wettkämpfen regelmässig ein. Im Training? Weltklasse. Wir haben ihr Training komplett umgebaut, mit Situationen, die ihren Wettkampfstress simulierten. Innerhalb von vierzehn Wochen war sie eine andere Athletin. Nicht weil sie entspannter war. Sondern weil ihr Nervensystem gelernt hatte, unter Druck zu arbeiten statt dagegen. Was mich daran am meisten beschäftigt hat: Sie wusste vorher genau, was ihr Problem war. Wissen war nie das Thema. Trainieren war das Thema. **Wie du Druckexposition in dein Training einbaust:** * Trainier’ die Situationen, die im Wettkampf zählen, unter realistischem Druck * Lad’ Zuschauer ein oder film’ dich. Alles was das Gefühl erzeugt: jetzt zählt’s * Setz’ künstliche Konsequenzen. Durchgang verpatzt? Von vorne * Steiger’ den Druck schrittweise, nicht zaghaft, aber auch nicht alles auf einmal ## 2\. Phasenspezifische Denkregeln: Wann denken, wann handeln „Du denkst zu viel.“ Das sagen Trainer gerne. Eltern auch. Teamkollegen sowieso. Ich sag’ was anderes: Du weisst nicht, wie Du denkst. Und wann. Denken ist eine Fähigkeit. Eine wertvolle sogar. Aber wie jede Fähigkeit hat sie einen optimalen Einsatzmoment. Das Problem ist nicht das Denken, das Problem ist, dass die meisten Athleten im Ausführungsmoment analysieren. Und Analyse im Wettkampfmoment ist Gift. Von allen Methoden im Sportmentaltraining sind phasenspezifische Denkregeln die, die am meisten unterschätzt werden. Die Idee: Dein Wettkampf hat Phasen. Und jede Phase hat ihre eigene Denkregel. **Phase 1 – Vorbereitung.** Stunden oder Minuten vor dem Start. Hier darf gedacht werden. Taktik, Strategie, Rennplan. Was mach’ ich, wenn der Gegner früh angreift? Was, wenn die Beine nach zwanzig Minuten schwer werden? **Phase 2 – Ausführung.** Im Moment selbst. Hier ist Denken der Feind. Kein Analysieren. Kein Bewerten. Nur handeln. Der Körper weiss, was er zu tun hat, wenn du ihn lässt. **Phase 3 – Reflexion.** Danach. Zwischen Durchgängen. Was lief? Was pass’ ich an? Sachlich, nicht emotional. Das klingt einfach. In der Theorie. In der Praxis ist es eine der schwierigsten Umstellungen, die ich kenne. Weil ständiges Denken sich anfühlt wie Kontrolle. Ist es aber nicht. (Ich hab’ das mal einem Sprinter erklärt, der auf den letzten dreissig Metern immer langsamer wurde. Er hat mich angeschaut, als hätte ich ihm gesagt, er soll aufhören zu atmen.) Dein Körper hat die Bewegung tausendmal trainiert. Vertrau ihm. Dein Job im Wettkampfmoment ist nicht steuern, sondern aus dem Weg gehen. ## 3\. Gezielte Visualisierung: Nicht Träumen, sondern Programmieren Visualisierung ist die bekannteste Methode im Sportmentaltraining. Und gleichzeitig die am häufigsten falsch angewendete. Beides. „Stell’ dir vor, wie du gewinnst.“ Das wird überall empfohlen. Ich halt’ das für zu kurz gegriffen. Manchmal sogar kontraproduktiv. Wer nur den Sieg visualisiert, erzeugt eine Erwartung ohne Plan. Und Erwartung ohne Plan führt zu Frustration. Was wirklich funktioniert im mentalen Training, und das ist eine der Methoden im Sportmentaltraining, die ich am häufigsten einsetze: Prozess-Visualisierung statt Ergebnis-Visualisierung. Du stellst dir nicht die Medaille vor. Du stellst dir den Moment vor, in dem es schwierig wird. Den Anstieg bei Kilometer dreiunddreissig, wenn die Beine brennen. Den Elfmeter in der 89. Minute, während viertausend Leute pfeifen. Die Phase im Match, in der dein Gegner zurückkommt und du spürst, wie die Zweifel hochkriechen. Und du visualisierst, wie du reagierst. Mit allen Sinnen. Das Gefühl in den Beinen, den Wind, die Geräusche. Je konkreter, desto wirksamer. Das Gehirn unterscheidet kaum zwischen einer lebhaften Vorstellung und einer echten Erfahrung. Ob das die ganze Erklärung ist, weiss ich nicht, aber die Wirkung hab’ ich oft genug gesehen. **Drei Arten der Visualisierung, die ich in der Praxis einsetze:** * **Situations-Visualisierung.** Du gehst eine Wettkampfsituation durch, Schritt für Schritt. Mit allen Sinneseindrücken. Nicht nur dem Bild * **Korrektur-Visualisierung.** Eine Bewegung, die du verbesserst, das Gehirn trainiert die neuronalen Pfade mit. Auch ohne Halle, ohne Eis, ohne Strecke * **Notfall-Visualisierung.** Die unterschätzteste der drei. Was machst du, wenn dein Plan nicht aufgeht? Wer das vorher durchgespielt hat, wird im Ernstfall nicht überrascht ## 4\. Emotionsregulation durch Handlung: Nicht kontrollieren, sondern durcharbeiten Die vierte der Methoden im Sportmentaltraining, die in meiner Praxis den grössten Hebel hat. Und hier unterscheide ich mich von vielen Kollegen. Ich sag’ das bewusst so direkt. Die meisten Ansätze im Sportmentaltraining versuchen, Emotionen zu kontrollieren. Angst reduzieren. Wut managen. Nervosität wegatmen. Klingt vernünftig. Funktioniert aber unter echtem Druck fast nie. Denn unter echtem Druck hast du weder Zeit noch kognitive Kapazität, um irgendwas aktiv zu regulieren. Mein Ansatz ist ein anderer: Lern’, unter emotionaler Last zu handeln. Nicht die Emotion wegschieben. Trotzdem ausführen, was trainiert wurde. Statt „wie werde ich die Angst los“ fragst du: „Was tue ich, während die Angst da ist?“ Ein Umdenken, das die meisten erst mal irritiert. Angst ist kein Ding. Sich ängstigen ist ein Prozess. Und Prozesse lassen sich beeinflussen, nicht indem du sie stoppst, sondern indem du parallel etwas anderes tust. Dein trainiertes Verhalten. In der Praxis sieht das so aus: Wir identifizieren die Emotion, die unter Druck auftaucht. Wir akzeptieren sie, sie ist da, Punkt. Und dann trainieren wir, trotzdem die geplante Handlung auszuführen. Immer wieder. Bis der Automatismus stärker ist als die Emotion. Das ist unbequemer als Atemübungen, ja. Aber als Methode im Sportmentaltraining hält es. Wenn es zählt. Ob das der einzige Weg ist? Keine Ahnung. Aber in fünfzehn Jahren hab’ ich keinen besseren gefunden. ## 5\. Das Performance-Modell: Dein Kompass für den Wettkampf Die fünfte Methode ist keine Technik im klassischen Sinn. Eher ein Fundament. Alles andere baut darauf auf. Ein Performance-Modell beantwortet eine simple Frage: Wie sieht deine optimale Leistung konkret aus? Nicht „ich will gewinnen.“ Nicht „ich geb’ mein Bestes.“ Sondern: Welches Verhalten zeigst du, wenn du auf deinem höchsten Level performst? Welche Gedanken hast du? Welchen Zustand brauchst du? Die meisten Athleten können das nicht beantworten. Ich frag’ das immer in der ersten Session. Seit Jahren. Und fast jedes Mal: Stille. Sie wissen, wie sie trainieren. Aber wie ihr optimaler Wettkampf-Modus aussieht, das hat sich noch niemand gefragt. Genau da liegt oft der Hebel. Wenn ich mit einem neuen Klienten starte, bauen wir als Erstes sein Performance-Modell. Erst wenn wir das haben, können wir sehen, was davon abweicht. Und gezielt daran arbeiten. **Was ein Performance-Modell enthält:** * Konkrete Verhaltensweisen in deiner besten Leistung. Nicht „fokussiert“. Sondern: welche Art von Fokus? * Der mentale Zustand, der dazu gehört. Spezifisch, nicht vage * Wenn-Dann-Regeln: Wenn X passiert, reagier’ ich mit Y * Dinge, die du bewusst weglässt. Welche Gedanken, Rituale oder Gewohnheiten stören? Wenn Leistung im Wettkampf einbricht, hat nicht die Psychologie versagt. Die Vorbereitung hat versagt. Und das Performance-Modell steuert deine Vorbereitung. (Das sage ich übrigens auch Athleten, die seit acht Jahren trainieren und noch nie eines hatten. Die schauen mich dann an wie der Sprinter von vorhin.) ## Was bleibt Fünf Methoden im Sportmentaltraining. Ein roter Faden: Es ist Training. Kein Gespräch. Kein Nachdenken über Gefühle. Kein Motivationsposter an der Wand. Es ist die Vorbereitung deines Kopfes auf die Momente, in denen dein Körper allein nicht reicht. Und wie bei jedem Training gilt: Einmal machen bringt nichts. Die Wirkung kommt durch Wiederholung, durch Routine. Durch das Aushalten von Unbehagen. Wenn du merkst, dass eine oder mehrere dieser Methoden im Sportmentaltraining genau das sind, was dir fehlt, dann ist es vielleicht Zeit, den Kopf genauso ernst zu nehmen wie den Körper. ## Häufige Fragen zu Methoden im Sportmentaltraining **Welche Methode im Sportmentaltraining bringt am schnellsten Ergebnisse?** Druckexposition und phasenspezifische Denkregeln. Die setzen direkt an der Wettkampf-Situation an, nicht irgendwo im Theorieraum. Aber „schnell“ heisst auch hier: zwei bis vier Wochen konsequentes Üben. Nicht über Nacht. **Kann ich Sportmentaltraining selbst machen oder brauche ich einen Coach?** Grundtechniken wie Visualisierung kannst du allein üben. Das Performance-Modell und die Identifikation deines eigentlichen Themas profitieren von einem Blick von aussen. Ist wie beim Techniktraining: Allein üben ist gut. Aber ein Coach sieht halt, was du nicht siehst. **Wie oft muss ich Sportmentaltraining machen?** Regelmässig. Nicht eine Session pro Monat und dann hoffen. Idealerweise kurze Einheiten täglich, zehn bis fünfzehn Minuten, für Visualisierung und Fokus-Übungen. Die Coaching-Sessions selbst, alle ein bis zwei Wochen. **Funktionieren diese Sportmentaltraining Techniken für jede Sportart?** Ja. Von Fussball über Radsport bis Tennis und Golf. Die Grundprinzipien sind dieselben. Was sich ändert, ist die konkrete Umsetzung, angepasst an deine Sportart, deine Wettkampfsituation, dein persönliches Thema. *Du weisst jetzt, welche Methoden im Sportmentaltraining den Unterschied machen. Die Frage ist: Was machst du damit?* **Weiterführende Artikel:** * [Was ist Sportmentaltraining? Definition, Wirkung und Methoden →](/was-ist-sportmentaltraining/) * [Sport Mental Coaching — Leistung punktgenau abrufen →](/sport-mental-coaching-sport-mental-training/) ## Referenzen Holmes, P. S. & Collins, D. J. (2001). The PETTLEP approach to motor imagery: A functional equivalence model for sport psychologists. _Journal of Applied Sport Psychology_, 13(1), 60–83. Hatzigeorgiadis, A., Zourbanos, N., Galanis, E. & Theodorakis, Y. (2011). Self-talk and sports performance: A meta-analysis. _Perspectives on Psychological Science_, 6(4), 348–356. Nieuwenhuys, A. & Oudejans, R. R. D. (2012). Anxiety and perceptual-motor performance: Toward an integrated model of concepts, mechanisms, and processes. _Psychological Research_, 76(6), 747–759. Weinberg, R. S. & Gould, D. (2023). _Foundations of Sport and Exercise Psychology_ (8th ed.). Human Kinetics. Hanin, Y. L. (2000). Individual zones of optimal functioning (IZOF) model. In Y. L. Hanin (Ed.), _Emotions in Sport_ (pp. 65–89). Human Kinetics. --- ## Was ist Sportmentaltraining? Definition und Methoden - URL: https://raypopoola.com/was-ist-sportmentaltraining/ - Rubrik: Sport - Autor: Ray Popoola - Veröffentlicht: 2026-03-20 · Aktualisiert: 2026-03-26 Sportmentaltraining macht den Unterschied zwischen Können und Ergebnis. Welche Methoden wirklich funktionieren – aus 15 Jahren Praxis mit Leistungssportlern. Sportmentaltraining ist die systematische Arbeit an den mentalen Faktoren, die sportliche Leistung bestimmen: Fokus, Emotionsregulation, Selbstgespräch und Visualisierung. Es schliesst die Lücke zwischen dem, was ein Athlet im Training kann, und dem, was er im Wettkampf zeigt. Letzten Donnerstag, kurz vor acht Uhr morgens, rief mich ein Athlet an. Nationalteam. Zehn Jahre Erfahrung. Im Training fährt er Zeiten, die für internationale Medaillen reichen würden. Im Wettkampf? Bricht er ein. Nicht körperlich. Nicht konditionell. Mental. Seine Frage war die gleiche, die ich seit fünfzehn Jahren höre: „Warum bringe ich im Wettkampf nicht das, was ich im Training zeige?“ Ich hab ihm keine schnelle Antwort gegeben. (Die gibt es nämlich nicht.) Stattdessen habe ich ihm erklärt, was Sportmentaltraining wirklich bedeutet, und warum die meisten Athleten es missverstehen. Genau das will ich auch Dir hier erklären. Und ich werde dabei ein paar Dinge sagen, die Du wahrscheinlich anders kennst. ## Was Sportmentaltraining wirklich ist, und was es definitiv nicht ist Fangen wir mit dem an, was es nicht ist. Denn da liegt das grösste Missverständnis. Sportmentaltraining ist kein Motivations-Coaching. Kein Gespräch auf der Couch über Deine Kindheit. Und (das sage ich bewusst so direkt) es ist auch nicht „Denk positiv und alles wird gut.“ Das ist der Ratschlag, den Du an jeder Ecke bekommst. Und er ist, gelinde gesagt, nutzlos. Was Sportmentaltraining tatsächlich ist: **Das systematische Training mentaler Fähigkeiten, die Du brauchst, um unter Druck handlungsfähig zu bleiben.** Punkt. Keine kompliziertere Definition nötig. Aber hier wird es interessant. Die meisten Athleten, die zu mir ins Sport Mental Coaching kommen, haben kein Wissensproblem. Sie wissen, was sie können. Sie haben es im Training bewiesen. Hundertmal. Tausendmal. Das Können ist da. Was fehlt, ist das Ergebnis. Und diese Lücke (zwischen dem, was Du kannst, und dem, was Du im Wettkampf tatsächlich zeigst), das ist genau der Raum, in dem ich arbeite. Seit über fünfzehn Jahren. ## Warum der Kopf 80% ausmacht, und trotzdem von den meisten ignoriert wird Ich mache manchmal ein kleines Experiment. Bei Seminaren, bei Analysegesprächen, bei Workshops. Ich frage: „Wie viel Prozent Deiner sportlichen Leistung macht das Mentale aus?“ Die Antworten kommen sofort. 70%. 80%. Manche sagen 90. Dann frage ich: „Und wie viel Prozent Deiner Trainingszeit investierst Du in mentales Training?“ Stille. Meistens. Die ehrliche Antwort liegt irgendwo bei 5%. Vielleicht weniger. Und das ist das Paradox, über das fast niemand spricht. Jedenfalls nicht so, wie man es aussprechen müsste: Die Schaltzentrale wird ignoriert. Komplett. Warum? Weil das, was wir sehen, die körperliche Arbeit ist. Die Wiederholungen im Gym, die Kilometer auf der Strecke, die Stunden in der Halle. Was wir nicht sehen, ist das, was im Kopf abläuft. Aber (und das ist der Punkt, den ich Dir ans Herz legen will): Was im Kopf passiert, ist das, was den Körper bewegt. Der Kopf steuert alles. Und wenn die Steuerung nicht funktioniert, hilft auch der stärkste Motor nichts. Einer meiner ersten Klienten. Leichtathlet. Im Training lief er Zeiten, die locker für Podestplätze gereicht hätten. Im Wettkampf? Regelmässig eingebrochen. Da machen ein paar Hundertstel den Unterschied zwischen erstem, zweitem, drittem — oder gar keinem Platz. Was war sein Problem? Sein Fokus lag bei dem, was die Zuschauer auf der Tribüne denken. Was die anderen von ihm denken. Nicht bei seiner Technik, nicht bei seinem Rennplan. Das haben wir geändert. Nicht über Nacht, aber auch nicht über Jahre. Ein paar Wochen gezieltes Sportmentaltraining. Das Ergebnis: Medaille an der Schweizer Meisterschaft. Was mich an dieser Geschichte am meisten beschäftigt hat, und das tut es bis heute: Sein Talent war nie das Problem. Es war immer da. Die Schaltzentrale musste nur richtig eingestellt werden. Eine Studie der Deutschen Sporthochschule Köln bestätigt, was ich in meiner Praxis täglich beobachte: Je besser der Körper trainiert ist, desto grösser wird der Anteil des Kopfes am Ergebnis. Anders gesagt: Je weiter oben Du stehst, desto weniger entscheidet Physik, und desto mehr entscheidet Psychologie. ## Die 5 Säulen, auf denen mein Sportmentaltraining steht Ich hab lange überlegt, wie ich Dir das am besten erkläre, ohne dass es nach Lehrbuch klingt. (Denn genau das soll es nicht sein.) Mentales Training im Sport ist kein einzelnes Werkzeug. Es ist ein System. Fünf Bausteine, die zusammenwirken. In fünfzehn Jahren Arbeit mit Athleten (vom Nachwuchssportler bis zur Olympia-Teilnehmerin) haben sich diese fünf Säulen herauskristallisiert. ### 1\. Leistung unter Druck: Nervosität ist kein Feind Die meisten denken, Nervosität sei ein Problem. Stimmt nicht. Nervosität ist ein Signal Deines Nervensystems: Gleich passiert etwas Wichtiges. Alle sagen: Entspann Dich. Atme tief durch. Beruhige Dich. Ich sage: Nutze die Energie. Arbeite mit ihr, nicht gegen sie. Im Sport Mental Coaching trainieren wir das Nervensystem, unter hohem Arousal zu funktionieren, also unter hoher Erregung und Anspannung. Dein Körper bereitet sich gerade auf Höchstleistung vor. Das ist kein Bug. Das ist ein Feature. (Ich weiss, das klingt nach Tech-Sprech. Aber es trifft es ziemlich genau.) Das Problem ist nie die Nervosität. Das Problem ist, dass die meisten Athleten gegen sie arbeiten. Und das kostet Energie, die sie eigentlich für ihre Leistung brauchen. ### 2\. Fokus-Management: Du denkst nicht zu viel. Du denkst zur falschen Zeit „Du denkst zu viel.“ Sagen Trainer. Sagen Teamkollegen. Sagen Eltern. Alle sagen das. Ich sage etwas anderes: Du weisst nicht, wie Du denkst. Und wann. Im Sportmentaltraining unterscheiden wir verschiedene Denkphasen. Vor dem Wettkampf: Denken ist erlaubt. Taktik, Strategie, Rennplan. Im Wettkampfmoment selbst: Denken ist Gift. Da brauchst Du keine Analyse. Da brauchst Du Automatismen. Das klingt offensichtlich. Ist es auch. Und trotzdem schaffen es die wenigsten Athleten, im entscheidenden Moment den Kopf auszuschalten. Weil ständiges Denken sich anfühlt wie Kontrolle. Ist es aber nicht. Dein Körper hat die Bewegung tausendmal trainiert. Vertrau ihm. ### 3\. Visualisierung: Nicht träumen — programmieren Visualisierung kennt jeder. Ist wahrscheinlich die bekannteste Technik im mentalen Training überhaupt. Und die am häufigsten falsch angewendete. „Stell Dir vor, wie Du gewinnst.“ Nett. Aber zu kurz gegriffen. Vielleicht sogar kontraproduktiv, denn wer nur den Sieg visualisiert, erzeugt eine Erwartung ohne Plan. Und Erwartung ohne Plan führt zu Frustration. Was wirklich funktioniert, ist Prozess-Visualisierung. Du stellst Dir nicht die Medaille vor. Du stellst Dir den Moment vor, in dem es schwierig wird. Den Anstieg, bei dem die Beine brennen. Die Phase im Match, wo der Gegner zurückkommt. Die letzten 50 Meter, wenn alles wehtut. Und Du stellst Dir vor, wie Du reagierst. Mit allen Sinnen. Das Gehirn unterscheidet kaum zwischen einer lebhaften Vorstellung und einer echten Erfahrung. Und genau das macht diese Methode so wirkungsvoll. In meiner Praxis setze ich drei Varianten ein: Situations-Visualisierung (den Wettkampf Schritt für Schritt durchgehen), Korrektur-Visualisierung (eine Bewegung mental trainieren) und (die wird am meisten unterschätzt) Notfall-Visualisierung. Was machst Du, wenn Dein Plan nicht aufgeht? Wer das vorher durchgespielt hat, wird im Ernstfall nicht überrascht. ### 4\. Emotionsregulation: Handeln, während es in Dir tobt Hier unterscheide ich mich von vielen Kollegen. Und ich sage das bewusst. Die meisten Ansätze im mentalen Training versuchen, Emotionen zu kontrollieren. Angst reduzieren. Wut managen. Frustration beseitigen. Mein Ansatz ist ein anderer: Lerne, unter emotionaler Last zu handeln. Nicht die Emotion wegschieben. Nicht bekämpfen. Stattdessen: Trotzdem ausführen, was Du trainiert hast. Klingt unbequem? Ist es auch. Aber unter echtem Wettkampfdruck hast Du weder die Zeit noch die kognitive Kapazität, um Deine Emotionen aktiv zu regulieren. Was Du hast, ist Dein trainiertes Verhalten. Angst ist kein Ding. Sich ängstigen ist ein Prozess. Und Prozesse lassen sich beeinflussen, nicht indem Du sie stoppst, sondern indem Du parallel etwas anderes tust. **Das Nervensystem lernt durch Exposition, nicht durch Erklärung.** Das ist vielleicht der wichtigste Satz in diesem ganzen Artikel. Du kannst hundert Bücher über Nervosität lesen. Dein Körper wird trotzdem reagieren, wenn es ernst wird. Es sei denn, Du hast ihn vorher trainiert. Unter echtem Druck. Immer wieder. ### 5\. Vorbereitung als System: Wenn Leistung einbricht, hat die Vorbereitung versagt Nicht die Psychologie. Nicht das Talent. Die Vorbereitung. Das klingt hart. Aber ich habe es zu oft gesehen, um es anders zu formulieren. Sportmentaltraining ist nicht etwas, das Du eine Woche vor dem Wettkampf anfängst. Es ist ein System, das in Deine tägliche Trainingsroutine eingebaut wird. Drei Fragen vor jedem Training: Was will ich verbessern? Woran messe ich es? Und was ist mein Plan, wenn es nicht läuft? Die meisten überspringen genau das. Und wundern sich dann, warum im Wettkampf die Klarheit fehlt. Was dabei hilft, ist das, was ich Performance-Modell nenne. Eine simple Frage: Wie sieht Deine optimale Leistung konkret aus? Nicht „ich will gewinnen“. Sondern: Welches Verhalten zeigst Du, wenn Du auf Deinem höchsten Level performst? Welche Gedanken hast Du? Welchen Zustand brauchst Du? Die meisten Athleten können das nicht beantworten. Obwohl sie seit Jahren trainieren. Und genau da liegt oft der Hebel. ## Für wen macht Sportmentaltraining Sinn? Kurze Antwort: Für jeden, der mehr zeigen will, als er gerade zeigt. Aber lass mich das etwas aufbrechen. **Spitzenathleten**, die im Training Bestleistungen zeigen und im Wettkampf darunter bleiben. Das ist mein Kerngeschäft. Und ehrlich gesagt die befriedigendste Arbeit, weil der Hebel so gross ist. Ein paar Prozent mentale Optimierung, und plötzlich stimmen die Ergebnisse mit dem Können überein. **Nachwuchssportler**, und ich meine damit ab acht, zehn Jahren. Bei jüngeren Athleten arbeite ich mit spielerischeren Ansätzen, und die funktionieren erstaunlich gut. Ich sage Eltern oft: Mentales Training gehört auf den Trainingsplan. Genau wie Technik, genau wie Kondition. Nur setzt es niemand drauf. **Comeback-Athleten** nach Verletzungen. Der Körper heilt. Das Gehirn? Hat gelernt, dass die Tätigkeit gefährlich ist. Sport Mental Coaching hilft, dieses Muster zu durchbrechen. Nicht durch Reden. Durch gezieltes Training, das dem Gehirn neue Erfahrungen gibt. **Ambitionierte Hobbysportler**, die an Wettkämpfen teilnehmen. Du musst kein Profi sein. Die Methoden funktionieren auf jedem Level. ## Die Abgrenzung: Was Sportmentaltraining NICHT ist Weil es so oft verwechselt wird. **Nicht Sportpsychologie.** Sportpsychologie ist ein akademisches Feld: Diagnostik, Forschung, Theoriebildung. Beides hat seine Berechtigung. Aber mentales Training arbeitet handlungsorientiert: Was machst Du konkret im nächsten Wettkampf anders? Darauf will ich eine Antwort. Nicht auf die Frage, warum Du so fühlst, wie Du fühlst. **Keine Therapie.** Wenn ein Athlet Themen hat, die über Leistung hinausgehen, braucht er professionelle therapeutische Begleitung. Das ist eine Grenze, die ich klar ziehe. Jedes Mal. **Kein Motivations-Coaching.** Es geht nicht um Sprüche. Es geht um Handwerk. Um trainierbare Fähigkeiten, die im entscheidenden Moment funktionieren. ## Wie Sport Mental Coaching bei mir abläuft Jede Zusammenarbeit startet mit einem klaren Bild. Wo stehst Du? Wo willst Du hin? Was passiert in den Momenten, wo die Leistung nicht stimmt? **Phase 1: Analyse.** Wir identifizieren das Muster. Nicht durch Vermutungen. Durch gezielte Fragen, durch Beobachtung. Ist es Fokus? Nervosität? Selbstzweifel? Oder (das kommt öfter vor als die meisten denken) schlicht fehlende Vorbereitung? **Phase 2: Performance-Modell.** Wir definieren gemeinsam, wie Deine optimale Leistung aussieht. Die meisten Athleten haben das noch nie explizit beschrieben. Und genau das ist oft schon der erste Durchbruch. **Phase 3: Training.** Hier passiert die eigentliche Arbeit. Mentale Techniken werden trainiert. Nicht besprochen. Trainiert. Druckexposition, Visualisierung, Fokus-Management. Alles zugeschnitten auf Deine Sportart. **Phase 4: Transfer.** In echte Trainings- und Wettkampfsituationen. Denn Sportmentaltraining, das nur im Coaching-Raum funktioniert, ist nutzlos. Das Ziel ist immer dasselbe: Du sollst von mir unabhängig werden. Nicht jahrelang kommen. Sondern die Werkzeuge verinnerlichen, damit Du sie selbst anwenden kannst. ## Häufige Fragen zum Sportmentaltraining ### Was kostet Sportmentaltraining? Hängt von der Art der Zusammenarbeit ab. Das Analysegespräch ist kostenlos. Da klären wir, ob und wie ich Dir helfen kann. Details findest Du [hier](/sport-mental-coaching-sport-mental-training/) ### Wie schnell wirkt mentales Training? Meistens schon nach ein, zwei Sitzungen für die ersten Korrekturen. Nachhaltige Veränderungen nach zwei bis vier Wochen. Tiefgreifende Muster brauchen ein paar Monate regelmässiges Training. ### Geht Sport Mental Coaching auch online? Ja. Ich arbeite in Zürich vor Ort und online per Video-Call. Athleten wählen sich aus dem ganzen deutschsprachigen Raum ein. Die Ergebnisse sind vergleichbar. ### Ab welchem Alter? Schon ab acht bis zehn Jahren. Bei jüngeren Athleten mit spielerischeren Ansätzen. Die funktionieren erstaunlich gut. ### Ist Sportmentaltraining wissenschaftlich belegt? Ja. Die Wirksamkeit von Techniken wie Visualisierung, Aufmerksamkeitssteuerung und Arousal-Regulation ist breit erforscht. Mein Ansatz basiert auf evidenzbasierten Methoden. Keine Esoterik. _Wenn Du merkst, dass Dein Können und Dein Ergebnis nicht zusammenpassen, dann ist es Zeit, den Kopf genauso ernst zu nehmen wie den Körper._ **Weiterführende Artikel:** * [5 Methoden im Sportmentaltraining, die wirklich funktionieren →](/methoden-sportmentaltraining/) * [Sport Mental Coaching – Leistung punktgenau abrufen →](/sport-mental-coaching-sport-mental-training/) ## Referenzen Deutsche Sporthochschule Köln (DSHS). Abteilung Sportpsychologie: Forschung zu mentaler Leistungsoptimierung im Sport. www.dshs-koeln.de Weinberg, R. S. & Gould, D. (2023). _Foundations of Sport and Exercise Psychology_ (8th ed.). Human Kinetics. Vealey, R. S. & Chase, M. A. (2016). Best practice for youth sport. In J. M. Williams & V. Krane (Eds.), _Applied Sport Psychology_ (7th ed., pp. 166–184). McGraw-Hill. Holmes, P. S. & Collins, D. J. (2001). The PETTLEP approach to motor imagery: A functional equivalence model for sport psychologists. _Journal of Applied Sport Psychology_, 13(1), 60–83. Beckmann, J. & Elbe, A.-M. (2015). _Sport Psychological Interventions in Competitive Sports_. Cambridge Scholars Publishing. --- ## Illusion der Kontrolle in der Führung - URL: https://raypopoola.com/illusion-der-kontrolle-fuehrung/ - Rubrik: Business - Autor: Ray Popoola - Veröffentlicht: 2026-03-09 · Aktualisiert: 2026-03-25 Viele nennen es Verantwortung. Das Team bremst es. Wie du die Illusion der Kontrolle erkennst und durch Systeme ersetzt, die tragen. Die Illusion der Kontrolle in der Führung beschreibt ein Muster, bei dem Geschäftsführer operative Einzelentscheidungen an sich ziehen, nicht aus Notwendigkeit, sondern aus Angst vor Fehlern. Was sich anfühlt wie Sorgfalt, bremst in Wahrheit das gesamte Team aus und kostet strategische Kapazität, die besten Mitarbeiter und Innovation. Letzte Woche sitzt ein Klient bei mir. E-Commerce, 23 Mitarbeiter, läuft eigentlich gut. Dann erzählt er mir, wie sein Morgen aussieht: Erst die Retouren prüfen. Dann Gutschriften ab 50 Franken freigeben. Danach die Marketingtexte absegnen, bevor sie rausgehen. An einem normalen Tag sind das fünf Vorgänge. Nach einem Sales-Wochenende eher siebzehn. Ich frag’ ihn: Wie nennst du das, dass du das alles machst? Verantwortung und Überblick, sagt er. Das war der Moment, in dem jemand sein grösstes Problem als seine grösste Stärke beschreibt. Er nannte es Überblick. Ich nenne es Illusion der Kontrolle, und sie ist einer der häufigeren Gründe, warum KMU Geschäftsführer an eine unsichtbare Decke stossen. In diesem Artikel zeig’ ich dir, was dahintersteckt. Warum die Illusion der Kontrolle ein Team ausbremst. Und welche drei Systeme das ändern: ## Die Illusion der Kontrolle, und warum sie sich als Sorgfalt tarnt Ich hab’ das Muster mittlerweile bei so vielen Geschäftsführern gesehen, dass ich es fast blind erkenne. Oft hat jemand aus dem Nichts ein Unternehmen gegründet. Mit viel Schweiss und schlaflosen Nächten. Und dann, irgendwann zwischen Mitarbeiter 7 und 25, passiert etwas Seltsames: Die Gründerenergie, die das Unternehmen gebaut hat, wird zur Bremse. Weil sich Kontrolle als Tugend verkleidet. Sie sieht aus wie hohe Standards. Wie Gründlichkeit. Wie – naja, wie Verantwortungsbewusstsein. Die psychologische Wurzel? Fast immer dieselbe Geschichte. Angst vor Fehlern. _Was, wenn mein Team falsch entscheidet? Was, wenn ein Kunde sauer ist und ich hätte das verhindern können?_ Nachvollziehbar. Wirklich. Aber diese Angst ignoriert die grössere Gefahr: Dass das Unternehmen nicht wachsen kann, solange alles über den Tisch vom Chef laufen muss. Und diese grosse Gefahr, die fühlt sich nicht an wie Gefahr. Die fühlt sich an wie ein normaler Dienstag. Was mich daran immer wieder erstaunt: Die meisten wissen es. Spüren, dass etwas klemmt. Kommen trotzdem nicht raus. Weil sich die Illusion der Kontrolle so wahnsinnig produktiv anfühlt. ## Was passiert, wenn jede Entscheidung über deinen Tisch muss Hier wird’s unbequem. Nicht wegen der Zahlen – die kommen gleich. Sondern wegen dem, was ich die **Infantilisierungsfalle** nenne. Jedes Mal, wenn eine Entscheidung zurück zum Chef wandert, passiert etwas Leises und Unsichtbares. Die Botschaft, die bei den Mitarbeitern ankommt: _Dein Urteil reicht nicht._ Und alle im Team haben das schneller verstanden, als dir lieb ist. Sie hören auf, eigene Entscheidungen zu treffen. Nicht weil sie nicht könnten. Sondern weil sie gelernt haben, dass am Ende ohnehin alles geprüft wird. Ein Mitarbeiter, der nie mit einem kleinen Budget arbeiten darf, entwickelt nicht die Kompetenz, ein grösseres zu verwalten. Ein Mitarbeiter, der bei jeder Planabweichung Rücksprache hält, findet nie gute Lösungen für unerwartete Probleme. Ich hab’ das bei einem Logistik-Unternehmer gesehen, letzten Herbst. Seine Teamleiterin wollte eine Reklamation lösen, kleiner Betrag, über 370 Franken. Sie hatte die Lösung. Trotzdem hat sie drei Stunden gewartet, bis der Chef verfügbar war. Weil das die gelernte Vorgabe war: Eigenständig entscheiden bringt Ärger. Die kreative Energie deines Unternehmens konzentriert sich dabei auf einen einzigen Punkt. Auf den Chef. Und das ist (gelinde gesagt) ein Problem. Thuy Thi Vu hat 2025 in einer systematischen Übersicht zusammengetragen, was dabei rauskommt: intrinsische Motivation sinkt, Kreativität geht zurück, Engagement auch. Was mir dabei besonders geblieben ist, jüngere Mitarbeitende reagieren stärker darauf. Sie interpretieren übermässige Kontrolle als direktes Misstrauenssignal. Vermutlich nicht bei allen. Aber bei den Teams, mit denen ich arbeite, deckt sich das ziemlich genau. Und dann wundert man sich, dass die Besten gehen. ## Drei Kostenstellen, die in keiner Buchhaltung auftauchen Ein Kunde hat mal zusammengerechnet, wie viel Zeit er pro Woche mit operativen Freigaben verbringt. Das Ergebnis hat ihn selbst erschreckt: sechzehn Stunden. Pro Woche. **Erstens: Strategische Kapazität.** Während man z.B. Rechnungen absegnet, bleiben die Entscheidungen liegen, die das Unternehmen tatsächlich voranbringen. Irgendwann definiert sich die Wachstumsgrenze durch die Verfügbarkeit. **Zweitens: Die besten Leute.** A-Player wollen Verantwortung. Wenn sie die nicht kriegen, sind sie frustriert. Gallup-Studie zeigt’s jedes Jahr, nur 21 Prozent der Mitarbeitenden weltweit sind engagiert. In Teams mit wenig Autonomie noch weniger. Ich hab’ Unternehmer gesehen, die innert sieben Monaten drei A-Player verloren haben. Der Grund war: zu wenig Raum, zu viel Kontrolle. **Drittens: Innovation.** Teams ohne Ownership warten. Sie führen aus, was ihnen gesagt wird. Aber sie suchen nicht aktiv nach besseren Wegen. Die ganze kreative Energie läuft über einen Single Point of Failure – der Chef. In einem Markt, der sich ständig verändert, ist das nicht nur anstrengend. Es ist höchst riskant. ## Drei Systeme, die Kontrolle in der Führung überflüssig machen Die Lösung ist nicht „loslassen“. Wenn die Angst aber tief sitzt, klingt es nur schön und funktioniert nicht. Ich hab’ früher selbst gedacht, es reicht, wenn man einfach weniger kontrolliert. Stimmt nicht. Weniger Kontrolle ohne System ist Chaos mit gutem Gewissen. Was funktioniert: Systeme aufbauen, bei denen du gar nicht mehr prüfen musst. **System 1: Ergebnis-Definition statt Prozess-Kontrolle** Ein Unternehmer hatte es so formuliert: „Ich hab’ immer den Weg delegiert, nicht das Ziel.“ Simpler Satz. Hat aber alles verändert für ihn. Die Veränderung geht so: Bevor du eine Aufgabe übergibst, definierst du das Ergebnis. Was genau soll dabei rauskommen? Wie wird’s gemessen? Und dann, den Weg dorthin überlässt du dem Team. _Hier sind die Ressourcen, hier ist das Ergebnis. Der Weg ist deiner._ Diese Veränderung vom Prozess-Manager zum Ergebnis-Enabler, das ist kein einmaliger Schritt. Eher ein Training und Muskelaufbau fürs Führungsverhalten. Und wie beim Muskelaufbau merkt man den Fortschritt nicht am nächsten Tag. Sondern graduell nach drei, vier Wochen, wenn das Team plötzlich Lösungen präsentiert, von denen man gar nicht wusste, dass sie möglich sind. **System 2: Entscheidungsrahmen statt Mikrosteuerung** Jetzt gibst du Verantwortung ab und zwei Tage später klopft der Mitarbeiter an deine Tür. Er ist sich unsicher, ob er 180 Franken ausgeben darf. Das Problem ist nicht der Mitarbeiter. Das Problem sind fehlende Spielregeln. Ein Entscheidungsrahmen klärt das in zwei Sätzen: _Bei Ausgaben bis 500 Franken entscheidest du allein. Bei strategischen Abweichungen besprechen wir das gemeinsam._ Und plötzlich weiss jeder im Team, wo die Grenzen sind. Was ich bei meinen Klienten seh’: Diese klaren Grenzen bauen Angst ab. Auf beiden Seiten. Du brauchst nicht mehr alles zu prüfen, weil du die roten Linien kennst. Und dein Mitarbeiter traut sich, Initiative zu ergreifen. Ohne Rückversicherung. **System 3: Wöchentlicher Check-in statt täglicher Überwachung** Die ständigen Status-Updates, die kurzen Rückfragen zwischendurch, das „kannst du mal schnell schauen“, das frisst mehr Zeit als die meisten denken. Ersetze das durch ein wöchentliches 30-Minuten-Meeting mit jedem Schlüsselmitarbeiter. Drei Fragen: *Was waren deine drei wichtigsten Erfolge letzte Woche?* *Was sind deine Top-3-Prioritäten für diese Woche?* *Wo brauchst du meine Hilfe oder eine Entscheidung von mir?* Das gibt dir die Sicherheit, dass nichts durchrutscht. Und deinem Team die Freiheit, dazwischen selbst zu organisieren. Keine Slack-Nachrichten am Dienstagmorgen mit „kurze Frage“. Keine Unterbrechungen, die eigentlich hätten warten können. Der E-Commerce-Klient vom Anfang? Hat allein durch diesen Wechsel zwölf Stunden pro Woche freigesetzt. Die vorher in Ad-hoc-Rückfragen und Kurzabstimmungen versickert sind. Ohne dass irgendwas schiefgelaufen wäre. Er war, ich glaub’, sein Wort war „krass“. ## Und wo setzt Du an, ohne zu überfordern Nicht alles gleichzeitig. Das wär’ der sicherste Weg in die Überforderung. Wähle einen der drei Hebel. Den, der dich gerade am meisten Zeit und Energie kostet. Ist es die fehlende Ergebnis-Definition? Dann nimm dir diese Woche eine wiederkehrende Aufgabe, definier’ das Ergebnis sauber, und übergib sie. Ohne den Weg vorzugeben. Oder fehlt die Klarheit, wer was entscheiden darf? Dann setz dich hin, definier’ einen Entscheidungsrahmen. Zwei Sätze für den Anfang reichen. Es wird sich ungewohnt anfühlen. Der Drang, wieder einzugreifen, der kommt sicher. Das ist der alte Reflex. Kennt jeder Unternehmer, mit dem ich daran arbeite. Ein Klient hat mir letztens erzählt, er hätte drei Tage die Finger von einem Projekt gelassen und sich dabei gefühlt, als würde er seine Tochter allein zum ersten Schultag schicken. Am vierten Tag kam das Resultat. Besser als er es selbst gemacht hätte. Und jedes Mal, wenn du einen Schritt zurücktrittst und siehst, wie dein Team das Ergebnis eigenständig erreicht, wächst was: Dein Vertrauen in sie. Und in deine Fähigkeit, strategisch zu führen statt operativ alles zu kontrollieren. Druck zeigt, wo der Hebel liegt. Und die Illusion der Kontrolle? Die zeigt dir sehr genau, wo der Hebel bei dir selbst liegt. ## Häufige Fragen zur Illusion der Kontrolle in der Führung ### Was ist die Illusion der Kontrolle in der Führung? Die Illusion der Kontrolle ist das Muster, bei dem Geschäftsführer operative Entscheidungen an sich ziehen, weil sie glauben, nur so Fehler zu vermeiden. In Wahrheit bremst dieses Verhalten das Team, verhindert eigenständiges Denken und kostet das Unternehmen strategische Kapazität. Besonders häufig tritt es bei KMU-Gründern zwischen 7 und 25 Mitarbeitenden auf. ### Wie erkennt man, ob man als Geschäftsführer zu viel kontrolliert? Typische Anzeichen: Mitarbeiter fragen bei Kleinigkeiten nach, Entscheidungen stauen sich auf dem Schreibtisch des Chefs, und strategische Arbeit bleibt liegen. Wenn mehr als zehn Stunden pro Woche in operative Freigaben fliessen, ist das ein klares Signal. Der E-Commerce-Unternehmer in diesem Artikel kam auf sechzehn Stunden. ### Warum ist Loslassen allein keine Lösung für Kontrollverhalten? Weniger Kontrolle ohne klare Systeme führt zu Chaos. Was funktioniert: Ergebnis-Definitionen statt Prozess-Vorgaben, klare Entscheidungsrahmen und wöchentliche Check-ins. Diese drei Systeme ersetzen die tägliche Überwachung durch Struktur, und bauen Vertrauen auf beiden Seiten auf. ### Was kostet übermässige Kontrolle ein KMU konkret? Drei versteckte Kostenstellen: Erstens verliert der Geschäftsführer strategische Kapazität, oft zwölf bis sechzehn Stunden pro Woche. Zweitens gehen die besten Mitarbeiter, weil sie Autonomie brauchen. Drittens stirbt Innovation, wenn jede Idee über den Chef laufen muss. Laut Gallup sind nur 21 Prozent der Mitarbeitenden weltweit engagiert, in Teams mit wenig Autonomie noch weniger. ### Wie kann Leadership Coaching bei der Illusion der Kontrolle helfen? Leadership Coaching unterstützt Geschäftsführer dabei, die eigenen Kontrollmuster zu erkennen und schrittweise durch Systeme zu ersetzen. In Zürich arbeite ich mit KMU-Inhabern daran, den Übergang vom operativen Alleskönner zum strategischen Führer zu schaffen, mit konkreten Werkzeugen statt mit Durchhalteparolen. ## Referenzen Vu, T. T. (2025). The paradox of controlling leadership: A systematic review. _The Leadership Quarterly_. Systematische Übersicht zu den Auswirkungen von Kontrollverhalten auf intrinsische Motivation, Kreativität und Engagement. Gallup (2024). State of the Global Workplace Report. Gallup, Inc. Jährliche Erhebung: 21% der Mitarbeitenden weltweit emotional engagiert. ## Weiterführende Artikel - [Delegation lernen: Warum dein Team auf deine Ansage wartet – und wie du das änderst](/delegation-lernen-regisseur-prinzip/) - [Strategische Führung im KMU: Was passiert, wenn der Trainer noch selbst spielt](/strategische-fuehrung-kmu-unternehmer/) - [Perfektionismus in der Führung – wenn der eigene Anspruch das Team lähmt](/perfektionismus-fuehrung-team/) --- ## Strategische Führung im KMU - URL: https://raypopoola.com/strategische-fuehrung-kmu-unternehmer/ - Rubrik: Business - Autor: Ray Popoola - Veröffentlicht: 2026-02-02 · Aktualisiert: 2026-03-25 Strategische Führung im KMU heisst: raus aus dem Tagesgeschäft. Was im Spitzensport selbstverständlich ist, fehlt in vielen Unternehmen. Strategische Führung im KMU bedeutet, sich als Geschäftsführer aus dem Tagesgeschäft herauszuarbeiten und das Unternehmen von aussen zu steuern, mit klaren Zielen, definierten Rollen und Systemen, die ohne ständiges Eingreifen funktionieren. Die meisten Unternehmer scheitern nicht an der Strategie, sondern daran, dass sie gleichzeitig Trainer und Spieler sein wollen. Stell Dir ein Fussballteam vor, bei dem der Trainer in der 60. Minute aufs Feld rennt. Und den Ball selbst schiesst. Kein Trainer der Welt würde das tun. Darf er schon gar nicht. Er entwickelt die Strategie mit den Spielern. Baut mit ihnen die Struktur auf. Etabliert mit ihnen die Standards. Und dann, lässt er sie spielen. Im Spitzensport ist das selbstverständlich. Im KMU-Business (bei Geschäftsführern mit fünf bis dreissig Mitarbeitern) hab’ ichs in gut zwanzig Jahren eher als Ausnahme gesehen. Strategische Führung? Fehlanzeige. Da leitet der Chef die Meetings, beantwortet die Kundenanfragen, löst die Teamkonflikte. Und fragt sich dabei: Warum läuft hier nichts ohne mich? Das ist keine rhetorische Frage. Es gibt eine Antwort. ## Der Trainer, der noch mitspielt: ein Muster aus dem KMU-Alltag Ich arbeite seit über zwanzig Jahren mit Spitzenathleten, Geschäftsführern und Unternehmern. Was dabei eindeutig ist: Die Methoden sind identisch. Was ein Olympia-Trainer mit seinem Athleten macht, mache ich mit Geschäftsführern, nur in anderer Sprache. Im Sport ist die Rollenverteilung glasklar. Der Trainer trainiert. Der Athlet zeigt seine Leistung. Der Trainer gibt Richtung, Feedback, Struktur, und dann geht er aus dem Weg. Nicht weil er nicht helfen könnte. Sondern weil die Eigenständigkeit des Athleten das Ziel ist. Und jetzt vergleich’ das mit dem durchschnittlichen KMU. Da sitzt ein Geschäftsführer, der fachlich brillant ist. Der sein Handwerk versteht. Vielleicht sogar besser als jeder in seinem Team. Und genau das wird zum Problem. Denn wer am schnellsten ist, an den werden die Aufgaben delegiert. Nicht nach oben – nach unten. Nicht vom Chef ans Team. Vom Team an den Chef. Klingt paradox. Ist es auch. Und ich seh’ das jede Woche. ## Was strategische Führung zuerst kostet, bevor sie etwas bringt Strategische Führung heisst: Du hörst auf, der beste Spieler zu sein. Und fängst an, das Spiel zu entwickeln. Der Punkt, den die meisten unterschätzen: Das fühlt sich zuerst falsch an. Du gibst Verantwortung ab an Menschen, die es (Stand jetzt) nicht so gut machen wie du. Das ist kein Vertrauensdefizit. Das ist eine Tatsache. Und trotzdem der einzige Weg, damit sie besser werden. Im Spitzensport nennen wir das Trainingsphase. Kein Athlet ist am ersten Tag so gut, wie er sein sollte. Aber stell Dir vor, der Trainer würde deshalb jedes Mal selbst rennen und scoren. Das Team würde nie lernen, im Wettkampf unter Druck eigenständig zu handeln. Was mich an diesem Thema am meisten beschäftigt, seit ich angefangen hab’, mit KMU-Unternehmern zu arbeiten: Die Kosten der operativen Führung sind unsichtbar. Sie tauchen nie in einer Buchhaltung auf. Keine Zeile «Geschäftsführer als Engpass – 47h diese Woche». Aber sie sind da. Drei Dinge, die ich bei fast jedem meiner Business-Klienten sehe. Fast jedem. Der Chef hat keine strategische Zeit mehr. Null. Alles geht für Tagesgeschäft drauf – Kundenfragen, Mitarbeitergespräche, Prozesskontrollen. Die Agenda mit strategischen Zielen, die wir gemeinsam aufgesetzt haben? Liegt hinten. Seit Monaten. Das Team wird nicht eigenständiger, sondern abhängiger. Je mehr der Geschäftsführer eingreift, desto weniger trauen sich Mitarbeiter im Team, selbst zu entscheiden. Ein Kreislauf, der sich mit jeder neuen Einstellung verschärft. Nicht absichtlich, sondern aus Gewohnheit. Und das Dritte, das ist der stille Killer: Der Geschäftsführer merkt es erst, wenn er erschöpft ist. Und bis dahin nennt er es Engagement. Ob das bei jedem so ist, weiss ich nicht. Aber bei den vielen Geschäftsführern, die ich in den Jahren begleitet hab’, war es selten anders. ## Strategische Führung im Sport: Was Geschäftsführer dabei übersehen Im Spitzensport gibt es ein Prinzip, das kein Trainer verletzt: Autonomie aufbauen. Der Trainer entwickelt die Strategie mit den Spielern, nicht allein am Schreibtisch. Er baut mit ihnen die Struktur auf, nicht für sie. Und er etabliert mit ihnen die Standards, nicht per Anordnung. Klar, gibt es Ausnahmen, aber das wäre der goldene Standard. Viele Geschäftsführer machen genau das Gegenteil. Sie denken die Strategie allein durch, ordnen sie an, und wundern sich, warum die Mitarbeiter nicht mitziehen. Warum das Team in herausfordernden Phasen nicht trägt. Das hab’ ich jahrelang nicht verstanden. Warum brillante Leute dieselben Fehler machen. Letztens, ein Unternehmer, zwölf Mitarbeiter, Dienstleistungsbranche in Zürich. Mit sechzig Stunden pro Woche. Team funktioniert nicht ohne ihn. Jede wichtige Entscheidung landet auf seinem Tisch. Dann erzählt er mir, wie er Aufträge vergibt. Die Antwort: gar nicht richtig. Ohne klare Standards. Keine Check-ins. Kein Bi-Weekly mit den Angestellten. Sein Team wusste schlicht nicht, woran es gemessen wird. Acht Wochen später (klare Aufträge, klare Standards, Bi-Weekly-Sessions von fünfzehn Minuten) waren es acht Stunden weniger Workload für den Geschäftsführer pro Woche. Gleichzeitig mehr Zeit für strategische Aufgaben. Und sein Team hat zum ersten Mal eigenständig Entscheidungen getroffen. Nicht weil sich die Kultur verändert hat. Sondern weil die Struktur klar war. Die Mitarbeiter wussten, was von ihnen erwartet wird. Und haben geliefert. Naja, das klingt jetzt einfacher als es war. Es hat Reibung gegeben. Zwei Mitarbeiter kamen nicht klar damit, mehr Verantwortung zu tragen. Einer wurde als B-Player identifiziert und hat sich in eine neue Rolle entwickelt. Der andere … hat sich überraschend gut entwickelt, sobald die Erwartungen stimmten und er wusste, dass alles okay ist. Es passiert öfter als mir lieb ist, dass die Lösung einfach ist und man sie vorher nicht sieht. ## Drei Hebel für strategische Führung im KMU Aus meiner Arbeit mit Athleten und Unternehmern: dieselben drei Hebel, die ich bei jedem einsetze. Die Reihenfolge ist nicht verhandelbar. Erstens: Ergebnisse klar definieren, gemeinsam mit dem Team. Nicht was Du vom Team willst, sondern was ihr gemeinsam als Standard festlegt. Dann stimmt die Verantwortung. Definierst du die Ergebnisse allein, befolgst du sie allein. Und die anderen vielleicht. Zweitens: Freiheit im Wie geben. Standards stehen. Messbare Check-in-Punkte stehen. Und dazwischen? Lässt Du los. Nicht Mikromanagement, nicht Laissez-faire. Ein System, das Klarheit gibt und gleichzeitig Raum lässt. Im Spitzensport ist das der Normalfall. Kein Trainer sagt dem Radfahrer, wie er jede einzelne Kurve nehmen soll. Er sagt: Das ist die Zielzeit. Das ist der Trainingsplan. Check-in ist Mittwoch und Freitag. Leg los. Drittens: Prozesse dokumentieren, einmal. Jede Entscheidung, die Du heute aufschreibst, musst du morgen nicht nochmal erklären. In der Praxis ist es das Fundament, auf dem eigenständige Teams entstehen. Ohne dokumentierte Prozesse entscheidet immer derjenige, der am meisten weiss, und das bist Du. Ob diese drei Hebel alles lösen? Sicher nicht. Aber sie lösen das Strukturproblem, und das ist bei den meisten KMU der Anfang von strategischer Führung. ## Was das konkret für Dich bedeutet Wenn Du bis hierher gelesen hast, erkennst Du etwas. Vielleicht nicht alles. Aber ein Muster. Die ehrliche Frage, die ich mir in meiner eigenen Arbeit regelmässig stelle, und die ich Dir weitergebe: Findest du dich immer wieder auf dem Spielfeld als Spieler wieder? Oder hast Du angefangen, das Spiel zu bauen? Es gibt keinen sanften Übergang. Im Sport nicht, im Business nicht. Es ist eine bewusste Entscheidung: aufhören, der Schnellste zu sein. Anfangen, die Struktur zu entwickeln, mit dem Team, nicht für das Team. Ein Beweis, dass es funktioniert? Wenn Dein Unternehmen auch dann läuft, wenn du zwei oder drei Wochen spontan nicht da bist. Damit meine ich nicht von remote, sondern offline. Nicht perfekt. Aber es läuft. Wer in Deinem Umfeld ist schon in diesem Modus? Oder bist Du’s? ## Häufige Fragen zur strategischen Führung im KMU ### Was bedeutet strategische Führung in einem kleinen Unternehmen? Strategische Führung heisst, als Geschäftsführer die Richtung zu bestimmen, statt selbst jede Aufgabe zu erledigen. Im KMU-Kontext bedeutet das konkret: Rollen klar definieren, Entscheidungsrahmen setzen und sich auf die Fragen konzentrieren, die nur der Chef beantworten kann: Marktpositionierung, Wachstumsstrategie, Schlüsselkunden. ### Woran merkt man, dass man noch operativ statt strategisch führt? Wenn der Kalender voller Termine ist, die auch jemand anders übernehmen könnte. Wenn man sich fragt, wann eigentlich die Zeit für die wichtigen Entscheidungen kommen soll. Und wenn das Team bei jeder Abweichung vom Plan wartet, bis der Chef grünes Licht gibt. Das sind klare Zeichen, dass die Rolle noch nicht gewechselt hat. ### Wie schafft man den Übergang von operativer zu strategischer Führung? Drei Schritte: Erstens eine ehrliche Bestandsaufnahme, wo die eigene Zeit tatsächlich hinfliesst. Zweitens definieren, welche Entscheidungen wirklich Chef-Sache sind, und welche das Team übernehmen kann. Drittens Systeme aufbauen, die Transparenz schaffen, ohne dass man selbst alles kontrollieren muss. Das braucht Übung und Geduld, keine Revolution über Nacht. ### Warum fällt strategische Führung gerade KMU-Gründern so schwer? Weil genau die Eigenschaften, die das Unternehmen gross gemacht haben, Hands-on-Mentalität, Detailgenauigkeit, persönliches Engagement, ab einer gewissen Grösse zur Bremse werden. Der Gründer muss sich quasi selbst abschaffen, um das Unternehmen wachsen zu lassen. Das ist emotional einer der schwersten Schritte in der Unternehmensführung. ## Referenzen Mintzberg, H. (2009). Managing. San Francisco: Berrett-Koehler Publishers. Standardwerk zur Unterscheidung operativer und strategischer Führungsrollen. Gallup (2024). State of the Global Workplace Report. Gallup, Inc. Engagement-Daten und Zusammenhang zwischen Autonomie und Mitarbeiterbindung. ## Weiterführende Artikel - [Illusion der Kontrolle in der Führung](/illusion-der-kontrolle-fuehrung/) - [Delegation lernen: Vom Feuerlöscher zum Regisseur](/delegation-lernen-regisseur-prinzip/) - [Schwierige Gespräche führen: Was Aufschieben wirklich kostet](/schwierige-gespraeche-fuehrung-kmu/) --- ## Delegation lernen - URL: https://raypopoola.com/delegation-lernen-regisseur-prinzip/ - Rubrik: Leadership - Autor: Ray Popoola - Veröffentlicht: 2026-01-15 · Aktualisiert: 2026-03-25 Delegation scheitert, weil Aufgaben statt Ergebnisse übergeben werden. Lerne das Regisseur-Prinzip. Delegation lernen heisst nicht, Aufgaben abzugeben, sondern Verantwortung so zu übertragen, dass das Team eigenständig entscheidet und liefert. Der Unterschied zwischen einem Geschäftsführer, der delegiert, und einem, der nur verteilt: Der eine baut ein Unternehmen, das ohne ihn funktioniert. Der andere bleibt der teuerste Sachbearbeiter seiner eigenen Firma. Montagmorgen, 7:15 Uhr. Du öffnest Slack und da sind sie schon wieder, acht Nachrichten, alle mit der gleichen Grundmelodie: Was soll ich tun? Wie genau soll ich das machen? Kannst du kurz drüberschauen? Klingt vertraut? Dann hast du wahrscheinlich kein Motivationsproblem im Team. Auch kein Kompetenzproblem. Du hast ein Delegationsproblem. Und zwar nicht, weil du zu wenig abgibst. Du gibst falsch ab. Delegation lernen heisst nicht, mehr Aufgaben zu verteilen. Es heisst, Ergebnisse zu übergeben. Was das konkret bedeutet und warum die Unterscheidung alles verändert – darum geht’s hier. ## Das Delegations-Missverständnis: Aufgaben übergeben ist kein Delegation lernen Die meisten Gründer, die ich in über zwanzig Jahren Arbeit mit Unternehmern getroffen hab’, delegieren ungefähr so: Sie haben eine Aufgabe im Kopf. Wissen genau, wie die erledigt werden soll. Also erklären sie den Weg – Schritt für Schritt. Penibel. Ergebnis? Der Mitarbeiter folgt dem Rezept. Solange alles läuft, funktioniert das sogar. Aber sobald irgendwas nicht nach Plan geht – Rückfrage. Und noch eine. Und am Freitagabend sitzt du trotzdem da und denkst: Hätt’ ich’s halt selbst gemacht. Und weisst du, was das Verrückte ist? Meistens ist der Mitarbeiter gar nicht unfähig. Er macht nur genau das, was du ihm beigebracht hast: abarbeiten, nicht mitdenken. Wir bauen Systeme, die Abhängigkeit produzieren, und dann wundert man sich über abhängige Mitarbeiter. Naja, Überraschung ist da vielleicht das nettere Wort. Was mir dabei auffällt, und das sage ich jetzt bewusst so direkt: Das ist kein Delegieren. Das ist ferngesteuertes Arbeiten. Du tauschst deine Hände gegen fremde Hände, aber dein Kopf bleibt im Spiel. Rund um die Uhr. Wenn du Aufgaben übergibst, bleibt die Verantwortung bei dir. Der Mitarbeiter ist Ausführender, du bist Auftraggeber. Klingt effizient. Ist aber eine Falle, denn jede neue Aufgabe braucht deine Erklärung, deine Kontrolle, deine Korrektur. Je mehr Leute, desto mehr hängt an dir. Und irgendwann bist du genau der Flaschenhals, den du eigentlich loswerden wolltest. ## Das Regisseur-Prinzip: Inszenieren statt anweisen Stell dir einen Theaterregisseur vor. Der steht bei der Premiere nicht auf der Bühne. Flüstert den Schauspielern nicht ihre Zeilen ein. Rennt nicht hinter der Kulisse rum und rückt das Bühnenbild gerade. Und trotzdem ist es sein Stück. Weil er vorher die Arbeit gemacht hat. Er hat klargemacht, was das Stück erzählen soll. Den Rahmen gesetzt, nicht jeden einzelnen Schritt. Und dann hat er losgelassen. Das ist der Kern von echter Delegation. Du definierst das Ergebnis. Nicht den Weg. Du sagst: Das ist der Film, den wir drehen. Nicht: Hier ist die Shotlist, halt dich dran. Ich hab’ das selbst erst nach vierzehn Monaten in der Zusammenarbeit mit einem Klienten wirklich verstanden, einem Geschäftsführer mit zwölf Leuten, der jede Woche fünfzehn Stunden in Meetings sass. Die eigentlich sein Team hätte führen können. Ohne ihn. Sein Problem war, dass er den Film mitspielen wollte, statt Regie zu führen. Was wir dann verändert haben: Er hört auf, Aufgaben zu verteilen. Fängt an, Ergebnisse zu definieren. Keine To-do-Listen mehr, keine Prozessbeschreibungen im Detail. Stattdessen ein klares Bild, was soll am Ende stehen? Der Unterschied zeigt sich innerhalb von sechs Wochen. Das Team war nicht plötzlich besser. Aber es hatte endlich den Raum, eigene Lösungen zu finden. Und ja, ein paar dieser Lösungen waren nicht perfekt. Manche sogar schlechter als das, was er selbst gemacht hätte. Aber sie kamen vom Team. Und das verändert etwas. Menschen, die eigene Lösungen finden … die verteidigen diese Lösungen auch. Die fühlen sich verantwortlich. Nicht weil man es ihnen sagt. Weil es ihr Stück geworden ist. ## Was sich konkret ändern muss, und wo Delegation lernen anfängt Ich bin kein Fan von Frameworks, die wie Gebrauchsanweisungen klingen. Aber bei Delegation funktioniert eine klare Abfolge tatsächlich. Nicht weil sie brillant wäre, sondern weil sie verhindert, dass du in alte Muster zurückfällst. Besonders in der dritten Woche, wenn der erste Fehler passiert und dein Reflex schreit: Siehst du, ich muss doch alles selbst machen. **Das Ergebnis kristallklar machen.** Nicht „mach mal einen Report“. Eher: „Ich brauch’ bis Donnerstag eine Übersicht mit den drei grössten Kostentreibern dieses Quartals, mit jeweils einem Vorschlag, was wir ändern können.“ So klar, dass dein Mitarbeiter selbst beurteilen kann, ob er’s erreicht hat. Ohne dich zu fragen. Simpel? Schon. Aber die meisten scheitern genau hier, weil sie ihre eigene Erwartung nicht zu Ende denken. **Grenzen setzen, nicht Schritte vorgeben.** Sag, was nicht passieren darf. Budget-Rahmen, Deadline, ethische Grenzen, whatever. Aber lass das Wie offen. Ein Regisseur gibt dem Schauspieler eine Richtung, keine Bedienungsanleitung. Das hab’ ich bei Athleten genauso gesehen wie bei Unternehmern, die Methode ist identisch, nur der Kontext verschiebt sich. Die stärkeren Lösungen kommen fast immer dann, wenn Menschen den Raum haben, ihren eigenen Weg zu finden. **Check-in-Punkte statt tägliche Updates.** Einmal die Woche, fünfzehn Minuten. Kein Mikromanagement-Meeting, kein Status-Report mit dreissig Folien. Einfach: Wo stehst du? Brauchst du was? Welche Entscheidung steht an? Diese fünfzehn Minuten geben deinem Team Sicherheit, und dir den Überblick. Ohne dass du jeden Tag reingreifen musst. **Prozesse dokumentieren, lebendige, keine toten.** Viele schreiben dicke Handbücher, die niemand liest. Besser: Dokumente, die das Team selbst anpassen darf. Wenn jemand einen besseren Weg findet, aktualisiert er den Prozess. Kein Genehmigungsverfahren. Einfach: Mach’s besser, schreib’s auf. **Ownership entstehen lassen.** Das hier ist der härtere Teil. Ownership entsteht nicht, wenn du sagst: „Das ist jetzt dein Projekt.“ Ownership entsteht, wenn ein Mitarbeiter zum ersten Mal eigenständig einen Prozess verbessert. Ohne dich zu fragen. Ohne Erlaubnis einzuholen. Ob das bei jedem Team so läuft? Ehrlich gesagt, weiss ich nicht. Was ich weiss: Bei den Unternehmern, mit denen ich arbeite, war es fast immer dieser letzte Schritt, an dem sich entschieden hat, ob Delegation lernen eine Theorie bleibt oder anfängt zu leben. ## Warum echtes Delegieren bedeutet, Kontrolle loszulassen Mal ehrlich, du liest das hier und denkst wahrscheinlich: Klingt logisch. Mach ich ab morgen. Und in drei Wochen sitzt du wieder in denselben Meetings. Weil das Problem nicht intellektuell ist. Es ist emotional. Die meisten Gründer, die nicht richtig delegieren, haben keine Methoden-Lücke. Sie haben Kontroll-Angst. Und die ist nicht irrational, du hast erlebt, dass Sachen schiefgehen, wenn du nicht draufschaust. Geld verloren. Kunden verloren. Schlaflose Nächte gehabt. Natürlich hältst du die Zügel fest. Nur funktioniert das halt nicht mehr, wenn du wachsen willst. Ein Klient letztens, dreiundzwanzig, frisch gegründet, acht Mitarbeiter. Erzählt mir, dass er nachts um halb zwei die Entwürfe seines Designers nochmal kontrolliert. Nicht weil die schlecht wären. Weil er nicht schlafen kann, ohne reingeschaut zu haben. Was wir gemacht haben: Nicht seine Kontrollmuster analysiert, das ist Psychologie für Fortgeschrittene und hilft im Alltag wenig. Stattdessen klare Ergebnisse definiert, Check-in-Routine eingeführt, und ihm eine Woche lang untersagt, ausserhalb der vereinbarten Zeiten ins Projektmanagement-Tool zu schauen. Ja, untersagt. Klingt fast banal. War es nicht. Das Nervensystem lernt nämlich nicht durch Einsicht, es lernt durch Exposition. Solange er jeden Abend ins Tool schaut, lernt sein Gehirn: Kontrolle gleich Sicherheit. Wir mussten die Schleife unterbrechen, damit eine neue entstehen kann. Nach zwei Wochen sagt er, und ich zitier’ nicht ganz wörtlich: „Ich hab’ zum ersten Mal seit Monaten am Wochenende nicht ans Geschäft gedacht.“ Ob das die ganze Lösung war? Nein. Aber Anfänge sind manchmal mehr wert als perfekte Systeme. ## Was sich in deinem Unternehmen konkret verändert Wenn du anfängst, Ergebnisse zu delegieren statt Aufgaben, passiert etwas Merkwürdiges. Nicht sofort, eher nach zwei, drei Wochen. Dein Team stellt weniger Fragen. Die wissen einfach, was erwartet wird. Dann kommen die ersten eigenen Vorschläge. Nicht immer brillant, zugegeben. Aber eigenständig. Und eigenständig ist der erste Schritt zu einem Team, das dich nicht braucht, um zu funktionieren. Ich hab’ bei Unternehmern gesehen, die nach zwei Monaten fünfzehn bis zwanzig Stunden pro Woche zurückgewonnen haben. Weil sie endlich an den richtigen Dingen gearbeitet haben. Strategie statt Feuerlöschen. Richtung geben statt hinterherräumen. Ein Geschäftsführer (Familienbetrieb, neunzehn Mitarbeiter) macht nach drei Monaten zum ersten Mal seit der Gründung zwei Wochen am Stück Urlaub. Ohne einen einzigen Anruf aus dem Büro. Sein Team wusste, welche Ergebnisse erwartet werden, und hatte die Freiheit, den Weg dorthin selbst zu gestalten. Der Regisseur muss nicht bei jeder Vorstellung im Saal sitzen. Aber er muss vorher seine Arbeit gemacht haben. Und genau da liegt deine Aufgabe. Nicht alles loslassen, das Richtige loslassen. Die Aufgaben, die andere besser oder zumindest genauso gut erledigen können. Damit du dich auf das konzentrierst, was nur du tun kannst: die Richtung bestimmen. Delegation lernen ist kein Einmal-Projekt. Es ist eine Gewohnheit, die du aufbaust, und die sich mit jedem Monat mehr auszahlt. Am Anfang fühlt es sich nach Kontrollverlust an. Irgendwann nach Freiheit. Wenn du merkst, dass dein Team ohne dich nicht weiterkommt, obwohl die Leute eigentlich können, dann liegt’s wahrscheinlich nicht an den Leuten. In einem kostenlosen Analysegespräch schauen wir uns an, wo du stehst und wie du vom Feuerlöscher zum Regisseur wirst. Kein Verkaufsgespräch. Einfach Klarheit. ## Häufige Fragen zum Thema Delegation lernen ### Was ist der Unterschied zwischen Delegation und Aufgabenverteilung? Aufgabenverteilung heisst: Du sagst jemandem, was er tun soll: Schritt für Schritt. Delegation heisst: Du definierst das gewünschte Ergebnis und überlässt den Weg dorthin dem Mitarbeiter. Echte Delegation überträgt Verantwortung und Entscheidungskompetenz, nicht nur Ausführung. Das ist der Kern des Regisseur-Prinzips. ### Warum fällt Delegation KMU-Geschäftsführern so schwer? Drei Gründe: Erstens der Perfektionsanspruch: «Ich mach's schneller selbst». Zweitens fehlendes Vertrauen, das oft auf fehlende Systeme zurückgeht. Drittens die Gewohnheit: Wer ein Unternehmen von null aufgebaut hat, hat jahrelang alles selbst gemacht. Dieses Muster abzulegen braucht bewusste Übung, nicht bloss guten Willen. ### Wie delegiert man richtig, ohne die Kontrolle zu verlieren? Mit drei Elementen: Klare Ergebnis-Definition (was soll rauskommen?), ein Entscheidungsrahmen (bis wohin darf der Mitarbeiter allein entscheiden?) und regelmässige Check-ins (wöchentlich, nicht täglich). So behältst du den Überblick, ohne Mikromanagement zu betreiben. ### Ab welcher Unternehmensgrösse wird Delegation zur Pflicht? Spätestens ab fünf bis sieben Mitarbeitenden. Vorher kann ein Geschäftsführer noch vieles selbst steuern. Danach wird die fehlende Delegation zum Wachstumskiller, der Chef wird zum Flaschenhals, das Team wartet statt zu handeln, und strategische Arbeit bleibt liegen. ### Kann ein Leadership Coach bei Delegation helfen? Ja, und zwar nicht mit Theorie, sondern mit konkreten Situationen aus dem Arbeitsalltag. In Zürich arbeite ich mit KMU-Geschäftsführern an realen Delegationsentscheidungen: Welche Aufgaben übergeben, wie den Rahmen setzen, wie mit dem Kontrollreflex umgehen. Die Veränderung ist meist innerhalb von vier bis sechs Wochen spürbar. Wer in deinem Umfeld führt schon so? Oder bist du’s? ## Referenzen McKinsey & Company (2023). Delegation and decision-making in organizations. McKinsey People & Organizational Performance. Gallup (2024). State of the Global Workplace Report. Gallup, Inc. Zusammenhang zwischen Autonomie, Engagement und Fluktuation. Drucker, P. F. (2006). The Effective Executive. New York: Harper Business. Klassiker zur Frage, wie Führungskräfte ihre Zeit auf das Wesentliche fokussieren. ## Weiterführende Artikel - [Illusion der Kontrolle in der Führung](/illusion-der-kontrolle-fuehrung/) - [Perfektionismus in der Führung – wenn der eigene Anspruch das Team lähmt](/perfektionismus-fuehrung-team/) - [Mitarbeiterbindung im KMU: Wenn Geld das Problem nicht löst](/mitarbeiterbindung-kmu-gehalt/) --- ## Perfektionismus in der Führung - URL: https://raypopoola.com/perfektionismus-fuehrung-team/ - Rubrik: Business - Autor: Ray Popoola - Veröffentlicht: 2025-11-04 · Aktualisiert: 2026-03-25 Perfektionismus in der Führung kostet mehr als er bringt. Wie man den Unterschied zwischen Qualität und Kontrollzwang erkennt. Perfektionismus in der Führung ist das Muster, bei dem Geschäftsführer ihre eigenen Qualitätsstandards so weit auf das Team übertragen, dass eigenständiges Handeln blockiert wird. Was sich anfühlt wie hoher Anspruch, erzeugt in Wahrheit Abhängigkeit, bremst Entscheidungen und kostet die besten Mitarbeiter. Letzte Woche sass ein Geschäftsführer bei mir, Metallverarbeitung, 28 Mitarbeitende. Er sagte: «Ich hab’ halt hohe Ansprüche. Das ist doch das, was uns erfolgreich macht.» Perfektionismus in der Führung, klingt erstmal nach Tugend. Nach Qualitätsbewusstsein. Nach jemandem, der Verantwortung ernst nimmt. Und trotzdem sass er vor mir, weil sein Unternehmen ohne ihn nicht funktionierte. Weil seine besten Leute kündigten. Weil er sechzig Stunden die Woche arbeitete und das Gefühl hatte, es wird trotzdem nicht besser. Das Lustige: Er hatte recht. Es wurde wirklich nicht besser. Aber nicht wegen seinem Team. Wegen ihm. ## Was Perfektionismus in der Führung wirklich bedeutet Bevor es weitergeht, eine Klarstellung. Perfektionismus und hohe Standards, das sind zwei verschiedene Dinge. Hohe Standards setzen heisst: Ich weiss, was Qualität ist, und ich kommuniziere das klar. Perfektionismus heisst: Ich glaube, nur ich kann Qualität liefern. Das hört sich aber nur nach einem kleinen Unterschied an. Hohe Standards heben ein Team. Perfektionismus drückt es runter. Denn Perfektionismus in der Führung bedeutet fast immer: Man korrigiert, man kontrolliert, man macht es am Ende selbst. Und das Team? Sitzt daneben und wartet. Ich hab’ das in zwanzig Jahren so oft gesehen, dass ich es inzwischen am Gang erkenne. Geschäftsführer, die nie den Laptop zuklappen. Die um 22 Uhr noch «kurz» eine Offerte prüfen. Nicht weil sie müssen. Weil sie dem Ergebnis ihres Teams nicht vertrauen. Und dann wundern sie sich, warum das Team kein Ergebnis liefert, dem man vertrauen könnte. Es ist ein Kreislauf. Man kontrolliert, weil man nicht vertraut. Das Team liefert weniger, weil man kontrolliert. Man kontrolliert mehr. Sie liefern noch weniger. Irgendwann sitzt man alleine da, macht alles selbst und nennt es «Verantwortung». Jedenfalls, das ist die Kurzversion. Die lange sieht meistens noch hässlicher aus. ## Der teuerste Sachbearbeiter im eigenen Unternehmen Zurück zu meinem Klienten. Metallverarbeitung, 28 Leute. Ich hab’ ihn gebeten, mir eine Woche lang aufzuschreiben, wie viele Stunden er mit Aufgaben verbringt, die eigentlich seinen Teamleitern gehören. Die Antwort: 34 Stunden. Vierunddreissig Stunden pro Woche. Angebote prüfen, Kundenmails gegenlesen, Produktionsprozesse kontrollieren, die sein Werkstattleiter seit elf Jahren fehlerfrei steuert. Er sass da und hat die Zahl angeschaut wie jemand, der zum ersten Mal seine Kreditkartenabrechnung liest. «Das kann nicht stimmen.» Doch. Sein Stundensatz als Geschäftsführer, konservativ gerechnet. Mal 34. Mal vier Wochen. Da kommen Zahlen raus, die weh tun. Nicht weil er schlechte Arbeit machte, sondern weil er Arbeit machte, für die er nicht bezahlt wird. Er war der teuerste Sachbearbeiter seines eigenen Unternehmens. Und das Tragische: Sein Team hat es ihm ermöglicht. Nicht aus Böswilligkeit. Aus Anpassung. Wenn der Chef sowieso alles nochmal anfasst, warum sich die Mühe machen? Das Verrückte daran: Wie lang es dauert, bis jemand das sieht. Nicht Tage. Jahre. Manche sitzen fünf, sieben Jahre in diesem Muster, bevor der Körper oder das Konto sagt: So geht’s nicht weiter. Der Kopf kapiert’s meistens später. Und die Mitarbeitenden? Die haben sich längst eingerichtet. Manche sogar ganz bequem. Weil jemand anders die Verantwortung trägt. Warum sollten sie das ändern? Das System funktioniert, es funktioniert nur nicht für die Führungskraft. ## Was ein Team wirklich lernt, wenn man alles korrigiert Es gibt dazu eine interessante Forschung. [Teresa Amabile](https://hbr.org/2011/05/the-power-of-small-wins) von der Harvard Business School hat jahrelang untersucht, was Mitarbeitermotivation antreibt. Die Antwort war überraschend simpel: Fortschritt. Sichtbarer Fortschritt bei sinnvoller Arbeit. Und jetzt mal durchspielen, was passiert, wenn jemand drei Monate lang jede Woche seine Arbeit abgibt, und sie jedes Mal korrigiert zurückerhält. Nicht zurück mit Feedback. Zurück mit roten Markierungen und der stillen Botschaft: nicht gut genug. Kein Fortschritt. Nirgends. Was passiert dann im Kopf eines Mitarbeiters? Ich kann aus x-facher Erfahrung sagen: Er hört auf, sein Bestes zu geben. Nicht aus Faulheit. Aus Effizienz. Das Gehirn spart Energie. Wenn der eigene Output sowieso überschrieben wird, warum investieren? Und dann sitzt man in der nächsten Teamsitzung und sagt: «Meinen Leuten fehlt die Eigeninitiative.» Ich sag’s direkt: Das hat man selbst trainiert. Nicht gewollt. Aber trainiert. Jede Korrektur, die man macht, ohne sie zu erklären, ist eine Lektion. Die Lektion heisst: Denk nicht selbst. Chef macht’s eh nochmal. ## Was sich hinter dem hohen Anspruch versteckt Jetzt wird’s unbequem. Denn die meisten Perfektionisten, die ich coache (und ich meine das respektvoll) haben kein Qualitätsproblem. Sie haben ein Kontrollproblem. Und hinter dem Kontrollproblem sitzt meistens Angst. Angst, dass es ohne einen nicht funktioniert. Angst, dass ein Fehler auf einen zurückfällt. Angst, dass der Kunde merkt, dass nicht alles vom Chef persönlich kommt. Ob das bei jedem so ist? Weiss ich nicht. Bei den meisten meiner Klienten schon. Ein Klient hat mir mal gesagt: «Ray, ich weiss, dass mein Projektleiter das kann. Aber wenn ich es nicht prüfe, fühlt es sich an, als würde ich die Kontrolle verlieren.» Da ist sie. Die Kontrollillusion. Perfektionismus in der Führung ist oft nicht der Wunsch nach Qualität, es ist der Wunsch nach Sicherheit. Und das ist menschlich. Aber es ist auch das, was ein Unternehmen daran hindert, ohne seinen Chef zu funktionieren. Ich hab’ früher selbst so getickt. Im Sport, nicht im Business. Aber das Muster ist identisch. Man glaubt, wenn man lässt, bricht es zusammen. Bis man mal lässt (gezwungen, nicht freiwillig) und feststellt: Es bricht nicht zusammen. Es läuft. Anders als man es gemacht hätte. Aber es läuft. Dieser Moment. Wenn man zum ersten Mal sieht, dass das Team etwas abliefert, das man nicht angefasst hat, und der Kunde trotzdem zufrieden ist. Das ist der Moment, in dem Perfektionismus stirbt. Nicht durch Einsicht. Durch Erfahrung. ## Drei Fragen, bevor man das nächste Mal korrigiert Wenn ich mit Unternehmern an diesem Punkt arbeite, starten wir nicht mit grossen Systemen. Wir starten mit drei Fragen. Simpel. Aber wirkungsvoll, wenn man sie ehrlich beantwortet: 1. **Ist das ein Qualitätsproblem – oder ein Geschmacksproblem?** Neunzig Prozent der Korrekturen, die ich bei meinen Klienten sehe, sind Geschmack. Nicht Qualität. Der Kunde hätte keinen Unterschied gemerkt. Aber der Chef schon, weil es nicht genau so war, wie er es gemacht hätte. 2. **Was passiert, wenn ich es diesmal nicht anfasse?** Meistens: nichts. Die Offerte geht raus, der Kunde antwortet, das Projekt läuft. Und der Mitarbeiter lernt, dass sein Ergebnis zählt. Das allein ist mehr wert als jede Korrektur. 3. **Hab’ ich erklärt, was ich erwarte, oder erwarte ich, dass man es weiss?** Der grösste Perfektionismus-Fehler ist nicht das Korrigieren. Es ist das Nicht-Kommunizieren. Man hat ein Bild im Kopf, wie das Ergebnis aussehen soll. Aber man hat es nie ausgesprochen. Und dann wundert man sich. Diese drei Fragen sind simpel. Aber ich habe erlebt, wie ein Geschäftsführer damit innerhalb von sechs Wochen seine Wochenarbeitszeit um zwölf Stunden reduziert hat. Nicht weil er weniger gearbeitet hat. Sondern weil er aufgehört hat, die Arbeit seiner Leute zu machen. Sein Projektleiter hat das erste Mal seit drei Jahren ein Angebot komplett alleine rausgeschickt. Das Ergebnis? Der Kunde hat unterschrieben. Ohne eine einzige Korrektur vom Chef. Und der Projektleiter danach? «Endlich.» Das «Endlich» hat gesessen. Beim Chef. Perfektionismus fühlt sich an wie Verantwortungsbewusstsein. Wie Qualitätssicherung. Wie etwas, das einen erfolgreich gemacht hat. Und ja, vielleicht hat er das. Am Anfang. Aber irgendwann kippt er. Irgendwann ist man nicht mehr der, der Qualität sichert. Sondern der, der sein Team daran hindert, Qualität zu liefern. Wer merkt, dass er in diesem Muster steckt (und wer ehrlich ist, merkt das wahrscheinlich schon länger) der steht nicht vor einem Zeichen von Schwäche. Sondern vor dem Anfang, es anders zu machen. ## Häufige Fragen zu Perfektionismus in der Führung ### Wann wird Perfektionismus als Führungskraft zum Problem? Wenn der eigene Qualitätsanspruch dazu führt, dass Entscheidungen liegen bleiben, Mitarbeiter nicht mehr eigenständig handeln und der Geschäftsführer zum Flaschenhals wird. Der Wendepunkt liegt meist dort, wo der Anspruch an Perfektion mehr Zeit kostet als er Qualität bringt, und das Team anfängt, auf Freigaben zu warten, statt selbst zu denken. ### Wie unterscheidet sich gesunder Qualitätsanspruch von schädlichem Perfektionismus? Gesunder Anspruch definiert ein klares Ergebnis und lässt den Weg offen. Schädlicher Perfektionismus kontrolliert jeden Schritt und akzeptiert nur die eigene Lösung. Der Test: Können deine Mitarbeiter eine Aufgabe auf ihre Art lösen und du akzeptierst das Ergebnis, auch wenn es anders ist, als du es gemacht hättest? Falls nein, ist es Perfektionismus. ### Was kostet Perfektionismus ein KMU? Drei Dinge: Zeit (der Geschäftsführer verbringt Stunden mit Details statt Strategie), Talent (die besten Mitarbeiter gehen, weil sie keinen Spielraum haben) und Wachstum (das Unternehmen kann nur so schnell wachsen, wie der Chef persönlich alles prüfen kann). Die unsichtbarsten Kosten: Innovation, die nie entsteht, weil das Team gelernt hat, nur noch abzuarbeiten. ### Wie überwindet man Perfektionismus als Geschäftsführer? Nicht durch Willenskraft allein. Was funktioniert: Den eigenen Standard bewusst auf 80 Prozent setzen, und beobachten, was passiert. In den meisten Fällen passiert: nichts Schlimmes. Das Team liefert solide, der Chef gewinnt Zeit, und die Qualität liegt oft näher an 95 Prozent als befürchtet. Der Kopf kapiert's meistens später als die Erfahrung es zeigt. ## Referenzen Curran, T. & Hill, A. P. (2022). Perfectionism Is Increasing Over Time: A Meta-Analysis of Birth Cohort Differences From 1989 to 2016. _Psychological Bulletin_, 145(4), 410-429. Beleg für zunehmenden Perfektionismus in westlichen Gesellschaften. Gallup (2024). State of the Global Workplace Report. Gallup, Inc. Engagement-Daten und Zusammenhang zwischen Führungsstil und Teamleistung. ## Weiterführende Artikel - [Illusion der Kontrolle in der Führung](/illusion-der-kontrolle-fuehrung/) - [Delegation lernen: Vom Feuerlöscher zum Regisseur](/delegation-lernen-regisseur-prinzip/) - [Schwierige Gespräche führen: Was Aufschieben wirklich kostet](/schwierige-gespraeche-fuehrung-kmu/) --- ## Mitarbeiterbindung im KMU - URL: https://raypopoola.com/mitarbeiterbindung-kmu-gehalt/ - Rubrik: Business - Autor: Ray Popoola - Veröffentlicht: 2025-10-12 Sie hat ihm zweimal eine Lohnerhöhung gegeben. Er hat sich bedankt – und ist trotzdem gegangen. Was eine gute Mitarbeiterbindung im KMU wirklich braucht. Kürzlich sprach ich mit einer Geschäftsführerin, die ihrem besten Mitarbeiter zweimal eine Lohnerhöhung gegeben hatte. Einmal als Dank. Einmal als Rettungsversuch. Er hat sich beide Male bedankt, und sich trotzdem umgesehen. Mitarbeiterbindung im KMU ist eines der Themen, bei denen ich erlebe, dass Geschäftsführer fast immer zum selben Werkzeug greifen: Geld. Und fast immer überrascht sind, wenn es nicht funktioniert. Nicht weil das Geld zu wenig wäre. Sondern weil es die falsche Währung ist. ## Was wirklich passierte Der Mitarbeiter leistete seit Jahren gute Arbeit. Wirklich gute. Die Geschäftsführerin wusste das, und hatte Angst, ihn zu verlieren. Weil es halt schwierig ist, so jemanden zu finden. Was sie nicht sah: Im selben Team herrschte Chaos. Mitarbeiter gingen. Abteilungsleiter waren grantig, gingen über Köpfe hinweg, warfen eingeführte Prozesse über Bord, ohne mit dem Team zu reden. Das führte zu Problemen mit Kunden, zu Frust, zu Unsicherheit. Der Mitarbeiter hat sich dazu geäussert. Mehrfach. Die Antwort war jedes Mal dieselbe: Das muss man halt jetzt so machen, da müssen wir jetzt halt durch. Und dann kam der Bonus. Klar, hat er sich bedankt. Wer sagt da schon Nein? Aber das Geld hat weder die Probleme gelöst, noch zu mehr Verständnis geführt. Geschweige denn Ruhe ins Team gebracht. Irgendwann liess er durchblicken, dass er sich umsieht. Seine Gründe: Tapetenwechsel. Neue Herausforderungen. Klassische Antworten, die fast nie der Wahrheit entsprechen. Weil jemand, der in einer Kultur ohne psychologische Sicherheit arbeitet, dem sowieso nicht zugehört wird, der sagt dir nicht den echten Grund. Er sagt dir das, was am wenigsten Reibung erzeugt. Die erste Reflexreaktion der Geschäftsführerin? Nochmal Geld. Lohnerhöhung. Bonus. Weil doch so viel gearbeitet wird. Es hat nichts geändert. Der Mitarbeiter ist gegangen. ## Die Rechnung danach Neueinstellung. Recruiting-Kosten. Einarbeitung. Und dann die sechs bis neun Monate, bis der neue Mitarbeiter auf der gleichen Flughöhe ist wie der Vorgänger. Das sind alles Positionen, die nicht direkt in der Buchhaltung auftauchen. Aber sie kosten eine Stange Geld. Und sie zeigen, was fehlende Mitarbeiterbindung im KMU tatsächlich kostet – jenseits der Emotionen. Der Work Institute Retention Report 2025 beziffert die Kosten einer Neubesetzung auf 50 bis 60 Prozent des Jahresgehalts. Und 75 Prozent aller Kündigungen wären vermeidbar gewesen. Nicht durch mehr Gehalt, sondern durch bessere Führung, Kultur und Kommunikation. Was mich an diesen Zahlen am meisten beschäftigt: Es sind nicht die grossen Katastrophen, die Leute vertreiben. Es ist die Summe der kleinen Signale. Du wirst nicht gehört. Dein Feedback wird abgetan. Prozesse ändern sich ohne Erklärung. Und dann bekommst du einen Bonus. Als ob das die Antwort wäre. ## Warum Geld ein Pflaster ist, und kein Kitt Frederick Herzberg hat das vor Jahrzehnten schon beschrieben, und ich find’ es immer noch erstaunlich, wie wenig sich daran geändert hat. Seine Zwei-Faktoren-Theorie unterscheidet zwischen Hygienefaktoren und Motivatoren. Gehalt ist ein Hygienefaktor. Wenn es zu niedrig ist, erzeugt es Unzufriedenheit. Aber wenn es angemessen ist, bringt mehr davon weder Zufriedenheit noch Bindung. Das ist wie bei der Heizung im Büro. Wenn sie kaputt ist, beschweren sich alle. Aber wenn sie läuft, sagt niemand: „Ich bleibe wegen der tollen Heizung.“ Und trotzdem versuchen wir es. Immer wieder. Was wirklich zur Mitarbeiterbindung beiträgt, sind die Motivatoren: Anerkennung. Verantwortung. Entwicklung. Das Gefühl, gehört zu werden. Der Gallup Engagement Index Deutschland 2024 zeigt: Nur 14 Prozent der Mitarbeiter sind emotional an ihren Arbeitgeber gebunden. 67 Prozent machen Dienst nach Vorschrift. Und 19 Prozent haben innerlich bereits gekündigt, der höchste Wert seit 2012. Die stärkste Bindungsvariable in der Gallup-Forschung? Nicht Gehalt. Nicht Benefits. Sondern: „Jemand bei der Arbeit kümmert sich um mich als Person.“ Ich hab’ das in bald zwanzig Jahren Arbeit mit Unternehmern immer wieder gesehen. Die, die ihre Leute halten, sind nicht die, die am meisten zahlen. Es sind die, die zuhören. Die nachfragen. Die merken, wenn jemand leiser wird. ## Mitarbeiterbindung im KMU: Transaktion oder Beziehung? Hier liegt der Knackpunkt. Wenn du auf ein Bindungsproblem mit Geld antwortest, sagst du im Grunde: Unsere Beziehung ist eine Transaktion. Du lieferst, ich zahle. Und wenn du unzufrieden bist, zahle ich halt mehr. Das funktioniert bei Lieferanten. Nicht bei Menschen, die acht Stunden am Tag in deinem Unternehmen verbringen. Die Geschäftsführerin aus meinem Beispiel hat das Geld nicht aus Kalkül gegeben. Sie wollte tatsächlich wertschätzen. Aber Wertschätzung in Form von Geld, während gleichzeitig Feedback ignoriert wird, Abteilungsleiter das Team überrollen und Prozesse willkürlich gekippt werden, das ist ein Widerspruch, den jeder Mitarbeiter spürt. Auch wenn er nichts sagt. Und genau hier scheitert Mitarbeiterbindung am häufigsten, nicht an der Höhe des Gehalts, sondern an der Qualität der Beziehung. Echte Mitarbeiterbindung im KMU entsteht nicht am Gehaltszettel. Sie entsteht (und das klingt jetzt vielleicht zu einfach) in den kleinen Momenten des Alltags. In der Art, wie Entscheidungen getroffen werden. Was passiert, wenn jemand ein Problem anspricht. Wie Führungskräfte mit dem Team umgehen, wenn der Chef nicht im Raum ist. ## 10 Fragen, die mehr verraten als deine letzte Gehaltsrunde Wenn du wissen willst, wie es um die Mitarbeiterbindung in deinem KMU wirklich steht, stell dir diese zehn Fragen. Ehrlich. Nicht die Version, die gut klingt, die Version, die stimmt. **1\. Klarheit:** Könnte jeder in deinem Team seine drei wichtigsten Ergebnisse für diese Woche benennen, ohne dich zu fragen? **2\. Ausrüstung:** Wann hat das letzte Mal jemand gesagt „Ich kann das nicht erledigen, weil mir X fehlt“, und wie schnell hast du reagiert? **3\. Stärken:** Arbeiten deine Leute in ihren Stärken, oder stopfst du Löcher? **4\. Anerkennung:** Könnte dein Team deine Wertschätzung beschreiben, ohne das Wort „Gehalt“ zu verwenden? **5\. Interesse:** Weisst du, was deinen Mitarbeitern ausserhalb der Arbeit wichtig ist? Und wissen sie das von dir? **6\. Entwicklung:** Hast du in den letzten drei Monaten mit jedem Mitarbeiter über seine Entwicklung gesprochen, nicht über seine Aufgaben? **7\. Stimme:** Wann hat das letzte Mal jemand dir widersprochen, und was hast du damit gemacht? **8\. Sinn:** Könnte jeder in deinem Team erklären, wie seine Arbeit zum Erfolg des Unternehmens beiträgt, in seinen eigenen Worten? **9\. Qualitätsanspruch:** Gibt es Mitarbeiter, deren schwache Leistung alle kennen – ausser du? **10\. Vertrauen:** Würden deine Mitarbeiter sagen, dass ihre direkten Vorgesetzten sie respektvoll behandeln, auch wenn du nicht im Raum bist? Acht bis zehn Mal ehrlich Ja? Dann bleiben deine Leute wahrscheinlich nicht wegen dem Geld. Und sie bleiben. Unter fünf? Dann bist du näher am Pflaster-Modus als du denkst. Und die nächste Lohnerhöhung wird an deiner Mitarbeiterbindung nichts ändern. ## Und jetzt? Mitarbeiterbindung im KMU ist kein Gehaltsthema. Jedenfalls nicht in dem Sinn, wie die meisten es behandeln. Es ist ein Beziehungsthema. Und Beziehungen brauchen nicht mehr Geld, sie brauchen mehr Aufmerksamkeit. Mehr Zuhören. Mehr Konsequenz bei den Dingen, die dein Team dir sagt. Die Geschäftsführerin aus meinem Beispiel hat nach dem Abgang angefangen, anders hinzuschauen. Nicht auf die Zahlen. Auf die Menschen. Ob das reicht, wird sich zeigen müssen. Aber der Schritt war richtig. Ich hab’ in bald zwanzig Jahren Arbeit mit Unternehmern eine Sache gelernt, die ich früher unterschätzt hab’: Die Geschäftsführer, die ihre Leute halten, sind selten die, die am meisten zahlen. Es sind die, die merken, wenn jemand leiser wird. Die nachfragen. Ohne gleich eine Lösung anbieten zu wollen. Wenn du merkst, dass dein Reflex bei Kündigungsgefahr „mehr Geld“ ist – halt kurz inne. Und frag dich: Was hat diese Person mir in den letzten Monaten gesagt, das ich nicht gehört hab’? --- ## Mindset-Shift: Von Stress und Druck zu sportlicher Exzellenz - URL: https://raypopoola.com/mindset-shift-von-stress-und-druck-zu-sportlicher-exzellenz/ - Rubrik: Sport - Autor: Alexander Valenta - Veröffentlicht: 2024-10-15 Stress entpuppt sich immer mehr als förderliche Ressource für Athleten. Erfahre, wie Du mit Deinen Athleten ein Stress-Mindset trainierst. ![Mindset-Shift](/images/migrated/RP-Mindset-Shift-web.jpg) **In der Welt des Spitzensports sind Stress und Druck allgegenwärtige Begleiter. Athleten stehen ständig unter dem Druck, ihre Leistung zu maximieren, Rekorde zu brechen und an der Spitze ihrer Disziplin zu bleiben. Doch was, wenn wir Dir sagen, dass genau dieser Stress und Druck (oft als Hindernisse auf dem Weg zum Erfolg betrachtet) tatsächlich die Schlüssel zu noch nie dagewesenen sportlichen Höchstleistungen sein können?** **In diesem Artikel «Mindset-Shift: Von Stress und Druck zu sportlicher Exzellenz» erforschen wir die transformative Kraft eines Paradigmenwechsels im Umgang mit Stress.** Am Start eines wichtigen Radrennens stehen Karin und Sofia. Beide spüren, wie der Druck steigt und ihre Herzen anfangen, schneller zu schlagen. Sie sind sich bewusst, dass das Rennen sie physisch und mental an ihre Grenzen bringen wird. Beide haben hart trainiert und sind ambitioniert, sich mit dem Rennen für die Meisterschaft zu qualifizieren. Karin ist davon überzeugt, dass sie ihr Tempo finden wird und bereit ist, sich den Höhenmetern zu stellen. Selbstbewusst findet sie einen rhythmischen Tritt, kann ihre vorher festgelegte Wettkampfstrategie gekonnt umsetzen und mit unvorhergesehenen Ereignissen umgehen. Sie erreicht damit ihre persönliche Bestleistung. Links neben Karin steht Sofia. Sie spürt, wie ihr Herzschlag ansteigt. Der Anblick des steilen Berges vor ihr macht sie nervös und erste Zweifel machen sich breit. Obwohl sie weiss, dass sie genau wie Karin vorbereitet ist. Sie glaubt jedoch, dass sie nicht in der Lage sein wird, ihr Tempo zu finden. Trotz enthusiastischem Start findet sie keinen Rhythmus. Sie kann ihren Plan nicht halten, lässt sich durch unvorhergesehene Ereignisse aus der Bahn werfen und beendet das Rennen weit unter ihrer Bestzeit. In Anlehnung an das obige Beispiel taucht dieser Artikel nun in die Welt des Leistungssports ein. Er beleuchtet einzigartige Stressfaktoren, denen Athleten im Sport ausgesetzt sind und erkundet, wie sie diesen Stress nicht nur bewältigen, sondern auch in einen Motor für verbesserte sportliche Leistungen umwandeln können. Zugegeben: In einer Welt, in der Erfolg als Massstab für gesellschaftliche Anerkennung und persönlichen Wert steht, neigen wir häufig dazu, uns in einem ständigen Streben nach Perfektion zu verlieren, à la «Höher, Schneller, Weiter». Besonders Athleten bekommen diesen Druck in Form von Stress zu spüren (Mansell & Turner, 2023). Karin und Sofia verdeutlichen uns, dass trotz einer gleichen Herausforderung Stress nicht immer schädlich ist, sondern tatsächlich die Leistung und das damit verbundene Wohlbefinden fördern kann. Entdecke mit uns, wie Sportler Stress meistern und ihre sportliche Leistung auf ein neues Level heben können. ## Zwischen Kopf und Körper: Die Psychophysiologie des Stresses Um Stress zu meistern und die sportliche Leistung auf ein neues Level zu heben, müssen wir zunächst verstehen, was Stress konkret ist. Im Verständnis des Stresses spielen zwei grundlegende Aspekte eine entscheidende Rolle: einerseits die auf eigene Erfahrungen aufbauende Interpretation eines Ereignisses. Und andererseits die Reaktion unseres Körpers auf diese Deutung. ### Stress-Interpretation Stress ist nicht ein Gegenstand, der von aussen auf uns einwirkt, sondern eine subjektive (persönliche) Wahrnehmung und Interpretation von Ereignissen (Raper & Brough, 2021). Jeder Athlet bringt seine eigenen Erfahrungen, Überzeugungen und Bewertungen mit, die beeinflussen, wie er auf bestimmte Situationen reagiert. Ein Wettkampf, der für einen Athleten als aufregende und attraktive Herausforderung angesehen wird, kann für einen anderen als beängstigend und stressig wahrgenommen werden. Diese individuelle Interpretation prägt nicht nur die emotionale Reaktion des Athleten auf den Wettkampf, sondern beeinflusst auch die mentale und körperliche Leistungsfähigkeit in Stresssituationen (Mansell & Turner, 2023). Doch was bestimmt, weshalb der eine Athlet einen Wettkampf als attraktiv und aufregend ansieht, und ein anderer eher als beängstigend und stressig? Eine Situation wird dann als „stressig“ empfunden, wenn wir nicht glauben, dass wir genügend Ressourcen besitzen, um eine bestimmte Aufgabe erfolgreich zu bewältigen. Findet eine derartige Einschätzung statt, wird das Ereignis für uns zur Bedrohung. Die damit verbundenen psychischen Folgen lassen uns diejenigen Fähigkeiten verlieren, die wir gerade im Wettkampf benötigen: Bewegungsgenauigkeit und Bewegungsfluss nehmen ab und unser Denk- und Auffassungsvermögen leidet. Dadurch schätzen wir Spielsituationen falsch ein und machen leichtsinnige Fehler. Als Resultat kann dies einerseits am Selbstvertrauen des Athleten nagen. Andererseits kann es zu Überkompensationen führen. Dadurch kann man teilweise uncharakteristische Verhaltensweisen in Wettkämpfen beobachten, wie Albernheiten, Resignation oder übermässige Risikobereitschaft (Baumann, 2011). ### Stress-Reaktion Stressauslösende Reize, auch _Stressoren_ genannt, wirken sich bei Menschen unterschiedlich aus. Die physiologischen Reaktionen des Körpers sind jedoch immer dieselben: Der Herzschlag beschleunigt sich, der Blutdruck steigt, die Muskeln spannen sich an und Stresshormone (z. B. Cortisol) werden ausgeschüttet (Hase et al., 2018). Diese körperlichen Veränderungen haben sich evolutionär entwickelt und sind somit natürlich. Sie helfen uns, in herausfordernden Situationen unsere Leistungsfähigkeit zu erhöhen und möglichst fokussiert und voller Energie angemessen zu handeln (Baumann, 2011). Dieses Verhalten ist besonders im Sport relevant. Denn im Sport sind Stresssituationen oft unvermeidlich, sei es in der Vorbereitung auf einen wichtigen Wettkampf oder während einer entscheidenden Phase im Spiel. Stress ist also eine ganz natürliche körperliche Reaktion, die aufweckt und leistungsbereit macht. Eine geeignete Stressbewältigung, welche die gesteigerte Aktivierung als förderlich ansieht, hilft Sportlern dabei, ihre Leistung zu verbessern (Jamieson et al., 2012). Erst wenn Stress zu einem Dauerzustand wird, kommt es zu negativen Begleiterscheinungen (McLoughlin et al., 2021). Wir blenden etwa im Stresszustand Hungergefühle aus, obwohl wir gerade dann wichtige Nährstoffe bräuchten. Zusätzlich verbraucht ein dauernder Erregungszustand unnötig viel Energie, die uns dann in entscheidenden Momenten fehlt (Baumann, 2011). Was bestimmt demnach, wie wir ein Ereignis interpretieren? Das, und wie Athleten ihr Verständnis von Stress vorteilhaft verändern, beleuchten wir im nächsten Abschnitt. ## Stress-Mindset: Ein «Shift» im Denken ### “STRESS-IST-HEMMEND”-MINDSET VS. “STRESS-IST-FÖRDERND”-MINDSET Das Konzept des Stress-Mindsets basiert auf der Erkenntnis, dass die individuelle mentale Struktur einer Person deren Empfinden und Umgang mit Stress beeinflusst (Crum et al., 2017). Diese Einsicht bietet Athleten die Chance, ihr persönliches Stress-Mindset bewusst anzupassen, was positive Auswirkungen auf ihre sportliche Leistung und ihr mentales Wohlbefinden haben kann. Unser Stress-Mindset bestimmt, wie wir Stress interpretieren und bewerten. Das spielt eine entscheidende Rolle in der Formung unserer gedanklichen (kognitiven), emotionalen und physiologischen Reaktionen gegenüber herausfordernden und bedrohlichen Stresssituationen. Die Wissenschaftlerin Alia J. Crum hat mit ihrem Forschungsteam herausgefunden, dass individuelle Überzeugungen und Einstellungen gegenüber Stress bedeutende Auswirkungen auf die Bewältigung von stressigen Situationen haben können. Ihr Forschungsansatz zeigt, dass Menschen mit einem sogenannten **«Stress-ist-hemmend»-Mindset** Stress als bedrohlich und negativ interpretieren. Dies führt zu verstärkten negativen Auswirkungen auf unsere Leistungen (ebd, 2017). Im Gegensatz dazu tendieren Menschen mit einem **«Stress-ist-fördernd»-Mindset** dazu, Stress als positive Herausforderung zu sehen. Diese positive Grundhaltung gegenüber Stress kann dazu beitragen, die kognitive Leistungsfähigkeit zu steigern, die emotionale Widerstandsfähigkeit (Resilienz) zu fördern und die körperliche Stressreaktion positiv zu beeinflussen (ebd, 2017). Keech und seine Kollegen (2019) fanden in ihrer experimentellen Studie heraus, dass man mit einer proaktiven Herangehensweise (selbstbestimmt) sein Stress-Mindset ändern kann. Die Auswirkungen dieser Erkenntnis sind für die Sportwelt enorm. Athleten, die sich so ihrer eigenen Einstellung gegenüber Stress bewusst sind und sich aktiv in ein «Stress-ist-fördernd»-Mindset bringen, haben die Möglichkeit, ihre Leistungsfähigkeit zu erhöhen und gleichzeitig ihre psychische Gesundheit zu fördern. Wie Du dies erreichst und mit drei weiteren nützlichen Übungen Deinen Umgang mit Stress verbessern kannst, erfährst Du in unserem Artikel »[Das Stress Playbook: Taktiken für mentale Stärke im Sport](/das-stress-playbook-taktiken-fuer-mentale-staerke-im-sport/)«. ## Resümée Wir sind in diesem Artikel quer durch die Tiefen des Stress-Mindsets und dessen Auswirkungen auf sportliche Leistungsfähigkeit und mentale Gesundheit im Sport gereist. Egal, ob als Trainer, der seine Athleten auf mentale Herausforderungen vorbereiten will, oder als Athlet, der nach Wegen sucht, besser mit Stress umzugehen, dieser Artikel soll Dir zeigen, dass Stress nicht gleich Stress ist und Du ihn sogar für Dich nutzen kannst. Im Abschnitt zur Psychophysiologie des Stresses haben wir erfahren, dass unsere körperliche Reaktion auf Stressoren evolutionär bedingt ist und uns hilft, unsere Leistungsfähigkeit für eine besonders herausfordernde Aufgabe zu steigern. Ausserdem hängt unsere individuelle emotionale Reaktion auf eine Stresssituation davon ab, wie wir diese einschätzen und bewerten. Dies nennt man Stress-Mindset. Aktuelle Studien zeigen uns, dass wir durch entsprechende Strategien unsere Denkmuster umstrukturieren können. Somit können wir aktiv beeinflussen, ob wir Stress als hemmend oder fördernd wahrnehmen, was sich positiv auf unsere Leistung auswirken kann. Zusammenfassend verdeutlicht der Artikel, dass ein bewusster Umgang mit Stress durch die Anpassung des Stress-Mindsets essenziell ist, um Stress im Sport nicht nur zu bewältigen, sondern als naturgegebene Unterstützung für sportlichen Erfolg zu nutzen. ## Referenzen * Baumann, S. (2011). Psyche in Form: Sportpsychologie auf einen Blick. Meyer & Meyer. * Crum, A. J., Akinola, M., Martin, A., & Fath, S. (2017). The role of stress mindset in shaping cognitive, emotional, and physiological responses to challenging and threatening stress. Anxiety, Stress, & Coping, 30(4), 379-395. [https://doi.org/10.1080/10615806.2016.1275585](https://doi.org/10.1080/10615806.2016.1275585) * Hase, A., O’Brien, J., Moore, L., & Freeman, P. (2018). The Relationship Between Challenge and Threat States and Performance: A Systematic Review. Sport, Exercise, and Performance Psychology, 8(2), 123-144. [https://doi.org/10.1037/spy0000132](https://doi.org/10.1037/spy0000132) * Jamieson, J. P., Nock, M. K., & Mendes, W. B. (2012). Mind over matter: Reappraising arousal improves cardiovascular and cognitive responses to stress. Journal of Experimental Psychology: General, 141(3), 417-422. [https://doi.org/10.1037/a0025719](https://doi.org/10.1037/a0025719) * Keech, J. J., Hagger, M. S., & Hamilton, K. (2019). Changing stress mindsets with a novel imagery intervention: A randomized controlled trial. Emotion, 21(1), 123-136. [https://doi.org/10.1037/emo0000678](https://doi.org/10.1037/emo0000678) * Mansell, P. C., & Turner, M. J. (2023). The mediating role of proactive coping in the relationships between stress mindset, challenge appraisal tendencies, and psychological wellbeing. Frontiers in Psychology, 14. [https://doi.org/10.3389/fpsyg.2023.1140790](https://doi.org/10.3389/fpsyg.2023.1140790) * McLoughlin, E., Arnold, R., Fletcher, D., Spahr, C. M., Slavich, G. M., & Moore, L. J. (2021). Assessing lifetime stressor exposure in sport performers: Associations with trait stress appraisals, health, well-being, and performance. Psychology of Sport and Exercise, 58. [https://doi.org/10.1016/j.psychsport.2021.102078](https://doi.org/10.1016/j.psychsport.2021.102078) * Raper, M. J., & Brough, P. (2021). Seeing into the future: The role of future-oriented coping and daily stress appraisal in relation to a future stressor. Stress & Health, 37(1), 186-197. [https://doi.org/10.1002/smi.2984](https://doi.org/10.1002/smi.2984) --- ## Mit Vertrauen zur Spitzenleistung - URL: https://raypopoola.com/mit-vertrauen-zur-spitzenleistung/ - Rubrik: Sport - Autor: Alexander Valenta - Veröffentlicht: 2024-10-15 Dieser Artikel zeigt, wie ein fundiertes Verständnis der 8 Entwicklungsstufen nach Erik H. Erikson die Beziehung zwischen Trainer und Athlet revolutioniert. ![Mit Vertrauen zur Spitzenleistung](/images/migrated/RP-Mit-Vertrauen-zur-Spitzenleistung-web.jpg) **Wie verwandelt man talentierte Athleten in Weltklasse-Performer? Dieser Artikel taucht tief in die Geheimnisse der Entwicklungspsychologie ein. Wir zeigen, wie ein fundiertes Verständnis der Entwicklungsstufen nach Erik H. Erikson die Beziehung zwischen Trainern und Athleten revolutionieren kann. Entdecke, wie Du eine starke, vertrauensvolle Bindung aufbauen, die psychische Gesundheit verbessern und die Leistung auf ein neues Niveau heben kannst. Dies, indem Du individuelle Bedürfnisse erkennst und gezielt darauf eingehst.** **Dieser Artikel ist ein Muss für Trainer, die nicht nur Erfolge feiern, sondern auch als Mentoren im persönlichen und sportlichen Wachstum ihrer Schützlinge glänzen wollen.** Nach dem Finalspiel der Fussball-WM 1990 zwischen Deutschland und Argentinien blieb ein Moment in Erinnerung: Während die Spieler der deutschen Fussball-Mannschaft ihren Triumph feierten, ging Teamchef Franz Beckenbauer gedankenversunken über das Spielfeld. Als man ihn darauf ansprach, äusserte sich Beckenbauer mit seinem typischen Humor: „Ich wollte allein sein. Schliesslich war ich sechs Wochen lang mit schwer erziehbaren Menschen zusammen.“ (vgl. Welt, 2024) Mit diesen humorvollen Worten spricht Franz Beckenbauer einen nahe liegenden, aber oftmals nicht beachteten Aspekt für eine erfolgreiche Trainer-Athleten-Beziehung an: Hinter allen Athleten steckt ein Mensch in seiner eigenen Lebensphase, mit seiner einzigartigen Persönlichkeit, Bedürfnissen und individuellen sportlichen Fähigkeiten. Ein Beispiel: Besonders Jugendliche zwischen dem 13. und 20. Lebensjahr befinden sich in einer Lebensphase, in der sie (neben dem Sport) nach persönlicher Orientierung und Identität suchen. Zudem bringen sie eine Mischung aus Energie, Enthusiasmus und manchmal auch Ungeduld mit sich. Dies sind alles menschliche Facetten, die Trainer mit Blick auf ein sportliches Ziel berücksichtigen müssen. In diesem Artikel erfährst Du mehr über die Entwicklungsstufen, in denen sich Deine Athleten befinden (vgl. Scheck, 2014). Im Anschluss erläutern wir, welchen Einfluss diese Kenntnisse auf die psychische Gesundheit Deiner Athleten haben und wie sie ihre Leistung positiv beeinflussen. **Damit wirst Du:** * Deine Athleten gemäss ihrem Alter in ihren Bedürfnissen und Befindlichkeiten besser abholen * mit ihnen eine vertrauensvolle und harmonische Zusammenarbeit aufbauen, ohne das sportliche Ziel aus den Augen zu verlieren * ihre psychische Gesundheit fördern und ein Fundament für Höchstleistung setzen * Trainings besser planen und Potenziale ausschöpfen * Entlang persönlicher Werte Deiner Athleten coachen und trainieren Um diese Punkte umzusetzen, geben wir Dir abschliessend in diesem Artikel wertvolle Praxis-Tipps. Damit baust Du einen guten und engen Dialog mit Deinen Athleten auf. So arbeitet ihr systematisch und zielbewusst am sportlichen Ziel. Zunächst die 8 entwicklungspsychologischen Stufen und was in bestimmten Entwicklungsstufen wertvolles für Dich, als Trainer, zu berücksichtigen ist. ## Die 8 Entwicklungsstufen des Menschen Das Stufenmodell der Entwicklung des Entwicklungspsychologen Erik H. Erikson ist in der Sportpsychologie ein bewährtes Modell (Darling-Fisher, 2018; Lobinger et al., 2021). Es gliedert dabei die Entwicklung des Menschen in acht Stufen, beginnend mit dem 1. Lebensjahr bis zum späten Erwachsenenalter. ### Stufe 1: Durch Interaktion zum Vertrauen (0-1 Jahr) Im ersten Lebensjahr ist das Ziel, ein gesundes Verhältnis zwischen Vertrauen und Misstrauen zu entwickeln. Hierfür ist die Vermittlung von Sicherheit durch Interaktion und Fürsorge von den primären Bezugspersonen eines Kindes von zentraler Bedeutung. Dadurch erlebt das Kind eine Übereinstimmung zwischen den eigenen Bedürfnissen und der Umwelt. ### Stufe 2: Spielerische Selbstständigkeit und Körperbewusstsein (2–3 Jahre) Mit der zweiten Stufe kommt das Kind in eine aktive Rolle, mit dem Drang nach körperlicher Unabhängigkeit. Es erforscht sein Umfeld, möchte den neu entdeckten eigenen Willen umsetzen und sich selbstständig fühlen. Kinder lernen sowohl durch die Erfolge als auch durch die Misserfolge ihrer Selbstständigkeit und entwickeln dabei ein für den Sport wichtiges Körperbewusstsein. Sie erleben sich selbst als Urheber von Handlungen. Ab dem dritten Lebensjahr erkennen Kinder erstmals ihr eigenes Handlungserlebnis, indem sie Freude oder Stolz nach Erfolgen und Enttäuschung oder Scham nach Misserfolgen erleben (vgl. Hänsel et al., 2016). ### Stufe 3: Mit sportlicher Erkundung zur Eigeninitiative (4–5 Jahre) Mit dem Älterwerden wollen Kinder zunehmend Eigeninitiative ergreifen und unabhängig von Bezugspersonen Entscheidungen treffen. Durch das Experimentieren mit der eigenen Entscheidungsfähigkeit beginnt sich in der 3. Phase ein Moralgefühl zu entwickeln, welches der Orientierung zwischen «richtig» und «falsch» dient. Kinder in dieser Entwicklungsstufe an den Sport heranzuführen, wie es in den Biografien des Spitzensports immer wieder vorkommt, sollte einfühlsam und rücksichtsvoll stattfinden. Von aussen gesetzte Einflussfaktoren, wie von den Eltern ausgesuchte Sportarten, haben eine enorme Prägungskraft auf Kinder. Dennoch können sie durch den Sport wichtige Erfahrungen machen, um ihre Persönlichkeitsentwicklung zu fördern. Sie lernen, sich ihren eigenen Weg zu bahnen, eigene Ziele zu verwirklichen und mit anderen zu konkurrieren. (vgl. Hänsel et al., 2016). ### Stufe 4: Körperliche Kompetenz und Selbstwertgefühl (6-12 Jahre) In dieser Stufe ist die grundsätzliche Bildung der kindlichen Leistungsmotivation abgeschlossen. Kinder fangen an, sich selbstständig mit ihren Interessen auseinanderzusetzen. Sie möchten in ihren Interessen aktiv mitwirken und etwas Eigenes gestalten, indem sie etwas Nützliches und Gutes tun. So entdecken sie ihre eigenen Fähigkeiten und Kompetenzen. Dadurch entsteht ein Gefühl des eigenen Werts, getreu dem Motto: „Ich bin wert, was ich erschaffe“. Im Sport wird die realistische Einschätzung der eigenen Fähigkeiten zum wichtigen Bestandteil für ihr leistungsorientiertes Handeln. Je niedriger der Selbstwert ist, desto seltener begibt sich ein Kind in Leistungssituationen. Lege daher viel Wert auf die Formulierung erreichbarer Aufgaben und Übungen. Und stärke die erfolgreiche Ausführung mit entsprechender Anerkennung, Lob und positivem Feedback. So entsteht ein gesundes und förderliches Vertrauen in die eigenen Kompetenzen und Leistungen. Gib als Trainer Kindern in dieser Stufe zudem individuelle Aufmerksamkeit, insbesondere wenn ihre Leistung unter dem Durchschnitt liegt. Sei flexibel in deiner Trainingsgestaltung, um die unterschiedlichen Lernbedürfnisse und Persönlichkeiten der Kinder zu berücksichtigen. Lege den Fokus auf positive Verstärkung, indem du die Fortschritte der Kinder in Bezug auf ihre eigenen Ziele würdigst, anstatt Leistungen anhand von Vergleichen zu bewerten. ### Stufe 5: Identitätsentwicklung und Rollenfindung (13–19 Jahre) Mit der fünften Stufe beginnt das «Teenager-Alter». In dieser Phase formt sich bei den Jugendlichen ihr Selbstbild. Grundlagen hierfür sind ihr bisher gesammeltes Wissen über sich selbst und über ihre Umwelt. Jugendliche streben in dieser Phase danach, ihren Platz in der Gesellschaft zu finden. Sie gleichen sich dabei wiederholt mit den wahrgenommenen Erwartungen ihres Umfeldes ab. Themen können hierbei sein: Berufswunsch, Status, Familie oder Liebe. Zudem machen sie sich Gedanken darüber, welche Rolle sie in der Gesellschaft einnehmen. So z. B. Herkunft, Religion, Politik und Geschlechterrollen. Der Sport und dessen jeweilige Kultur spielen in dieser Phase eine beachtliche Rolle. Und zur Orientierung in der Identitätsentwicklung dienen primär Vorbilder und Idole. Sei Dir bewusst, dass Du als Trainer in dieser Phase eine besonders wichtige Rolle einnimmst. Von Dir vorgelebte Werte und Verhaltensweisen wirken sich stark auf die Identitätsentwicklung und Rollenfindung aus. ### Stufe 6: Enge Beziehungen und Teamarbeit im Sport (20–40 Jahre) In dieser Stufe sind Solidarität, Beziehungen, soziale Integration sowie Nähe von zentraler Bedeutung. Dies hat zwei Gründe: **Identität stabilisieren:** Zum einen schaffen enge Beziehungen zu anderen Menschen einen Zugang zu den eigenen innersten Gefühlen und Gedanken. Die Auseinandersetzung mit ihnen stabilisiert die Identitätsbildung. Das bezieht auch platonische Beziehungen ein. In diesen zeigt sich der Wunsch nach Intimität in Form von Solidarität, Hingabe und Treue zu einer Gruppe und somit beispielsweise auch einem Team. **Isolation vorbeugen:** Zum anderen beugen intime Verbindungen dem Rückzug in die Isolation vor. Athleten in der 6. Entwicklungsstufe erreichen häufig ihren sportlichen Leistungshöhepunkt, da der Sport dabei im Alltag allgegenwärtig ist. Daher ist die Berücksichtigung eines ausgewogenen Soziallebens von zentraler Bedeutung und die soziale Integration der Athleten in dieser Phase immens wichtig. ### Stufe 7: Gemeinschaftliches und persönliches Wachstum (40–65 Jahre) Besonders im Leistungssport kann es spätestens in dieser Phase für Athleten zu grossen Veränderungen kommen. Der Ausstieg aus dem Leistungssport geht häufig mit einem drastischen Identitätswechsel, dem Verlust sozialer Netzwerke sowie fehlenden Karriereambitionen einher (vgl. Voorheis et al., 2023). In dieser Umbruch-Phase ist die Unterstützung eines Coaches sehr nützlich. Erwachsene in der siebten Phase verspüren in ihrer Persönlichkeitsentwicklung häufig eine Fürsorge für die Menschheit: Sie möchten sich für andere einsetzen und für eine bessere Zukunft sorgen. Erikson bezeichnet dies als «Generativität». Der fürsorgliche Blick auf die nachfolgende Generation kann beispielsweise für neue sportliche Perspektiven genutzt werden. Hierfür bietet sich z. B. der Einstieg als Trainer in den Nachwuchssport als ein geeignetes Umfeld an. ### Stufe 8: Reflexion und Lebensbilanz (65+ Jahre) In der achten Phase des Modells wird eine Bilanz über das eigene Leben gezogen. Aufgabe in dieser Phase ist, das Glück des gelebten Lebens zu erkennen und einen Zustand der Zufriedenheit und des Einklangs mit sich selbst zu erreichen. Dies wird als «Ich-Integrität» bezeichnet. ## Praxisbeispiele für Dich als Trainer ### U16 (5. Stufe) Deine U16-Mannschaft befindet sich gerade in der 5. Stufe und somit mitten in der Formung ihrer Identität. Du kannst dies in der Kommunikation gezielt berücksichtigen. Die Art und Weise, wie Du ihnen Feedback zu ihrer Leistung gibst, hat eine hohe Bedeutung, denn Spieler verwechseln in dieser Phase häufig Kritik an ihrer Leistung mit Kritik an ihrer Persönlichkeit (vgl. Bengtsson et al., 2023). Jugendliche suchen in der 5. Entwicklungsstufe nach Vorbildern und Idolen. Es empfiehlt sich daher, als Coach gute Gewohnheiten vorzuleben und in das Training zu integrieren. So z. B., sich gemeinsam vor dem Training aufzuwärmen und zu dehnen, Übungen als Trainer mitzumachen und auch gemeinsam das Sport-Equipment vorzubereiten und gemeinsam aufzuräumen. ### Athletinnen, 13-19 Jahre Heranwachsende Athletinnen zwischen dem 13. und 19. Lebensjahr (5. Phase) können auf ihren monatlichen Zyklus mit Zurückhaltung, Schüchternheit oder Scham reagieren. Hierbei bietet sich zum einen an, für ein geschütztes und verständnisvolles Umfeld zu sorgen und neben dem sportlichen Ziel die natürliche Entwicklung des Körpers anzuerkennen. Zum anderen lassen sich Trainingseinheiten gezielter planen. Denn je nach Stand des monatlichen Zyklus ist das physische Verletzungsrisiko höher oder tiefer. Damit kann unnötigen Verletzungen vorgebeugt werden (vgl. Haas, 2023). ### Athlet im Alter von 20–40 Jahren Der frühe Rücktritt des deutschen Fussball-Weltmeisters von 2014, André Schürrle, überraschte Medien und Spielerkollegen. Das mit 29 Jahren. Er sprach offen darüber, dass er oft einsam gewesen sei und die Entscheidung zum Rücktritt in ihm lange reifte. André Schürrle fällt mit seiner Geschichte in die 6. Entwicklungsstufe. In dieser sind enge Beziehungen, ein Wir-Gefühl, der Austausch über innerste Gefühle und Gedanken wichtig. Dies stabilisiert die eigene Identitätsentwicklung. Solche Stützpfeiler fand Schürrle in dieser Zeit seiner Laufbahn allerdings nicht vor. Im Gegenteil: Zu seiner Einsamkeit ergänzte er, dass es die Fussball-Branche nicht erlaube, Gefühle zu zeigen. Und zudem hob er hervor, dass man in diesem Business immer eine gewisse «Rolle» spielen müsse. (vgl. Allgäuer Zeitung, 2020). ### Resümee Das Berücksichtigen solcher Feinheiten hat unmittelbare Auswirkungen auf die Zusammenarbeit von Trainern und Athleten. Es ermöglicht Dir eine gezielte und individuelle Betreuung, die über den rein sportlichen Erfolg hinausgeht. Es hat noch einen weiteren positiven Nebeneffekt, der in ein modernes und erfolgreiches Training einbezogen werden sollte: die Förderung der psychischen Gesundheit der Athleten. Dies sei im nächsten Abschnitt näher erläutert. ## Psychische Gesundheit und Persönlichkeitsentwicklung im Sport Das Verständnis der Entwicklungsphasen ist entscheidend, um Athleten genau dort zu unterstützen, wo sie stehen. So schaffst Du eine Umgebung, die nicht nur ihre mentale Gesundheit stärkt, sondern auch eine starke Basis für Spitzenleistungen legt. Dies bestätigen zahlreiche Studien, die zeigen, dass eine gute psychische Gesundheit von Athleten eine Grundvoraussetzung für sportlichen Erfolg ist (vgl. Aoyagi et al., 2012; Brown & Arnold, 2019; Petitpas & Tinsley, 2014). Diese Erkenntnis setzt einen starken Kontrast zum Vorgehen mancher Trainer, die körperlichen, verbalen und emotionalen Druck nutzen, um ihre Athleten zur besseren Leistung zu «pushen» (vgl. Stirling & Kerr, 2008). Leider hält sich bis heute der Irrglaube, dass ein fürsorgliches Entwicklungsumfeld, welches frei von körperlicher und emotionaler Qual ist, nicht mit Spitzenleistungen einhergehen kann (vgl. McHenry et al., 2020). Dass dies ein Irrglaube ist, bestätigt eine jüngere Umfrage von Swiss Olympic aus dem Jahr 2021. In dieser Umfrage wurden 136 Nachwuchsathletinnen aus 22 Sportarten befragt, was für ihr Training und ihre Leistung persönlich am wichtigsten ist. Dabei gaben etwa die Hälfte «Vertrauensverhältnis zum Trainer» und/oder «Kommunikation zum Trainer» an. Sie wollen als Menschen und nicht als Maschinen behandelt werden. Daher wäre es ein gemeinsames Ziel, dass Zitate wie das folgende zur Norm werden (vgl. mobilesport.ch, 2021): > «_Mein damaliger Regionalauswahltrainer hat sich nicht bloss für mich als Athletin, sondern auch für mich als Person und mein Umfeld interessiert. Das habe ich sehr geschätzt.»_ Ein fürsorglicher Beziehungsaufbau zu den eigenen Athleten und die Förderung ihrer psychischen Gesundheit erhöht die Wahrscheinlichkeit ihres sportlichen Durchbruchs und verschafft euch somit einen erheblichen Wettbewerbsvorteil (vgl. McShan et al., 2023). Es folgen **3 praktische Tipps**, um die Beziehung zu Deinen Athleten zu verbessern und jeden von ihnen zur Top-Performance zu bringen. ## 3 Tipps für eine bessere Trainer-Athleten-Beziehung In der Welt des Leistungssports spielt Kommunikation eine entscheidende Rolle, um sportliche Höchstleistungen zu erreichen und die Trainer-Athleten-Beziehung zu vertiefen. ### 1) Rapport: Die Kunst der Verbindung Die Fähigkeit, eine vertrauensvolle Verbindung zu Athleten herzustellen, ist essenziell, um als Trainer erfolgreich zu sein. Dafür ist der Aufbau von «Rapport» eine bewährte Technik. Rapport bedeutet, eine Beziehung aufzubauen, die auf Vertrauen und Respekt basiert. Folgende Anhaltspunkte: * **Spiegelung:** Durch das bewusste Beobachten und Spiegeln von Körpersprache, Gestik und Worten Deiner Athleten entsteht ein gegenseitiges Angleichen (Synchronizität). Dies fördert ein Gefühl der Einheit und des Verständnisses. Man kann dies nonverbal tun, indem man z. B. die Körperhaltung, die Arme und Stimmlage seinem Gegenüber angleicht. Verbales Spiegeln erreicht man, indem man ähnliche Worte benutzt und ähnliche Sätze wie sein Gegenüber bildet. * **Gemeinsame Werte betonen:** Trainer können zudem durch das Hervorheben gemeinsamer Werte eine tiefere emotionale Verbindung schaffen. ### 2) Fragetypen: Das Gespräch vertiefen Die Art der gestellten Fragen spielt eine entscheidende Rolle bei der Qualität der Kommunikation. Es gibt verschiedene Fragetypen, die den Dialog vertiefen und dazu beitragen, eine umfassende Sichtweise auf die Athleten zu gewinnen. 1. **Offene Fragen**: Diese fördern ausführliche Antworten und erlauben Athleten, ihre Gedanken und Gefühle ausführlich zu teilen. Das stärkt die Offenheit im Dialog. Offene Fragen beginnen z. B. mit folgenden Frageworten: _wer, was, wo, wie, wann_ usw. 2. **Erforschende Fragen**: Diese Fragen laden dazu ein, tiefer in bestimmte Themen einzutauchen und ermöglichen es Athleten, ihre Perspektiven und Erfahrungen zu reflektieren. Ein Beispiel dafür wäre: „_Du hast gesagt, dass … . Kannst Du das näher ausführen?_“ 3. **Skalierungsfragen**: Durch die Aufforderung, auf einer Skala von 1 bis 10 bestimmte Aspekte zu bewerten, erhalten Trainer Einblick in die individuelle Wahrnehmung ihrer Athleten. Das ermöglicht eine präzise Anpassung des Trainings. Athleten fühlen sich dadurch näher verstanden und berücksichtigt, zum Beispiel durch die Frage: „_Auf einer Skala von 1 bis 10, wie anstrengend fandest Du die Übung?_“ 4. **Zukunftsorientierte Fragen**: Zukunftsorientierte Fragen dienen dazu, Athleten anzuregen, ihre Zukunft und ihre persönlichen Ziele zu formulieren und fördern dabei nicht nur die Motivation, sondern ermöglichen auch eine gezieltere Betreuung. Anstatt zu fragen „_Wieso hast Du den Fehler gemacht?_“ könnte gefragt werden „_Was kannst Du nächstes Mal machen, um den Fehler zu vermeiden?_“ 5. Um eine motivierende Kommunikation zu Deinen Athleten aufrechtzuerhalten, vermeide **geschlossene** und **suggestive Fragen**. Geschlossene Fragen verleiten dazu, kurze und knappe Antworten zu liefern (à la „Ja“ oder „Nein“), ohne die tatsächlichen Beweggründe oder Überzeugungen dahinter auszuführen. Suggestivfragen produzieren häufig voreingenommene Antworten, indem sie der befragten Person vorgefertigte Antwortmöglichkeiten in den Mund legen. ### 3) Individualisierte Profile: Der Schlüssel zur Optimierung der Trainer-Athleten-Beziehung In der modernen Welt des Leistungssports werden digitale Tools immer wichtiger. Zur Spielanalyse und Leistungsaufzeichnung (Performance-Tracking) finden Tools bereits zunehmend Anwendung. Doch wenn es um die Optimierung der Trainer-Athleten-Beziehung geht, wird das Potenzial bisher nicht ausreichend ausgeschöpft. Durch die Nutzung von Technologien können Trainer individualisierte Profile ihrer Athleten erstellen. Solche Profile ermöglichen eine tiefe Einsicht in Persönlichkeitsmerkmale, persönliche Werte, Leistungsmotive und individuelle Ziele. Wir empfehlen wissenschaftlich fundierte Tools, Apps oder Programme. Das Internet bietet nämlich zahlreiche kostenlose Möglichkeiten der Profilerstellung an. Aber nur mit entsprechend anerkannten Instrumenten kannst Du darauf vertrauen, dass sie das messen, was sie versprechen. **Vorteile digitaler Profile für Dich als Sporttrainer:** 1. **Besseres Verständnis:** Durch die Sammlung und Analyse von Daten kannst Du Dir ein umfassendes Bild Deiner Athleten machen. Ein solches Verständnis erstreckt sich über sportliche Fähigkeiten hinaus und umfasst persönliche Präferenzen, Ängste und Motivationen. 2. **Zielgerichtetes Coaching:** Die Erstellung individueller Profile ermöglicht es Dir, gezielt auf die Bedürfnisse Deiner Athleten einzugehen. Ob es um die Gestaltung spezifischer Trainingseinheiten geht, oder um die mentale Unterstützung oder taktische Anpassungen, Dein Coaching wird dadurch präziser und effektiver. 3. **Stärkung des Vertrauens:** Deine Athleten spüren, dass Du Dich nicht nur um ihre sportliche Entwicklung, sondern auch um ihre persönlichen Belange kümmerst. Dies stärkt ihr Vertrauen in Dich und fördert ein unterstützendes und achtsames Umfeld. **Persönlichkeitsmerkmale im Fokus** 1. **Persönliche Werte:** Tools wie das «_9 Levels of Value Systems®»_ können Dir Aufschluss über die individuellen Wertvorstellungen Deiner Athleten geben und bilden somit eine gute Grundlage. Weisst Du zum Beispiel, dass Flexibilität für jemanden von fundamentaler Bedeutung ist, kannst Du Dein Training so gestalten, dass es genau diesen Wertvorstellungen entspricht, statt monoton immer wieder dasselbe und in gleichem Ablauf mit ihm zu machen. 2. **Leistungsmotive:** Eine Kenntnis über die [Leistungsmotive](/maximalleistung-im-sport-mit-erkannten-intrinsischen-motiven/) Deiner Athleten ermöglicht es Dir, Anreize zu schaffen, die an der Grundstruktur ihrer Denkweise ansetzen. Ist Dir bekannt, dass jemand Anerkennung als ausgeprägtes Leistungsmotiv hat, kannst Du dies in Eurer Kommunikation berücksichtigen und somit seine intrinsische Motivation stärken. Das _[Reiss Motivation Profile®](https://www.mindgroup.ch/reiss-motivation-profile-master-ausbildung/)_ bietet hierfür eine geeignete Metrik. ## Resümee Wenn Du diesen Artikel als Trainer gelesen hast, betrachte Deine Rolle durch die Brille der Entwicklungspsychologie. In der Betreuung von Athleten geht es nicht nur um den sportlichen Erfolg. Es geht auch um die Beziehung zu Deinen Athleten, ihre individuellen Bedürfnisse und um die ganzheitliche Förderung ihrer Persönlichkeit. Der Artikel beleuchtete die 8 Entwicklungsstufen eines Menschen als Grundlage für ein erfolgreiches Trainer-Athleten-Verhältnis. Die dargelegten Entwicklungsphasen bieten eine bewährte Orientierung, um die Einzigartigkeit Deiner Athleten zu verstehen und sie in ihrer Entwicklungsphase und ihren Bedürfnissen besser zu verstehen und einzuschätzen. Die Bedürfnisse zwischen dem 13. und 19. Lebensjahr sind anders, als die von 6- bis 12-Jährigen. Bei 13-Jährigen spielen Vorbilder und Idole eine wichtige Rolle. Bei 6-Jährigen ist die Durchführung erreichbarer Aufgaben und Übungen wichtig, die mit entsprechender Anerkennung und Lob zu unterstützen sind. Du schaffst mit der Anwendung der Entwicklungsphasen ein Umfeld, das die psychische Gesundheit Deiner Athleten fördert und gleichzeitig ein solides Fundament für sportliche Höchstleistung schafft. Zahlreiche Studien belegen, dass eine gute psychische Gesundheit von Athleten eine Grundvoraussetzung für sportlichen Erfolg ist. Deine Kommunikation ist der Schlüssel, der das Tor und die Tür für eine unmissverständliche Zusammenarbeit öffnet. Es geht im Sport nicht in erster Linie darum, Befehle zu erteilen, sondern eine Verbindung herzustellen. Es gibt viele nützliche Werkzeuge, um die Verbindung zu Deinen Athleten zu vertiefen: Baue Rapport auf (d. h. achte auf bestimmte Worte und auf die Körpersprache), stelle offene Fragen, erforsche ihre Gedanken und lass auch Deine Athleten ihre Gedanken erforschen. Vermeide dabei geschlossene und suggestive Fragen, damit bekommst Du nicht nur Antworten, sondern ein Verständnis für ihre Welt. Des Weiteren bieten moderne Technologien einen wertvollen Zusatz, um die Zusammenarbeit mit Deinem Schützling zu vertiefen. Nutze sie, um individualisierte Profile Deiner Athleten zu erstellen. Gehe über die sportliche Entwicklung hinaus und entdecke ihre persönlichen Werte, Leistungsmotive und individuellen Ziele. Das schafft Möglichkeiten, um Trainings gezielter umzusetzen. ## Referenzen * Aoyagi, M. W., Portenga, S. T., Poczwardowski, A., Cohen, A. B., & Statler, T. (2012). Reflections and directions: The profession of sport psychology past, present, and future. Professional Psychology: Research and Practice, 43(1), 32-38. [https://doi.org/10.1037/a0025676](https://doi.org/10.1037/a0025676) * Athletinnenumfrage. (2021). Swiss Olympic. 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Retrieved February 1, 2024, from [https://www.allgaeuer-zeitung.de/sport/war-oft-einsam-fussball-weltmeister-andr%C3%A9-schuerrle-beendet-seine-karriere\_arid-225237](https://www.allgaeuer-zeitung.de/sport/war-oft-einsam-fussball-weltmeister-andr%C3%A9-schuerrle-beendet-seine-karriere_arid-225237) --- ## Sportpsychologie unter Beschuss: Kritik greift zu kurz - URL: https://raypopoola.com/sportpsychologie-unter-beschuss-warum-eine-kritik-im-tages-anzeiger-zu-kurz-greift/ - Rubrik: Sport - Autor: Ray Popoola - Veröffentlicht: 2024-03-27 · Aktualisiert: 2024-03-28 Die Sportpsychologie steht durch einen Artikel im Tages-Anzeiger in der Kritik. Ein genauerer Blick zeigt: Viele Angriffe beruhen auf einem Missverständnis. ![Sportpsychologie](/images/migrated/Sportpsychologie-744x496.jpg) **Die Sportpsychologie steht durch einen kürzlich veröffentlichten Artikel im Tages-Anzeiger in der Kritik, aber ein genauerer Blick zeigt, dass viele dieser Angriffe auf einem Missverständnis beruhen. In unserem Blogpost schauen wir uns ihre wissenschaftlichen Grundlagen an und zeigen dir, warum sportpsychologische Techniken weit mehr sind als nur «Psycho-Kniffe».** **Tauch mit uns in eine Diskussion ein, die über die übliche Skepsis hinausgeht und entdecke neue Perspektiven auf das Potenzial der Psyche im Leistungssport.** Die kürzlich veröffentlichte Meta-Analyse «Effects of Psychological Interventions to Enhance Athletic Performance: A Systematic Review and Meta-Analysis» einer schwedischen Forschungsgruppe hat eine Diskussion über die Wirksamkeit sportpsychologischer Interventionen entfacht. Gestern startete der Tages-Anzeiger eine Diskussion mit seinem Artikel «Hirnarbeit führt zu mehr Leistung, glauben viele Sportler – stimmt das?». ## Die komplexe Rolle der Psyche im Sport Die zentrale Frage berührt die Rolle der Psyche im Sport und ob mentale Hilfestellungen tatsächlich zu einer verbesserten Leistung führen. Zunächst aber ein genauerer Blick auf die Komplexität und den Zweck der Sportpsychologie. Die Kritik des Artikels geht mit einem Missverständnis über die Leitidee der Sportpsychologie einher. Sie ist nämlich keine lineare Wissenschaft, welche ausschliesslich auf objektiv messbare Leistungssteigerung abzielt. Sie ist eine vielschichtige Disziplin, die das menschliche Verhalten und Erleben im Kontext des Sports erforscht, um sie in erster Linie besser zu verstehen. Das Fundament hierfür liegt somit in der Beschreibung des Beobachtbaren. Anschliessend versucht man die Beobachtungen mit weiteren Disziplinen der Psychologie zu erklären. Dazu gehören die Kognitions-, Motivations-, Emotions-, Persönlichkeits-, Entwicklungs- und Sozialpsychologie. Erst dann wird es möglich, vorhersagende Hypothesen aufzustellen und zu testen, ob sich ein Verhalten durch gezielte Interventionen verändern oder verbessern lässt. ## Die Effektivität mentaler Techniken Nach dieser grundlegenden Forschungslogik untersuchte die Forschungsgruppe um Judy van Raalte im Jahr 1994 anhand einer Feldstudie die Mentaltechnik der Selbstgespräche. Diese wurde im Artikel des Tages-Anzeigers zur Zielscheibe und als wirkungsloser «Psycho-Kniff» der Sportpsychologie betitelt. Van Raalte et al. fanden anhand systematischer Beobachtungen und subjektiver Befragungen bei Tennisspielern heraus, dass negative Selbstgespräche im Wettkampf mit höherer Wahrscheinlichkeit eine Niederlage zur Folge hatten. Ausserdem, dass positive Selbstgespräche zu deutlich mehr gewonnenen Ballwechseln führten. ## Die wahre Effektivität sportpsychologischer Techniken Im ersten Abschnitt betont der Artikel des Tages-Anzeigers die Schwäche der Evidenz für die Wirksamkeit psychologischer Interventionen im Leistungssport. Dabei werden allerdings wichtige Aspekte ausser Acht gelassen: 1. Als Erstes die Tatsache, dass die «Sportpsychologie» als wissenschaftliche Disziplin viel mehr umfasst als nur die Steigerung sportlicher Leistungen. Dass die Korrelation zwischen psychologischen Massnahmen und objektiven Leistungssteigerungen nach den Goldstandards der Wissenschaft schwer zu messen ist, ist allseits bekannt. Das Problem liegt aber nicht in der Unwirksamkeit der Interventionen. Sondern vielmehr in der Herausforderung, die Vielschichtigkeit des sportlichen Wettkampfs im Labor nachzustellen. 2. Des Weiteren wird die vergleichsweise dünne Studienlage zu den Wirkmechanismen sportpsychologischer Techniken im Artikel hervorgehoben, um ihre Effektivität und Relevanz infrage zu stellen. Dabei ist dies in Anbetracht des vergleichsweise jungen Alters der Disziplin wenig verwunderlich. Dabei haben Stressbewältigung, Selbstgespräche, Visualisierungstechniken einen deutlich positiven Einfluss auf die mentale Stärke eines Athleten. Indem sie sich dadurch selbstbewusster erleben und mit weniger Wettkampfangst agieren, können sie verbesserte Leistungen abrufen. Wie alle wissenschaftlichen Disziplinen hat auch die Sportpsychologie ihre Herausforderungen in der Forschung. Doch folgt man der üblichen wissenschaftlichen Logik, nach der jede theoretische Gesetzmässigkeit zunächst widerlegt werden muss, so bringt eben dieser Prozess schliesslich die entscheidenden Erkenntnisse. Die Resultate der Meta-Analyse sind dennoch eine wichtige Bestandsaufnahme der aktuellen sportpsychologischen Forschungslandschaft. Sie sollten sie aber nicht infrage stellen, sondern als Ansporn dienen, die Qualität und Methodik zukünftiger Forschungsarbeiten zu verbessern und die Disziplin voranzutreiben. Wegweisende Forschungsdurchbrüche sollten durch derartige Übersichtsarbeiten nicht gänzlich relativiert werden. Wallace et al. (2017) stellten z. B. im experimentellen Setting eine objektiv messbare Leistungssteigerung bei Fahrradfahrern durch motivationale Selbstgespräche fest. Ein wichtiger Meilenstein in der sportpsychologischen Forschung. ## Schlussfolgerung Zu guter Letzt: wenn ein Athlet subjektiv das Gefühl hat, dass eine sportpsychologische Intervention ihm geholfen hat, dann sollten wir dies als Erfolg betrachten. Letztlich liegt der Wert mentaler Techniken nicht in den «harten Fakten», wie die Autoren der Analyse behaupten, sondern in der Verbesserung der mentalen Gesundheit und des Wohlbefindens von Athleten. ## Referenzen * Brüngger, C. (26.03.2024). _Hirnarbeit führt zu mehr Leistung, glauben viele Sportler – stimmt das?_. Tages-Anzeiger. Zugriff am 27.03.2024. [https://www.tagesanzeiger.ch/mentaltraining-im-sport-warum-zweifel-bestehen-913263836098](https://www.tagesanzeiger.ch/mentaltraining-im-sport-warum-zweifel-bestehen-913263836098) * Reinebo, G., Alfonsson, S., Jansson-Fröjmark, M., Rozental, A., & Lundgren, T. (2024). Effects of Psychological Interventions to Enhance Athletic Performance: A Systematic Review and Meta-Analysis. _Sports Medicine_, 54, 347–373. [https://doi.org/10.1007/s40279-023-01931-z](https://doi.org/10.1007/s40279-023-01931-z) * van Raalte, J. L., Brewer, B. W., Rivera, P. M., & Petitpas, A. J. (1994). The relationship between observable self-talk and competitive junior tennis players’ match performances. _Journal of Sport and Exercise Psychology_, 16(4), 400–415. [https://doi.org/10.1123/jsep.16.4.400](https://doi.org/10.1123/jsep.16.4.400) * Wallace, P. J., McKinlay, B. J., Coletta, N. A., Vlaar, J. I., Taber, M. J., Wilson, P. M., & Cheung, S. S. (2017). Effects of Motivational Self-Talk on Endurance and Cognitive Performance in the Heat. _Medicine & Science in Sports & Exercise_, 49(1), 191-199. [https://doi.org/10.1249/MSS.0000000000001087](https://doi.org/10.1249/MSS.0000000000001087) --- ## «Seesicht»-Gespräch: Leistungswille durch Freude und Spass - URL: https://raypopoola.com/leistungswille-durch-freude-leidenschaft-und-spass-das-magazin-seesicht-im-gespraech-mit-mental-coach-ray-popoola/ - Rubrik: Presse & News - Autor: Alexander Valenta - Veröffentlicht: 2023-09-26 Das Zürichsee-Magazin «Seesicht» porträtiert in seiner Ausgabe 01/2023 Performance Coach Ray Popoola – als Coach, Unternehmer und Mensch. ![Seesicht Interview](/images/migrated/Seesicht.jpg) **Das Zürichsee-Magazin «Seesicht» porträtiert in seiner Ausgabe 01/2023 Performance Coach Ray Popoola. Es entstand hierbei ein aufschlussreiches Gespräch, welches ihn als Performance Coach, Unternehmer und Mensch zeigt. Doch egal von welcher der drei Perspektiven seine Persönlichkeit betrachtet wird, im Mittelpunkt seiner Aktivitäten steht der Mensch mit seinem Streben nach Verwirklichung, Leistung und Zufriedenheit.** ## «Ziele, die ich im Griff habe» Zu seiner Klientel zählen Manager und Leistungssportler. Allen gemeinsam ist ihr unbedingter Wille zur Höchstleistung und zum Erfolg. An dieser Stelle setzt Ray Popoola mit ihnen an und begleitet sie als Vertrauter und Sparringspartner. Er führt sie in Richtung ihrer Herausforderungen und verhilft ihnen dabei, klar zu fokussieren und die innere Bereitschaft für zukünftige Ziele zu entwickeln. Mit eigenen Worten merkt er an: "Die Ziele müssen klar sein. Jedoch noch wichtiger ist, wofür ein Ziel verfolgt wird." > Die Ziele müssen klar sein. Jedoch noch wichtiger ist, wofür ein Ziel verfolgt wird. Hierzu weist er noch zusätzlich auf den oftmals beobachteten Fehler hin, dass sich bei vielen seiner Klient\*innen die Ziele ausserhalb ihres eigenen Einflussbereichs befinden. So fügt Popoola aufschlussreich hinzu: "Wenn ich mir Ziele setze, die ich im Griff habe, dann ist die Wahrscheinlichkeit höher, sie erreichen zu können." ## Persönlichkeit, Fähigkeit, Kompetenzen und die nach innen gerichtete Aufmerksamkeit Doch bei Zielen bleibt es nicht, um in die Gefilde von Höchstleistung und Verwirklichung zu kommen. Aus eigener Erfahrung weiss der vormalige Elektromonteur, Kampfschulbesitzer, Banker und heutige Akademieinhaber, dass die Grundlage zur Verwirklichung aus der eigenen Persönlichkeit und dem Umgang mit sich selbst erfolgt. Für eine gute Entwicklungsarbeit an sich selbst sowie zu einer wünschenswerten Zielerreichung gibt Popoola folgende Gedanken preis: "Das Wichtigste ist, dass man sich über die eigenen Fähigkeiten und Kompetenzen bewusst werden kann." Als Antreiber dessen verweist er zusätzlich auf die besondere Rolle der Gespräche, die Menschen tagtäglich mit sich selbst führen. Er stellt hierzu klar: "98 Prozent der täglichen Zeit \[reden wir\] mit uns selbst. Wir führen Selbstgespräche. Diese haben Einfluss darauf, wie ich mich fühle, wie ich mich verhalte, und welche Schritte ich in Angriff nehme. Entscheidend ist die nach innen gerichtete Aufmerksamkeit". > Entscheidend ist die nach innen gerichtete Aufmerksamkeit. (…) Wir führen Selbstgespräche. Diese haben Einfluss darauf (…) welche Schritte ich in Angriff nehme. Um diese nach innen gerichtete Aufmerksamkeit (also diesen entscheidenden und sehr klaren Moment der Bewusstwerdung) zu erlangen, spielt Popoola eine besondere Facette seiner Coaching-Tätigkeit aus: Hypnose. Hierzu blickt er auf mittlerweile 23 Jahre Erfahrung in der Anwendung von Hypnose. Er nutzt sie bei Bedarf als Weg, um seine Klient\*innen bei ihren Veränderungsprozessen zu unterstützen. Er selbst spricht dabei von einer «Kompetenz» zur Erreichung von Höchstleistungen: > Meine Kunden lernen, sich selbst zu hypnotisieren. Das ist eine Kompetenz, und diese kann man erlernen. Man versetzt sich in den gewünschten Zustand und kann so Höchstleistungen erbringen. ## Die Akademiearbeit Ausserhalb seiner Coaching-Tätigkeit widmet sich Ray Popoola seiner «[Mindgroup Coaching Academy](https://www.mindgroup.ch/)». Eine Ausbildungsinstitution, in welcher er massgeschneiderte Ausbildungsangebote zur mentalen Betreuung und Begleitung von Menschen anbietet. Die Akademie ist die persönliche Verwirklichung seiner Passion in der Begleitung von Menschen, die ihr Potenzial leben möchten. Er geht somit selbst als Beispiel hervor, dass eine nach innen gerichtete Aufmerksamkeit, Klarheit über seine Fähigkeiten und Kompetenzen sowie die Versetzung in den gewünschten Zustand zielführend sind. Das [Interview](https://www.yumpu.com/de/document/read/67533778/seesicht-das-zurichsee-magazin-nr-1-2023) zwischen Matej Mikusik und Ray Popoola ist in der Ausgabe Seesicht 01/23 nachzulesen und steht unter dem Titel «Freude, Leidenschaft und Spass führen zu mehr Leistungswillen.» --- ## Marlen Reusser und Ray Popoola: Bilanz des Mentaltrainings - URL: https://raypopoola.com/marlen-reusser-und-ray-popoola-eine-bilanz-des-gemeinsamen-mentaltrainings/ - Rubrik: Presse & News - Autor: Alexander Valenta - Veröffentlicht: 2023-09-26 Marlen Reusser holte 2020 bis 2021 WM-, EM- und Olympia-Auszeichnungen. Mit Performance Coach Ray Popoola spricht sie in der NZZ am Sonntag über Mentaltraining. **Die «NZZ am Sonntag» nahm im November 2021 die Schweizer Radsportlerin Marlen Reusser und ihren Performance Coach Ray Popoola in ein Interview. Der Zeitpunkt war (buchstäblich) goldrichtig: Denn zuvor errang Marlen Reusser beachtliche Erfolge: WM-Zweite im Zeitfahren 2020 und 2021; Europameisterin im Zeitfahren 2021. Und nicht zu vergessen ist ihre Silbermedaille im Olympia-Zeitfahren in Tokio 2020.** Nach solchen Leistungen ist es verständlich, dass das Thema "Mentaltraining" in den Mittelpunkt rückt. Marlen Reusser und Ray Popoola standen im Interview mit Sebastian Bräuer Rede und Antwort über ihre Zusammenarbeit und liessen zudem hinter die Kulissen blicken, wie mit Schmerzen, Druck und Ängsten im Profisport umzugehen ist. Es sind Aspekte, auf die man in Richtung sportlicher Höchstleistungen stösst. ## Dem Schmerz entkommen durch die Konzentration auf den Moment Marlen Reusser erklärt, dass für den Start ihrer Zusammenarbeit mit Performance Coach Ray Popoola die zentrale Frage im Raum stand, wie sie im Moment ihrer sportlichen Höchstleistung mit körperlichem Schmerz umgeht. Sie selbst benennt im Interview ihre Leitfrage wie folgt: "Wie gehe ich mit dem Schmerz um, wo lenke ich auf dem Velo das Bewusstsein hin?" > Wie gehe ich mit dem Schmerz um, wo lenke ich auf dem Velo das Bewusstsein hin? Mit ihrer Leitfrage im Hinterkopf sah sie in einem Beitrag der Sendung «SRF Puls», dass Ray Popoola einen Patienten durch eine schmerzvolle Handgelenks-OP begleitet hatte, doch statt Narkose oder Schmerzmittel führte der Performance Coach den Patienten mit Hypnose durch die OP. Das Ergebnis: Der Patient nahm die OP sehr gut auf und sie verlief zudem erfolgreich und wunschgemäss. Diese Form von Schmerzkontrolle gab Reusser den Anstoss zur Kontaktaufnahme mit dem Performance Coach. Ray Popoola erklärt hierzu im Interview, dass Hypnose "ein Zustand von nach innen gerichteter Aufmerksamkeit" ist. Ein entscheidender Aspekt, den Marlen Reusser in ihren Fahrstil einbaute, um sich nach innen gerichtet und ablenkungsfrei auf sich und das Wesentliche ihres Rennens zu konzentrieren, auch wenn körperliche Schmerzen in den Moment der sportlichen Höchstleistung involviert sind. Ray Popoola fasst dies mit folgenden Worten zusammen: "Grundsätzlich ist es wichtig, sich nur auf den Moment zu konzentrieren. (…) Marlen weiss, dass das Schmerzgefühl für eine bestimmte Zeit auszuhalten ist, und denkt an etwas anderes." > Grundsätzlich ist es wichtig, sich nur auf den Moment zu konzentrieren. (…) Marlen weiss, dass das Schmerzgefühl für eine bestimmte Zeit auszuhalten ist, und denkt an etwas anderes. ## Von Druck in die Gelassenheit Noch vor dem eigentlichen Wettkampf, in dem Marlen Reusser alles aus sich herausholt, spielt der Kopf schon eine zentrale Rolle. Mit vielen Trainingstagen wird der eine, oder gar einzige, Wettkampftag vorbereitet. Ein Bereich, in welchem das Gefühl von Druck und Angst keine Seltenheit ist. Reusser räumt zunächst ein, dass der Übergang vom Hobby- in den Profisport sie gelassener gemacht hat. Und sie fügt hinzu, dass sich teils Hobbysportler mehr sportlichen Druck machen, als Profis. Die Gedanken sind berechtigt, denn es berührt die Frage, ab wann Druck im Sport die Leistung eher verhindert, statt ankurbelt. In diesem Punkt sind sich Reusser und Popoola einig: "Niemand kann mir Druck machen, solange ich es nicht selbst zulasse." > Niemand kann mir Druck machen, solange ich es nicht selbst zulasse. In diesem Zusammenhang merkt allerdings Ray Popoola kritisch an, dass ein eher selbst verursachter oder gar künstlicher Druck die Leistung im Wettkampfmoment mildern kann. Hintergrund dessen war Reussers wiederholte Erwähnung, dass sie an ihrem 30. Geburtstag WM-Gold gewinnen wolle. Damit schürte sie über ein halbes Jahr lang entsprechende Erwartungen. Popoola wertet einen solchen Erwartungsdruck für keine gute Idee. Er kommentiert dies aus seiner Erfahrung heraus wie folgt: "Wenn ich einen Tag definiere, an dem alles perfekt funktionieren muss, kann das zu einem Zustand der Übererregtheit führen. Falls dann irgendetwas nicht rund läuft, gelingt plötzlich gar nichts mehr. Ohne allzu konkrete Erwartungen ins Rennen zu gehen, ist meines Erachtens die beste Strategie." Marlen Reusser errang letztlich WM-Silber; sicherlich eine kleine Hommage an Talent, Motivation und die nötige Eigenständigkeit, die Reusser selbst brauchte und damit ihren Weg ging. Und dennoch verlieren Popoolas Worte nicht an Bedeutung. > Ohne allzu konkrete Erwartungen ins Rennen zu gehen, ist meines Erachtens die beste Strategie. ## Motivation Der Gewinn der oben erwähnten WM-Silbermedaille deckt eine wichtige Facette der Profi-Radfahrerin auf. Denn ein entscheidender Faktor an dem Gelingen ihrer sportlichen Erfolgsmomente ist sie selbst, mit ihrem eigenen Engagement und ihrer persönlichen Motivation zum Radsport. Noch bis 2019 arbeitete Marlen Reusser parallel zu ihrem Training als chirurgische Assistenzärztin. Im darauffolgenden Jahr 2020 führt sie dann zum Olympia-Silber in Tokio wie auch zu der oben erwähnten WM-Silbermedaille. Ohne eine eigene innere Motivation geht es nicht. Hierzu resümiert sie selbstbewusst: "Ich werde oft gefragt: Frau Reusser, wie kann ich mich motivieren? Manchmal lautet die Antwort: Du sollst dich gar nicht zu etwas motivieren, was dir keinen Spass macht." Dem stimmt Ray Popoola zu. Er hebt dabei selbst nochmals hervor, dass die Motivation und der innere Antrieb stimmig sein muss, denn dies erhöht die Wahrscheinlichkeit auf den Sieg: "Sport muss Spass machen. Ihn nur zu betreiben, um auf dem Podest zu stehen, ist keine gute Motivation." > Du sollst dich gar nicht zu etwas motivieren, was dir keinen Spass macht. Das [Interview](https://magazin.nzz.ch/sport/marlen-reusser-mit-ihrem-coach-ray-popoola-im-interview-ld.1657444?reduced=true) führte Sebastian Bräuer mit Marlen Reusser und Ray Popoola durch. Es steht unter dem Titel «Wenn ihr keine Lust auf Sport habt, lasst es einfach» und wurde im November 2021 veröffentlicht. --- ## Ray Popoola im NZZ-Interview zur Aufgabe von Marlen Reusser - URL: https://raypopoola.com/mental-coach-ray-popoola-im-nzz-interview-zur-aufgabe-von-marlene-reusser-bei-der-rad-wm-2023/ - Rubrik: Presse & News - Autor: Alexander Valenta - Veröffentlicht: 2023-09-26 Marlen Reusser gibt bei der Rad-WM 2023 im Zeitfahren unerwartet auf. Ihr Performance Coach Ray Popoola gibt Aufschluss über den Ausstieg der Favoritin. **Marlen Reusser gibt bei der Radsport-Weltmeisterschaft 2023 im Zeitfahren unerwartet auf. Dabei galt sie klar als Favoritin, die auf ein Sport- und Wettkampfprofil zurückblicken kann, welches sich wie eine Anreihung von Höhenflügen liest.** Erinnern wir uns: [Marlen Reusser](https://marlenreusser.com/) ist Weltmeisterin der Mixed-Relay des Jahres 2022 und 2023. Zuvor ist sie Europameisterin im Zeitfahren 2021 und 2022 geworden. Kürzlich ging sie als Siegerin der Tour de Suisse und Baskenland Rundfahrt 2023 hervor und setzte sich im belgischen Strassenradrennen Gent-Wevelgem 2023 gegen ihre Kontrahentinnen durch. Und nicht zu vergessen ist der Moment, in welchem sie die Olympia-Silbermedaille im Olympia-Zeitfahren in Tokio 2020 errang. Ihre Aufgabe bei der Rad-WM 2023 warf somit Fragen auf. Die gebürtige Bernerin stellt kurz nach ihrer Aufgabe klar, dass es kein mechanisches Problem gab und räumt demgegenüber ein, dass sie aufgeben wollte. Sie konkretisiert den Moment ihrer Entscheidung in einem [SRF-Interview](https://www.srf.ch/play/tv/sport-clip/video/reusser-es-war-kein-mechanisches-problem-ich-wollte-in-diesem-moment-aufgeben?urn=urn:srf:video:45dd8546-a6b8-4b84-b47f-3014ddd2e1e2) vom August 2023 mit folgenden Worten: > Im Rennen habe ich gemerkt, ich bin nicht ready für das Zeitfahren, ich will das gar nicht. Ich bin im Moment nicht hungrig darauf. In der Folge von Marlen Reussers Aufgabe wanderte schliesslich der Blick weiter in Richtung ihres Performance Coaches Ray Popoola, mit welchem sie zwischen 2019 und 2022 eng zusammenarbeitete. Im [Interview](https://magazin.nzz.ch/nzz-am-sonntag/sport/marlen-reusser-der-mentalcoach-der-radfahrerin-erklaert-die-aufgabe-an-der-wm-ld.1751848?reduced=true) der NZZ am Sonntag bezieht nun auch Ray Popoola Stellung. Er gibt darin Aufschluss über den Ausstieg Reussers aus dem Zeitfahren und komplettiert aus seiner Sicht das Gesamtbild der Athletin. Von zentralem Wert ist dabei Popoolas Aussage, dass es im Zustand der Überforderung Grenzen braucht: > Es wäre möglich, Sportler zu motivieren, Grenzen zu überschreiten. Man kann sie bis zu einem Ermüdungsbruch treiben. Ich lehne das aus ethischen Gründen rigoros ab. Somit kam für ihn die Aufgabe Reussers auch "nicht völlig überraschend". Denn die Intensität an Reussers Höchstleistungen und Teilnahmen an bedeutenden Radsport-Wettkämpfen erstreckte sich schon zuvor für die Athletin über mehrere Jahre, ohne, dass sie die Möglichkeit hatte, auch mal zu pausieren. Wohl wissend um die Qualität und Grenzüberschreitungen, die ein Mentaltraining einem Athleten ermöglicht, resümiert Popoola in anerkennender Haltung, dass es weiterhin "zentral ist, dass die Athleten sich selbst richtig einschätzen. (…) Sie sind ihre besten Partner." Damit formuliert Popoola den Grundstein für eine langfristig erfolgreiche Sportler-Karriere, die den Athleten ins Zentrum stellt und damit die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass ihr Engagement langfristig in eine gewollte und gelingende Höchstleistung einfliesst. Er findet hierzu die folgenden treffenden Worte: > Ich bewundere es, wenn Sportler trotz dem Druck von aussen ihr Limit anerkennen, statt weiterzumachen, bis es nicht mehr gut kommen würde. Das [Interview](https://magazin.nzz.ch/nzz-am-sonntag/sport/marlen-reusser-der-mentalcoach-der-radfahrerin-erklaert-die-aufgabe-an-der-wm-ld.1751848?reduced=true) vom 19.08.2023, welches Sebastian Bräuer mit Ray Popoola führte, ist beim NZZ magazin nachzulesen und steht unter der Überschrift «Man kann Sportler bis zu einem Ermüdungsbruch treiben». --- ## Schmerzgrenzen im Sport überwinden - URL: https://raypopoola.com/schmerzgrenzen-im-sport-ueberwinden/ - Rubrik: Sport - Autor: Alexander Valenta - Veröffentlicht: 2023-09-14 · Aktualisiert: 2023-09-26 Schmerzen gehören im Sport dazu. Wie ein kontrollierter Umgang mit dem «Gefühl Schmerz» zur Höchstleistung führt, zeigen wir Dir in diesem Artikel. ![Schmerzgrenzen im Sport überwinden](/images/migrated/Schmerzgrenzen-im-Sport-ueberwinden-SoMe.jpg) **Schmerzen gehören im Sport dazu. Ein eindrückliches Beispiel zeigte sich bei der Tour de France 1997: Der Radfahrer Udo Bölts des Team Telekom feuerte seinen Teamkollegen Jan Ullrich bei einer Bergetappe mit: „Quäl dich, du Sau!“ an. Ein Satz, der das Thema Schmerzen im Sport schonungslos zusammenfasst. Fotografien dieser Etappe zeigen die verkniffenen Gesichter beider Radfahrer; man spürt beim Anblick das Brennen in ihren Beinen. Wie lassen sich Schmerzen aber länger aushalten?** Beim Tennisspieler Rafael Nadal lässt sich häufig beobachten, dass Pflaster und Tape-Bänder die Finger seiner Spielhand zieren, ein Schutz vor offenen Wunden. Der deutsche Fussballer Franz Beckenbauer spielte bei der WM 1970 während des „Jahrhundertspiels“ gegen Italien mit Bandagen, nachdem ihm im Spiel seine ausgekugelte Schulter wieder eingerenkt wurde. Wie sich anhand der Beispiele zeigt, ist der Körper zäh und die mentale Stärke vergrössert die Schmerztoleranz um ein Vielfaches. Doch wie erreichen die Besten der Besten im Sport diesen Zustand, der bewusst über jegliche Schmerzgrenzen hinausgeht und letztlich den Unterschied zwischen Top und Flop ausmacht? Wer selbst einmal einen Marathon lief, stellte sich vielleicht selbst unter Erschöpfung und Schmerzen die Frage „Warum tue ich mir das an?“ Doch nach dem Zieleinlauf ist dann alles vorbei und es bleibt eine Erinnerung, bei der man (ausnahmsweise) mal an seine äusserste Schmerzgrenze ging. Für ambitionierte Sportler sind hingegen Schmerzen und die eigene Schmerzgrenze im Wettkampf und Training „Alltag“. Zudem ist die Schmerzgrenze das Mass aller Dinge, welches (nüchtern betrachtet) neben allen anderen Kontrahenten über Sieg und Niederlage entscheidet und im Leistungssport ein wiederkehrendes Ereignis für den Athleten ist. Umso wichtiger ist es, sich als Athlet, Trainer und Mentalcoach mit dem „Gefühl Schmerz“ näher auseinanderzusetzen. Denn es gilt eines sicher zu beherzigen: Im Alltag ist der Umgang mit Schmerzen eher instinktiv. Das Ziel ist, sich „Schmerz-frei“ und körperlich wohlzufühlen. Doch im Sport sind Schmerzen Mittel zum Zweck und machen einen Teil des erfolgreichen Profisports aus. Um diesen kalkulierten und bewussten Umgang mit Schmerz geht es in diesem Artikel. Wir geben Dir 6 Tipps, wie aus mentaler Sicht die sportliche Leistung eines Athleten in geplanter Art über den Schmerz hinaus gesteigert wird. Wir betrachten hierfür nacheinander: * Welche Funktion hat Schmerz? * Wie steht Schmerz mit einer natürlichen körperlichen Leistungssteigerung im Zusammenhang? * Sportler tolerieren mehr Schmerz als Nicht-Sportler * 6 Tipps, wie die sportliche Leistung mit und über den Schmerz hinaus gesteigert wird * Resümee ## Welche Funktion hat Schmerz? Die IASP (International Association for the Study of Pain) definiert Schmerz in folgender Weise: > _**"\[Schmerz ist eine\] unangenehme sensorische und emotionale Erfahrung, die mit einer tatsächlichen oder potenziellen Gewebeschädigung verbunden ist oder dieser ähnelt."**_ Es ist somit grundsätzlich wichtig, Schmerzen zu haben. Schmerz signalisiert eine (potenzielle) Gefährdung für den Körper und dass etwas nicht mehr im Gleichgewicht ist. Er leistet somit eine schützende und warnende Funktion für den Körper und hat schliesslich die Funktion, vor ernsthaften körperlichen und langfristigen Schäden zu schützen. Interessant ist allerdings hierbei, dass Schmerz ebenfalls den Körper dazu motiviert, Massnahmen zu ergreifen, um künftigen schmerzhaften Belastungen vorzubeugen. Ein Beispiel ist das gewöhnliche Muskeltraining, bei welchem Schmerz Aufbauprozesse im Körper anstösst, aus denen zwangsläufig eine Leistungssteigerung folgt. Diesen bewussten Einsatz von Schmerz und wie sich der Muskel aufbaut, beschreiben wir im nächsten Abschnitt. _Quellen: vgl. IASP, (2020); vgl. Luerweg (2020); vgl. Redaktion Fit for Life (2021); vgl. Sayer (2023)_ ## Wie steht Schmerz mit einer natürlichen körperlichen Leistungssteigerung im Zusammenhang? ### Muskelaufbau (Muskelhypertrophie) Wer schon mal im Fitnessstudio Gewichte gestemmt hat, weiss, dass nach einer bestimmten Anzahl an Wiederholungen die Kraft nachlässt. Durch die Wiederholungen ermüdet der Muskel und es fängt an zu schmerzen. Doch es wird dann mit zunehmendem Schmerz weitertrainiert und der Muskel wird weiterhin durch die Kraftübung beansprucht. Was bei der Ermüdung des Muskels passiert, ist, dass er beschädigt wird. Der Körper reagiert darauf, indem er den Muskel repariert und zusätzlich etwas verstärkt. Dieser Prozess (d. h. Reparieren und Verstärken) wird «Superkompensation» genannt. Im Rahmen der Superkompensation baut der Körper den Muskel auf, legt an Muskelmasse zu und passt sich dadurch der Belastung an. Ausschlaggebend ist, dass der Muskel ein bestimmtes Mass an Belastung zunächst überschreiten und unter diesem Schmerz beschädigt werden muss, um den Muskelaufbau anzustossen. Der Belastungsreiz muss somit „überschwellig“ sein. Wer also langfristig Muskeln aufbauen will, trainiert permanent überschwellig und erweitert damit auch seine Leistungs- sowie Schmerzgrenze. Am Beispiel des Muskelaufbaus wird deutlich, dass es im Sport ohne Schmerzen nicht geht. Allerdings muss auch festgehalten werden, dass es sich im sportlichen Kontext sowohl um einen bewussten und kalkulierten Umgang als auch um einen gezielten Einsatz von Schmerzen handelt. Auf diese Weise wird grundsätzlich der Körper für ein sportliches Ziel und für die damit verbundene körperliche Belastung entwickelt. Von entscheidender Bedeutung ist, dass mit dem Training die Leistungs- und Schmerzgrenze ausgebaut wird. Athleten (und Sportler generell) halten mehr Schmerzen als Nicht-Sportler aus. Das ist hervorragend nachgewiesen und wird im nächsten Abschnitt anhand von zwei Studien belegt. _Quellen: vgl. Boeckh-Behrens & Buskies (2000); vgl. Pohl (2019); vgl. Redaktion Fit for Life (2021); vgl. Röcker (2021)_ ## Sportler tolerieren mehr Schmerz als Nicht-Sportler ### Studie #1 ### Aufbau Der Forscher Anders Pedersen Arnes ging der Frage nach, inwieweit eine regelmässige körperliche Betätigung die Schmerzwahrnehmung beeinflusst. An der Studie nahmen ca. 11'000 Menschen teil. Anhand eines Fragebogens teilten die Studienteilnehmenden den Umfang ihrer körperlichen Aktivität mit (sitzend, leicht, mässig, stark). Ihre Schmerzwahrnehmung wurde über einen Kaltdrucktest ermittelt. Dabei wird eine Hand in etwa 3 Grad kaltes Wasser gehalten; je länger jemand die Hand im Wasser halten kann, umso grösser ist seine Schmerztoleranz. ### Ergebnis Beim Vergleich zwischen der körperlichen Aktivität und dem Kaltdrucktest zeigte sich im Ergebnis sehr deutlich: Je körperlich aktiver die Studienteilnehmenden waren, umso länger konnten sie den Kaltdrucktest aushalten. Zu einem ähnlich bemerkenswerten Ergebnis kam man bei einem Folgetest, der sieben Jahre später mit den gleichen Studienteilnehmenden durchgeführt wurde. Jene, die nach dem ersten Test körperlich aktiv blieben oder im Verlauf dieser Zeit aktiver wurden, schnitten in diesem zweiten Test (sieben Jahre später) besser ab, als diejenigen, die eine niedrige Bewegungsaktivität hatten. ### Erklärung Als Erklärung für die steigende Schmerztoleranz bei körperlicher Aktivität erläutert Arnes, dass durch körperliche Aktivitäten Substanzen in unserem Nervensystem freigesetzt werden, die schmerzhemmend wirken. Und zudem verändert sich auch die psychologische Verarbeitung von körperlichem resp. emotionalem Schmerz. Das Gehirn stellt sich ebenfalls auf Belastungen um, sodass der empfundene Schmerz bei körperlicher Aktivität weniger „dramatisiert“ wird. – _Quellen: vgl. Arnes (2023)_ ### Studie #2 ### Aufbau Dr. Jonas Tesarz der Universität Heidelberg widmete sich ebenfalls den Unterschieden der Schmerztoleranz zwischen Sportlern und Nicht-Sportlern. Er wertete mit seinem Forscherteam 15 internationale Studien aus (Europa, Australien, Kanada, USA). Darin waren 568 Athleten und 331 normal aktive Sportler enthalten. Die sportlich-körperliche Aktivität reichte von Ausdauersport über Kraftsport bis zu Ballsportarten. Die wöchentliche Trainingsdauer der Athleten betrug durchschnittlich 6 Stunden. Die Schmerztoleranz wurde wahlweise durch einen Kaltdrucktest gemessen oder indem Finger der Studienteilnehmenden eingeklemmt wurden. ### Ergebnis Die Schmerztoleranz der Athleten war im Vergleich zu den normal aktiven Sportlern deutlich höher. Bemerkenswert war hierzu, dass die Ballsportler die höchste Schmerztoleranz zeigten, gefolgt von den Ausdauersportlern und Kraftsportlern. ### Erklärung Dr. Tesarz schlussfolgert aus den Studien, dass ambitionierte Athleten per se eine andere Einstellung zu Schmerzen haben und diese als weniger dominant wahrnehmen. In diesem Zusammenhang merkt er allerdings kritisch an, dass es durch die steigende Schmerztoleranz dazu verlockt, die Belastungsgrenzen des Körpers zu übersteigen. Ein gutes Körpergefühl ist daher elementar. – _Quellen: vgl. Tesarz (2012)_ ### Zwischenfazit aus Studie 1 & 2 Die Schmerztoleranz von Menschen steigert sich durch körperliches Training. Wie anhand des Muskeltrainings zu sehen ist, wird allein schon auf rein biologische Weise die Schmerztoleranz und Belastungsfähigkeit erhöht. Dennoch kann der Schmerz im Sport nicht ausgeschaltet werden. Dies macht dementsprechend ein Sport-Mentaltraining sinnvoll, um der körperlichen Leistungssteigerung die notwendige mentale Leistungssteigerung anzuschliessen. Denn ist körperlich ein geeignetes Wettbewerbsniveau erreicht, geht es sowohl um die Überwindung mentaler Hürden als auch um die Herrschaft über seine Schmerzgrenzen. Dazu im nächsten Abschnitt 6 Tipps, wie die Leistung kontrolliert an die Schmerzgrenze und darüber hinaus gesteigert wird. ## 6 Tipps, wie die sportliche Leistung mit und über den Schmerz hinaus gesteigert wird ### 1\. Positive Informationen/Gedanken vor der sportlichen Leistung steigern die Schmerztoleranz Die Schmerztoleranz eines Sportlers kann durch positive Informationen gesteigert werden, die er vor einer sportlichen Leistung resp. Belastung erhält. Eine im Jahr 2020 veröffentlichte Studie zeigt dies anhand einer Hock-Übung (engl. «Squat»): ### Aufbau Es wurden 83 Studienteilnehmende in drei Gruppen unterteilt; die Gruppen bekamen vor Ausführung der Hock-Übung entweder positiv, neutral oder negativ zugesprochen. * Der „positiven Gruppe“ wurde gesagt, dass die Squat-Übung das Schmerzempfinden verringert. * Die „neutrale Gruppe“ bekam neutrale Anweisungen zur Übung. * Der „negativen Gruppe“ wurde gesagt, dass die Squat-Übung voraussichtlich zuvor und danach Schmerzen erzeugt. Die Studienteilnehmenden trainierten daraufhin für 30 Minuten. ### Ergebnis Bei denjenigen, die positive Informationen zugesprochen bekamen, stieg die Schmerztoleranz um 22 %. Bei denjenigen, denen man negative Informationen zusprach, sank die Schmerzgrenze um 4 %. Mit anderen Worten formuliert: Die „negative Gruppe“ empfand mehr Schmerzen während der Ausführung der Übung, und dies aufgrund der negativen Informationen, die sie kurz vor Ausführung über die Übung erhielten. ### Umsetzung & Take-away Für Trainer/Mentalcoaches bietet es sich an, Trainingsbedingungen und die Ausführung von Sportübungen in einen positiven Rahmen zu setzen. Besonders für solche, die an oder über Schmerzgrenzen hinausgehen. Hierfür eignet sich eine Methode aus dem NLP (Neurolinguistisches Programmieren). Sie heisst «Bedeutungs-Reframing» (engl. frame = Rahmen). Einem negativ gesehenen Umstand wird eine positive Bedeutung gegeben. Auf das Trainings-Setting übertragen: Dem Trainings- oder Wettkampfschmerz wird eine positive und schmerzlindernde Bedeutung gegeben, um dadurch die Konzentration auf die positiven Aspekte des Schmerzes zu lenken. Hier einige Beispiele: * _„Ich bin bereit für das kommende Training, welches mich wieder meinem Ziel einen Schritt näher bringt.“_ * _„Der Schmerz signalisiert mir, dass sich mein Körper verändert und für die Spitze fit macht.“_ * _„Ich fühle mich ruhig und konzentriert und ich werde heute in der Kraftübung besser performen, als das letzte Mal.“_ * _„Heute ist ein neuer Tag und ich bin extrem gespannt, wie ich heute performe.“_ * _„Ich höre auf meinen Körper und möchte heute erleben, wie ich mit der Belastung umgehe, wenn ich meinen Lauf von 75 Minuten auf 80 Minuten erhöhe.“_ _Quellen: vgl. Vaegter (2020)_ ### 2\. Positive Mentale Bilder Ein weiterer Antreiber für sportliche Höchstleistung und über den Schmerz hinaus sind positive mentale Bilder. Dies zeigt eine Studie aus dem Jahr 2016: ### Aufbau An der Studie nahmen 65 Tennisspieler teil. In einem ersten Durchgang einer Übung lasen sie eine Anweisung für eine Aufschlagübung durch. Diese beschrieb, wohin sie den Ball im Aufschlagfeld platzieren sollten und welche Resultate daraus folgen. Nachdem sie diese Anweisung gelesen hatten, führten die Tennisspieler 20 Aufschläge durch. In einem zweiten Durchgang gab man den Tennisspielern nochmals eine Anweisung zu lesen. Dieses Mal war der Text aber ausgeschmückter und man ermutigte die Studienteilnehmenden dazu, sich beispielsweise zu Beginn schon vorzustellen, wie sie den Ball werfen oder wie sich die Aufschlagbewegung anfühle. Mit anderen Worten formuliert: Die Studienteilnehmenden konnten sich anhand der Anweisung vorab schon im Kopf ein inneres Bild der Aufschlagbewegung und -übung machen. Danach sollten sie dann nochmals 20 Aufschläge durchführen. ### Ergebnis Im Ergebnis zeigte sich, dass die Erfolgsquote des zweiten Durchganges höher ausfiel. Die Versuchsleiter der Studie stellten eine wichtige Erkenntnis heraus: Die schnelle Verbesserung, die von der ersten auf die zweite Durchführung stattfand, kann nicht auf ein zusätzliches Training zurückgeführt werden. ### Umsetzung & Take-away Das Ergebnis bestätigt frühere Studien, dass mentale Bilder im Sport zu gewünschten Ergebnissen führen (wie die Optimierung von Bewegungsabläufen, Steigerung der Konzentration und Aufmerksamkeit, die Verbesserung des eigenen Selbstvertrauens und die Leistungsbereitschaft). Als Trainer/Mentalcoach ist die Arbeit mit mentalen Bildern essenziell. Aus dem NLP bietet es sich an, mit einem Athleten für seinen Umgang mit Trainings- resp. Wettkampfschmerzen eine innere Zielvorstellung sinnesspezifisch auszuarbeiten. „Sinnesspezifisch“ bedeutet, dass sich der Athlet anhand seiner 5 Sinne (Sehen, Hören, Fühlen, Riechen, Schmecken) eine lebhafte innere Vorstellung entwickelt, mit welcher er dem schmerzhaften Moment begegnet. Hierzu zwei Beispiele: * _Beispiel 1: Ein Radfahrer sieht sich im schmerzvollen Trainings- oder Wettkampfmoment an einem kühlen und frischen Ort Rad fahren. Wie bei kühlen und entspannenden Wasserbädern fühlt er, wie blaues Wasser und dessen Kühle seine Muskeln umhüllt und erfrischt. Er riecht zudem frische und klare Bergluft und verspürt einen unterstützenden Rückenwind. Er hört seinen Lieblingssong und die Pedaltritte gleicht er dem schnellen Rhythmus des Liedes an. Zudem sieht er (ähnlich wie in einem Windkanal) wie der Wind in der Gestalt von weissen Fäden geschwind an ihm vorbeizieht._ * _Beispiel 2: Ein Marathonläufer stellt sich im schmerzvollen Trainings- oder Wettkampfmoment vor, so dynamisch und erhaben wie ein Strauss zu laufen. Er sieht, wie der Wind durch die Federn gleitet und diese nach hinten drückt. Er fühlt, dass seine Beine wie ein Uhrwerk laufen und fühlt dabei konzentriert in diesen harmonischen Bewegungsablauf hinein. Er hört eine Stimme in seinem Körper, die ihm abwechselnd zuspricht: „Flieg' geschwind. Du machst das sehr gut“ und „Ich bin zum Laufen geboren“. Seinen Atem passt er den Schritten an (4 Schritte einatmen, 4 Schritte ausatmen) und er stellt sich vor, wie die frische Luft direkt zu den Oberschenkeln fliesst und diese kühlt._ Athleten können durch positive mentale Bilder ihre Leistung nicht nur mental testen, sondern können sich auch vorstellen, wie sie ihr Training oder ihren Wettkampf erfolgreich absolvieren und dabei Beschwerden oder Schmerzen bewältigen. _Quellen: vgl. Blankert & Hamstra (2016); vgl. Bresler, D. (2011); vgl. Callow et al. (2001); vgl. Calmels et al. (2004); vgl. Hall (2011); vgl. Kaur, J. (2019); Williams (2013)_ ### 3. Positive Selbstgespräche mit gezielten Suggestionen Neben positiven mentalen Bildern ist das positive Selbstgespräch ein weiterer essenzieller Bestandteil für sportliche Höchstleistungen. Positiv formulierte Suggestionen sind dabei wichtige Bausteine im Selbstgespräch während sportlicher Leistungen. Suggestionen sind Botschaften an sich selbst, um den gewünschten sportlichen Gedanken in die Tat umzusetzen. Die Formulierung von Suggestionen hat eine bestimmte Form: Sie sind positiv und in der Gegenwart formuliert. Zudem nutzen sie eine aktive Sprache. Die Botschaft ist deutlich auf das gewünschte Ziel ausgerichtet. Zudem stehen Suggestionen in der Ich-Form und verzichten auf das Wort „nicht“. ### Umsetzung & Take-away Im Folgenden sind Beispiele aufgeführt, die exemplarisch als „Motivationsformeln“ für den schmerzvollen Belastungsmoment formuliert sind: * _(Im Training) „Ich bringe mich in Höchstform und schliesse Stück für Stück zu den Besten der Besten auf.“_ * _(Im Training) „Ich durchschreite diesen Moment und weiss, dass dies der richtige Weg zu meiner Goldmedaille ist.“_ * _(Im Training) „Ich bin meinem sportlichen Ziel und mir treu, ich habe volles Vertrauen in mich, meinen Weg und meinen Körper.“_ * _(Im Wettkampf: Radfahren) „Ich steche als Beste hervor und brenne voller Leidenschaft für den Sieg.“_ * _(Im Wettkampf: Fussball) „80 Minuten gespielt und ich weiss, jetzt wird Sportgeschichte geschrieben.“_ Positive Worte und Gedanken aktivieren die Motivationszentren in unserem Gehirn. Das hat unterstützende Effekte: Die Widerstandsfähigkeit (Resilienz) und das Selbstvertrauen steigen. Zudem erhöht sich die persönliche Überzeugung, aus eigener Kraft herausfordernde Situationen erfolgreich zu meistern (Selbstwirksamkeit). _Quellen: vgl. Wallace, P. J. et al. (2017); vgl. Walter, N. et al. (2019)_ ### 4. Zielsetzung und Förderplanung Als Trainer/Mentalcoach ist es sinnvoll, mit seinem Schützling konkret an sportlichen Zielen zu arbeiten. Eine Vielzahl von Studien hat gezeigt, dass die Formulierung von Zielen ein wichtiger und wertvoller Prozess ist, der das sportliche Leistungsvermögen von Athleten steigert (vgl. Healy, L. C. et al. (2018); Williamson et al. (2022)). Ferner helfen klare Ziele dabei, sich auf den Entwicklungsprozess sowie auf die Leistungsverbesserung zu konzentrieren, und eben nicht auf den Schmerz. Im Folgenden sind zwei Ansätze beschrieben, wie ein Ziel zum inneren Antreiber eines Athleten wird. **Benchmark (Das Muss-Profil)** Ein erster Ansatzpunkt ist, aktuelle Bestleistungen für die eigene sportliche Zielsetzung zu berücksichtigen. Sie zeigen, welche Fähigkeiten und Kompetenzen unbedingt erforderlich sind, um die Sportart auf dem gewünschten Niveau auszuüben. Kurz gesagt: Wo liegt die derzeitige Bestzeit im 100m-Sprint? Was ist das derzeitige Maximalgewicht im Gewichtheben? etc. Mit diesen Richtwerten lassen sich kleinere Etappenziele bestimmen, Rahmenbedingungen schaffen (wie z. B. Ernährungspläne und Ruhephasen) sowie eine längerfristige Trainings- und Wettkampfplanung aufstellen. **Ist-Profil und Ziel-Profil** Wie weiter oben im Artikel schon erwähnt, ist neben der körperlichen Entwicklung die parallele Entwicklung der mentalen Stärke zur Schmerztoleranz essenziell. Mit einer Skala von 1 bis 10 kann etwa ein Vergleich zwischen dem momentanen Ist-Zustand und dem angestrebten Ziel-Zustand vorgenommen werden. Eine Durchführung sähe wie folgt aus: * Der Athlet schätzt seine Schlüsselkompetenz „Schmerztoleranz“ auf einer Skala von 1 bis 10 ein; dies könnte beispielsweise eine 4 sein. Anschliessend schätzt er in realistischer Weise ein, auf welchen Wert er sich als Nächstes verbessert; dies könnte eine 6 sein. Danach reflektiert er schriftlich folgende Punkte, um sich sein Ziel sehr bewusst zu machen: 1. Wofür will ich mich in dieser Schlüsselkompetenz verbessern? 2. Was genau verbessere ich? 3. Wie genau verbessere ich mich? 4. Wie messe ich meine Verbesserung? 5. Woher merke ich, dass ich mich verbessert habe? Aus dieser Selbstreflexion können wiederum Trainings- und Umsetzungsmassnahmen eingeplant werden. Ferner unterstützen Selbstreflexionen und Zielsetzungen den Athleten dabei, seine Motivation aufrechtzuerhalten sowie kurzfristig und langfristig „auf Kurs“ zu bleiben. _Quellen: vgl. Bird, M. D. et al. (2023); vgl. Healy, L. C. et al. (2018); Williamson et al. (2022)_ ### 5. Atmung während der sportlichen Belastung Atmen ist eine unverzichtbare Körperfunktion des Menschen. Besonders im Sport kann die Atmung sehr viel bewirken: Sie beeinflusst aus physiologischer Sicht die körperliche Leistungsfähigkeit und reguliert den psychischen Zustand des Sportlers. Bei Schmerzen ist Körper und Geist gleichermassen gefordert und über Atemübungen lässt sich der Körper und Geist regulieren. Rufen wir uns hierzu in Erinnerung: Die Muskelfunktion ist u. a. von der Sauerstoffzufuhr abhängig. In Anlehnung an eine Studie aus dem Jahr 2023 empfiehlt sich somit Folgendes: Es ist von Vorteil, ein konstantes und gesteuertes Atemmuster einzuhalten. Dies unterstützt die Regulierung des Sauerstoff- und Kohlendioxidgehalts im Körper. Dadurch werden die Muskeln ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Zwei gebräuchliche Atemtechniken im Sport sind die „rhythmische Atmung“ und „kontrollierte Atmung“: * Rhythmische Atmung: Bei der rhythmischen Atmung wird in einem kontrollierten und rhythmischen Takt eingeatmet und ausgeatmet (beim Laufen z. B. 3 Schritte einatmen und 3 Schritte ausatmen). * Kontrollierte Atmung: Bei der kontrollierten Atmung atmet man tief in das Zwerchfell ein und dann langsam und vollständig aus. Das reguliert die Herzfrequenz und reduziert Stress- sowie Angstgefühle. Es ist sinnvoll, dass Athleten ein eigenes funktionierendes Atemmuster finden und es je nach sportlichem Szenario zielgerichtet anwenden. Damit regulieren sie die Menge an Sauerstoff und Kohlendioxid im Körper und nehmen aktiv Einfluss auf eine angemessene Sauerstoffversorgung der Muskeln. Zudem bewirkt die Konzentration auf den Atem, dass der Fokus weg vom Schmerzempfinden auf die sportliche Leistung und das sportliche Ziel gelenkt wird. _Quellen: vgl. Migliaccio (2023)_ ### 6. Fun Fact: Schmerz „aussprechen“ oder Fluchen Eine weitere Möglichkeit, um sich über den Schmerz hinaus im Wettkampf oder Training zu „pushen“, liegt darin, seinen Trainings- oder Wettkampfschmerz auszusprechen. Dies führt dazu, dass die Schmerzwahrnehmung sinkt und im Gegenzug die Schmerztoleranz steigt. Eine Studie aus dem Jahr 2015 demonstrierte dies: ### Aufbau 56 Studienteilnehmende führten einen Kaltdrucktest durch, um ihre Schmerztoleranz zu messen. Beim Kaltdrucktest platzierten die Studienteilnehmenden eine ihrer Hände in einem Wasserbecken, welches mit 4 Grad kaltem Wasser befüllt war. Je länger sie die Hand im Wasser halten können, umso höher ist ihre Schmerztoleranz. Die zusätzliche Bedingung war, dass die Studienteilnehmenden ihren Schmerz mit einem Wort ausdrücken konnten. **Ergebnis** Es zeigte sich, dass diejenigen Studienteilnehmenden das 4 Grad kalte Wasserbad und den damit empfundenen Schmerz länger aushalten konnten, wenn sie ihrem Schmerz durch einen simplen Ausspruch Ausdruck verliehen, als wenn sie einfach nur schwiegen. Die am häufigsten verwendeten Worte der Studienteilnehmenden waren „Ouu“ und „Ouch“. **Stichwort: Fluchen und Schimpfworte** Eine weitere interessante Erkenntnis brachte eine Studie aus dem Jahr 2009 hervor: In dieser untersuchten Richard Stephens und sein Team, inwieweit Fluchen bzw. Schimpfworte Einfluss auf die Schmerzwahrnehmung und Herzrate haben. Hierzu nutzten sie ebenfalls den Kaltdrucktest und legten die Untersuchung so an, dass die Studienteilnehmenden wahlweise neutrale Worte oder ein Schimpfwort nutzen konnten, um ihren Schmerz auszudrücken. Die Studie ergab, dass Teilnehmer, die Schimpfworte benutzten, eine höhere Schmerztoleranz aufwiesen als jene, die neutrale Worte verwendeten. Das Fluchen steigert nicht nur die Schmerztoleranz, sondern erhöht auch die Herzfrequenz und reduziert das Schmerzempfinden. _Quellen: vgl. Swee & Schirmer (2015); vgl. Stephens, Atkins & Kingston (2009)_ ## Resümee Im Sport zeigen sich zahlreiche Beispiele, wie Athleten über ihre Schmerzgrenzen hinausgehen. Sie beweisen, wie zäh der Körper ist und zu welchen Höhen die mentale Stärke sie führen kann. Auf dem Weg zur sportlichen Spitzenleistung ist eine Auseinandersetzung mit dem „Gefühl Schmerz“ unabdingbar. Denn wie bei allen Sportarten sind die Bereiche des Extremen das Mass aller Dinge. Somit auch die Schmerzbereiche und -grenzen. Feststeht: Ohne Schmerz geht es im Sport nicht, das betrifft das Training wie den Wettkampf. Dabei handelt es sich um einen bewussten und kalkulierten Umgang mit Schmerzen und Schmerzgrenzen. Auf diese Weise wird der Körper in Richtung des sportlichen Ziels und für die damit verbundene körperliche Belastung trainiert. In den meisten Fällen ist dies zunächst die Entwicklung eines starken Wettbewerbsniveaus. Durch die überhöhte Beanspruchung und Ermüdung der Muskeln werden diese beschädigt, worauf der Körper den Schaden repariert und die Muskeln verstärkt. Dies sorgt auf natürliche Weise dafür, dass die persönliche Schmerzgrenze erhöht wird. Das ist der Grund, warum Athleten grundsätzlich mehr Schmerzen tolerieren können, als Nicht-Athleten. Mit körperlichem Training wird ein Sport-Mentaltraining sinnvoll, um der körperlichen Leistungssteigerung die notwendige mentale Leistungssteigerung anzuschliessen. Die Schlüsselfähigkeit ist dabei, die Leistung mit und über den Schmerz hinaus zu steigern. **Positive Mentale Bilder** Positive mentale Bilder helfen Athleten im schmerzhaften Belastungsmoment dabei, in einer für sie stimmigen mentalen Umgebung zu performen. Ihre Konzentration liegt dann zudem auf der sportlichen Leistung und wird vom Schmerz abgezogen. **Positive Selbstgespräche mit gezielten Suggestionen** Neben positiven mentalen Bildern ist auch das positive Selbstgespräch mit gezielten Suggestionen eine wirkungsvolle Massnahme, um seine Leistung merklich zu steigern. Die Suggestionen sind kraftvolle Botschaften an sich selbst, um den gewünschten sportlichen (Ziel-)Gedanken in die Tat umzusetzen. Zudem aktivieren positive Worte und Gedanken die Motivationszentren im Gehirn, was sich positiv auf die persönliche Resilienz, das eigene Selbstvertrauen sowie die persönliche Selbstwirksamkeit auswirkt. **Positive Gedanken** Positive Gedanken und Worte sollten auch schon vor dem Training resp. Wettkampf erfolgen. Denn positive Informationen vor der sportlichen Belastung steigern die Schmerztoleranz. Daher sollte man den Trainings- oder Wettkampfschmerz in einen positiven Rahmen setzen. **Fluchen** Neben dem positiven Selbstgespräch und positiven Informationen hilft Fluchen sowie den Schmerz verbal auszusprechen. Wie Studien zeigen, lässt sich damit Schmerz länger aushalten, als wenn man schweigen würde. Ein „mentaler Kniff“ im Repertoire zur Ausweitung der Schmerztoleranz. **Ist-Profil und Ziel-Profil** Schriftliche Selbstreflexionen sind eine starke Möglichkeit, mental zu wachsen, auch in der Schlüsselkompetenz „Schmerztoleranz“. Besondere Vorteile der schriftlichen Selbstreflexionen sind: * Sie sorgen für Klarheit, * geben Struktur, * verschaffen Kontrolle über zukünftige Schritte und * machen einem Athleten die sportliche Entwicklung bewusst. **Eigenes funktionierendes Atemmuster** Durch ein eigenes funktionierendes Atemmuster reguliert der Athlet seine körperliche Empfindung. Er nimmt aktiv Einfluss auf die Sauerstoffversorgung der Muskeln. Ferner bewirkt die Konzentration auf den Atem, dass der Fokus weg vom Schmerzempfinden auf die sportliche Leistung und das sportliche Ziel gelenkt wird. ## Referenzen Referenzen (Studien) * Arnes, A. P. et al. (2023). [Longitudinal relationships between habitual physical activity and pain tolerance in the general population.](https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0285041) PLOS ONE. * Bird, M D., Swann, Ch. & Jackman, P. C. (2023) The what, why, and how of goal setting: A review of the goal-setting process in applied sport psychology practice, Journal of Applied Sport Psychology, doi: [10.1080/10413200.2023.2185699](https://www.tandfonline.com/action/showCitFormats?doi=10.1080%2F10413200.2023.2185699&area=0000000000000001) * Blankert, T. & Hamstra, M. R. W. (2016). Imagining Success: Multiple Achievement Goals and the Effectiveness of Imagery. 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Seine Teilnahme an verschiedenen nationalen und internationalen Surf-Meisterschaften und -Wettbewerben hat ihm eine grosse Fan-Gemeinde eingebracht und seine Popularität in der Surf-Gemeinschaft gesteigert. Seit dem Jahr 2020 gilt Surfen zudem als olympische Disziplin. Neben Wasser, Wellen und Hitze bringt das Wellenreiten körperliche und mentale Herausforderungen mit sich. Und nicht weniger liegt der Surf-Sport (wie auch andere olympische Disziplinen) an der Schwelle zwischen Technik und Talent, körperlicher Fitness und mentaler Hartnäckigkeit, Wille und Intuition sowie Konzentration und [Flow](/state-of-mind-mit-flow-zur-hoechstleistung-im-wettkampf/). Was alle Athleten dabei eint, ist der Weg zum ersehnten Sieg, bei dem sie sich meist selbst sowie die Elemente ihres Sports meistern müssen. Was sich dabei im Kopf abspielt, spielt eine wichtige Rolle. Davon spricht auch Finn Springborn im [Interview](https://www.gq-magazin.de/artikel/finn-springborn-im-gq-interview). Er gibt preis, dass neben der körperlichen Fitness auch das richtige Mindset entscheidend ist: > Vor allem der eigene Kopf und die Gedanken können schnell zum Feind werden. Beim Surfen muss man sich ganz auf sich selbst konzentrieren und in der Lage sein, sein Können im richtigen Moment abzurufen. Diese Aussage unterstreicht die Notwendigkeit, mit Athleten nicht nur rein körperlich zu arbeiten, sondern ebenfalls ein Sport-Mentaltraining einzuplanen. Wie im Fall von Finn Springborn ist das Gespräch mit sich selbst ein entscheidendes Fundament. Die Wichtigkeit eines Sport-Mentaltrainings, in welchem der innere Dialog mit sich selbst trainiert wird, ist auch in der Forschung sehr gut belegt. Hierzu zunächst zwei Studien. ## Leistungssteigerung durch motivierende Selbstgespräche ### Studie #1: Selbstgespräch bei Ausdauer und kognitiver Leistung Phillip Wallace und Dr. Stephen Cheung untersuchten in ihrer Studie den Einsatz von motivierenden Selbstgesprächen. ### Studienaufbau An ihrer Studie nahmen 18 trainierte Radfahrer teil. Diese führten eine Reihe von Tests durch: Zu diesen Tests zählten etwa eine zeitlich begrenzte Fahrradfahrt bis zur Erschöpfung sowie Denkaufgaben. Alles führten die Radfahrer bei einer Temperatur von 35 Grad durch. Nach dieser Testreihe erhielt anschliessend die Hälfte der Radfahrer ein zweiwöchiges Selbstgespräch-Training, bevor dann alle 18 Radfahrer die Testreihe nochmals durchführen sollten. Beim Selbstgespräch-Training ging es darum, negative Gedanken während der Testreihe zu identifizieren und durch motivierende Aussagen zu ersetzen (z. B. von: "Es ist so heiss hier drin" zu: "Mach' weiter, du machst das gut"). Die Radfahrer, die das Selbstgespräch-Training erhielten, konnten zudem eine Reihe von Aussagen auswählen, die sie für sich als wirksam resp. nützlich empfanden. ### Ergebnisse Als Ergebnis zeigte sich, dass die Radfahrer, die ein Selbstgespräch-Training erhielten, * … ihre Ausdauer beim Radfahren von 8 Minuten um 25 % auf über 11 Minuten verbesserten. * … mit einer höheren Geschwindigkeit und Genauigkeit bei den Denkaufgaben abschnitten, bei einer Temperatur von 35 Grad. Im Vergleich zeigte die andere Gruppe von Radfahrern, die kein Selbstgespräch-Training erhielten, keine Verbesserung in der Durchführung der Tests (vgl. Wallace et al., 2017). Den leistungssteigernden Effekt durch ein Selbstgespräch-Training bestätigt auch die folgende Studie aus dem Jahr 2019 von Nadja Walter. ### Studie #2: Selbstgespräch bei Wettbewerbsangst Nadja Walter erforschte, wie sich ein Selbstgespräch-Training auf die psychologischen und leistungsbezogenen Ergebnisse von Junioren-Elitesportlern auswirkt. ### Studienaufbau An der Studie nahmen insgesamt 117 Elitesportler teil (55 weiblich, 62 männlich). Per Zufallsprinzip wurden diese in zwei Untersuchungsgruppen und eine Vergleichsgruppe aufgeteilt. Eine der zwei Untersuchungsgruppen erhielt über eine Woche ein Selbstgespräch-Training; die andere Untersuchungsgruppe erhielt dementgegen über acht Wochen ein Selbstgespräch-Training. Und die Athleten in der Vergleichsgruppe erhielten kein Selbstgespräch-Training. Um den Effekt des Selbstgespräch-Trainings zu messen, wurden vier Messkriterien festgelegt: * Die Entwicklung der empfundenen Wettbewerbsangst der Athleten * Die Selbstwirksamkeit der Athleten (d. h. die Überzeugung der Athleten, aus eigener Kraft herausfordernde Situationen erfolgreich zu bewältigen) * Willentliche Fähigkeiten * Die allgemeinen Leistungsbewertungen der Trainer Diese Kriterien wurden dreimal vor und dreimal nach einer Selbstgespräch-Trainingseinheit gemessen. ### Ergebnisse Die Forscher fanden heraus: Mit einem Selbstgespräch-Training * … nahm die Wettbewerbsangst der Athleten ab. * … erhöhte sich das Selbstvertrauen der Athleten. * … erhöhte sich die Selbstwirksamkeit, d. h. die Überzeugung der Athleten, aus eigener Kraft herausfordernde Situationen erfolgreich zu bewältigen. * … steigerte sich im Allgemeinen die Leistung der Athleten. Ferner zeigte sich, dass ein längerfristiges Selbstgespräch-Training effektiver ist (acht Wochen), als ein Kurzzeittraining (eine Woche). Ein gezieltes Selbstgespräch-Training verbessert somit den psychologischen Zustand und die Leistung bei Athleten (vgl. Walter et al., 2019). ### Zwischenfazit zu Studie #1 und #2 Die oben erwähnten Studien zeigen, dass scheinbar unveränderliche körperliche und mentale Grenzen verschoben werden können, und dies über ein Sport-Mentaltraining in Form eines Selbstgespräch-Trainings. Es steigert die körperliche Leistung, Selbstvertrauen, mentale Konzentration, Genauigkeit und Selbstwirksamkeit. Die Radfahrer-Studie von Wallace (2017) zeigt ausserdem, dass die Qualität der Worte, d. h. ob sie positiv-unterstützend oder negativ-hinderlich sind, eine wichtige Rolle spielt. In dieser Studie war der Satz "Mach' weiter, du machst das gut" ein zentraler Gegenstand und unterstreicht, dass positiv formulierte Selbstgespräche die Leistung unterstützen. Inwieweit ein Selbstgespräch als positiv-unterstützend oder negativ-hinderlich empfunden wird, kann von Athlet zu Athlet unterschiedlich sein. Allerdings gibt es klare Hinweise darauf, wie ein negatives oder positives Selbstgespräch "klingt". Im nächsten Abschnitt schauen wir uns somit an, was ein positives von einem negativen Selbstgespräch unterscheidet und wir geben danach 3 Tipps, wie ein Athlet durch positive Selbstgespräche sein Training unterstützt. ## Die Kraft des positiven Denkens im Sport Es bestehen folgende Indizien für ein negatives Selbstgespräch: * Jemand gibt sich automatisch selbst die Schuld, wenn Dinge schieflaufen oder etwas Schlimmes passiert. * Jemand blendet (alle) positiven Aspekte zu jeder Gelegenheit aus und sieht stattdessen nur die negativen Dinge. * Jemand macht jemand anderes dafür verantwortlich, was ihm/ihr passiert ist. Es wird dabei vermieden, die eigene Verantwortung zu übernehmen. * Jemand rechnet per se mit dem Schlimmsten, ohne zu wissen, was das Schlimmste überhaupt ist und ob das Schlimmste überhaupt eintreten wird. * Jemand macht aus einer kleinen Sache eine grosse (sprich: "Aus einer Mücke einen Elefanten machen."). * Jemand legt an sich selbst immer höhere Massstäbe an. Dabei wird versucht, noch perfekter zu werden, wobei man sich eher selbst zum Versager macht. * Jemand hat Dinge vor Augen, die er/sie tun "sollte" und gibt sich selbst die Schuld, dass er/sie es nicht tut. * Jemand sieht die Dinge entweder nur "schwarz" oder "weiss", es gibt keine Zwischenlösungen. Anhand dieser Indizien lässt sich ein negatives Selbstgespräch identifizieren, um es anschliessend in ein positives umzuwandeln. Zudem fördern positive Selbstgespräche das positive Denken. Es geht dabei nicht darum, dass man durch positive Selbstgespräche die Herausforderungen oder Schwierigkeiten im Sport ignoriert oder sie "verniedlicht". Es bedeutet vielmehr, Herausforderungen und Umständen auf produktive, angemessene, lösungsorientierte und positive Art zu begegnen (vgl. Jantz, 2016). Lies hierzu mal folgende Satz-Vergleiche: | Negatives Selbstgespräch (im Sport) | Positives Selbstgespräch (im Sport) | | --- | --- | | Es ist einfach zu schwer. | Ich fange an und meistere es. | | Es ist mühsam. | Mach' weiter, du machst das gut. | | Ist halt so – da kann man nichts machen. | Ich mache, was ich kann. | | Ich traue mich nicht – ich habe es noch nie gemacht. | Es ist eine tolle Gelegenheit, etwas zu lernen und eine wertvolle Erfahrung zu machen. | | Nie mache ich etwas richtig. | Jedes Mal lerne ich dazu und werde besser. | | Ich bringe meinem Team gar nichts. | Wir sind ein Team und geben, was wir können. | | Ich habe schon wieder verschossen. | Einen nach dem anderen. Das wird besser. | Positive Worte und Gedanken bringen die Motivationszentren des Gehirns in Gang und helfen, Widerstandsfähigkeit aufzubauen, wenn wir mit Problemen konfrontiert werden. Wichtig ist auch, dass sich mit der Entwicklung von positiven Selbstgesprächen die gemeinsame Kommunikation verbessert. Das fördert eine gute Zusammenarbeit zwischen Athlet und Mental-Coach (vgl. Alia-Klein, 2007; Cohn, 2009; Hansen & Bejenke, 2010). Wie wichtig positiver Zuspruch ist, zeigt folgende medizinische Studie aus dem Jahr 2021: In dieser wurde die verbale Ermutigung für Patienten erforscht, deren Knöchel beim Laufen instabil waren. Die Patienten führten einen Gleichgewichtstest durch und sollten eine bestimmte Distanz gehen. Eine Auswahl an Patienten wurde durch Worte unterstützt, wie z. B. "Los, Los, Los" oder "Geh' soweit du kannst". Es stellte sich heraus, dass sich die Leistung und Gehdistanz derjenigen Patienten erhöhte, die eine verbale Unterstützung erhielten (vgl. Jaffri & Saliba, 2021). Wie lässt sich nun ein positives Selbstgespräch mit Athleten aufbauen und einsetzen? Hierzu sind 3 Tipps aufgeführt, wie der eigene Kopf und die Gedanken nicht zum Feind werden. ## Tipps für ein positives Selbstgespräch ### Tipp 1: Ein positives Selbstgespräch trainieren (Verhältnis 1:5) Es hat evolutionäre Gründe, weshalb Menschen zu negativen Selbstgesprächen neigen: Man nennt dies Negativitätsverzerrung. Für unsere Vorfahren war es notwendig, negative Erfahrungen abzuspeichern und wiederholend zu erinnern (z. B. giftige Beeren, bedrohliche Orte). Es bewahrte sie vor Verletzung und Tod und sicherte ihnen somit das Überleben. Daher reagieren wir (noch heute) sensibler und aufmerksamer auf negative statt auf positive Erfahrungen. Allerdings haben sich die Lebensumstände verändert, in welchen wir leben. Um den negativen Selbstgesprächen vorzubeugen, sind positive Botschaften fortlaufend zu wiederholen. Forschungen belegen hierzu, dass auf einen negativen Gedanken fünf positive folgen sollten, um ihn zu entkräften (vgl. Fredrickson & Losada, 2005; Losada & Heaphy, 2004). ### Tipp 2: Gezielte Suggestionen resp. Affirmationen formulieren Suggestionen sind eine weitere Möglichkeit, um positive Selbstgespräche aufzubauen und beizubehalten. Es sind stimmige und realistische Botschaften an sich selbst, um den gewünschten sportlichen (Ziel-)Gedanken in die Tat umzusetzen. Suggestionen sind dabei auf eine bestimmte Art formuliert: Sie stehen in der Gegenwart, sind kurz und spezifisch und können eine belohnende Komponente enthalten. Sie verwenden eine aktive Sprache, die auf das angestrebte Ziel ausgerichtet ist und sind aus der Ich-Perspektive formuliert. Zudem sind Suggestionen frei vom Wort "nicht". Das klassische Beispiel hierzu lautet bekanntlich: "Denken sie jetzt _nicht_ an einen rosa Elefanten." Das Wort "nicht" sorgt nämlich für Verwirrung zwischen beiden Gehirnhälften. Die eine Gehirnhälfte (logisch, analytisch) verarbeitet die Logik des Satzes und des Wortes "nicht". Die andere Gehirnhälfte (kreativ, bildhaft) lässt richtigerweise das Bild vom rosa Elefanten entstehen, trotz des Wortes "nicht". Somit formulieren Suggestionen Botschaften auf eine Art und Weise, wie unser Gehirn Information am liebsten verarbeitet: nämlich spezifisch und zielorientiert (vgl. Hanscom, 2020; Nieuwland & Kuperberg, 2008). Beispiel zur Formulierung von Suggestionen: | | Suggestion (Ich, Gegenwart, spezifisch, kurz, aktive Sprache, belohnend) | | --- | --- | | Ich sollte mehr auf meine Ernährung achten und nicht so viel essen, da ich damit meine Zeit im Langlauf verbessern würde. | Ich befolge den aufgestellten Ernährungsplan, damit ich durch die Gewichtsreduzierung mehr Leistung erreiche. | | (Beim Golf) Da ist es wieder. Bloss nicht ins Wasserloch. Nur ja nicht. | Mehr Schwung und schön aufs Grün. | | Ich schaffe es nicht mit den Schmerzen in den Beinen. | Ich schaffe es und freue mich aufs Ziel. | ### Tipp 3: Reframing: Dingen einen neuen, nützlichen Rahmen geben Reframing ist ein sprachliches Werkzeug, um negative Aussagen positiv umzudeuten. Gleiches gilt auch für hinderliche Gedanken. Mit anderen Worten ausgedrückt: Diese psychologische Technik setzt eine negative/hinderliche Aussage in einen positiven "Rahmen" (_engl. "frame" = Rahmen_). Stressreiche Schlüsselmomente erhalten daraufhin eine neue und positive Bedeutung und die daraus entwickelten positiven Gedanken unterstützen den Athleten bei der emotionalen Meisterung der Situation. Beispiel für ein Reframing von Aussagen: | Aussage | Reframing | | --- | --- | | Mein Gegner war zu mächtig; ich habe total versagt. | Dieses Spiel hat mir wertvolles Feedback gegeben, wie ich meinen eigenen Spielstil verbessern kann – insbesondere zum Thema Fitness und Taktik. | | Ich muss den Anschluss halten, sonst kann ich gleich aufhören. | Ich bin dabei, gebe alles und bleibe dran. | | Das war schon wieder ein schlechter Aufschlag. | Gut. Den nächsten Aufschlag weiter nach links. | ## Resümee Wie Finn Springborn es im GQ-Interview beschrieb, können der eigene Kopf und die eigenen Gedanken einem schnell zum Feind werden. Daher sind positive Selbstgespräche ein wichtiger Teil des mentalen Trainings für Sportler. Das Training hilft dabei, Widerstandsfähigkeit, Selbstvertrauen, Konzentration und Präzision aufzubauen und darüber per se die Leistung zu steigern. Um positive Selbstgespräche aufzubauen, ist es wichtig, negative Gedanken zu erkennen und sie in eine nützliche Richtung zu lenken. Die Formulierung von Suggestionen/Affirmationen und das Reframing helfen zudem, sich sehr aktiv auf das gewünschte sportliche Ziel zu konzentrieren. Auch hilft die Wiederholung von fünf positiven Botschaften nach jedem negativen Gedanken, um die Negativitätsverzerrung zu bewältigen. Mit diesen Gewohnheiten ist man im Sport sowohl mental als auch körperlich erfolgreicher. ## Referenzen Referenzen (Studien) * Alia-Klein, N. et al. (2007). What is in a word? No versus Yes differentially engage the lateral orbitofrontal cortex. Emotion. 2007 Aug; 7(3): 649-659. doi: [10.1037/1528-3542.7.3.649](https://psycnet.apa.org/doiLanding?doi=10.1037%2F1528-3542.7.3.649) * Cohn, M. A. et al. (2009). Happiness unpacked: positive emotions increase life satisfaction by building resilience. 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Lies hier, welchen Wert mentales Training bei verletzungsbedingten Ruhephasen hat. ![Mentales Training im Sport](/images/migrated/mentales-trainnig-im-sport-744x419.jpg) Athleten zeigen für die Erreichung ihrer sportlichen Ziele ausserordentlichen Eifer und immenses Engagement. In den meisten Sportarten führt dabei kein Weg an ausgiebigem körperlichem Training vorbei; es bildet die solide Grundlage, um an der Spitze mitzuhalten. Was jedoch alles verändert: mentales Training im Sport. Es ist ein Schlüsselfaktor, der den Athleten über sich hinauswachsen lässt, um die entscheidenden Hundertstel oder Millimeter für den Sieg aus sich herauszuholen. Doch bei aller Hingabe sind Blessuren oder Verletzungen nicht auszuschliessen. Dies ist ein Umstand, der den Trainingsplan verändert. Und zum anderen ist es ein Umstand, der im Zusammenhang mit diesen Ruhephasen die Wichtigkeit von mentalem Training im Sport besonders deutlich macht. Mentales Training im Sport hat einen besonderen Wert. Dies zeigt eine Studie von Mathias Reiser, in welcher Sportstudierende eine Kraftübung rein körperlich oder rein mental durchführen sollten. ## Muskelaktivierung und -verfeinerung durch mentales Training im Sport Kann mentales Training im Sport das körperliche Training vollständig ersetzen? Sicherlich nicht. Allerdings ist ein entscheidender Verbindungspunkt das sportliche Ziel eines Athleten, in welchem beide Trainings zusammenfliessen. Das Ziel gibt dem körperlichen und mentalen Training eine klare Richtung und bringt aufgrund dessen beide Trainings wirkungsvoll zusammen. Ein Beispiel hierfür ist eine Studie, die Mathias Reiser mit Sportstudierenden durchführte: Er liess einen Teil von ihnen eine Kraftübung ausschliesslich körperlich durchführen; ein anderer Teil der Sportstudierenden absolvierte die gleiche Kraftübung rein mental. Bei der Kraftübung ging es ums Bankdrücken. Das Resultat lässt dabei tief blicken: Das körperliche Training brachte die Muskulatur aufgrund seiner Beanspruchung “in Form” und es kam darüber hinaus bei diesen Sportstudierenden zu einem allgemeinen Kraftzuwachs. Der gleiche Effekt zeigte sich auch bei den Sportstudierenden, die die Kraftübung rein mental ausführten. Schauen wir uns hierzu die Studie etwas genauer an. ### Aufbau der Studie An der Studie nahmen insgesamt 34 Sportstudierende teil. M. Reiser bildete mit ihnen drei Gruppen: Zwölf Personen zählten zur Gruppe, die das Bankdrücken körperlich trainieren sollte. Hierbei wurden die entsprechenden Muskeln (gemäss der Übung) vollständig beansprucht. Elf Personen bildeten die Gruppe, die dieselbe Übung ausschliesslich mental trainieren sollte. Die Durchführung der Übung stellten sie sich so echt und realistisch wie möglich vor. Und weitere elf Personen bildeten eine dritte Gruppe, die über den Zeitraum der Studie nicht trainierte. Sie bildeten die Vergleichsgruppe. Über insgesamt 4 Wochen dauerte das Training und in regelmässigen Abständen wurden Resultate festgehalten. Um saubere Resultate zu erhalten, berücksichtigte M. Reiser zudem folgende Details, um den jeweiligen Effekt von körperlichem und mentalem Training besser zeigen zu können: Zum einen nahmen die Sportstudierenden während der Studie an keinem zusätzlichen Training teil. Zudem stellte M. Reiser sicher, dass alle Teilnehmenden ab 3 Monaten vor der Studie nicht mehr trainierten. ### Resultate Bei der einen Gruppe, die das Bankdrücken körperlich trainierte, wurde ein Kraftzuwachs von 14,1 % gemessen. Die andere Gruppe, die das Bankdrücken rein mental trainierte und sich die Muskelkontraktion “nur” vorstellte, zeigte einen Kraftzuwachs von 5,7 %. Was allerdings auffiel, war der Effekt auf die Muskeln, der sich schon innerhalb der ersten 8 Tage des Trainings zeigte: Der Kraftzuwachs war bei beiden Trainings nämlich nahezu gleich. Der Grund: Das Training aktivierte die Muskeln, sich “feiner” auszubilden und weiter zu optimieren. ## Mentales Training im Sport überbrückt wirksam die Ruhephase bei Verletzungen Die Studie von M. Reiser zeigt somit, dass körperliches und mentales Training im Sport als Einheit und sinnvolle Ergänzung zueinander zu betrachten sind. Und die Ergebnisse zeigen auch, dass sich mentales Training im Sport nachweislich auf den Körper auswirkt. Eine Unterstützung dessen findet sich in einer Studie aus dem Jahr 1999 von M. Lotze. Lotze zeigte nämlich, dass mentales und körperliches Training gleiche Hirnareale aktiviert, in seinem Fall lag der Fokus auf dem motorischen Cortex. Das Training kann somit in Gedanken stets aufgegriffen werden und findet in gleichen Hirnarealen statt. Hierzu bietet das mentale Training den wertvollen Vorteil, dass der Athlet sportliche Ruhephasen (z. B. durch Blessuren oder Verletzungen) wirkungsvoll überbrückt. Im mentalen Training vergegenwärtigt sich somit der Athlet weiterhin die Feinheiten, die individuellen Fähigkeiten seiner Disziplin sowie die weiteren Belastungen, die in Verbindung mit dem körperlichen Training stehen. Beispiel: So trainiert eine Turnerin weiter, die ggf. ihren Knöchel für eine Weile schonen muss. Sie vergegenwärtigt sich im mentalen Training fortwährend ihre Bewegungsabläufe, die Rhythmik ihrer Bewegungen, die Zeitpunkte für ihre Sprünge und Landungen und erhält sich darüber ihre Körperspannung und -ästhetik. ## Resümee Mathias Reiser macht mit seiner Studie deutlich, dass “das Training im Kopf” realer und wirkungsvoller ist, als man zunächst annehmen könnte. Seine Studie leistet weiterführend einen wertvollen Beitrag dazu, dass mentales Training einer inneren Realisation nahekommt und der Körper mit entsprechenden Aktivierungen reagiert. Dies ermöglicht es, verletzungsbedingte Ruhephasen zu überbrücken und das sportliche Ziel aufrecht zu halten. Das mentale Training im Sport ist somit nicht nur eine sinnvolle Ergänzung zum körperlichen Training, sondern erweitert dies um ein Vielfaches. ### Literatur * Reiser, M. (2015). Kraftgewinn durch Vorstellung maximaler Muskelkontraktionen. Göttingen: Hogrefe Verlag. [https://doi.org/10.1026/1612-5010.12.1.11](https://doi.org/10.1026/1612-5010.12.1.11) * Lotze, M. et al. (1999). Activation of Cortical and Cerebellar Motor Areas during Executed and Imagined Hand Movements: An fMRI Study. Journal of Cognitive Neuroscience (1999) 11 (5): 491 – 501. [https://doi.org/10.1162/089892999563553](https://doi.org/10.1162/089892999563553) * Mayer, J. & Hermann, HD. (2011). Wirksamkeit des Mentalen Trainings. In: Mentales Training. Springer, Berlin, Heidelberg. [https://doi.org/10.1007/978-3-642-13762-4_5](https://doi.org/10.1007/978-3-642-13762-4_5) --- ## Übersicht statt Überforderung im Studium - URL: https://raypopoola.com/kontrolle-anstatt-ueberfordert-sein-im-studium/ - Rubrik: Leadership - Autor: Alexander Valenta - Veröffentlicht: 2022-09-16 · Aktualisiert: 2022-10-10 Wie Du das Gefühl der Überforderung im Studium überwindest: Ein Gespräch mit einem Studenten, dessen To-do-Liste immer länger wurde. ![Kontrolle, anstatt überfordert sein im Studium](/images/migrated/Kontrolle-anstatt-ueberfordert-sein-im-Studium-744x496.jpg) Aus den vergangenen Wochen blieb mir ein Gespräch mit einem Studenten im Kopf. Er meinte, er fühlt sich in seinem Studium überfordert, obwohl er den Lernstoff „ziemlich cool“ findet. Mmhh, das Wort 'überfordert' machte mich neugierig. Ich ging daraufhin der Sache nach. Ich fragte ihn, was er mit „überfordert“ genau meint. Er antwortete, dass seine To-do-Liste mit Aufgaben immer länger wird. Ich warf daraufhin die Frage ein, wie er seine Aufgaben erledigt. Er erwiderte, dass er eher nach seinem Bauchgefühl mit den Aufgaben beginnt und er es dann auch den Aufgaben überlässt, wie lange es dauert. Er gab mit einem Lächeln zu, dass es wenig Struktur hätte, er aber gerade keine bessere Methode kenne, als „all in“ zu gehen. Ich lächelte ihn verständnisvoll an und erzählte ihm von der **ALPEN-Methode**. Hinter jedem Grossbuchstaben steht ein wichtiger Schritt, um Aufgaben für den Tag besser zu strukturieren: * **A = Aufgaben aufschreiben.** * **L = Länge der Aufgabe einschätzen.** * **P = Pufferzeit zur Bearbeitung der Aufgabe einplanen.** * **E = Entscheidungen priorisieren. (Hiermit ist gemeint, welche Aufgaben dringend zu erledigen sind, und welche weniger dringend.)** * **N = Nachkontrollieren, was Du am Tag erreicht hast. Sofern Aufgaben übrig bleiben, werden sie auf den nächsten Tag übertragen und die ALPEN-Methode beginnt von Neuem.** Die Methode stimmte ihn optimistisch. Ich gab ihm zudem den Tipp, beim Schritt L die Länge der Aufgabe auch mal selbst zu bestimmen, sofern dies die Aufgabe erlaubt. Das verhindert zusätzlich, Dinge aufzuschieben. Diese kleine Geschichte wollte ich mit Dir teilen. Wenn Du Dich in einer ähnlichen Situation befindest, wende die ALPEN-Methode an, um mehr Übersicht und Kontrolle zu haben. --- ## Unschlagbare Konkurrenz für Deinen Laptop beim Lernen - URL: https://raypopoola.com/unschlagbare-konkurrenz-fuer-deinen-laptop-beim-lernen/ - Rubrik: Leadership - Autor: Ray Popoola - Veröffentlicht: 2022-09-13 · Aktualisiert: 2022-10-10 Ist es besser fürs Lernen, wenn man mit der Hand schreibt oder lieber am Laptop tippt? ![Unschlagbare Konkurrenz für Deinen Laptop beim Lernen](/images/migrated/Unschlagbare-Konkurrenz-fuer-Deinen-Laptop-beim-Lernen-744x497.jpg) Im Studium bekommt die Handschrift durch Laptop und Tablet ziemlich Konkurrenz. Es steht dabei häufig die Frage im Raum: Ist es besser fürs Lernen, wenn man mit der Hand schreibt oder lieber tippt? Die Psychologin Pam Mueller ging dieser Sache in einer Studie (2014) nach. In der Studie durften Studierende entweder per Hand mit Stift und Papier arbeiten, oder mit Laptop. Es zeigte sich: Wenn es um das Verständnis von komplexen Zusammenhängen geht, schnitten die Studierenden mit Stift und Papier besser ab. Eine interessante Beobachtung war zudem, dass die „Laptop-Gruppe“ permanent am Schreiben war, die „Stift und Papier-Gruppe“ nicht. Die Studierenden, die per Hand auf Papier schrieben, fassten nämlich die Informationen mit eigenen Worten zusammen. Das heisst: Sie verarbeiteten die Informationen direkt im Schreibprozess. Und weil die Handschrift mehr Zeit benötigt, wählten sie die Informationen vorab bewusster aus. Durch diesen ganzen Prozess ist die Verarbeitung von Informationen viel gründlicher und so können demnach auch die Informationen besser erinnert werden. Fun Fact: Das „analoge Schreiben“ hat zudem den Vorteil, dass das Schreiben in der Realität stattfindet. Wenn Du somit gerne einen bestimmten Schreibblock benutzt: prima! Hat das Papier eine bestimmte Farbe: noch besser! Hat Dir vielleicht noch ein Freund oder eine Freundin einen Smiley rechts oben auf Dein Papier gemalt – fantastisch! Denn es sind diese zusätzlichen Details, mit denen unbewusst die Inhalte im Gedächtnis verknüpft werden. Gleiches gilt auch für ein „richtiges“ Buch, bei dem man vom Anblick weiss, dass ein bestimmtes Kapitel in der Mitte des Buches steht. Damit Du Dich besser an Gelerntes erinnern kannst und damit weniger lernen musst, nutze so oft wie möglich analoge Notizmethoden. **Quellen und Sehenswertes:** * MDR Kultur (2018). [Manfred Spitzer: Die Handschrift ist der Weg in unser Gedächtnis.](https://www.youtube.com/watch?v=3o38xu7-SZE) * Mueller, P. & Oppenheimer, D. (2014) [The Pen Is Mightier Than the Keyboard: Advantages of Longhand Over Laptop Note Taking.](https://journals.sagepub.com/doi/abs/10.1177/0956797614524581) --- ## Warum man schwierige Gespräche nicht aufschieben sollte - URL: https://raypopoola.com/warum-man-schwierige-gespraeche-nicht-aufschieben-sollte/ - Rubrik: Business - Autor: Ray Popoola - Veröffentlicht: 2020-03-10 · Aktualisiert: 2026-09-18 Bei schwierigen Gesprächen geht es immer um die Lösung belastender Situationen. Deshalb sollte man sie schnell hinter sich bringen. ![Warum man schwierige Gespräche nicht aufschieben sollte und wie das am besten gelingt](/images/migrated/Warum-man-schwierige-Gespraeche-nicht-aufschieben-sollte-und-wie-das-am-besten-gelingt-744x478.jpeg) **Bei schwierigen Gesprächen geht es immer um die Lösung belastender Situationen. Deshalb sollte man sie schnell hinter sich bringen. Wartet man zu lange und schiebt das klärende Gespräch z.B. mit einem Kunden vor sich her, kann man irgendwann die Ursache des Konflikts nicht mehr erkennen. Dann sind die Fronten bereits derart verhärtet, dass nur noch ein Mediator helfen kann. Woher kommt die Angst vor schwierigen Gesprächen?** **Welche inneren Prozesse laufen ab und mit welcher Strategie kann man sie angehen, um nicht völlig unnötig von Höchstleistungen abgehalten zu werden?** ## Ängste sind Indikatoren für ein Umdenken Zunächst muss man verstehen, wie der Prozess der Angstbildung abläuft. Danach sollte man den Vorgang akzeptieren, denn es ist sinnlos Angst zu bekämpfen. Viel sinnvoller wäre die Frage nach der (subjektiven) Vorstellung, nach dem ablaufenden Kopfkino (Wenn ich das Thema anspreche eskaliert es und sie kündigen den Vertrag), das diese Angst ausgelöst hat. Denn Ängste folgen keiner Logik, sie sind emotional steuernde Schutzmechanismen aus der Vorzeit der Menschheit. Akzeptiert man Ängste als emotionale Indikatoren für ein Umdenken, das zu positiven Veränderungen führt, kann man das Problem schneller und effizienter beseitigen. Wie schon erwähnt sind Ängste zunächst Schutzmechanismen, die sich in archaischer Zeit entwickelt haben. Wenn unsere Vorfahren von einem Raubtier bedroht wurden, konnte eine schnelle emotionale Reaktion (Angst = Flucht) rettend wirken. Es musste schnell gehen, langes Nachdenken hätte den sicheren Tod bedeutet. Dementsprechend übernimmt auch heute noch das Limbische System die Kontrolle, wenn Ängste auftauchen. Das logische Denken ist dann temporär ausser Kraft gesetzt. ## Das Limbische System diktiert Da der Mensch als einziges Säugetier mit der Kraft seiner Vorstellung in der Lage ist, virtuelle Realitäten zu erschaffen, kann er sich ausmalen, wie z.B. ein schwieriges Gespräch mit einem Kunden, seiner Vorstellung nach ablaufen könnte. Dabei greift unser Gehirn während der sogenannten transderivationalen Suche auf ähnliche Erinnerungen zurück, und setzt diese gefundenen Komponenten zu einem neuen Film zusammen, der überaus realistisch erscheint. Es sind dann sogar ausgeschüttete Hormone im Blutbild nachweisbar. Mit dem Ablauf des tatsächlichen Gesprächs hat das aber gar nichts zu tun, denn das könnte völlig anders sein. Trotzdem reagiert der Körper mit Abwehr, wie vom Limbischen System diktiert, welches ja eine vermeintliche Gefahr voraussetzt. Es regiert also die Angst, wo Vernunft vorteilhafter wäre. > Schieb schwierige Gespräche nicht vor Dir her, das hält Dich nur auf. In meiner täglichen Arbeit als Coach erlebe ich immer wieder, dass die Angst vor schwierigen Gesprächen auch völlig rational denkende Entscheiderinnen und Entscheider auf lange Zeit blockieren kann. Ein Klient hat über Monate hinweg prokrastiniert, das Problem immer weiter vor sich hergeschoben, bis er zunehmend unproduktiv wurde, was letztlich seine Karriere gefährdete. Erst in höchster Not war er bereit, das Gespräch dennoch zu führen. Er hat es geschafft, archaische Strukturen der Angst zu durchschauen und abzulegen. Danach nahm seine Karriere wieder Fahrt auf. ## Schwierige Gespräche werden zu machbaren Aufgaben Der Umgang mit schwierigen Gesprächen hängt zu einem grossen Teil von der Persönlichkeitsstruktur ab. Sie muss deshalb bei der Lösungsfindung immer beachtet werden. Mit den passenden Coaching-Werkzeugen im Gepäck und dem Wissen über die eigenen Kompetenzen, werden so schwierige Gespräche zu machbaren Aufgaben. Das frühzeitige Erkennen der eigenen Angst vor schwierigen Gesprächen ist sehr wichtig, denn es hält den Weg für Höchstleistungen frei. Deshalb: Schieb schwierige Gespräche nicht vor Dir her, das hält Dich nur auf. Wenn Du Hilfe brauchst ist Coaching der richtige Weg, weil es Bewusstsein schafft und Ängste löst. Zahlreiche Möglichkeiten, schwierige Gespräche zu bewältigen, findest Du in meinem neuen Buch: **Chefsache Freiheit**, erschienen im Springer Gabler Verlag der ©Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, Teil der Springer Nature 2019, ISBN 978-3-658-26794-0 Bestellen kannst Du auch gleich [hier.](https://link.amazon/B02LWQtAI) --- ## Erkenne Manipulationen frühzeitig - URL: https://raypopoola.com/erkennen-sie-manipulationen-fruehzeitig/ - Rubrik: Business - Autor: Ray Popoola - Veröffentlicht: 2020-02-24 · Aktualisiert: 2026-09-18 Wie kannst Du Dich vor Manipulation schützen – sei es in Vertragsverhandlungen oder in Deiner neuen Position? ![Erkenne Manipulation Frühzeitig](/images/migrated/Erkennen-Sie-Manipulation-Fruehzeitig-744x438.jpeg) ## Warum Manipulationen schwierig aufzudecken sind und worauf Du im Speziellen achten musst, um Dich zu schützen. Manipulation ist alles andere als ein beiläufiges Thema. Es taucht in meiner alltäglichen Coaching-Praxis immer wieder ganz zentral auf. Unter vielen anderen auch bei CEOs von Grossunternehmen, bei Jungunternehmern, Managern und Sportlern. Wie kannst Du Dich vor Manipulation schützen, sei es in Vertragsverhandlungen oder Deiner neuen Position? Zunächst: Nicht jede Manipulation ist feindlich gesinnt. Wenn uns ein Kind anlächelt, ist das letztlich auch Manipulation, aber eine liebenswerte. Der Übergang von harmloser Manipulation zu gefährlicher ist oft fliessend und bleibt nicht selten unentdeckt. Die Formen der Manipulation sind vielfältig. Sie reichen von der ungerichteten Manipulation über die zielgerichtete Manipulation, die zielgerichtete Manipulation zum eigenen Vorteil bis hin zu der zielgerichteten Manipulation zum eigenen Vorteil unter Vorbehalt von Konsequenzen. Letztere, um einen eigenen Nachteil zu vermeiden. ## Wie kannst Du Dich vor unerwünschter Manipulation schützen? Es gibt viele Wege, sich zu schützen. Effektiven Schutz vor Manipulation bietet die bewusste Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten der verbalen Kommunikation. Dafür gibt es Werkzeuge, die den Prozess der Manipulation gedanklich auf Zeitlupe ausbremsen, um ihn dann in seine Einzelteile zu zerlegen. Anders lassen sich die verschiedenen Komponenten der Manipulation kaum erkennen, geschweige denn verstehen. Man sollte dabei die wechselseitigen Kommunikationskriterien bewusst wahrnehmen, damit man später reflektierter in Prozessen der Manipulation agieren kann. **Achte auf Dein Bauchgefühl:** Du hattest bestimmt auch schon das Gefühl, «hier stimmt etwas nicht.» Es ist das Signal Deines Erfahrungswissens, nichts zu überstürzen. Verschieb die Vertragsunterzeichnung, die Verhandlungen oder die Entscheidung, die gerade ansteht. Gib Dir mehr Zeit zum Überdenken. **Aufmerksam bleiben:** Lenk Deinen Aufmerksamkeitsfokus auf die anstehende Tätigkeit oder Entscheidung. Weg von Ablenkung, denn dadurch werden wir viel einfacher manipulierbar. Die effizientesten Manipulatoren wollen Dich ablenken, damit Du unbedacht mit Deiner Aufmerksamkeit umgehst. Je aufmerksamer Du hingegen bei der Sache bist, desto weniger bist Du anfällig für Manipulationen. **Nachfragen bei unbestimmten Hauptwörtern:** Was genau meint mein Gegenüber, wenn von Gewinn, Wohlstand oder Freiheit die Rede ist? Unbestimmte Hauptwörter von abstrakten Begriffen sind bedeutungsschwanger, sie geben jedem die Möglichkeit einer eigenen Deutung. Gleichzeitig sie lösen immer Emotionen aus und kaum einer fragt nach, was das konkret bedeutet. **Nachfragen bei unspezifischen Prozesswörtern:** Unser Gehirn will unvollständige Informationen mit den Erinnerungen an eigene Erfahrungen vervollständigen. Bei dem Satz: «Ich reise nach Zürich» ist das Wort «reise» ein unvollständiges Prozesswort, denn es sagt nichts darüber aus, _wie_ ich nach Zürich reise. Ohne Nachfrage wird Dein Gehirn die Lücke aus dem Speicher Deiner eigenen Gewohnheiten füllen, mit dem Flugzeug vielleicht, obwohl der Zug angesagt ist. Deshalb immer nachfragen: «Wie reisen Sie nach Zürich?» ## Dein Punkt-für-Punkt-Schutz in der Zusammenfassung: * Hör auf Dein **Bauchgefühl**: Deine Intuition, denn sie ist der Speicher Deines Erfahrungswissens und somit ein wichtiger Ratgeber, der Dich nie verlässt. Wenn Du das Gefühl hast, dass etwas nicht stimmt, frag nach! * Achte nicht nur genau darauf, **_was,_** sondern auch **_wie_** Dir jemand etwas sagt. Auch Zwischentöne, Stimmlage, Sprechgeschwindigkeit und Gesichtsausdruck sind aussagekräftige Indizien. * Nimm nicht gleich an, alles verstanden zu haben. In praktisch jeder Aussage fehlen Informationen. Wenn es um Verkauf, Verträge oder etwas anderes Wichtiges geht, **hör genau hin**. Lass Dir Zeit für wichtige Entscheidungen. * **Nachfragen** ist unerlässlich. Auch wenn es unliebsame Fragen für Dein Gegenüber sein könnten. Es ist wichtig, sie zu stellen, um Klarheit zu schaffen, ob Du alles richtig verstanden hast. * Achte auf unbestimmte Hauptwörter, denn sie führen in den Morast der Manipulation. Nicht alle Menschen wollen klar und offen kommunizieren. Darum ist Nachfragen auch hier extrem wichtig. * Das Gleiche gilt bei unbestimmten Verben. Nimm nicht an, zu wissen, was jemand getan hat, oder was Du tun solltest. Frag nach, **bis Du ganz genau weisst, was gemeint ist.** Zahlreiche weitere Möglichkeiten, Manipulationen entgegenzuwirken, findest Du in meinem neuen Buch: **Chefsache** **Freiheit**_,_ erschienen im Springer Gabler Verlag der ©Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, Teil der Springer Nature 2019, ISBN 978-3-658-26794-0. **Oder bestelle gleich** [**hier.**](https://link.amazon/B02LWQtAI) --- ## Bessere Entscheidungen treffen für mehr Höchstleistung - URL: https://raypopoola.com/bessere-entscheidungen-treffen-fuer-mehr-hoechstleistung/ - Rubrik: Business - Autor: Ray Popoola - Veröffentlicht: 2020-01-29 · Aktualisiert: 2026-09-18 Soll ich es machen oder lieber nicht? Wie das Entscheiden leichter fällt und wie Du bessere Entscheidungen triffst – mit praktischen Tipps. ![](/images/migrated/Bessere-Entscheidungen-Treffen-Fuer-Mehr-Hoechstleistung-1200px-744x419.jpeg) ## Entscheiden leicht gemacht **Schritt 1.** Spitzensportler setzen auf mentale Vorbereitung, wenn es beispielsweise um bevorstehende Wettkämpfe geht. Denn in der Regel gewinnt jener, der körperlich und mental in der besten Form ist. Wenn es um Entscheidungen geht, ist es daher wichtig, in der Vorbereitung den Fokus auf rationale und emotionale Elemente zu lenken. Stell Dir im ersten Schritt Fragen wie: Worauf ist zu achten? Welche Regeln, Gesetze und Umstände gilt es zu berücksichtigen? Analysiere das vollständige Umfeld und den Rahmen Deines Entscheidungsbereiches. Der emotionale Teil Deiner Entscheidung wird hingegen von Deinen Lebensmotiven und Werten beeinflusst, und diese sollten Dir vor Deiner Entscheidung bewusst sein. Wäg ab, mach eine Pro- und Kontra-Liste, aber lass auch Deiner Intuition einen Spielraum. Bezieh dabei auch Dein Umfeld mit ein, gibt es jemanden, der Dich bei der Entscheidung beraten kann? **Schritt 2.** Erst jetzt triffst Du eine Entscheidung aufgrund Deiner Werte und Lebensmotive, anhand Deiner Pro- und Kontra-Liste, Deiner Analyse und aus den Ratschlägen Deines Umfeldes. Wenn Du Dich schwertust, Dich für eine Option zu entscheiden, liegt die Ursache vermutlich in einem Wertekonflikt. Überprüfe nochmals Deine Werte aus Schritt 1. **Schritt 3.** Nach der Entscheidung für eine Option folgt die Umsetzung. Erst jetzt wirst Du mit Deiner Entscheidung in Aktion treten. Dieser Schritt fällt Dir leichter, wenn Du die ersten zwei Schritte konsequent durchgeführt hast. Dennoch können innere Blockaden auftreten. Manchmal liegen Punkte der Entscheidung und zu erreichenden Ziele nicht im eigenen Einflussbereich. Trotz der Abhängigkeit von anderen möchte man das Ziel erreichen. Dies entspräche einem Wertekonflikt (Abhängigkeit: Unabhängigkeit), bei dem sich zurecht das Innerste sträubt. Such Dir Unterstützung von aussen, wenn Du während der Entscheidungsumsetzung auf Blockaden stösst. **Schritt 4.** Hast Du Deine Entscheidung umgesetzt, folgt in diesem Schritt die Reflexion. Auch wenn Du vielleicht froh bist, die Entscheidung hinter Dir und umgesetzt zu haben, ist der Blick zurück wichtig. Dies hilft Dir, aus Entscheidungsprozessen zu lernen, um künftig bessere Entscheidungen treffen zu können. Faktisch gesehen willst Du mit jeder Entscheidung besser werden. Dafür ist jede noch so unbequeme Information ein wichtiger Baustein. Die Angst vor Entscheidungen resultiert in den meisten Fällen daraus, dass Menschen sich gedanklich bereits mit Schritt 3 und 4 beschäftigen, bevor Grundlagen geschaffen wurden. Folg künftig den vier Schritten als Leitlinie für Deine Entscheidungsprozesse und erreiche dabei Höchstleistung. --- ## State-Management: Keine Angst vor dem falschen Zeitpunkt! - URL: https://raypopoola.com/state-management-keine-angst-vor-dem-falschen-zeitpunkt/ - Rubrik: Business - Autor: Ray Popoola - Veröffentlicht: 2020-01-22 · Aktualisiert: 2026-09-18 Wenn ich Dich frage: Willst Du Deine Höchstleistung erreichen? Dann wirst Du darauf wohl kaum mit „Nein“ antworten. Lies hier den Grund dafür. ![State-Management. Keine Angst vor dem falschen Zeitpunkt](/images/migrated/State-Management.-Keine-Angst-vor-dem-falschen-Zeitpunkt-744x419.jpg) Um die Angst vor dem falschen Zeitpunkt zu überwinden, empfiehlt es sich, ‚aktives State-Management‘ zu betreiben. Es geht dabei um Deine emotionale und geistige Haltung. Deine Gemütsverfassung wird üblicherweise täglich von positiven und negativen Erlebnissen beeinflusst und passt sich dadurch dem Erlebten an. Sobald Du aktives State-Management betreibst, übernimmst Du die Kontrolle über Dein Denken, Handeln und Fühlen selbst: Deine Gemütsverfassung ist dann nicht mehr Zufällen ausgeliefert. In Coachings mit Spitzensportlern nutze ich gerne folgende Übung, um einen eigenen State auf Abruf nutzbar zu machen: 1. Wähl eine passende Geste, wie die Hand zur Siegerfaust geballt. Damit wird Dein State später mit einem Ritual verbunden. 2. Setz Dich, schliess die Augen und erinnere Dich an ein Erlebnis, in dem Du Deinen optimalen State intensiv erlebt hattest. 3. Kreiere in Gedanken daraus einen Film, in dem Du Dich selbst in dem Erlebnis beobachtest. Optimiere den Film gedanklich in Farbe, Ton und Stimmen. 4. Spring in Gedanken in den Film und schlüpf in die Rolle der Person auf der Leinwand, gleichzeitig machst Du die Geste. 5. Steh kurz auf und schüttle Arme und Beine aus. 6. Setz Dich wieder und teste wie gut das Ritual funktioniert: Schliess Deine Augen und mach die Geste. Nimm wahr, wie das Gefühl des States sich im Körper ausbreitet. Im Idealfall hast Du nun die Emotion des gewünschten States verankert. Wiederhole diese Übung 2-3x mit dem gleichen Erlebnis, damit festigst Du Deinen State. Danach rufst Du den State einmal pro Tag grundlos ab: einmal pro Tag grundlos gut fühlen. Gute Entscheidungen trifft man auf Basis guter Gefühle. Wenn Du vor einer wichtigen Entscheidung stehst, ruf vorher den State aktiv ab und verändere damit Deine Physiologie. Dann triffst Du eine Entscheidung, ohne Angst vor dem falschen Zeitpunkt. Wie Du siehst ist die Angst vor dem falschen Zeitpunkt besonders eine Frage der inneren Haltung. Versuche nicht diese Angst zu bekämpfen, sondern betreibe aktives State-Management. Menschen sind in der Lage die eigenen Emotionen zu steuern, nutz diese Fähigkeit für mehr Höchstleistung im Business. --- ## Führungskräfte im Entscheidungskonflikt - URL: https://raypopoola.com/fuehrungskraefte-im-entscheidungskonflikt/ - Rubrik: Presse & News - Autor: Ray Popoola - Veröffentlicht: 2020-01-17 Ray Popoola erklärt, wie Führungskräfte die Angst vor Veränderung überwinden und wirksam Entscheidungen treffen. ![Fuehrungskraefte-Im-Entscheidungskonflikt](/images/migrated/Fuehrungskraefte-Im-Entscheidungskonflikt-744x496.png) Dem neuen, lukrativen Stellenangebot folgen oder doch lieber die alte Führungsposition behalten? Hat eine Führungskraft eine ansprechende Position, könnte ein möglicher Stellenwechsel zu einem echten Entscheidungskonflikt führen. „Veränderungen sind meist unvorhersehbar, selten planbar und können ungemütlich werden“, erklärt Ray Popoola. Oft sei es hilfreich, die Vor- und Nachteile der jeweiligen Stellen gegenüber zu stellen. Doch selbst dies sei keine Garantie dafür, dass im Anschluss daran eine klare Entscheidung getroffen wird. Dieses Phänomen erlebe Ray Popoola häufig bei seiner Arbeit als Coach für Höchstleistung in Sport und Business. „Wenn es um von extern aufgedrängte Veränderungen geht, empfiehlt sich ein genauerer Blick auf die eigenen Lebensmotive“, rät der Performance Coach und bezieht sich dabei auf das von Steven Reiss konzipierte Reiss Motivation Profile®, welches jedem Menschen 16 Lebensmotive zuschreibt. Jene Motive können in ihrer Ausprägung stark oder schwach sein und sind naturgemäss bei jeder Person unterschiedlich. Popoola erläutert hierzu: „Sind die Lebensmotive und damit die intrinsische Motivation eines Coachees bekannt, dann wird auch die Handlungsebene deutlich. Intrinsische Motive sind für uns wie ein Treibstoff, der uns motiviert und tief in unserer DNA verankert ist. Häufig entstehen jedoch Entscheidungskonflikte zwischen Anforderungen und den persönlichen Motiven einer Person. Ein Vorankommen wird dann verhindert.“ Unter den 16 Lebensmotiven befindet sich beispielsweise der Motivator: Macht. „Menschen mit einer hohen Ausprägung ‚Macht‘ haben den Wunsch nach Einflussnahme, sind ehrgeizig, übernehmen gerne Verantwortung und sind willensstark“, so Popoola. Delegieren, Verantwortung übernehmen und Macht ausleben, fallen einer Person mit einer starken Ausprägung dieses Motivs situationsbedingt deutlich leichter. Ist das Motiv Macht gering ausgeprägt, so helfe es, den eigenen Führungsstil dementsprechend den Motiven anzupassen. Ansonsten laufe die Führungskraft Gefahr, sich den Anforderungen klassischer Führungsanforderungen krampfhaft anzupassen, was wiederum die eigene Höchstleistung verhindere. Resümierend fügt Popoola hinzu, dass das Ausleben einer Rolle, wie in diesem Fall der Führungsrolle, umso leichter falle, je besser die Motive auf die Handlungsanforderungen passen, und dann fallen auch Entscheidungen leichter. --- ## Angst vor Veränderung im Entscheidungskonflikt - URL: https://raypopoola.com/angst-vor-veraenderung-fuehrungskraefte-im-entscheidungskonflikt/ - Rubrik: Business - Autor: Ray Popoola - Veröffentlicht: 2020-01-09 · Aktualisiert: 2026-09-18 „Soll ich es machen, oder nicht?“ – die Gedanken kreisen durch Herrn Meiers Kopf. Er gilt als heissester Kandidat für die Nachfolge der Geschäftsleitung. ![Angst-Vor-Veraenderung](/images/migrated/Angst-Vor-Veraenderung-744x485.jpeg) Sein Entschluss, diese Möglichkeit anzunehmen, stand eigentlich schon fest, bis sein bester Freund ihm unvermittelt ein verlockendes Angebot machte. Dabei handelte es sich um eine vielversprechende Anstellung in genau dem Unternehmen, dessen Aufstieg zum Erfolgskonzern er bereits seit Jahren verfolgte … Ein Blick auf den Wecker erinnert ihn daran, dass es bereits 4 Uhr morgens ist. Herr Meier hat heute Nacht keine Minute schlafen können, derart schwer lastet der Entscheidungskonflikt auf seinen Schultern. Veränderungen sind meist unvorhersehbar, selten planbar und können ungemütlich werden. Lies in diesem Blog, wie Du Entscheidungskonflikte lösen kannst. ## Entscheidungen treffen: ein ewiges Abwägen beginnt Herr Meier gibt auf: „Heute werde ich wohl keinen Schlaf mehr finden!“ Als gut strukturierter Mensch setzt er sich in sein Wohnzimmer und nimmt seinen Notizblock und den edlen Kugelschreiber, den er vor einigen Jahren zum Firmenjubiläum von seinem Chef erhalten hatte, zur Hand. Er erstellt eine Liste, welche die Vorteile der beiden Angebote gegenüberstellt: „Bekanntes Unternehmen, sichere Nachfolge, eingespieltes Team, …“ Dementgegen notiert er die attraktiven Faktoren des Unternehmens, in dem sein guter Freund arbeitet: „Modernes Unternehmen, innovativ, neue Chancen, …“ Er kommt letztendlich auf die gleiche Anzahl von Vorteilen auf beiden Seiten. Draussen wird es bereits hell. Zeit, sich für die Arbeit bereit zu machen. Der Entscheidungskonflikt wird ihn den restlichen Tag und darüber hinaus begleiten. ## Kennst Du Deine Motive? Was hier aus einem Coachingfall abgeleitet beschrieben wird, erlebe ich häufig auf ähnliche Weise in anderen Coachings. Wenn es um von aussen aufgedrängte Veränderungen geht, empfiehlt sich ein genauerer Blick auf die eigenen Lebensmotive. Sind diese und damit die intrinsische Motivation eines Coachees bekannt, dann wird auch die Handlungsebene deutlich. Intrinsische Motive sind für uns wie ein Treibstoff, der uns antreibt und tief in unserer DNA verankert ist. Häufig entstehen jedoch Entscheidungskonflikte zwischen situationsbedingten Anforderungen und den persönlichen Motiven einer Person. Ein Vorankommen wird damit verhindert. Steven Reiss unterscheidet im Reiss Motivation Profile® nach 16 Lebensmotiven, wovon eines _Macht_ heisst. Menschen mit einer hohen Ausprägung _Macht_ haben den Wunsch nach Einflussnahme, Ehrgeiz und übernehmen gerne Verantwortung und sind willensstark. Für Herrn Meier wäre es kein guter Plan, sich in die Unternehmensführung befördern zu lassen: Das Lebensmotiv Macht ist bei ihm sehr gering ausgeprägt. Er würde zwar versuchen den Ansprüchen der Führungsposition gerecht zu werden, könnte in der Rolle jedoch kaum aufblühen, was ihn weitab von seiner persönlichen Höchstleistung bewegen würde. Höchstleistung ist nur zu erreichen, wenn man die eigenen Motive kennt und diese bestmöglich mit dem Business abgleicht. --- ## Ray Popoola mit neuer Publikation: Chefsache Freiheit - URL: https://raypopoola.com/ray-popoola-mit-neuer-publikation-chefsache-freiheit/ - Rubrik: Presse & News - Autor: Ray Popoola - Veröffentlicht: 2019-12-16 Ray Popoola erklärt in seinem Buch, wie Führungskräfte und SpitzensportlerInnen Urängste überwinden und so Höchstleistung erreichen. ![Ray-Popoola-Mit-Neuer-Publikation](/images/migrated/Chefsache-Freiheit-1-Buch-744x419.jpeg) „Wer Höchstleistung erreichen will, muss sich mit tief sitzenden Ängsten und mit sich selbst ernsthaft auseinandersetzen, dies gilt insbesondere für Führungspersonen“, so Ray Popoola, Performance Coach für Höchstleistung in Sport und Business. Dies gelte vor allem für Führungspersonen, auf deren Schultern oft grosse Herausforderungen und Entscheidungen lasten. Mit seinem Ratgeber ‚Chefsache Freiheit‘ möchte Popoola Interessierten eine Entscheidungshilfe liefern, sowohl für Führungskräfte als auch für SpitzensportlerInnen. „Anhand von konkreten Beispielen aus der alltäglichen Praxis und mit differenzierten Erläuterungen erhalten die Leserinnen und Leser einen verständlichen Überblick über Leistungen im Coaching, über Methoden, praktische Vorgehensweisen und Resultate“, erklärt Popoola sein Buch. Zum Thema des Buches sei er gekommen, da seine Klienten immer wieder in Coachings von Ängsten mit allen Facetten berichteten, die sie plagten und überwinden wollten. Gleichzeitig sei die Angst an und für sich eine wichtige Emotion der Menschen. In ‚Chefsache Freiheit‘ werden 12 Urängste beschrieben, die besonders nach Höchstleistung strebenden Entscheidungsträgern häufig begegnen. Das Buch zeige Wege auf, diese Ängste in den Griff zu bekommen und nachhaltige Veränderungen zu erreichen. „Mentales Coaching hilft leistungsstrebenden Menschen aus Wirtschaft und Sport authentischer und gelassener im Handeln zu werden. Es geht letztlich um eine angestrebte Freiheit. Gerade Führungspersonen, die sich von ihren Ängsten befreit haben, steigern ihre Management- und Führungsqualitäten und sind erfolgreicher in ihrem beruflichen und privaten Leben“, resümiert Ray Popoola über seine neue Publikation. Das Buch „Chefsache Freiheit“ gibt es [hier bei Amazon](https://link.amazon/B02LWQtAI). --- ## Gestalte als Führungskraft eine Vertrauenskultur - URL: https://raypopoola.com/gestalten-sie-als-fuehrungskraft-eine-vertrauenskultur/ - Rubrik: Business - Autor: Ray Popoola - Veröffentlicht: 2019-11-26 · Aktualisiert: 2026-09-18 Arbeitest Du in einer vertrauensvollen Unternehmenskultur? Erfahre mehr über Führungskompetenz und Höchstleistung im Business. ![Gestalten-Sie-Als-Fuehrungskraft-Eine-Vertrauenskultur](/images/migrated/Gestalten-Sie-Als-Fuehrungskraft-Eine-Vertrauenskultur-744x419.jpeg) Betrübt verlässt Du die Führungssitzung. Wieder einmal nur Konflikte und Einmauern. Dabei warst Du Dir sicher ein gutes, fähiges Team aufgestellt zu haben. Keiner aus Deiner Führungscrew hat sich je bei Dir beschwert und alles schien sich zu bessern, doch Fakten lügen nicht. In einem solchen Fall solltest Du Deinen Bereich genauer betrachten: Welche Art von Kultur herrscht bei Dir? Basiert die Zusammenarbeit auf gegenseitigem Wettbewerb oder Vertrauen? ## Vertrauen vs. Wettbewerb In einer Arbeitskultur in der nach dem Motto „Jeder für sich“ gearbeitet wird und der gegenseitige Wettbewerb im Vordergrund steht, herrschen negative Energien. Ein Antreiber darin ist die Angst, die sich in vielen Gestalten zeigt. Die Angst, nicht die finanziellen Ressourcen zugesprochen zu bekommen oder den Headcount, die für die vereinbarten Ziele benötigt werden. Demgegenüber steht die kollaborative Arbeitskultur. In der wird eine gemeinsame Vision gelebt, ein gemeinsames Ziel verfolgt. Dadurch arbeitet jeder gemeinsam an der Problemlösung, meist sogar bereichsübergreifend. Es herrscht Vertrauen und ein Gefühl von Zugehörigkeit, die einen höheren Zweck erfüllt, als nur das eigene Arbeitsportfolio zu erfüllen. Es herrscht keine Angst vor dem Verlust der einem direkt zugeordneten Ressourcen und einem dadurch allfälligen Nichterreichen der eigenen Ziele. Gelebt wird eine „Einer für alle, alle für einen“-Haltung, um jederzeit den maximalen Nutzen für die Firma, für den Kunden und die gemeinsame Vision zu erreichen. ## Vorteile einer Vertrauenskultur im Unternehmen Deine Mitarbeiter vertrauen Dir und wertschätzen Deine Arbeit genauso wie Du ihnen vertraust und weisst, dass sie ihr Bestmögliches geben. Herrscht im Unternehmen eine Vertrauenskultur, dann wird die Arbeitszeit nicht als reine Präsenzzeit betrachtet, sondern sie dient als Orientierung für eine gemeinsame Zielerreichung. Es gibt bereits gelebte Arbeitszeitmodelle, die lediglich 4 Tage Arbeitszeit bei 100%igem Lohn vereinbart haben, und das mit grossem Erfolg. Diese Organisationen sind produktiver und umsatzstärker, und das, obwohl ein Tag in der Woche fehlt. Dies gelingt jedoch nur, weil die Mitarbeiter der Führungskraft vertrauen und eine Kultur des Vertrauens gelebt werden kann. ## Wie kannst Du als Führungskraft eine Vertrauenskultur aufbauen? Führungskräfte, die menschlich nahbar sind und Vertrauen vorleben, wirken als Vorbild für eine von Vertrauen geprägte Führungskultur. Dazu gehört eine fehlertolerante Kultur vorzuleben. Eine Kultur, die verstanden hat, dass Fehler nicht vermieden werden können und aus ihnen lernt. In der Luftfahrt liegt beispielsweise das Risiko mit einem Flugzeug tödlich zu verunglücken heute bei 1:60 Millionen. Das konnte nur dadurch erreicht werden, da Mitarbeiter lernten Probleme anzusprechen, die dadurch nicht in eventuell tödlichen Fehlern endeten. Elemente wie ein Fehlermanagement, eine vorwurfsfreie Kommunikation und ein sanktionsfreies System gehören unter anderem für den Erfolg dazu. Hierarchien sind darin zudem wenig hilfreich. Eine gelebte Vertrauenskultur sorgt dafür, dass Mitarbeiter keine Angst haben Fehler zu machen und die Führungskraft legt hohen Wert auf Transparenz. Es gilt: Wir vor Ich und ein gemeinsames Ziel! --- ## Ray Popoola erhält Auszeichnung - URL: https://raypopoola.com/ray-popoola-erhaelt-auszeichnung/ - Rubrik: Presse & News - Autor: Ray Popoola - Veröffentlicht: 2019-11-15 Auf dem 7. internationalen Hypnosekongress in Zürich wurde Ray Popoola für die Best Positive Media Presence ausgezeichnet. ![Ray-Popoola-Erhaelt-Auszeichnung](/images/migrated/Ray-Popoola-Erhaelt-Auszeichnung-744x495.png) Im Rahmen des 7. internationalen Hypnosekongresses in Zürich durfte Ray Popoola den Preis für die Best Positive Media Presence entgegennehmen. „Ich habe mich riesig über diesen Preis gefreut“, erklärt Popoola. Preisgekrönt wurde die Berichterstattung der Sendung Puls im Schweizer Sender SRF. Der Performance Coach begleitete hier einen chirurgischen Eingriff, der allein durch Anwendung seiner Hypnose, ohne herkömmliche Narkose, erfolgreich durchgeführt wurde. Hypnose spiele bis heute vielerorts kaum eine Rolle in der Medizin. Im Universitätskrankenhaus Genf sei man diesbezüglich jedoch offener und hat zum Ziel 10% des Krankenhauspersonals bis 2020 in Hypnose auszubilden. In Zürich wurde Ray Popoola als Hypnosetherapeut zu einer Handgelenksoperation angefragt. Für ihn war es die erste Begleitung einer Operation. Im Vorfeld habe es vorbereitende Gespräche und Coachings gegeben, um die Wirksamkeit der Hypnose zu testen, das Zusammenspiel zwischen Klient, Arzt und Coach zu überprüfen und Gefahren zu minimieren. Während des Eingriffs gelang es Ray Popoola den Patienten durchgehend im Hypnosezustand zu halten, sodass die Operation erfolgreich beendet werden konnte, ohne die Narkoseärztin hinzuziehen zu müssen, die während des Eingriffs zur Seite stand. Auch während des anschliessenden, ca. 2-wöchigen Heilungsverlaufes war der Klient schmerzfrei und konnte auf Schmerzmittel verzichten. Eine Erfahrung, welche die behandelnden Ärzte in Erstaunen versetzte, da üblicherweise Schmerzmittel nach Operationen verabreicht werden müssen. „An dieser Stelle bedanke ich mich bei allen Beteiligten, die das möglich gemacht haben: Allen voran Christian Franz Schiermayer, Dr. Stefan Wohlgemuth, dem Team der Handchirurgie der Klinik St. Anna in Luzern, den Journalisten der Sendung Puls. Und zu guter Letzt, meinen Freunden, meiner Familie und meiner Partnerin“, schliesst Popoola, Sparringspartner und Vertrauter. Den Beitrag der Sendung Puls sehen Sie [hier](https://raypopoo.la/srf_puls_hypnose). --- ## State of Mind – mit Flow zur Höchstleistung im Wettkampf - URL: https://raypopoola.com/state-of-mind-mit-flow-zur-hoechstleistung-im-wettkampf/ - Rubrik: Sport - Autor: Ray Popoola - Veröffentlicht: 2019-11-13 · Aktualisiert: 2026-05-27 Das Flow-Modell beschreibt, unter welchen Bedingungen Menschen in einen Zustand optimaler Leistung und vollständiger Absorption geraten. ![State-Of-Mind](/images/migrated/State-Of-Mind-744x561.jpeg) Das Flow-Modell beschreibt, unter welchen Bedingungen Menschen in einen Zustand optimaler Leistung und vollständiger Absorption geraten. Entwickelt hat es Mihaly Csikszentmihalyi in den 1970er Jahren, zunächst in der Forschung zu kreativen Berufen, später auf Sport, Arbeit und Alltag übertragen. Eine Balance herzustellen zwischen Anforderung und Können: Das ist der Kern. Nicht Technik, nicht Willenskraft. Eine strukturelle Bedingung. ## Was ist das Flow-Modell? Das Flow-Modell nach Csikszentmihalyi beschreibt den psychischen Zustand vollständiger Aufmerksamkeitsbündelung auf eine Tätigkeit. Flow entsteht, wenn Anforderungen und Fähigkeiten in einem optimalen Verhältnis stehen, weder zu hoch noch zu niedrig. Csikszentmihalyi (1990) visualisiert dieses Verhältnis in 8 Zonen zwischen zwei Achsen: Können (X-Achse) und Anforderung (Y-Achse). ## Die 8 Zonen im Flow-Modell nach Csikszentmihalyi Das Diagramm zeigt, in welcher Zone man sich befindet, je nachdem wie Können und Anforderung zusammenpassen: | Zone | Anforderung | Können | Erlebnis | | --- | --- | --- | --- | | Flow | Hoch | Hoch | Vollständige Absorption, Zeitverlust, optimale Leistung | | Arousal | Hoch | Mittel | Erregung, herausgefordert — Flow ist erreichbar | | Control | Mittel | Hoch | Kompetenz, angenehme Sicherheit | | Relaxation | Niedrig | Hoch | Entspannung, kaum Anstrengung nötig | | Boredom | Niedrig | Mittel | Langeweile, Unterforderung | | Apathy | Niedrig | Niedrig | Gleichgültigkeit, innere Leere | | Worry | Mittel | Niedrig | Sorge, Unsicherheit | | Anxiety | Hoch | Niedrig | Angst, Überforderung, Leistungseinbruch | Die Flow-Zone liegt oben rechts, wo Können und Anforderung gleichermassen hoch sind und aufeinander abgestimmt. Das ist keine Komfortzone. Es ist die schmale Zone, in der beides zusammentrifft. Die häufigste Fehlerzone im Alltag und Sport: **Anxiety**. Anforderung bleibt hoch, Können sinkt subjektiv, wegen Druck, Erwartungen, Zweifeln. Der Körper ist bereit. Das Erlebnis passt nicht dazu. ## Was sich beeinflussen lässt, und was nicht Die zentrale Frage beim Flow-Modell: Kann man Flow gezielt herbeiführen? Csikszentmihalyi ist da klar. Direkt: nein. Indirekt: drei Bedingungen sind steuerbar. * **Anforderungsniveau:** Aufgaben so wählen oder gestalten, dass sie das eigene Können leicht übersteigen – aber nicht überfordern. Die Differenz entscheidet. * **Feedback-Qualität:** Unmittelbares Feedback zur Leistung. Kein Feedback = keine Orientierung im Modell = Anxiety oder Boredom, je nach Interpretation. * **Zielklarheit:** Ein konkretes, messbares Ziel, nicht „gut abschneiden“, sondern „in diesem Satz den ersten Ball ins Spiel bringen“. Was nicht steuerbar ist: der Flow-Moment selbst. Wer im Wettkampf, Vortrag oder Meeting aktiv versucht, Flow herzustellen, verlässt genau dafür die Bedingungen, unter denen er entstehen kann. Das ist kein Fehler im Modell. Das ist das Modell. ## Flow im Sport: Anwendung und Grenzen Im Spitzensport zeigt das Modell, warum Athleten, die körperlich bereit sind, im Wettkampf unter ihr Niveau fallen. Ängste und Zweifel erhöhen die erlebte Anforderung, auch wenn die objektive Anforderung dieselbe bleibt. Das Können-Anforderungs-Verhältnis kippt. Man verlässt die Flow-Zone, ohne dass sich äusserlich etwas verändert hat. Tiefer in die sportspezifische Anwendung (mit Fallbeispiel aus dem Coaching mit Schweizer Athletinnen) geht der Artikel [Flow im Sport: Was wirklich funktioniert](/flow-modell-im-sport/). --- ## Höchstleistung durch Potenzialentfaltung - URL: https://raypopoola.com/hoechstleistung-durch-potenzialentfaltung-in-sport-und-business/ - Rubrik: Presse & News - Autor: Ray Popoola - Veröffentlicht: 2019-11-04 Ray Popoola im Interview mit Tanja Gutmann für die Sendung #mental: Warum man sein Potenzial erst erkennen muss, um 100 Prozent Höchstleistung abzurufen. ![Hoechstleistung-Durch-Potenzialentfaltung](/images/migrated/Hoechstleistung-Durch-Potenzialentfaltung-744x419.jpeg) Tanja Gutmann, unter anderem auch bekannt als Schauspielerin und Autorin, gehört zur Prominenz der Schweizer ModeratorInnen. Für die Sendung ‚#mental‘ interviewte sie den Schweizer Performance Coach Ray Popoola. Dabei stand das Thema der Potenzialentfaltung im Vordergrund. Um sein volles Potenzial und damit 100 Prozent Höchstleistung abrufen zu können, müsse man dies jedoch erst erkennen. Popoola erklärt: „Erstens: Wenn ich meine intrinsische Motivation kenne, dann bin ich schneller in der Leistungsbereitschaft. Ich schaffe es, mein Potenzial abzurufen. Als Zweites muss ich mich und die von aussen an mich gerichteten Ansprüche kennen. Wenn ich das eine oder andere nicht kenne, wird es schwierig mein Potenzial zu entfalten.“ Besonders hilfreich in der Potenzialentfaltung sei, laut Ray Popoola, das Entwickeln von Ritualen. „Aus der Konditionierungspsychologie wissen wir, dass wir uns trainieren können, um auf einen äusseren Reiz (z. B. das Hören eines Liedes) ein Gefühl auszulösen. Im Coaching nutzt man dies, um fachlich sogenannte Anker zu installieren. Das ist wie auf Knopfdruck ein Gefühl in einem Ritual abzurufen.“ Vielfach begegnet man festgelegten Ritualen in der Wettkampfvorbereitung von Spitzensportlern. „Im Spitzensport haben praktisch alle Sportler Rituale, um ihren Flow zu erreichen. Bei einigen Sportlern beginnen Rituale am Vorabend des Wettkampftages. Sie packen ihre Tasche, meditieren, entspannen sich oder hören ein bestimmtes Lied“, berichtet Popoola. Falls Rituale wider Erwarten nicht durchgeführt werden können, solle man dennoch versuchen das Beste aus dem Moment zu machen. „Ein Spitzensportler, der auf die jährliche Schweizer Meisterschaft trainiert, kann sich gut managen: essen, trainieren, erholen, mental trainieren. Trotzdem kann es sein, dass am Wettkampftag irgendetwas nicht optimal ist. Im ganzen Anspruchsfeld sollte man sich daher die Haltung aktiv zu eigen machen: Ich mache das Beste daraus“, schliesst Popoola. --- ## Erfolgreich zur Höchstleistung – Interview Teil 2 - URL: https://raypopoola.com/erfolgreich-zur-hoechstleistung-interview-teil-2/ - Rubrik: Business - Autor: Ray Popoola - Veröffentlicht: 2019-10-10 Wer wünscht sich nicht, auf Knopfdruck sein volles Potenzial zu entfalten? Im Interview mit Tanja Gutmann spreche ich darüber und über motivierende Rituale. ![Erfolgreich-Zur-Hoechstleistung-Interview-Teil2](/images/migrated/Erfolgreich-Zur-Hoechstleistung-Interview-Teil2-744x419.jpeg) ## Interview #mental Teil 2 **Tanja Gutmann:** Gibt es Möglichkeiten, mit denen du deine Kunden trainierst, auf Knopfdruck ihr volles Potenzial abrufen zu können? **Ray Popoola:** Im Coaching gibt es eine Struktur, bei der man Anker installiert. Es ist wie auf Knopfdruck Gefühle abrufen zu können, abhängig davon, zuerst zu drücken, um sie auslösen zu können, ähnlich wie ein Ritual. Aus der Konditionierungspsychologie wissen wir, dass wir uns konditionieren können, damit wir auf einen gewissen Reiz, einen Stimulus, eine gewisse Reaktion im Körper haben, irgendein Gefühl. **Tanja Gutmann:** Es kann sein, dass ich mir zur Aktivierung des Gewünschten eine Farbe vorstelle, einen Gegenstand dabei habe oder es auf den Körper konditioniere. Was machst du am meisten? **Ray Popoola:** Ich beginne meist einen Schritt weiter vorne. Der innere Dialog ist entscheidend, wie ich mit mir spreche. Jedes Wort, das ich ausspreche, eigentlich bin ich in meinem Kopf alleine, nur ich mit meinen Stimmen, egal was im Aussen geschieht. Ich bin die einzige Person, die in der Lage ist, im Kopf etwas zu verändern. Wie spreche ich mit mir? Wie stehe ich am Morgen auf? Welches sind meine ersten Worte? Wie gehe ich mit Drucksituationen um? Wie gehe ich mit mir selbst um, wenn ich ein Tief habe, wenn ich mit dem Aussen in einem Konflikt bin? Dort beginnt man, ein stabiles Fundament zu haben. Meistens normalisiert sich im Coaching sehr viel, wenn man die Stimme im Kopf und wie man mit sich umgeht, langsam reguliert. Da ist niemand anderes im Kopf. Ich bin die einzige Person, die unter Kontrolle hat, was hier oben passiert. Dann kommt der nächste Schritt: Gibt es beruflich, am Morgen oder mit der Familie Situationen, in denen ich nicht in meiner Leistung bin? Es gibt gewisse Rituale, die man sich aneignen kann. Es gibt Leute, die am Morgen aufstehen und ein bestimmtes Musikstück hören. Andere meditieren am Morgen oder trinken zuerst einen Kaffee. Andere gehen mit dem Hund spazieren, weil sie es am Morgen brauchen. Solche Rituale helfen sehr, auf Knopfdruck etwas abrufen zu können. **Tanja Gutmann:** Was machst du am meisten? **Ray Popoola:** Für mich ist Musik ein wichtiger Teil: Wenn ich eine bestimmte Playlist höre, geht es mir gut. Etwas anderes, das ich seit Jahren mache, ist das Meditieren. Dann sammelt es sich in mir für den Moment. Selbsthypnoseübungen selbstverständlich auch, das hat mit Geist und Körper zu tun. Das ist es, was ich mache. Beim Spitzensport haben beinahe alle Sportler ein Ritual. Einige beginnen am Vorabend des Wettkampftages schon. Sie packen ihre Tasche, meditieren eventuell nochmals, entspannen sich oder hören eine bestimmte Musik. Andere beginnen morgens: Ich hatte einen Sportler, der morgens am Wettkampftag immer kalt duscht und seine Haferflocken isst. **Tanja Gutmann:** Was macht er, wenn er einmal keine Haferflocken hat? **Ray Popoola:** Wenn nur die Haferflocken der einzige Anker sind, damit der Tag läuft und ich diese nicht habe, dann wird es herausfordernd. Aber meistens ist es multifaktoriell: Es sind die Haferflocken, das Aufstehen, das Kaltduschen, die Trainingskleidung… Wenn ein Element wegfällt, ist es nicht tragisch. Was immer mitschwingt ist subtil: Ich mache stets das Beste daraus. Ein Spitzensportler, der auf einem Trainingsevent trainiert (einmal im Jahr ist die Schweizer Meisterschaft) kann sich so gut wie möglich managen: aufstehen, essen, trainieren, schlafen, usw. Trotzdem kann es sein, dass das Wetter nicht optimal ist. Oder er hört etwas auf dem Weg, stösst sich irgendwo, erhält eine SMS. Im ganzen Anspruchsfeld sollte man sich die Haltung wieder aktiv zu eigen machen: Ich mache einfach das Beste daraus. --- ## Erfolgreich zur Höchstleistung – Interview Teil 1 - URL: https://raypopoola.com/erfolgreich-zur-hoechstleistung-interview-teil-1/ - Rubrik: Business - Autor: Ray Popoola - Veröffentlicht: 2019-10-02 Wer wünscht sich nicht den persönlichen Erfolg? Im Interview mit Tanja Gutmann spreche ich über dieses Thema und meinen persönlichen Weg zum Erfolg. ![Erfolgreich-Zur-Hoechstleistung-Interview-Teil1](/images/migrated/Erfolgreich-Zur-Hoechstleistung-Interview-Teil1-744x419.jpeg) ## Interview #mental Teil 1 **Tanja Gutmann:** Viele Menschen wünschen sich Erfolg im Business. Wie kann ich mein Potenzial entdecken, wie kann ich es abrufen? Wie komme ich so in die Höchstleistung und zum gewünschten Erfolg? Bei mir ist Ray Popoola. Er ist einer der führenden Mentalcoaches, Trainer und Coach-Ausbilder Europas. Du coachst viele Führungskräfte nationaler und internationaler Firmen und verhilfst auch Spitzensportlern zu Höchstleistungen. Welches sind die wichtigsten Faktoren, um erfolgreich sein zu können? **Ray Popoola:** Das ist eine gute Frage. Am wichtigsten ist es, sich selbst zu kennen. Man muss seine Fähigkeiten, sein Potenzial kennen. Es braucht einiges mehr im Sinne von: ‚Bin ich bereit für Höchstleistung, habe ich einen Leistungswillen? Bin ich bereit, mich zu verändern und dazuzulernen? Habe ich die Hingabe, dranzubleiben?‘ Erfolg kommt nicht von heute auf morgen. Es braucht die Hingabe, dranzubleiben und es immer weiterzuverfolgen. **Tanja Gutmann:** Du zogst von Deutschland in die Schweiz, schafftest damals den Sprung in die Sekundarschule nicht, machtest eine Lehre zum Elektromonteur, warst Quereinsteiger bei der Bank und machtest Karriere: Du bildest dich weiter zum Ökonomen und MBA. Wie entdecktest du dein Potenzial, wie brachtest du es so weit? **Ray Popoola:** Den Sprung in die Sekundarschule schaffte ich nicht, weil mir das Französisch im Weg stand. Es geht auch vielen anderen so. Nach dem Elektromonteur machte ich die Berufsmatura. Da löste sich langsam der Knopf. Als ich zur Bank kam, konnte ich intellektueller und mit dem Kopf arbeiten. Ich konnte experimentieren, meine Flexibilität ausleben und mit anderen Menschen arbeiten. In der Bank leitete ich Hochrisikoprojekte, bei denen ich auch mit Menschen arbeitete. Darin ging ich langsam auf, es interessierte und begeisterte mich. **Tanja Gutmann:** Es kitzelte den Ehrgeiz. **Ray Popoola:** Das Coaching, es ist eigentlich paradox: Ich brachte es sehr weit in der Bank, merkte aber, dass ich nicht 30 Jahre so weitermachen konnte. Es war nur höher, schneller, breiter, weiter, ohne einen tieferen Sinn. Dort war für mich der Ausstieg und ich sagte: ‚Okay, ich verdiene unheimlich viel Geld, habe Karrieremöglichkeiten. Der Job ist mehr oder weniger sicher, aber es erfüllt mich nicht mehr.‘ So stieg ich aus. **Tanja Gutmann:** Wie kann ich mein Potenzial entdecken, damit ich von A nach B komme? **Ray Popoola:** Wenn ich meine intrinsische Motivation kenne, weiss, was mein Inventar ist, was ich brauche und es dem entspricht, was von mir gefordert wird oder nahe dran ist, dann bin ich schneller in der Leistungsbereitschaft. Ich schaffe es, mein Potenzial abzurufen. Als Zweites muss ich mich und die von aussen an mich gerichteten Ansprüche kennen. Wenn ich das eine oder andere nicht kenne, wird es relativ schwierig. Dort beginnen die Konflikte. **Tanja Gutmann:** Sich selbst kennenzulernen bedeutet, sich mit allen Facetten zu durchleuchten. Wo bin ich gut, wo bin ich eher weniger gut. Wo ich weniger gut bin, muss nicht per se ein Nachteil sein. Wie kann ich es zu meiner Stärke machen? **Ray Popoola:** Das ist die beste Frage. In einem Vorstellungsgespräch fragen sie: ‚Erzählen Sie drei Ihrer Stärken‘ und dann ‚Was sind Ihre Schwächen?‘ Wenn jemand von meinen Stärken spricht und es wirklich eine starke Kompetenz ist, dann habe ich im Spiegel davon meine Schwäche. Darum macht es keinen Sinn, von Stärken und Schwächen zu sprechen. Wenn ich verstanden habe – ich bin z. B. ein Mensch, der sehr flexibel ist. Ordnung wurde mir nicht in die Wiege gelegt. Ich weiss es und gebe mir selbst Rahmenbedingungen, in denen ich mich bewege. Da möchte ich gewisse Abläufe oder Ziele erreicht haben. Wenn ich den Rahmen fallen lasse, bin ich ‚all over the place‘. Das weiss ich, aber es ist gleichzeitig auch meine Stärke. Die Flexibilität, mich diversen Situationen und Menschen anzupassen, ist meine Kompetenz. Für jemand anderes ist es eventuell die Ordnung. Er sagt: ‚Ich muss immer eins nach dem anderen machen: 1, 2, 3, 4, 5.‘ Das ist seine Stärke, gleichermassen seine Schwäche bei der Flexibilität. Wenn sich jemand versteht und erkennt, was die Bedürfnisse sind, sollte er sie so gut wie möglich einsetzen in dem Bereich, wo es gewünscht ist. --- ## Kundenbedürfnisse erkennen - URL: https://raypopoola.com/kundenbeduerfnisse-erkennen/ - Rubrik: Presse & News - Autor: Ray Popoola - Veröffentlicht: 2019-09-20 Warum das Erkennen von Kundenbedürfnissen zur Höchstleistung im Business beiträgt, weiss Ray Popoola. ![Kundenbeduerfnisse-Erkennen](/images/migrated/Kundenbeduerfnisse-Erkennen-744x419.jpeg) **Warum das Erkennen von Kundenbedürfnissen zur Höchstleistung im Business beiträgt, weiss Ray Popoola.** Business-Entscheider, Executives und High Potentials mit Kontakt zum Markt, stehen täglich neuen Herausforderungen und harten Entscheidungen gegenüber. Ray Popoola, Sparringspartner und Vertrauter, weiss: „Dabei entsteht ein besonderer Druck, wenn beim Blick nach links und rechts zur Konkurrenz das Gefühl aufkommt, dass sie besser ist. Die Angst den Anschluss zu verlieren, bleibt dann selten aus und der drohende Marktverlust drängt sich in die Köpfe der Verantwortlichen.“ Der Erfolg eines Produktes oder eines Unternehmens hänge von vielen betriebswirtschaftlichen Faktoren ab. Insbesondere Kunden und Kundenbedürfnisse stehen im Fokus. Kunden würden üblicherweise mittels entsprechender Marketingmassnahmen erreicht. Neben den klassischen Werbemassnahmen habe sich modernes Marketing durch oder gerade mit dem Internet wesentlich verändert. „Früher galt noch die Kundengewinnung als alleiniger Weg zur Profitabilitätssteigerung. Heute gelte Kundenbindung als der Weg dahin“, führt Popoola aus. Der ideale Weg, um dies zu erreichen, sei effektives Beziehungsmarketing. Dazu zähle unter anderem: Die vom Kunden wahrgenommene Qualität kennen, den Kundenservice im Kundenkontakt mit Feedbackschlaufen pflegen, Langzeitbeziehungen mit Kunden erreichen und der Abgleich mit deren Werten und Kundenbedürfnissen. Damit Kundenbedürfnisse erkannt und nicht dem Zufall überlassen werden, zähle man auf organisiertes Kundenbeziehungsmanagement. Dies sei jedoch ein diffiziles Thema. Warum erklärt Popoola wie folgt: „Auch der ernstgemeinte Kundenkontakt kann mitunter als Stalking empfunden werden, wenn nach jeder Interaktion ein Feedback eingefordert werde.“ Im Rahmen eines CRM gelte es, Kundenbedürfnisse zu erkennen. Nicht selten seien unbekannte Bedürfnisse noch nicht erkannt worden, vielleicht, weil diese noch gar nicht bewusst seien. Wer Erfolge feiern will, der erreiche diese durch einen regelmässigen Kundenkontakt mit Feedbackschleifen. „Treten Sie mit Ihren Kunden in Kontakt. Wo drückt der Schuh? Welche Lösungen können Sie anbieten? Auch falls die Lösung nicht passt, erhalten Sie dadurch wertvolles Feedback zur Verbesserung für die nächste Entwicklungsstufe“, rät Popoola. Mit den Kunden in Kontakt zu bleiben, dezent Befragungssysteme einzusetzen und auf Bewertungen der Kunden zu zählen, sei der Schlüssel für zukünftigen Erfolg und Höchstleistung im Business. --- ## Krisen im Wettkampf erfolgreich überwinden - URL: https://raypopoola.com/krisen-im-wettkampf-erfolgreich-ueberwinden/ - Rubrik: Sport - Autor: Ray Popoola - Veröffentlicht: 2019-09-10 Krisen erleben alle Menschen, egal ob im Privaten, Beruf oder im Sport. Sie können überwunden werden, wenn man sich die passenden Kompetenzen aneignet. ![Krise-Im-Wettkampf-Erfolgreich-Ueberwinden](/images/migrated/Krise-Im-Wettkampf-Erfolgreich-Ueberwinden-744x419.jpeg) *Sie hat sich aufgewärmt und betritt das Stadion, zum ersten Mal in dieser Spitzenklasse. Unter den Zuschauern herrscht bereits eine Bombenstimmung und sie wartet auf den Start der Vorrunde. Auf der Teilnehmerliste stehen Namen und ihre Vorbilder, die bereits in der Vergangenheit für Furore gesorgt haben. Ihr Herz beginnt schneller zu schlagen. Jahrelange Vorbereitung für diesen einen Moment.* *Heute zählt es! Der entscheidende Lauf! Nur wenige Sekunden werden zeigen, ob der Einsatz sich gelohnt hat. Wie aus dem Nichts steigt eine Angst auf. Mit der Versagensangst steigt der Druck und Zweifel, eine mentale Krise im Wettkampf beginnt.* ## Mentaler Stress und seine Ursachen Sportler\_innen stehen vor entscheidenden Wettkämpfen unter starkem Druck. Sie wissen, dass, selbst wenn sie top in Form sind, der Wettkampferfolg nicht zu 100 Prozent in ihren Händen liegt. Das Wetter, die Leistung der Konkurrenz, die Beschaffenheit des Sportgeländes und vieles mehr sind ebenso wichtige Faktoren. Dazu kommen noch ein grosses Publikum, das erwartungsvoll den Startschuss herbeisehnt und die konzentrierten Gesichter anderer Sportler. Dieser mentale Stress kann dazu führen, dass auf dem Platz Fehler gemacht werden, die im regulären Training nie passieren würden. Dem kann vorgebeugt werden. ## Wieviel Druck vor dem Wettkampf ist verträglich? Sportler\_innen kennen sich und wissen, wie viel Druck vor und während des Wettkampfes für sie verträglich ist. Die einen lieben es im Blitzlichtgewitter zu stehen, was sie antreibt. Es spornt sie an, wenn das Publikum sie richtig anheizt, wenn es laut wird und die Menge förmlich kocht. Andere wiederum bevorzugen Ruhe, schotten sich nach aussen hin ab und haben ein Bedürfnis sich zurückzuziehen. Dabei hören sie zum Beispiel Musik, um ihre Umgebung auszublenden. Welches Verhältnis zwischen innerer Anspannung und Entspannung sie benötigen, um Spitzenleistung abrufen zu können, gilt es zu erkennen. Mit gezielten Strategien können erfahrene Sportler\_innen diese Balance punktgenau abrufen, um einer Krise im Wettkampf zu begegnen. ## Krisen im Sport erfolgreich überwinden Eine gute Vorbereitung ist das A und O, um drohende Krisen erfolgreich zu meistern. Dazu muss jedoch im Vorfeld Klarheit bestehen, welche Drucksituationen entstehen können, um in der Folge passende Strategien zu entwickeln. Dann sind Sportler\_innen in der Lage, erfolgreich mit neuen Situationen umzugehen, die früher zu viel Stress verursacht hätten. Folgende Fragen können eine erste Starthilfe sein: * Wieviel Zeit brauche ich für meine Vorbereitung? * Wann beginnt für mich der Wettkampf (am Abend vorher, gleichentags, usw.)? * Was lenkt mich ab? * Die beste Wettkampfleistung: Was waren die Faktoren an diesem Tag (Wetter, Schlaf, Musik, Ort etc.)? * Was lässt mich gut fokussieren? Hilfreich ist es für viele Sportler, sich gedanklich vor dem Wettkampf freizumachen. Meditation ist eine gute Möglichkeit dazu. Damit ist man mit etwas Übung in der Lage, überbordenden Stress zu reduzieren. Für manche ist das Gespräch mit dem Trainer, den Kameraden oder dem Mentalcoach eine Unterstützung. Aber auch das Wissen, dass wichtige Menschen im Publikum mitfiebern, kann eine Stütze während Krisen im Wettkampf sein. ## Fazit Eine Krise zu überwinden, bedeutet unter anderem sich von dem Gedanken zu lösen: „Ich muss nun alles geben! Jetzt gilt es!“ Dieser löst oftmals Druck aus und blockiert einen optimalen Leistungsabruf. Währenddessen entgehen Sportler\_innen, die sich „treiben“ lassen, ungewünschter Anspannung. Ein Leitsatz: „Ich mache es so gut, wie ich kann, gebe mein Bestes und lasse mich überraschen, was am Ende dabei herauskommt“, kann zu einer optimalen inneren Haltung führen. Gleichbleibende Leistung mit reduziertem Stress. Krisen erleben alle Menschen, egal ob im Privaten, Beruf oder im Sport. Sie können überwunden werden, wenn man sich die passenden Kompetenzen aneignet. Dann wachsen wir mit und durch die Krisen und treten letztendlich gestärkt aus ihnen hervor. --- ## Erfolgreich im Business – Erkenne die Kundenbedürfnisse - URL: https://raypopoola.com/erfolgreich-im-business-erkennen-sie-die-kundenbeduerfnisse/ - Rubrik: Business - Autor: Ray Popoola - Veröffentlicht: 2019-09-04 · Aktualisiert: 2026-09-18 Bevor Du den Kopf verlierst – erfährst Du hier praktische Tipps, die Dein Unternehmen oder Deinen Bereich für die Zukunft stärken. ![Erfolgreich-Im-Business-Kundenbeduerfnisse](/images/migrated/Erfolgreich-Im-Business-Kundenbeduerfnisse-744x419.jpeg) *Business-Entscheider, Executives und High Potentials mit Kontakt zum Markt, stehen Tag für Tag vor neuen Herausforderungen und harten Entscheidungen. Dabei entsteht ein besonderer Druck, wenn beim Blick nach links und rechts zur Konkurrenz das Gefühl aufkommt, dass sie besser ist. Die Angst den Anschluss zu verlieren, bleibt dann selten aus und der drohende Marktverlust drängt sich in die Köpfe der Verantwortlichen.* *Bevor Du dabei den Kopf verlierst, erfährst Du hier praktische Tipps, die Dein Unternehmen oder Deinen Bereich für die Zukunft stärken.* ## Wie stark ist Dein Business? Der Erfolg eines Produktes oder eines Unternehmens hängt von vielen betriebswirtschaftlichen Faktoren ab. Prozesse, Finanzen, Menschen, Marketing und Leadership sind unter anderem Bereiche, in denen der Erfolg gemessen und beeinflusst werden kann. Im Folgenden legen wir den Fokus auf einen besonders wichtigen Punkt: Deinen Kunden und Kundenbedürfnisse. Deine Kunden erreichst Du üblicherweise mittels entsprechender Marketingmassnahmen. Neben der darin enthaltenen klassischen Werbemassnahmen hat sich modernes Marketing durch oder gerade mit dem Internet wesentlich verändert. Früher galt noch die Kundengewinnung als alleiniger Weg zur Profitabilitätssteigerung. Heute gilt Kundenbindung als der Weg hin. Der ideale Weg, um dies zu erreichen, ist effektives Beziehungsmarketing. Dazu zählen unter anderem: * Die vom Kunden wahrgenommene Qualität kennen * Kundenservice im Kundenkontakt mit Feedbackschlaufen * Langzeitbeziehungen mit Kunden erreichen und Abgleich mit deren Werten und Kundenbedürfnissen Wie stark Dein Business ist, ist durch Deinen Kunden und wie gut Du Kundenbedürfnisse erfüllen kannst, erkennbar. ## Erkenne die Kundenbedürfnisse Damit Kundenbedürfnisse erkannt und nicht dem Zufall überlassen werden, zählt man auf organisiertes Kundenbeziehungsmanagement. Kundenbeziehungsmanagement (CRM) ist jedoch ein diffiziles Thema. Denn auch der ernstgemeinte Kundenkontakt kann mitunter als Stalking empfunden werden, wenn nach jeder Interaktion ein Feedback eingefordert wird. CRM kann zu einer kurzfristigen finanziell orientierten Sicht führen, wobei die langfristige Ausrichtung für alle Stakeholder zufriedenstellender ist. Im Rahmen eines CRM gilt es Kundenbedürfnisse zu erkennen. Nicht selten sind unbekannte Bedürfnisse noch nicht erkannt worden, vielleicht, weil sie noch gar nicht bewusst sind. Nimm zum Beispiel die Entwicklung des Handymarktes. Bis 2007 war es undenkbar, dass ein tastenloses Telefon erfolgreich sein könnte. Selbst nach Apple‘s Markteinführung wurde auf breiter Front ein Flop des iPhone prognostiziert. Ein Produkt, das nicht aufgrund einer wachsenden Nachfrage nach tastenlosen Mobiltelefonen entstand. Vielmehr ist es dem Innovationsgedanken der Unternehmen zu verdanken und deren Mut, Neues auszuprobieren, mit Kontakt zum Kunden. Wer Erfolge feiern will, der erreicht diese durch einen regelmässigen Kundenkontakt mit Feedbackschleifen. Einige Produkte, die Du vielleicht kennst, kamen als Prototyp auf den Markt und entwickeln sich mit erfassten Kundenerfahrungen zur Marktreife. Tritt mit Deinen Kunden in Kontakt. Wo drückt der Schuh? Welche Lösungen kannst Du anbieten? Auch falls die Lösung nicht passt, erhältst Du dadurch wertvolles Feedback zur Verbesserung für die nächste Entwicklungsstufe. Bleib mit Deinen Kunden in Kontakt. Setz dezent Befragungssysteme ein und zähl auf Bewertungen Deiner Kunden. Hier liegt ein Schlüssel für Deinen zukünftigen Erfolg und Höchstleistung im Business. --- ## Mentalcoaching für Höchstleistung im Sport - URL: https://raypopoola.com/mentalcoaching-fuer-hoechstleistung-im-sport/ - Rubrik: Sport - Autor: Ray Popoola - Veröffentlicht: 2019-08-07 · Aktualisiert: 2026-09-18 In diesem Blog erfährst Du, wie Mentalcoaching dabei hilft, die Energiereserven für Höchstleistung im Sport wieder zu füllen. ![Mentalcoaching-Fuer\_Hoechstleistungen-Im-Sport](/images/migrated/Mentalcoaching-Fuer_Hoechstleistungen-Im-Sport-744x419.jpeg) *„Nur noch eine Bahn, dann muss es klappen!“ Doch auch nach fünf weiteren Bahnen und zwischenzeitlichen Erholungspausen kommt die junge Sportlerin nicht in die Nähe ihrer Zielzeit. Es ist in den letzten Wochen gut gelaufen.* _Aber ausgerechnet jetzt, eine Woche vor dem Wettkampf, scheint die Leistung rückläufig zu sein._ _Ein Phänomen, das viele Sportler kennen. Besonders Leistungssportler stehen vor wichtigen Wettkämpfen unter enormem Stress. Dieser zehrt nicht nur an den Nerven, sondern blockiert auch körperliche Energie. In diesem Blog erfährst Du, wie Mentalcoaching dabei hilft, die Energiereserven für Höchstleistung im Sport wieder zu füllen._ ## Energiemanagement gegen den Stress Um am Tag des Wettkampfes aus allen Energiereserven schöpfen zu können, müssen Sportlerinnen und Sportler nicht nur an Technik und Physis arbeiten. In diesem Bereich befinden sie sich zu diesem Zeitpunkt auf höchstem Niveau. Das letzte Stück zur Maximalleistung ziehen Sportlerinnen und Sportler mittels gezielter Techniken aus ihrer mentalen Kapazität – durch Mentalcoaching. Hierzu müssen folgende Fragen geklärt werden: * Was kostet mich Energie im Alltag? * Was lenkt mich ab? * Was bringt mich aus der Konzentration? Die Gründe hierfür fallen durchaus unterschiedlich aus. Untersuchungen zeigen, dass Social Media einen störenden Effekt auf die sportliche Leistung im Wettkampf haben kann. Es kostet einerseits Zeit, wenn Sportler sich über tragische Unglücke auf der ganzen Welt informieren. Andererseits sehen sie verstörende Bilder oder welche Erfolge die Konkurrenz zuletzt einfahren konnte, all das setzt uns unter Stress. Aber viel wichtiger ist zu wissen, dass der Glaube an sich über Social Media Nachrichten und was andere sagen beeinflusst wird. Dies beeinflusst die Wettkampffähigkeit.\[1\] Anstelle dessen helfen im Mentalcoaching gelernte Rituale bewusster mit der Nutzung von Social Media Kanälen und anderen Alltagsroutinen umzugehen. So zum Beispiel eine konsequente Social Media Abstinenz von zwei Stunden vor dem Wettkampf. ## Neue Energie durch Entspannung Wenn Klarheit darüber herrscht, welche Faktoren im Alltag Energie rauben, werden die energiebringenden Dinge erörtert. Im Allgemeinen empfehle ich hier fokussierte Entspannung, etwa durch regelmässige Meditationseinheiten. Die gewonnene Energie wird dann dort eingesetzt, wo sie benötigt wird – im Wettkampf. Darüber hinaus sollten sich Sportlerinnen und Sportler vor dem Wettkampf immer über eine Tatsache bewusst sein: Egal ob sie bei den Olympischen Spielen antreten, oder in einer Regionalmeisterschaft, die absolute Leistung bleibt die gleiche. Das, was sich ändert, ist der Kontext: die Zuschauer, Medienpräsenz und das Wettkampfareal. Behalte stets den entscheidenden Glaubenssatz: „Jetzt gilt’s!“, es ist alles eine Frage des Mindsets. ## Referenzen * \[1\] Kim Encel, Christopher Mesagno & Helen Brown (2017) Facebook use and its relationship with sport anxiety, Journal of Sports Sciences, 35:8, 756-761, DOI: 10.1080/02640414.2016.1186817 --- ## Business-Coaching mit Erfolgsgarantie - URL: https://raypopoola.com/business-coaching-mit-erfolgsgarantie/ - Rubrik: Presse & News - Autor: Ray Popoola - Veröffentlicht: 2019-07-30 Ray Popoola erhält Zertifizierung des Marshall Goldsmith Stakeholder Centered Coaching. ![Business-Coaching-Mit-Erfolgsgarantie](/images/migrated/Business-Coaching-Mit-Erfolgsgarantie-744x419.jpeg) _Ray Popoola erhält Zertifizierung des Marshall Goldsmith Stakeholder Centered Coaching._ Ein Coaching mit Erfolgsgarantie, dies bietet Ray Popoola, Sparringspartner und Vertrauter, nun seinen Kunden aus dem Business Bereich. Über 12 Monate begleitet er dabei Führungskräfte, High Potentials und Executives mit dem Ziel einer messbaren Verbesserung der Führungseffektivität. Da er nur für Resultate bezahlt wird, werden Coaching Klienten angenommen, von denen er weiss, dass sie maximal von dem Coachingprozess profitieren. „Sie müssen motiviert sein, den Mut haben sich der Herausforderung zu stellen, bescheiden und diszipliniert sein, um die Verhaltensänderungen umzusetzen“, so Popoola. Der Stakeholder Centered Coaching Prozess bedürfe keiner wertvollen Zeit von beschäftigten Executives, da das Coaching und die Führungsentwicklung in die Arbeit integriert werde. Oft werde die Frage gestellt: „Können Executives wirklich ihr Verhalten ändern?“ „Ja. Wenn sie ihr Verhalten nicht messbar ändern, werde ich nicht bezahlt“, verspricht der Experte für Business Entscheider, Executives und High Potentials und fügt hinzu: „An der Spitze grosser Organisationen kann auch eine kleine Verhaltensänderung eine grosse Wirkung haben“. Das Marshall Goldsmith Stakeholder Centered Coaching werde dabei jederzeit auf den individuellen Kontext der Führungskraft und den Prioritäten des Unternehmens angepasst. „Somit garantiere ich maximale Höchstleistung und garantierten Erfolg für Ihr Business“, erklärt Popoola abschliessend über die Erweiterung seines Coaching-Repertoires. --- ## Die Führungskompetenzen der Zukunft - URL: https://raypopoola.com/die-fuehrungskompetenzen-der-zukunft/ - Rubrik: Business - Autor: Ray Popoola - Veröffentlicht: 2019-07-29 Potenziale erkennen und fördern: Es sind die Mitarbeiter, die das Unternehmen wieder nach vorn führen – wenn sie dürfen und geführt werden. ![Die-Fuehrungskompetenzen-Der-Zukunft](/images/migrated/Die-Fuehrungskompetenzen-Der-Zukunft-744x419.jpeg) *Die Umsätze sinken, Kunden melden sich nicht mehr und wechseln zur Konkurrenz, die Absenzen in einzelnen Abteilungen steigen. „Wir müssen Kosten einsparen!“, hört man dann auf mancher Chefetage. Sobald dieser Satz fällt, sinkt das bereits havarierte Schiff schneller. Da die Lohnkosten zu den grössten Faktoren zählen, wird der Druck auf die Mitarbeiter erhöht, wer dem erhöhten Druck nicht standhalten kann, dem droht schon bald die Kündigung.* *Es sind jedoch gerade die Mitarbeiter, die das Unternehmen wieder erfolgreich nach vorn führen können, wenn sie denn dürfen und sie geführt werden.* ## Potenziale erkennen und fördern „Eine Dienstleistung anbieten, die dem Kunden einen echten Mehrwert verspricht und damit den Umsatz des Unternehmens sichern“, die Zielsetzungen unterschiedlicher Unternehmen sind im Grunde die gleichen. Damit das möglich wird, müssen wichtige Zahnräder wie in einem Uhrwerk ineinanderpassen. * Jeder Mitarbeiter macht das, was er gut kann und bietet daher stets seine beste Leistung. * Führungskräfte loben Mitarbeiter und anerkennen gute Leistungen. * Die Führungskraft (er)kennt die Potenziale und Fähigkeiten der Mitarbeiter und weiss die internen Stellen effektiv zu besetzen. Viele Untersuchungen, wie z. B. der jährlich stattfindende Gallup Engagement Index, zeigen aber leider, dass es an der Führungskompetenz »Mitarbeitermotivation« scheitert. Gerade mal 22% der Mitarbeiter sind nach der Untersuchung überaus engagiert. Die Frage, was es bräuchte, damit Mitarbeiter motivierter seien, wird darin ebenfalls beantwortet: Die Mitarbeiter tun das, was sie am besten können und werden dafür mindestens wöchentlich gelobt. Um die 22% bräuchte man sich zunächst nicht zu sorgen. Weitestgehend wichtiger wäre die Frage: „Wie können die 78% der Mitarbeiter, wovon ein Grossteil bereits innerlich gekündet hat, motiviert und engagiert werden?“ Um Mitarbeiter zu engagieren, werden Führungskräfte benötigt, die selbst engagiert sind und mit dem richtigen Set an Coaching-Führungskompetenzen Menschen bewegen können. ## Coaching-Führungskompetenzen werden wichtiger denn je Für Führungskräfte bedeutet dies die Aneignung von Coachingkompetenzen, sodass zwischenmenschliche Zusammenhänge besser verstanden und Bedürfnisse früher erkannt werden. Damit schaffen Führungskräfte ein fruchtbares Umfeld, in dem sich alle beruflich wie persönlich entwickeln und mehr leisten können. Um das zu erreichen, braucht es Menschen an der Spitze, die den **Mut** haben sich mit der Basis auseinanderzusetzen, die Feedback bei ihren Mitarbeitern einfordern und die **Demut** haben, dies als Angebot zu nutzen, um sich weiterzuentwickeln und schliesslich die **Disziplin** besitzen dies auch konsequent umzusetzen. ## Erfolgreich auf Veränderungen reagieren Kosten einzusparen sollte die letzte zu treffende Massnahme sein, wenn die Umsätze sich in die falsche Richtung bewegen, vorausgesetzt, die Finanzdaten hatte man vorher schon im Griff. Weitaus sinnvoller wäre eine Führungsfrage: „Wie können wir besser und schneller wachsen, welche Märkte erschliessen, damit es nicht zu Sparmassnahmen kommt?“ Mitarbeiter bilden das Fundament einer Firma, ohne die kaum Umsatz gemacht würde. Daher gilt als Regel #1: Mit Coaching-Führungskompetenz Mitarbeiter wertschätzen und motivieren (lernen). Selbstverständlich muss man Veränderungen des Marktes antizipieren und sich darauf vorbereiten, mit dem wichtigsten Stakeholder »Kunde«. Denn ohne Mehrwert, kein Kunde. In einem Unternehmen bemerken Mitarbeiter mit Kundenkontakt als Erste, wenn sich die Anforderungen und Bedürfnisse von Kunden und des Marktes verändern. Daher treten an dieser Stelle wieder die Mitarbeiter auf den Plan. Führungskräfte, mit einer geschulten Coaching-Führungskompetenz sind hier deutlich im Vorteil. Sie schaffen es auch in herausfordernden Zeiten Mitarbeiter zu motivieren und wertzuschätzen. Aus Erfahrung wissen sie, dass nur engagierte Mitarbeiter Veränderungen am Markt wahrnehmen und adäquat und im Sinne der Firma agieren, für Höchstleistung im Business. --- ## Maximalleistung im Sport mit intrinsischen Motiven - URL: https://raypopoola.com/maximalleistung-im-sport-mit-erkannten-intrinsischen-motiven/ - Rubrik: Sport - Autor: Ray Popoola - Veröffentlicht: 2019-07-12 · Aktualisiert: 2024-10-15 Es ist entscheidend, sich als Sportler seiner Motivation bewusst zu sein. Dieses Wissen beeinflusst die Strategie, Trainingspläne und das Wettkampfverhalten. ![Maximalleistung-Im-Sport-Intrinsische-Motive](/images/migrated/Maximalleistung-Im-Sport-Intrinsische-Motive-744x419.jpeg) *Es ist entscheidend, sich als Sportler seiner Motivation bewusst zu sein. Um zu wissen, was einen persönlich antreibt und welche Emotionen im Sport erlebt werden wollen. Dieses Wissen beeinflusst die Strategie von Sportlern, deren Trainingspläne und Wettkampfverhalten, und lässt sie am Ende des Tages erfolgreicher sein.* ## Anwendung im Sportcoaching Um mit Sportcoachings Klienten wirklich weiterzuentwickeln, braucht es mehr als zwei Sitzungen. Es braucht eine langfristige Zusammenarbeit, um nachhaltige Verbesserungen zu erreichen und Sportler über ihren gesamten Karriereverlauf zu begleiten. Den Einstieg in ein Sportcoaching bietet das Reiss Motivation Profile®, kurz RMP. Es zeigt die intrinsische Motivation von Sportlern auf, damit wissen Trainer, welche Schrauben sie bei ihren Sportlern ansetzen können und in welchem Ton sie mit ihnen am besten umgehen, der Ton macht die Musik. Sportler werden so individuell motiviert und im Training und Wettkampf optimal von ihren Trainern unterstützt und angeleitet. Das RMP ist das erste empirisch entwickelte Persönlichkeitsprofil, das 16 Lebensmotive aufzeigt, die jeder Mensch hat. Es ist wissenschaftlich validiert und der Schlüssel zur Höchstleistung. Mit dem Wissen der intrinsischen Motive erleben sich Sportler häufiger in einem Flow-Zustand. Sie wissen bewusster, was sie wollen und was sie brauchen, und warum dies so ist. Letztendlich sind sie leistungsfähiger, weil weniger Streuverlust von Energie entsteht. Gleichermassen erfahren sie, an welchen Stellen Schwierigkeiten bestehen und was es braucht, um die Schwierigkeiten zu minimieren oder gar aus dem Weg zu räumen. ## Gibt es Motive, die Sportler mitbringen müssen, um erfolgreich zu sein? Nein, erfahrungsgemäss nicht. Die individuelle Ausprägung der Motive spielt insofern keine Rolle, sofern diese als Motivationsfaktor von Trainern aktiv genutzt werden. Auffällig ist, dass verständlicherweise bei vielen Sportlern das Motiv Körperliche Aktivität stark ausgeprägt ist. Dies ist aber kein Muss, so gibt es zum Beispiel Fechter, die teilweise eine geringere Ausprägung im Motiv Körperliche Aktivität ausweisen. Für Sportler kann es jedoch förderlich sein, wenn das Motiv Ehre stark ausgeprägt ist, sie werden sich dann tendenziell eher an einen Trainingsplan halten, was von den meisten Trainern geschätzt wird. Das soll jedoch nicht bedeuten, dass Menschen mit einem gering ausgeprägten Lebensmotiv Ehre nicht trainiert werden können. Sie müssen einfach anders motiviert werden. ## Das RMP im Teamsport In Teamsportarten kann das RMP in Verbindung mit Sportcoachings bei jedem einzelnen Athleten Aufschluss über Motivation und Leistungswillen geben. Zum anderen kann ein Trainer mit dem Wissen bessere Entscheidungen treffen, in welcher Spielphase ein Spieler am besten eingesetzt wird, wie zum Beispiel im Fussball im letzten Drittel oder beim Penaltyschiessen. Zudem wird sich die Kommunikation unter den Spielern in einer Mannschaft wesentlich verbessern, da alle Sportler voneinander wissen, was jedem wichtig ist. Das führt zu weniger Reibungsverlusten und damit zu einer Leistungssteigerung. Mit dem Wissen kann jeder Einzelne für sich und das Team als Ganzes Spitzenleistung erreichen. ## Was wird mit dem RMP noch erreicht? Das RMP zeigt nicht nur an, was die eigenen Motivationen sind, sondern auch, wie sie bestmöglich eingesetzt werden können. Wie schon das Orakel von Delphi sagte: „Erkenne dich selbst“, wer sich selbst kennt und weiss, was einem persönlich wichtig ist und was man braucht, wird leistungsstärker, motivierter und erfolgreicher werden. **Fazit: Sport ist leistungsorientiert und hat klare Ziele. Im Business ist es nicht immer ganz so deutlich, dennoch arbeitet jeder auch hier auf ein Ziel hin. Deshalb hilft es auch im Business enorm, Bewusstheit über die eigene Motivation zu haben und die eigenen Stärken zu erkennen, um am Ende des Tages Höchstleistung zu erreichen.** --- ## Performance mit Strategie - URL: https://raypopoola.com/performance-mit-strategie/ - Rubrik: Presse & News - Autor: Ray Popoola - Veröffentlicht: 2019-07-04 Nachhaltig erfolgreiche sportliche Leistung braucht Konzentration – doch warum fehlt sie Sportlern im Training oder am wichtigen Wettkampftag so oft? ![Performance-Mit-Strategie](/images/migrated/Performance-Mit-Strategie-744x419.jpeg) _Mentalcoach und Experte für Business- und Sportcoachings Ray Popoola weiss, was sportliche Leistung braucht._ Nachhaltig erfolgreiche sportliche Leistung braucht Konzentration, doch warum fehlt es Sportlern im Training oder am wichtigen Wettkampftag so oft an Konzentration? „Ein Grund für mangelnde Konzentration ist das Fehlen einer Strategie. Wer nur von einem Training zum nächsten trainiert und für sich keine Langzeitziele definiert hat, wird immer mit mangelnder Konzentration und daran anknüpfend geringerer Leistung zu kämpfen haben“, sagt Ray Popoola. Er weiss genau, was Sportler brauchen, die persönliche Höchstleistung erbringen wollen. Aus welchen Elementen besteht eine Entwicklungsstrategie für Sportler? „Die Strategie besteht aus der physischen, mentalen und technischen Komponente. Die physische und mentale Komponente wird grösstenteils gemeinsam mit dem Trainer weiterentwickelt und gestärkt, mit entsprechenden Sportcoachings wird die mentale Stärke gefördert. Wer diese drei Strategieelemente trainiert und ausbaut und all das auf sein sportliches Langzeitziel ausrichtet, kann mit der nötigen Konzentration bei der Sache bleiben und seine Ziele erreichen“, erzählt Popoola weiter. Mit gezielter Konzentration können Sportler dann nicht nur eine höhere Fokussierung, sondern auch ihren Flow-Zustand erlangen. „In dem sogenannten Flow sind sie optimal motiviert, lassen sich kaum von Kleinigkeiten ablenken und bewahren ihre Ruhe, immer mit Blick auf ihr sportlich angestrebtes Ziel“, sagt der Performance Coach, der in seiner Arbeit die mentale Stärke eines Sportlers auf ein Niveau bringt, durch das dieser optimal mit Druck umgehen kann und Leistung auf den Punkt abrufbar wird. Nicht nur im Sport, auch in anderen Bereichen können die trainierten Fähigkeiten Konzentration, Fokus, Umgang mit Druck eingebracht werden: „Im privaten und Business-Bereich werden damit Ziele fokussierter gesetzt, Entscheidungen nachhaltiger getroffen und Konsequenzen besser abgeschätzt“, schliesst Popoola, der auch im privaten und geschäftlichen Bereich dazu verhilft, Spitzenleistung zu erzielen. --- ## Wenn die Konzentration fehlt - URL: https://raypopoola.com/wenn-die-konzentration-fehlt/ - Rubrik: Sport - Autor: Ray Popoola - Veröffentlicht: 2019-07-02 · Aktualisiert: 2026-09-18 Mit einer langfristig ausgerichteten Strategie fällt es einem Sportler leichter, mit der nötigen Konzentration bei der Sache zu bleiben. ![Wenn-Die-Konzentration-Fehlt](/images/migrated/Wenn-Die-Konzentration-Fehlt-744x419.jpeg) Im Sport ist Konzentration die Basis für produktive und erfolgreiche Performance. Manchen Sportlern fehlt es im Training an Konzentration, weil sie nur eine kurzfristige Strategie verfolgen. Sie trainieren von einem Training zum nächsten, von Wettkampf zu Wettkampf. Welches Langzeitziel sie dabei verfolgen, ist nicht bedacht. Auch nicht, wie die nächsten zwei bis fünf Jahre ihrer Sportlerkarriere aussehen sollen. Eine Entwicklungsstrategie für einen Sportler setzt sich aus drei Elementen zusammen: aus dem physischen, dem mentalen und dem technischen. Was ist mein Langzeitziel – Europameisterschaft, Weltmeisterschaft, Olympiade? Was sind die exakten Bausteine der Elemente, um das Langzeitziel zu erreichen? Welches Entwicklungspotenzial habe ich? Nur wer die Fragen für sich beantwortet und alle drei Elemente in die Strategie einbezieht, kann langfristig erfolgreich sein, seine Ziele erreichen. Mit einer langfristig ausgerichteten Strategie fällt es einem Sportler leichter, mit der nötigen Konzentration bei der Sache zu bleiben. Die mentale Komponente wird unterstützend im Sportcoaching idealerweise in Zusammenarbeit mit dem Trainer (physisch und technisch) definiert. ## Die Motivation, die Fokussierung Den Flow im Training und im Wettkampf erreichen Sportler, wenn sie optimal motiviert sind. Sie lassen sich in dem vielerseits angestrebten mentalen und körperlichen Zustand kaum von Kleinigkeiten ablenken oder aus einer zentrierten Ruhe bringen. Sportler beschreiben diesen inneren Zustand als ein „Wissen, wofür und warum ich das tue“. Ein grosses Ziel mit erreichbaren klaren Meilensteinen steigert die Motivation und Konzentration fast wie von selbst. Trainiert werden muss man immer noch, aber der Weg ist deutlich erkennbar. ## Der Trainer, der Stratege Manchmal übernehmen Trainer die Rolle der strategischen Planung. Zu Recht. Sie schätzen aufgrund ihrer Erfahrung und fundamentalen Daten das Potenzial eines Sportlers ein. Daraus können sie erkennen, was erreichbar ist und in welcher Zeitspanne Wettkämpfe bestritten werden können. Der Sportler selbst ist in die strategischen Überlegungen manchmal leider nicht aktiv involviert. Selbstverständlich überlässt ein Sportler das Erstellen des Trainingsplans dem Trainer, schliesslich ist dieser fachlich kompetenter. Genauso lassen Sportler auch Physiotherapeuten ihre Arbeit machen, um körperliche Beschwerden zu beheben. Jedoch hat es sich als äusserst wirksam erwiesen, wenn Sportler ein Verständnis für die Inhalte einer langfristigen sportlichen Vision haben. ## Finde Deine sportliche Vision Beantworte dazu folgende Fragen für Dich: 1. Wie sieht meine langfristige Planung aus? 2. Wo bin ich in zwei, drei oder vier Jahren mit meinen sportlichen Leistungen? 3. Was sind die Entwicklungspotenziale meines technischen, mentalen und physischen Bereichs? ## Mentale Spitzenleistung für sportliche Spitze Neben einer Strategie und Vision braucht es für die Fähigkeit zur Konzentration auch mentale Stärke und mentale Kompetenzen. In meiner Arbeit im Sportcoaching setze ich mit Sportlern an beiden Ebenen an. Gemeinsam bringen wir die mentale Stärke auf ein Niveau, dass Du als Sportler einen optimalen Umgang mit Druck lernst und Leistung auf dem Punkt abrufen kannst. Im Wettkampf eine Notwendigkeit, und die Basis für sportliche Höchstleistung. Das geht nicht von heute auf morgen. Sportcoaching ist ein Entwicklungsprozess, in dem mehr und mehr die Fähigkeit wächst, fokussiert zu bleiben und den eigenen Flow zu erleben. In dem Du Schmerzpunkte von Mal zu Mal besser aushältst. In dem Du Leistung konstanter abrufen kannst. Damit Du das mentale Leistungsniveau und gleichzeitig auch die körperliche Leistung steigerst. Sportler, die mentale Spitzenleistung erreicht haben, werden diese Fähigkeiten auch in andere Lebensbereiche übertragen. Sie haben gelernt, dranzubleiben und nicht aufzugeben. Sie setzen sich Ziele und treffen Entscheidungen, schauen voraus und können Konsequenzen abschätzen. All das werden Sportler, die mentale Spitzenleistung erreicht haben, im Privaten und Berufsleben für sich nutzen können. --- ## Vom Verkaufsdruck zum Erfolg - URL: https://raypopoola.com/vom-verkaufsdruck-zum-erfolg/ - Rubrik: Presse & News - Autor: Ray Popoola - Veröffentlicht: 2019-06-12 Wie man Herausforderungen im Business erfolgreich meistert und zur persönlichen Höchstleistung gelangt, weiss Ray Popoola. ![Vom-Verkaufsdruck-Zum-Erfolg](/images/migrated/Vom-Verkaufsdruck-Zum-Erfolg-744x419.jpeg) _Wie man Herausforderungen im Business erfolgreich meistert und zur persönlichen Höchstleistung gelangt, weiss Ray Popoola._ Viele Verkaufstrainer und -berater geben in zahlreichen Seminaren und Coachings Tipps für erfolgreichen Verkauf. Neben der Kommunikationsfähigkeit und einem guten Verhandlungsgeschick sei auch das Mindset entscheidend für nachhaltigen Erfolg. Denn wer unter Überforderung und grossem Druck leide, der komme mit seinem Talent allein nicht zur persönlichen Höchstleistung. Ray Popoola gibt hierzu ein Beispiel: „Ein Unternehmer eines mittelständischen Betriebes investierte in zahlreiche Verkaufstrainings für seine Mitarbeiter. Eine konstante Leistung konnte er nicht beobachten. Zwar stiegen die Verkaufszahlen nach jedem Training kurzfristig an, aber ebenso schnell liessen sie auch wieder nach.“ Schnell entwickelten sich diese Investitionen in die Zukunft zu einem hohen Kostenblock, doch der Erfolg der nun gut ausgebildeten Fachexperten blieb laut Popoola trotzdem aus. Die Frage, die sich nun stelle, sei, wie Verkaufsteams auf andere Weise Motivation finden können, um den geplanten Umsatz zu erreichen. „Die Ursache fand sich nach einigen Interviews. Der Verkaufsleiter mit starker Persönlichkeit hielt seine regelmässige gefürchtete Montagmorgenansprache. Hier setzte er seine Mitarbeiter enorm unter Druck, was zu einer Spirale der Abwehr führte, die wiederum in sinkenden Verkaufszahlen mündete. Führungskräfte greifen häufig zu Mitteln, die Druck aufbauen, um ihre Vorstellungen und Vorgaben von oben durchzusetzen. Das führt jedoch selten zum gewünschten Erfolg, sondern eher dazu, dass Gegendruck aufgebaut wird. Energie, die im Verkauf besser aufgehoben wäre“, so der Performance Coach. Modalverben wie ‚müssen‘ und ‚sollen‘ setzen den Verkäufer derart unter Druck, dass sich dies direkt auf den Körper und die Psyche auswirke. „Anders geht es, wenn Sie folgenden Satz sagen: ‚Ich verkaufe mehr, damit ich mehr Kunden zufriedenstellen kann!‘ Bei dieser Aussage werden Sie vermutlich ein positives Feedback von Ihrem Körper erhalten. Das kommt daher, dass Sie sich dabei vorstellen können, wie Sie Kunden zufriedenstellen werden. Ein durchaus positives Ergebnis, das zu einem positiven Feedback Ihres Körpers führt. Wenn Sie hingegen sagen, dass Sie verkaufen müssen, hat Ihr Gehirn keine direkt verfügbare positive Assoziationskette“, erklärt der Experte für Höchstleistung im Business. „Wenn Sie sich selbst oder andere Menschen motivieren wollen, kommunizieren Sie mit sich und mit anderen nutzenorientiert. Dabei beantworten Sie die Frage: Wofür? Machen Sie Ihre Aktionen vorstellbar und richten Sie Ihre ganze biologische Struktur und mentale Energie auf diese Ziele aus“, rät Popoola abschliessend und fügt das Resultat des Betriebes hinzu: „Die Verkaufszahlen erhöhten sich kontinuierlich, die Mitarbeiterbewertungen verbesserten sich und die Mitarbeiterzufriedenheit stieg auf ein Allzeithoch.“ --- ## Verkaufsdruck erfolgreich meistern - URL: https://raypopoola.com/verkaufsdruck-erfolgreich-meistern/ - Rubrik: Business - Autor: Ray Popoola - Veröffentlicht: 2019-06-05 · Aktualisiert: 2026-09-18 Inwiefern spielt Dein Mindset im Verkauf eine Rolle? Lies mehr dazu in diesem Blog. ![Verkaufsdruck-Erfolgreich-Meistern](/images/migrated/Verkaufsdruck-Erfolgreich-Meistern-744x419.jpeg) Es gibt unzählige Verkaufstrainer und -berater, die mit vielversprechenden Verkaufs- und Verhandlungstricks mehr Umsatz und schnellen Erfolg versprechen. In diesem Blog möchte ich Dir jedoch vermitteln, inwiefern Dein Mindset im Verkauf eine Rolle spielt. Ein gewisses Verhandlungsgeschick und eine gute Kommunikationsfähigkeit sind bekanntermassen von Vorteil, doch allein damit sind Erfolge nicht garantiert, besonders dann nicht, wenn ein Verkäufer unter Angst, Überforderung oder anderen Problemen leidet … ## Druck versus Motivation Hier ein Beispiel aus meiner Praxis: Ein Unternehmer eines mittelständischen Betriebes investierte in zahlreiche Verkaufstrainings für seine Mitarbeiter. Eine konstante Leistung konnte er nicht beobachten. Zwar stiegen die Verkaufszahlen nach jedem Training kurzfristig an, aber ebenso schnell liessen sie auch wieder nach. Schliesslich entwickelten sich die vielen Trainings von einer Investition für die Zukunft der Mitarbeiter und des Unternehmens hin zu einem hohen Kostenblock. Die Mitarbeiter waren bereits alle fachlich gut ausgebildet und ausgewiesene Verkaufsexperten. Waren hier Trainings überhaupt notwendig? Oder lag der ausschlaggebende Faktor für den ausbleibenden Erfolg an ganz anderer Stelle? Wie kann der Unternehmer seine Verkaufsteams langfristig und nachhaltig motivieren, um die geplanten Zahlen zu erreichen? Um diese Frage zu beantworten, musste zunächst die Grundursache der Problematik untersucht werden … ## Druck erzeugt Gegendruck Die Ursache fand sich nach einigen Interviews. Der Verkaufsleiter mit starker Persönlichkeit hielt seine regelmässige gefürchtete Montagmorgenansprache. Hier setzte er seine Mitarbeiter enorm unter Druck, was zu einer Spirale der Abwehr führte, die wiederum in sinkenden Verkaufszahlen mündete. Führungskräfte greifen häufig zu Mitteln, die Druck aufbauen, um ihre Vorstellungen und Vorgaben von oben durchzusetzen. Das führt jedoch selten zum gewünschten Erfolg, sondern eher dazu, dass Gegendruck aufgebaut wird. Energie, die im Verkauf besser aufgehoben wäre. Im Rahmen einer Beobachtung des Betriebes zeigte sich, dass durchweg gut kommuniziert wurde. Was jedoch auffiel war, dass der Verkaufsleiter sich zwar deutlich ausdrückte, dies jedoch mit einer hohen Dichte an Modalverben der Notwendigkeit (muss, soll, etc.). Diese Wörter haben durchaus ihre Berechtigung, gleichzeitig aber auch eine Wirkung. Und in dem Fall war die Wirkung nicht die gewünschte. ## Müssen/wollen/werden Probier es selbst einmal aus. Sag zu Dir zehn Mal den Satz: „Ich muss mehr verkaufen!“ Achte dabei auf die Reaktionen Deines Körpers. Vielleicht nimmst Du wahr, dass es in der Brust enger wird, der Bauch sich zusammenzieht oder sich die Nackenhaare kräuseln. Das ist ein direktes Feedback. Anders geht es, wenn Du folgenden Satz sagst: „Ich verkaufe mehr, damit ich mehr Kunden zufriedenstellen kann!“ Bei dieser Aussage wirst Du vermutlich ein positives Feedback von Deinem Körper erhalten. Das kommt daher, dass Du Dir dabei vorstellen kannst, wie Du Kunden zufriedenstellen wirst. Ein durchaus positives Ergebnis, das zu einem positiven Feedback Deines Körpers führt. Wenn Du hingegen sagst, dass Du verkaufen musst, hat Dein Gehirn keine direkt verfügbare positive Assoziationskette. Mit anderen Worten behinderst Du Dich mit einer ‚Muss‘-Aussage biologisch. „Achte auf deine Worte, denn sie werden Handlungen“ ist ein Spruch aus dem Talmud, welcher dieses Phänomen besonders gut beschreibt. Jedem Wort, jedem Satz folgt eine direkte, wenn auch manchmal nicht sichtbare Reaktion. Wenn Du Dich selbst oder andere Menschen motivieren willst, kommuniziere mit Dir und mit anderen nutzenorientiert. Dabei beantwortest Du die Frage: Wofür? Mach Deine Aktionen vorstellbar und richte Deine ganze biologische Struktur und mentale Energie auf diese Ziele aus. Resultat des Betriebes: Die Verkaufszahlen erhöhten sich kontinuierlich, die Mitarbeiterbewertungen verbesserten sich, die Mitarbeiterzufriedenheit stieg auf ein Allzeithoch. --- ## Spielerisch zur sportlichen Höchstleistung - URL: https://raypopoola.com/spielerisch-zur-sportlichen-hoechstleistung/ - Rubrik: Sport - Autor: Ray Popoola - Veröffentlicht: 2019-05-16 · Aktualisiert: 2026-09-18 Der Startschuss ertönt. Doch plötzlich ist alles anders: Druck im Brustbereich, die Beine werden schwer. Ein gefürchtetes Szenario für jede Sportlerin. ![Spielerisch-Zur-Sportlichen-Hoechstleistung](/images/migrated/Spielerisch-Zur-Sportlichen-Hoechstleistung-744x419.jpeg) *Ready, set, go! Der Startschuss ertönt. Jetzt gilt es, die Leistung abzurufen, die über die letzten Wochen und Monate so hart antrainiert wurde. All die Strapazen, all der Verzicht und die hohe Disziplin sollen sich nun auszahlen, doch plötzlich ist alles anders … ein starker Druck im Brustbereich, die Beine werden schwer und der Kopf ist blockiert. Ein gefürchtetes Szenario für jede Sportlerin und jeden Sportler.* ## Alles eine Frage des Statemanagements Nahezu jeder Sportler kennt diese Berg- und Talfahrt. Den Moment, wenn die Leistung, die im Training regelmässig abgerufen werden konnte, im Sport sprichwörtlich auf der Strecke bleibt. Im alles entscheidenden Wettkampf bricht die Leistungskurve ein, entscheidende hundertstel Sekunden fehlen und «das Wettkampfgefühl» ist einfach weg. Was danach folgt, sind quälende Fragen: Woran lag es? Was habe ich falsch gemacht? Hängt es damit zusammen, dass ich in den letzten Nächten kaum geschlafen habe? Habe ich nicht hart genug trainiert? Die trainierte sportliche Leistung in Wettkämpfen abrufen zu können, ist vor allem eine Frage des Statemanagements und nicht der absoluten Leistungsfähigkeit. Denn diese hast Du bereits unzählige Male im Training und an sekundären Wettkämpfen abrufen können. Statemanagement bedeutet, dass Du Deine geistige Verfassung (State) punktgenau steuern kannst, ohne von äusseren Einflüssen abhängig zu sein. Das heisst, dass nicht die Umwelt dafür verantwortlich ist, wie zum Beispiel das Wetter oder die Laune des Trainers und der Teamkollegen. Du als Athletin oder Athlet bist in der Lage, die geistige Verfassung sicher und verlässlich selbst zu steuern. ## Spass schlägt Druck Jede Sportlerin und jeder Sportler hat in der Regel spielerisch angefangen. Wie z. B. das kleine Kind, das mit 3 Jahren beginnt, einen Ball zu kicken und jeden Abend fröhlich lachend mit seinem Vater im Hinterhof spielt. Auch wenn der Vater meistens vermutlich gewinnt, bleibt das Kind mit strahlendem Gesicht bei der Sache. Eine Anmeldung beim Fussballverein ist dann die logische Konsequenz. Doch aus den lockeren Spielereien werden dann harte Wettkämpfe und lange Trainingseinheiten. Der Spass und die Freude weichen Druck, Anspannung und Stress vor dem Spiel. Spätestens in den oberen Ligen ist es dann häufig mit dem Spass vorbei. „Ich muss gewinnen!“, alles dreht sich um diesen Gedanken. Athleten, die wie einst in jungen Jahren wieder Spass in ihrem Sport als primäre Befriedigung entdeckt haben, möchten durchaus auch gewinnen. Doch der Sieg wird hier zur Krönung und nicht zum Selbstzweck. Für alle anderen ist der zweite Platz meist eine Niederlage. Das Training wird zum Aufwand, zu einer Investition, die sich nicht rentiert. Je mehr Energie in den Sport investiert wird, desto mehr steigt der Druck, gewinnen zu müssen. Eine Negativspirale entsteht. Überlass auf dem Weg zu Deinem sportlichen Erfolg so wenig wie möglich dem Zufall. Finde den Spass in Deiner Disziplin und lern Strategien und aktives Statemanagement, entdeck Deine persönliche Höchstleistung. --- ## Ray Popoola sorgt für Höchstleistung in Sport und Business - URL: https://raypopoola.com/ray-popoola-sorgt-fuer-hoechstleistung-in-sport-und-business/ - Rubrik: Presse & News - Autor: Ray Popoola - Veröffentlicht: 2019-05-15 Als Sparringspartner und Vertrauter verhilft Ray Popoola, Performance Coach und Experte für Business- und Sportcoachings, zu persönlicher Höchstleistung. ![Ray-Popoola-Sorgt-Fuer-Hoechstleistung](/images/migrated/Ray-Popoola-Sorgt-Fuer-Hoechstleistung-744x419.jpeg) Als Sparringspartner und Vertrauter verhilft Ray Popoola, Performance Coach und Experte für Business- und Sportcoachings, zu persönlicher Höchstleistung. „Der Weg zur Höchstleistung ist geprägt von Höhen und Tiefen, von mental starken und mental schwachen Tagen. Was für Sie alleine eine echte Herausforderung ist, lässt sich gemeinsam besser meistern. Deshalb begleite ich Sie bei Ihrer ganz persönlichen Challenge“, verspricht Ray Popoola, einer der führenden Performance Coaches der D-A-CH-Region. Aus herausfordernden Aufgaben und hohen Anforderungen können Ruhelosigkeit, Versagensängste und Unsicherheit resultieren. Als Sparringspartner hilft der Experte für mentale Stärke, verborgene Schwächen aufzudecken und diese in Potenziale umzuwandeln. Als Vertrauter bietet Ray Popoola seinen Coachees einen geschützten Raum, in dem er ihnen wertneutral und vorurteilsfrei gegenübersteht. Durch seine langjährige Erfahrung in der Finanzbranche ist Ray Popoola, erfahrener Projektmanager, Betriebsökonom und Wirtschaftsinformatiker, ein ausgewiesener Experte in der Geschäftswelt. Er selbst kennt den aussergewöhnlich hohen Druck und die Erwartungen von Stakeholdern, Kunden und Mitarbeitern. Um Zweifeln und Ängsten entgegenzusteuern, unterstützt Ray Popoola im persönlichen Entwicklungsprozess mit Reflexion und zahlreichen Methoden zu neuer Stärke. „Damit erlangen Sie mehr Sicherheit und treffen bessere Entscheidungen. Unter anderem werden Sie auch ein Vorbild für Ihre Mitarbeiter. Im Mentalcoaching legen wir Ihr Potenzial frei, welches Sie ab dann zielführend einsetzen und jederzeit abrufen können“, so der Performance Coach. Im Themenbereich Sport hilft der ehemalige Kampfkunstschulleiter Sportlerinnen und Sportlern motiviert zur persönlichen Höchstleistung zu gelangen. Denn er weiss: „Um Erfolge zu haben, müssen Sie als Sportlerin oder Sportler nicht nur an Körper und Technik arbeiten, es geht um mehr. Wer auf dem Treppchen ganz oben stehen will, der muss auch mentale Stärke besitzen. Nur dann kann die Leistung abgerufen werden, wenn es darauf ankommt.“ Dabei arbeitet er mit Techniken nach aktuellen neurowissenschaftlichen Erkenntnissen. „Sowohl im Business als auch im Sport gelten Disziplin, Hingabe und höchste Konzentration als Erfolgsgaranten. Genau hier helfe ich, eine innere Balance zu halten, um unter starkem Druck und den hohen Anforderungen Höchstleistung zu liefern“, bekräftigt Ray Popoola abschliessend. --- ## Handgelenks-OP unter Hypnose: Was die Psyche vermag - URL: https://raypopoola.com/handgelenks-op-unter-hypnose-was-die-psyche-vermag/ - Rubrik: Presse & News - Autor: Ray Popoola - Veröffentlicht: 2018-09-17 Der Schweizer Spitzen-Coach Ray Popoola begleitet ein Experiment: Auf den Fokus kommt es an. ![Handgelenks-OP-Unter-Hypnose](/images/migrated/Handgelenks-OP-Unter-Hypnose-744x233.jpeg) ## Zürich / Luzern, 20. Juni 2018 **Ray Popoola ist einer der renommiertesten Coach-Ausbilder im deutschsprachigen Raum. Zu seinem Repertoire gehören zahlreiche Coaching- und Interventionsmethoden, darunter auch Hypnose. Hypnose, so der Business- und Performance Coach, sei eine extrem wirkungsvolle Methode der Fokussierung, der Entspannung und im Coaching zum Lösen von Blockaden.** **„Hypnose ist sehr effektiv und, richtig eingesetzt, eine der stärksten Coaching- und Interventionsmethoden überhaupt“, sagt Ray Popoola und erklärt, dass im Grunde jeder Mensch hypnotische Zustände aus seinem Alltag kenne, etwa bei Tagträumen, beim intensiven Lesen eines spannenden Romans oder von langen Autofahrten auf der Autobahn. Die Gedanken fokussierten sich dabei messerscharf auf mentale Erlebnisse, die gerade im Kopf stattfänden.** **Und dennoch sei man hellwach.** „Das ist auch die Herausforderung bei der OP gewesen“, macht Popoola deutlich, der ein faszinierendes Experiment begleitet hat: eine Handgelenks-OP unter Hypnose, ohne Anästhesie und Betäubung. Der Patient: Ein Schüler von Ray Popoola, der bei ihm eine Ausbildung zum Mental-Coach absolviert hatte und nun neue Grenzen austesten wollte. Die OP: Nach einem Bruch sollten die verbliebenen Metallteile aus dem Handgelenk entfernt werden, die teilweise schon mit dem Knochen verwachsen waren. Eine sehr schmerzhafte Prozedur, die normalerweise nur unter Lokalanästhesie oder Vollnarkose durchgeführt wird. Wäre die Hypnose misslungen, wären zeitweise immense Schmerzen und eventuelle OP-Fehler die Folge gewesen, zumindest so lange, bis eine anschliessende Anästhesie erfolgt wäre. „Es war ein Risiko, das jeder Beteiligte eingegangen ist.“ Die Operation fand in der Hirslanden Klinik in Luzern statt. Sowohl die Ärzte als auch das medizinische Personal dort stehen Hypnose positiv gegenüber, verfügen über eigene Kenntnisse und waren auch unter medizinischen Gesichtspunkten von dem Vorhaben begeistert. „Die Zusammenarbeit mit dem Ärzteteam, dem Patienten, der Klinik und mir als Coach war sehr intensiv. Vertrauen war das wesentliche Element, das am Ende zum Erfolg geführt hat“, erzählt Ray Popoola, der mehrere Vorbereitungssitzungen sowohl mit dem Patienten als auch mit der Klinik gestaltet hat. Auch dank seines Einsatzes gelang das Experiment: Die OP konnte ohne Anästhesie während und Schmerzmittel nach dem Eingriff erfolgreich abgeschlossen werden. „Ich bin sehr stolz auf das Ergebnis. Es zeigt, welch immenses Potenzial in Menschen freigesetzt werden kann und was eine fokussierte Psyche zu leisten vermag. Hypnose statt Schmerztabletten und Nebenwirkungen kann auch für andere Menschen eine Lösung sein“, macht der Coach und Coach-Ausbilder deutlich. Und auch in der Business-Welt sei Coaching, unter anderem mit Hypnose, oft ein Weg zu neuen Lösungen. Es gehe, so Popoola, am Ende eben um Klarheit und einen neuen Fokus. Die Methodik sei dabei aber zweitrangig, entscheidend sei, dass man sich vertraue und gemeinsam an einer Lösung arbeite. Sein Fazit: „Es hat noch nie jemandem eine Methode geholfen, ein Problem zu lösen, sondern immer nur der Mensch, der sie anwendet.“ Und dennoch: Es helfe, viele Methoden im Repertoire zu haben, auch für die kleinen Operationen des alltäglichen Lebens und um auf die individuellen Bedürfnisse jedes einzelnen Klienten flexibel eingehen zu können. Weitere Informationen über Ray Popoola und jede Menge Hintergrundwissen zum Thema mentales Coaching für Business-Entscheider und Sportler gibt es unter [www.raypopoola.com](/). Hier finden Interessenten auch einen Blog und jede Menge Wissen rund um Persönlichkeitsentwicklung, persönliches Wachstum und Wege zu mehr Klarheit. Hintergrund: Ray Popoola ist einer der führenden Performance Coaches, Trainer und Coach-Ausbilder Europas. Er lebt und arbeitet in der Schweiz, seine Wurzeln liegen in Deutschland und Nigeria. Er verfügt über ein Wissen wie kaum ein Zweiter. Er ist Wirtschaftsinformatiker (FH), Betriebsökonom (FH) und absolvierte einen MBA in England. Der frühere Leistungssportler verfügt zudem über Abschlüsse und Zertifikate in rund einem Dutzend neurowissenschaftlicher Methoden aus den Bereichen Coaching, Intervention, Hypnose, Mentaltechnik, Persönlichkeitsentwicklung und angewandter Psychologie: Wissen, das er heute auch als Lehrtrainer weitergibt. Ray Popoola schaut auf eine abwechslungsreiche berufliche Laufbahn zurück, er war jüngster Leiter einer Kampfkunstschule in der Schweiz, gründete mehrere Unternehmen in der Technik-, IT-, Beratungs- und Weiterbildungsbranche, avancierte zum internationalen Bankmanager mit Projekten in ganz Europa und den USA, bevor er sich 2008 als Performance Coach und Persönlichkeitsentwickler in Zürich einen Namen machte. Seine Klienten kommen aus dem Breiten- und Spitzensport sowie aus der Wirtschaft und dem Top-Management. Er gilt als der Top-Coach der Leistungselite, als der mentale Begleiter, wenn es um grosse Herausforderungen, komplexe Fragen und den unbedingten Willen zum Erfolg geht. Seine Klienten reisen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum, aus Westeuropa und sogar aus dem arabischen Raum an, weil sie seine strukturierte Analyse, sein schnelles systemisches Verständnis, sein breites Methoden- und Interventions-Know-how sowie sein direktes und ehrliches Feedback zu schätzen wissen. Ray Popoola hilft, sich zu fokussieren, dringt tief in die Persönlichkeit ein und sorgt für starke und nachhaltige Veränderungen. Er macht es möglich, von Zielen und Ergebnissen nicht nur zu träumen, sondern sie auch wirklich im Alltag zu erreichen und sich mit aller Kraft und Motivation tagtäglich für sie einzusetzen. Er überzeugt durch menschliche Nähe und Empathie ebenso wie durch klare Ansagen und einen schonungslosen Blick nach innen und aussen. Er baut auf und erklärt, pointiert und strukturiert, versteht und verändert Perspektiven. Dabei verlangt er, dass eingegangene Selbstverpflichtungen auch eingehalten werden, damit der gewünschte persönliche emotionale und mentale Wandel zum Besseren auch erreicht wird. Für ihn zählen im Umgang mit Klienten nur die Ergebnisse: absolute Klarheit, Fokussierung auf die Lösung und das Erreichen der angestrebten Ziele. Denn wer etwas erreichen will, der muss sich bewegen. Ray Popoola ist gefragter Redner auf nationalen und internationalen Kongressen, Präsident des Verbandes der Persönlichkeitstrainer (VPT) sowie Mitglied in zahlreichen Fachverbänden und Expertenzirkeln. --- ## Zertifizierter Ausbilder für das Reiss Motivation Profile® - URL: https://raypopoola.com/ray-popoola-wird-zertifizierter-ausbilder-fuer-das-reiss-motivation-profile/ - Rubrik: Presse & News - Autor: Ray Popoola - Veröffentlicht: 2018-08-27 Menschen erkennen, inklusive sich selbst: Das Reiss Motivation Profile® zeigt, welchen inneren Motiven ein Mensch folgt und was ihn antreibt. ## Zürich, 27. August 2018. **Das Reiss Motivation Profile® (RMP®) ist eines der bekanntesten Persönlichkeitsdiagnostiktools. Es verrät, welchen inneren Motiven ein Mensch folgt, was ihn antreibt und demzufolge zufriedener macht. Wer seine eigenen Motive kennt, kann bessere Entscheidungen für sich selbst treffen, in Bezug auf berufliche Karriereschritte, die richtigen Geschäftspartner und persönliche Belange.** **Und wer sich selbst kennt, kann auch andere Menschen besser verstehen und so positivere Beziehungen zu anderen entwickeln. Das alles ermöglicht das Reiss Motivation Profile, das jährlich tausendfach auch in der Schweiz als Einstieg in ein persönliches Coaching eingesetzt oder von Unternehmen gebucht wird, um die Stärken und Interessen der Mitarbeiter bestmöglich zu nutzen.** **Der Spitzen-Coach Ray Popoola geht nun einen Schritt weiter: Er darf Reiss-Profile-Coaches ausbilden, also Menschen, die RMP® nicht nur für sich als Anwender nutzen möchten, sondern eben in der Lage sind, die Profile individuell zu interpretieren und auf Basis der Ergebnisse zu coachen.** «RMP® steht auch für Reflect, Match und Perform», erklärt Ray Popoola, der seit Jahren auf Basis des Reiss-Profils arbeitet und sich nun auch für eine weitergehende Zertifizierung entschieden hat. «Reflect meint, sich selbst reflektieren und wirklich kennenlernen. Match bedeutet, mehr ‘Passung’ mit anderen Menschen erreichen. Und Perform führt zu mehr Lebensglück, weil man erfolgreicher wird und handelt, wenn man es aufgrund seiner eigenen Handlungs- und Leistungsmotive tut», erklärt der Züricher Coach und Coach-Ausbilder. Popoola bildet seit vielen Jahren Coaches an seiner eigenen Akademie aus und hat sehr viele Methoden und Skills in seinem Portfolio. Mit RMP® ergänzt er sein Angebot als Coach-Ausbilder. «Das Reiss Motivation Profile® ist ein sehr wirkungsvolles Instrument. Es ist der Schlüssel zu vielem, die Eintrittskarte zur eigenen Persönlichkeit.» So möchte Ray Popoola auch dazu beitragen, RMP® weiter zu verbreiten und für das Tool zu werben. Weitere Informationen über Ray Popoola und jede Menge Hintergrundwissen zum Thema mentales Coaching für Business-Entscheider und Sportler gibt es unter [www.raypopoola.com](/). Hier finden Interessenten auch einen Blog und jede Menge Wissen rund um Persönlichkeitsentwicklung, persönliches Wachstum und Wege zu mehr Klarheit. **Hintergrund:** Ray Popoola ist einer der führenden Performance Coaches, Trainer und Coach-Ausbilder Europas. Er lebt und arbeitet in der Schweiz, seine Wurzeln liegen in Deutschland und Nigeria. Er verfügt über ein Wissen wie kaum ein Zweiter. Er ist Wirtschaftsinformatiker (FH), Betriebsökonom (FH) und absolvierte einen MBA in England. Der frühere Leistungssportler verfügt zudem über Abschlüsse und Zertifikate in rund einem Dutzend neurowissenschaftlicher Methoden aus den Bereichen Coaching, Intervention, Hypnose, Mentaltechnik, Persönlichkeitsentwicklung und angewandter Psychologie: Wissen, das er heute auch als Lehrtrainer weitergibt. Ray Popoola schaut auf eine abwechslungsreiche berufliche Laufbahn zurück, er war jüngster Leiter einer Kampfkunstschule in der Schweiz, gründete mehrere Unternehmen in der Technik-, IT-, Beratungs- und Weiterbildungsbranche, avancierte zum internationalen Bankmanager mit Projekten in ganz Europa und den USA bevor er sich 2008 als Performance Coach und Persönlichkeitsentwickler in Zürich einen Namen machte. Seine Klienten kommen aus dem Breiten- und Spitzensport sowie aus der Wirtschaft und dem Top-Management. Er gilt als der Top-Coach der Leistungselite, als der mentale Begleiter, wenn es um grosse Herausforderungen, komplexe Fragen und den unbedingten Willen zum Erfolg geht. Seine Klienten reisen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum, aus Westeuropa und sogar aus dem arabischen Raum an, weil sie seine strukturierte Analyse, sein schnelles systemisches Verständnis, sein breites Methoden- und Interventions-Know-how sowie sein direktes und ehrliches Feedback zu schätzen wissen. Ray Popoola hilft, sich zu fokussieren, dringt tief in die Persönlichkeit ein und sorgt für starke und nachhaltige Veränderungen. Er macht es möglich, von Zielen und Ergebnissen nicht nur zu träumen, sondern sie auch wirklich im Alltag zu erreichen und sich mit aller Kraft und Motivation tagtäglich für sie einzusetzen. Er überzeugt durch menschliche Nähe und Empathie ebenso wie durch klare Ansagen und einen schonungslosen Blick nach innen und aussen. Er baut auf und erklärt, pointiert und strukturiert, versteht und verändert Perspektiven. Dabei verlangt er, dass eingegangene Selbstverpflichtungen auch eingehalten werden, damit der gewünschte persönliche emotionale und mentale Wandel zum Besseren auch erreicht wird. Für ihn zählen im Umgang mit Klienten nur die Ergebnisse: absolute Klarheit, Fokussierung auf die Lösung und das Erreichen der angestrebten Ziele. Denn wer etwas erreichen will, der muss sich bewegen. Ray Popoola ist gefragter Redner auf nationalen und internationalen Kongressen, Präsident des Verbandes der Persönlichkeitstrainer (VPT) sowie Mitglied in zahlreichen Fachverbänden und Expertenzirkeln. --- ## Ablenkungen – oft schön, sinnvoll genutzt - URL: https://raypopoola.com/ablenkungen-oft-schoen-sinnvoll-genutzt/ - Rubrik: Business - Autor: Ray Popoola - Veröffentlicht: 2018-08-21 · Aktualisiert: 2026-09-18 Einige nutzen den Sommerurlaub, um den Kopf zu leeren und gedanklich alles hinter sich zu lassen. Doch im August steckt mehr. Stichwort: Planungspotenzial. ## Fokus auf die Gewinnermentalität Auch diesen Sommer waren die Möglichkeiten mannigfaltig, um den Geist zu zerstreuen. Zum einen war die Fussball-Weltmeisterschaft in Russland. Fussball, eine der wenigen Sportarten, die es möglich macht, dass sich Sportler aus der ganzen Welt in ihrer Disziplin und auf höchstem Niveau miteinander messen. Der Publikumswert dieser Veranstaltung ist auf allen Kontinenten hoch. Und die Mannschaften der Endrunde werden in ihrer Heimat nach der Rückkehr wie Nationalhelden gefeiert. Was können wir daraus lernen, um selber Bestleistung zu erreichen? Fussballer, die auf höchstem Niveau ihr Bestes zeigen, haben sich Jahrzehnte ihrem Sport hingegeben, sich durch Disziplin und Beharrlichkeit den Weg nach oben erkämpft. Jetzt wäre es vielleicht vermessen zu behaupten, dass es als Erwachsener zu spät sei, um Bestleistung zu erreichen. Das mag in sportlichen Aspekten der Fall sein, wie Sportler mir in Coachings immer wieder beweisen. In vielen anderen Bereichen der heutigen Informationsgesellschaft kann das aber infrage gestellt werden. Oft geht es ja vielmehr darum, seine persönliche Bestleistung in ausgewählten Bereichen zu erreichen, privat oder im Geschäft, um einen Wissens- oder Fachbereich, den Du für Dich bestimmt hast. Wie beharrlich bist Du, um in Deinem Bereich Deine Bestleistung zu erreichen? ## Einzel- und Teamleistungen Während im Fussballspiel der Teamgeist sichtbar ist, haben wir bei der Leichtathletik Europameisterschaft in Berlin in diesem Monat vorwiegend Einzelleistungen von Spitzenathleten erleben können. Was man dabei nicht vergessen sollte, ist, dass auch hinter einzelnen Spitzenathleten ein Team steht, das Athleten auf ihrem Weg an die Spitze begleitet. Jedes Teammitglied ist oft selbst ein Top-Performer in seinem/ihrem Fachgebiet. Für beide Seiten gilt jahrelange Vorbereitungszeit, Rückblick auf vergangene Leistungen, deren Entwicklungen und vorausschauendes Planen für die kommenden Meisterschaften und Wettkämpfe. Dazu brauchen Sportler und ihr Team eine Gewinnermentalität, um auch nicht durch vereinzelte Niederlagen von dem langen Weg an die Spitze abzukommen. Eine Gewinnermentalität kann sich jeder antrainieren. Dazu gehören ein Ziel, Beharrlichkeit, Disziplin, Menschen, die Dir mit ihrem Wissen zur Seite stehen und eben ein neues Denken, ein anderer Umgang mit den eigenen Triumphen und etwaigen Niederlagen. Und, ganz wichtig, Fokus! Was nicht funktionieren wird, ist eine der vielen „in 3 Schritten zum Gewinner-Anleitungen“, wie man sie oft im Internet finden kann, in der Dir versprochen wird, wie Du mit nichts-tun an die Spitze kommst. Mit den Anleitungen hilfst Du höchstens den Anbietern an deren Spitze. Es gilt auch heute noch: Wer Bestleistung erreichen möchte, wird dafür arbeiten müssen und darf sich nicht ablenken lassen. ## Ablenkungen: immer schön, aber nicht immer gut Die Kunst ist, sich auch in den eher ruhigen Sommermonaten zu entscheiden, welche Informationen für die persönlichen und beruflichen Ziele wirklich sinn- und zweckmässig sind, um persönliche Bestleistung zu erreichen. Sei Dir bewusst, dass nicht jede Information, die Du täglich aus Zeitungen, im Netz oder aus dem Fernsehen erhältst, sinnvoll ist. Vielmehr birgt jedes Informationsfragment die Gefahr für Dich, von Deinen persönlichen Zielen und Deinem Weg zu Deiner Bestleistung abzukommen. Der so wichtige Fokus kann verloren gehen. Reflektiere in den verbleibenden Wochen bis zum Sommerende über Deine Ziele und Gewinnermentalität. Viel Erfolg! --- ## Besser schlafen, mehr leisten - URL: https://raypopoola.com/besser-schlafen-mehr-leisten/ - Rubrik: Business - Autor: Ray Popoola - Veröffentlicht: 2018-05-20 · Aktualisiert: 2026-09-18 Bestleistung ist nicht nur das Resultat von „mehr“ Leistung. Dazu gehört auch ein besserer Schlaf. Lies mehr darüber in diesem Blog. Viele Menschen unterschätzen die nächtliche Erholung. Mit zu wenig Schlaf machen Menschen mehr Fehler, können sich schlechter konzentrieren und produzieren häufiger Arbeitsunfälle. Und so manch einer fühlt sich körperlich und seelisch erschöpft. Untersuchungen zufolge leidet jeder Dritte an zu wenig oder an schlechtem Schlaf._\[1\]_ Zu den genannten Problemfeldern gehören das Einschlafen, Durchschlafen, nächtliche Wachliegen und die Schlafdauer. ## Besser schlafen mit 11 Punkten Die folgenden elf Punkte haben sich in den vergangenen Jahren nicht nur bei mir bewährt, wer möchte denn schon nicht gut schlafen? 1. Sport kurbelt die Hormonausschüttung in Deinem Körper an und dazu zählen unter anderem Endorphine, Testosteron und Adrenalin. Letzteres steigert die Herzfrequenz, den Blutdruck und stellt Energiereserven für Höchstleistungen bereit – ein Wachmacher. Treib deshalb in den 4 Stunden bevor Du schlafen gehst keinen Sport. 2. Der wohlriechende Kaffee am Morgen ist ein Wachmacher. Das liegt an dem enthaltenen Koffein, was den Körper in einen Stresszustand bringt. Während das morgens gewünscht ist, kann es zu Einschlafschwierigkeiten oder sogar schlaflosen Nächten führen. Koffein kann bis zu 12 Stunden schlafstörend wirken und der Körper reagiert bis zu 30 Tage nach dem letzten Kaffee schneller auf Stress. Verzichte deshalb auf koffeinhaltige Getränke (Kaffee, Tee, Cola, Energydrinks) so weit als möglich. 3. Falls Du die Gelegenheit hast tagsüber ein kurzes Nickerchen zu machen, nutz die Chance. Ein Kurzschlaf, nicht länger als 15 Minuten, hilft zu regenerieren, um Bestleistung zu erreichen. Alles, was länger ist, bringt den körperlichen Schlafrhythmus durcheinander. 4. 2-3 Stunden vor dem Schlafengehen solltest Du keine grössere Mahlzeit einnehmen und viel trinken. Es hat etwas, was uns unsere Eltern früher gesagt haben: „Mit einem vollen Bauch schläft man nicht so gut.“ Gemeint ist damit, wie erholsam der Schlaf sein wird, wenn der Bauch voll ist. 5. Falls Du nachts aufwachst, vermeide es, etwas zu essen. Das führt dazu, dass Dein Körper sich schnell daran gewöhnt und Dich künftig nachts mit einem Hungergefühl weckt. 6. Eine Banane, ein Glas Milch mit Honig oder Schokolade kann beim Einschlafen helfen. Das liegt am enthaltenen [L-Tryptophan](https://de.wikipedia.org/wiki/Tryptophan) und dem Transportmittel „Zucker“. 7. Arbeit, Vorbereitungen für den nächsten Tag und Sport kurz vor dem Schlafengehen können zu einem Schlafproblem führen. Richte Dir daher eine Pufferzone von mindestens 2 Stunden zwischen dem „Alltag“ und dem Schlafengehen ein, in welcher Du runterfahren kannst. 8. Der Biorhythmus heisst mit gutem Grund Rhythmus und ist ein wichtiger Dreh- und Wendepunkt für Deinen Körper. Daher ist ein regelmässiger Schlaf, also wann Du ins Bett gehst und aufstehst, für Deinen Körper wichtig. Weich dabei auch am Wochenende nicht mehr als 45 Minuten von Deinen üblichen Einschlaf- und Weckzeiten ab. Das macht Dich leistungsfähiger. 9. Solltest Du nachts aufwachen, vermeide es auf die Uhr zu schauen. Das löst automatisch mentalen und körperlichen Stress aus und lässt Dich längere Zeit daran denken, als Dir lieb sein wird. Lass den Wecker weggedreht, zähl Schäfchen oder führe eine Entspannungsübung aus, bis Du einschläfst. 10. Trainiere Dir eine Einschlaftechnik an, wie zum Beispiel Schäfchenzählen, in Gedanken die Wohnung umstellen oder Meditationsübungen. Was auch immer Du in Gedanken tust, es sollte Dich nicht anstrengen. 11. Manchmal gibt es Tage, da fallen einem vor dem Einschlafen gute Ideen ein. Leg Dir dazu einen Block neben das Bett, damit Du Notizen machen kannst. Und kümmere Dich erst am nächsten Tag darum. Es bringt wenig, sich in Gedanken zu wälzen, wenn man einschlafen will. Besser schlafen zu können, ist eine Mischung aus dem Erlernen von Verhaltensweisen, Strategien, Entspannung und Schlafhygiene._\[2\]_ Wenn auch Du Bestleistung geben willst, eigne Dir die richtigen Schlafstrategien an, damit Du besser durchschlafen kannst, erholter aufwachst und in Deine beste Performance kommst. Wichtige Anmerkung: Solltest Du über längere Zeit unter erheblichen Schlafproblemen leiden, such einen Arzt auf und lass Dich beraten. Fällt die natürliche Erholung des Schlafes weg, können erhebliche gesundheitliche Probleme auftreten. ## Referenzen * \[1\] Saletu B, Saletu-Zyhlarz GM 2000, Schlaf und Schlafstörungen. Psychopraxis 5: 24-30. * \[2\] Paterok B, (1993) Gruppentherapie bei primären Schlafstörungen: Effektivität eines multifaktorellen Ansatzes. Lit Verlag --- ## Geld entlohnt, Werte führen - URL: https://raypopoola.com/geld-entlohnt-werte-fuehren/ - Rubrik: Business - Autor: Ray Popoola - Veröffentlicht: 2018-03-05 · Aktualisiert: 2026-09-18 Ob Deine Mitarbeiter nur des Geldes wegen für Dich arbeiten oder auf Grundlage einer Identifikation, ist eine wichtige Frage. **Wenn Du auch bei weniger zufriedenstellenden Bonusrunden sicher sein willst, dass Deine Mitarbeiter Dir treu bleiben, musst Du als Leader wahrgenommen werden. Dazu solltest Du erst wissen, wie Du im Aussen wahrgenommen wirst.** ## Hol Dir kompromissloses Feedback Willst Du für Deine Peers und Angestellten als eine Top-Führungspersönlichkeit wahrgenommen werden? Es gibt viele Möglichkeiten, wie Du Deine Leadership-Qualitäten zur Bestleistung bringen kannst. Eine, die ich in jedem Leadership Coaching empfehle, ist, sich ausserhalb der jährlichen Bewertungsrunden Feedback einzuholen. In vielen Firmen ist 360°-Feedback ein Bestandteil der Personalentwicklung. Frag in Deiner Firma nach, vielleicht ist es für Dich bereits verfügbar. Ansonsten such Dir einen externen Anbieter. Die Investition hat unschätzbaren Wert. ## Wähl den Bereich der Verbesserung aus Nachdem Du von Deinen Stakeholdern Feedback erhalten hast, wähl aus ihrer 360°-Bewertung ein Verhalten aus, worin Du künftig besser gesehen werden willst. Vielleicht ist es sogar ein Verhalten, von dem Du nicht dachtest, dass man es Dir anhaften würde. Umso besser. Ein Beispiel: Ein Geschäftsbereichsleiter war in einem Führungscoaching darüber entsetzt, dass seine Peers ihn in seiner 360°-Bewertung als launisch beurteilten. Einerseits ärgerlich, weil er es nicht wusste. Andererseits ein Ansporn, weil er so nicht gesehen werden wollte. Er machte es zu seiner #1 Priorität, dies innert kurzer Zeit zu verändern. Die Tatsache, wie er gesehen wurde, hatte verständlicherweise Einfluss auf die Leistungsfreude seiner Mitarbeiter. Wer arbeitet denn schon gern für eine launische Person? ## Danke! Die einzig richtige Antwort auf ein Feedback ist: Danke. Kontaktiere einen Deiner Stakeholder, bedank Dich für das Feedback und heb hervor, wie wertvoll der Input für Dich ist. Teile auch mit, dass im Feedback Thema X (das, was Du verbessern willst) herausgekommen ist. Entschuldige Dich dafür, dass dies in der Vergangenheit Schwierigkeiten verursacht habe, und betone, dass Du Dich in dem Punkt verbessern willst. Frage Deinen Stakeholder nach Vorschlägen, die sie/er hat, damit Du Dich in diesem Bereich verbessern kannst. Klär Unklarheiten, jedoch rechtfertige Dich nicht. Schliess auch diesen Schritt mit einem Danke ab. Das ist für so manchen meiner Klienten einer der schwierigeren Punkte. Er zeigt eine vermeintlich verwundbare und menschliche Seite. Aber auch den Willen und Mut, die Schwäche zu verbessern. Das ist wiederum Charakterstärke und festigt das Vertrauen in Deine Person. > The difference between successful people and very successful people is that very successful people say no to almost everything. – Warren Buffett. ## Follow-up Ohne Termin und ohne Messkriterien ist jedes Follow-up nicht viel wert. Besonders dann, wenn es sich um ein Verhalten dreht, das Du an Dir verbessern willst. Mach mit Deinem Stakeholder einen Termin in spätestens einem Monat für ein erstes Follow-up. Warum? Was Du Dir terminiert hast, wirst Du eher einhalten. Und Du wirst wissen wollen, ob sich die Wahrnehmung über Dich verbessert hat. Zudem verändert sich auch der Blick auf Dich. Wenn Du in einem Monat fragst, ob Du z.B. zugänglicher geworden bist, wird sich Dein Stakeholder künftig stetig genau diese Frage stellen: Ist sie/er zugänglicher? Plane Dir periodisches Feedback ein. Mach weitere Follow-ups in regelmässigen Abständen, bis Du Dein Ziel erreicht hast. Smither & Walker1 (1999) haben in einer zeitlich lang angelegten Studie gezeigt, dass Manager sich stärker in ihre Bestleistung entwickeln, wenn sie 360°-Feedback nutzen und die Ergebnisse mit Angestellten besprechen, als wenn sie es nicht tun. Und das umso mehr, wenn die erkannten Schwächen mit den Ergebnissen des vorhergehenden Jahres verglichen werden. ## Menschen folgen Werten Leader, die von ihren Stakeholdern kompromissloses Feedback einholen und annehmen, zeigen, dass man ihnen vertrauen kann. Sich das Feedback zunutze zu machen, um sich persönlich zu verbessern, zeigt zudem Charakterstärke und für welche Werte man einsteht. Während viele der Meinung sind, dass Menschen nur dem Geld folgen, ist es doch meist so, dass Menschen den Werten folgen, die von ihren Leadern vorgelebt werden und mit denen sie sich identifizieren können. Probier es aus. Auf diesem Weg stärkst Du die Vertrauensbasis zu Deinen Mitarbeitern und Stakeholdern und Deine Leadership-Kompetenzen. So kannst Du der nächsten Bonusrunde gelassener entgegenblicken. ## Referenzen * 1\) Walker, A., & Smither, J. (1999). A Five-Year Study of Upward Feedback: What Managers Do with Their Results Matters. Personnel Psychology, 52(2), 393-423, 31 --- ## Druck im Job – So machen Sie Stress zum Produktivitätskick - URL: https://raypopoola.com/druck-im-job-so-machen-sie-stress-zum-produktivitaetskick/ - Rubrik: Presse & News - Autor: Ray Popoola - Veröffentlicht: 2017-10-26 Stress ist nicht per se schlecht; er erhöht Aufmerksamkeit und Leistungsfähigkeit. So legen Sie den Stressschalter um. ![Druck-Im-Job-Stress](/images/migrated/Druck-Im-Job-Stress-744x419.png) *26. Oktober 2017, Wirtschaftswoche* Am Arbeitsplatz, in der Familie und sogar in der Freizeit – Stress ist allgegenwärtig. Und hat einen ziemlich schlechten Ruf. Dabei ist Stress gar nicht unser grösster Feind. Denn Stress ist grundsätzlich gut. Bei Stress schüttet der Körper Botenstoffe aus, die Energiereserven des Körpers freisetzen und uns auf eine bevorstehende Flucht oder Auseinandersetzung vorbereiten. Erfolgt kein Abbau dieser Botenstoffe, wirkt sich Stress negativ auf unser Befinden aus und wird zum Disstress. [Lesen Sie hier den ganzen Artikel.](http://www.wiwo.de/erfolg/beruf/druck-im-job-so-machen-sie-stress-zum-produktivitaetskick/20503156.html) --- ## Bestleistung ist nicht nur etwas für Leistungseliten - URL: https://raypopoola.com/bestleistung-ist-nicht-nur-etwas-fuer-leistungseliten/ - Rubrik: Business - Autor: Ray Popoola - Veröffentlicht: 2017-10-20 Bestleistungen sind kein Privileg von Leistungseliten oder Übermenschen. Jeder kann Bestleistung erreichen. Die Frage ist nur, woran man sich selber misst. [Roger Federer](https://de.wikipedia.org/wiki/Roger_Federer) spielt eine perfekte Topspin-Vorhand unerreichbar weit ins hintere Feld. [Michael Phelps](https://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Phelps) gewinnt bei den Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro 2016 in fünf Schwimmdistanzen fünf weitere Goldmedaillen. Mit insgesamt 23 Olympia-Medaillen ist er der erfolgreichste Olympionike aller Zeiten. Der andere Michael, [Michael Jackson](https://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Jackson), ist mit schätzungsweise 750 Millionen verkaufter Platten der erfolgreichste Popstar aller Zeiten. [Franz Liszt](https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Liszt)’ Klavierstück «[Etudes d’exécution transcendante](https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%89tudes_d%E2%80%99ex%C3%A9cution_transcendante)» transzendiert pianistische Fingerfertigkeiten auf meisterhafte Ansprüche und zieht damit Zuhörer in seinen Bann. Unternehmen, bei denen der Silicon-Valley-Pionier [Elon Musk](https://de.wikipedia.org/wiki/Elon_Musk) involviert ist, verändern ganze Industriezweige und sorgen für eine Disruption in bis dato zementierten Märkten. Spitzenleistung zu erleben, ist spannend. Und wir alle möchten gerne gute Leistung erreichen, im Beruf, im Privatleben, im Sport oder bei unserem Hobby. Unser Streben danach ist durchaus normal. Aber viele haben das Gefühl, dass Bestleistung nur etwas für eine auserwählte, privilegierte Minderheit ist, für einzelne Talente oder Genies. Dabei ist das Resultat, das wir anschliessend als Bestleistung bezeichnen, nur das Ergebnis unserer Leidenschaft. Auch [Mahatma Gandhi](https://de.wikipedia.org/wiki/Mohandas_Karamchand_Gandhi) wusste anfangs nicht, dass er einen friedlichen Prozess letztlich bis zur Unabhängigkeit Indiens führen würde. ## Verliere den Kompass nicht aus den Augen Die gute Nachricht ist, dass die Wissenschaft in den letzten Jahrzehnten fundamentale Erkenntnisse im Bereich der Neurophysiologie erreicht hat: Bestleistung ist nicht mehr ein elitäres Produkt, sondern ein replizierbares Ergebnis. Forschung zeigt, dass Bildung 1%, Arbeitserfahrung 3% und Alter 0%, also gar keinen, Einfluss auf Leistung haben (Schmidt & Hunter, 1998). Es kann also jeder Bestleistung erreichen, ohne Vorwissen und ohne soziale Prägung, freilich aber natürlich nur im Rahmen seiner eigenen Möglichkeiten. Jedoch sind Bestleistungen nicht etwas, was über Nacht entsteht. Es braucht einen Plan, Hingabe und Leidenschaft, um etwas Bestimmtes erreichen zu wollen. Und auf dem Weg ans Ziel gibt es viele Unkenrufe, denen man trotzen und standhalten muss. Durchhaltevermögen ist erforderlich. Und manchmal muss man sich eben auch von falschen Ratgebern trennen, um seinen Kompass nicht aus den Augen zu verlieren. Einer der grösseren Fehler besteht meist darin, sich in erster Linie mit Ergebnissen der Besten messen zu wollen. Die optimale Frage wäre: «Wie kann ich bei dem, was ich tue, mein Bestes geben?» Dann wird die externe Referenz nicht das Ergebnis eines Top-Performers, sondern die Leidenschaft dessen. So werden die Hindernisse auf dem Weg zu Herausforderungen und nicht zu verhindernden Umständen. Und die interne Referenz wird der Zufriedenheitsindex der eigenen Leistung – man erlebt Flow-Zustände. ## Fazit Jeder Mensch kann gute Leistung erreichen und damit Glücksgefühle erleben. Es mag sein, dass es nicht die Spitzenleistungen von Olympioniken wie Michael Phelps oder Unternehmern wie Elon Musk sind. Das Glücksgefühl stellt sich aber nicht immer mit der absoluten Grösse des Ergebnisses ein, sondern mit der relativen und inneren Referenz, dann, wenn ich weiss, dass ich mein mir mögliches Bestes gegeben habe. ## Referenzen * Schmidt, F. L. & Hunter, J. E. (1998). The validity and utility of selection methods in personnel psychology: Practical and theoretical implications of 85 years of research findings. Psychological Bulletin, 124(2), 262–274. --- ## So finden Sie den passenden Business-Coach - URL: https://raypopoola.com/so-finden-sie-den-passenden-business-coach/ - Rubrik: Presse & News - Autor: Ray Popoola - Veröffentlicht: 2017-10-20 Im Management kann es ganz schön einsam werden. Mit diesen fünf Tipps finden Sie den perfekten Business-Coach. ![capital online magazin logo](/images/migrated/capital-online-magazin-logo-744x226.jpg) ## 20\. Oktober 2017, Capital online **Ralf R. hat im Job erreicht, wovon andere noch träumen: Top-Position im Management eines renommierten Unternehmens, hohes sechsstelliges Jahresgehalt, Privilegien, Ansehen. Doch Ralf R. fehlt etwas, seit er in der Chefetage angekommen ist. Und es fehlt ihm jeden Tag mehr. Er vermisst einen Sparringspartner, der ihm ehrliches Feedback gibt. Denn R. weiss: Sein Chefsessel wird unversehens zum Schleudersitz, wenn er falsche Entscheidungen zum falschen Zeitpunkt trifft.** Doch wohin mit seinen Sorgen? Mit wem soll er sich über seine Zweifel und Bedenken austauschen, wem seine Ängste offenbaren oder sich über mögliche Strategien austauschen? Es ist einsam an der Spitze. R.s Vorstandskollegen kümmern sich bestenfalls um ihre Ressorts, schlimmstenfalls hingegen um seine Absetzung. Und seine engsten Mitarbeiter hüten sich, durch allzu ehrliches Feedback die eigene Position zu gefährden. Mit anderen Worten: Sein Umfeld ist interessengeleitet. Unterstützung? Fehlanzeige. ## In kritischen Situationen hilft nur Klarheit Was Ralf R. braucht, ist ein externer Sparringspartner. Jemand, der R. dabei unterstützt, den vielseitigen Anforderungen des Jobs souverän zu begegnen. Jemand, der weiss, wie es ist, Motivator, Stratege, Steuermann und Vorbild in Personalunion sein zu müssen. Jemand, der ihm offen Feedback gibt und wichtige Impulse liefert. Kurz: Jemand, der seine Nöte versteht. Ralf R. braucht einen Business-Coach. Und zwar [keinen, der als bezahlter Feel-Good-Manager](https://www.capital.de/karriere/die-digitalen-changemaker) die gestresste Seele von R. massiert und ihm stets gut zuredet. Sondern jemanden, der kompromisslos mit ihm Zustände reflektiert, den Finger in die Wunde legt und neue Wege aufzeigt. Denn in kritischen Situationen und bei anspruchsvollen Aufgaben hilft kein Kuschelkurs, sondern nur ein klarer Blick. ## Bye bye Feel-Good-Manager, bye bye Drill Sergeant R. sucht einen Sparringspartner, der die richtigen Fragen stellt und hartnäckig Antworten einfordert. Mitnichten einen Drill Sergeant, sondern einen Coach, der R. zum Ausschöpfen des vorhandenen Potenzials führt. Der ihm zu mentaler und emotionaler Stärke verhilft, um den Alltag eines Top-Managers erfolgreich zu meistern. Ohne Sparringspartner, das spürt R. deutlich, vereinsamt er in seiner persönlichen Entwicklung. Er verschenkt seine Chance auf Bestleistung. Doch wie findet R. einen geeigneten Sparringspartner? Woran erkennt man einen guten Coach, der die Wirtschaft versteht und neben nützlichen Methoden des Selbstmanagements auch die Herausforderungen eines Managers kennt? ## Schritt 1: Wer fragt, führt Absolute Klarheit ist die erste Grundregel. Beantworten Sie sich folgende Fragen: Was ist meine Intention? Warum will ich einen Coach? Warum bin ich dort, wo ich gerade bin? Was soll das Endresultat meines Coachings sein? An was messe ich den Erfolg? Wenn diese Fragen nicht beantwortet sind, verschwenden Sie nur Zeit und Geld. ## Schritt 2: Raus aus der Komfortzone Eine grundsätzliche Lernbereitschaft ist Voraussetzung. Als Coachee sollten Sie bereit sein, sich zu verändern, und zwar nicht ein bisschen, sondern zu 100 Prozent. Sind Sie wirklich bereit, Opfer zu bringen, sich von lieb gewonnenen Routinen und etablierten Verhaltensmustern zu verabschieden? Für ein erfolgreiches Coaching sollten Sie über persönliche Integrität verfügen, realistische Erwartungen haben und sich Ihren erklärten Zielen gegenüber verpflichtet fühlen. ## Schritt 3: Drum prüfe, wer sich an einen Coach bindet Ihre Zeit ist kostbar und Ihre Langmut begrenzt. Sie wollen möglichst schnell Nutzen aus einer Zusammenarbeit ziehen. Woran können Sie einen „Kuschel“-Coach bereits vor der Zusammenarbeit erkennen? Wenn Ihr Coach Ihnen die Fragen aus Schritt 1 nicht stellt, weist das auf einen drohenden Eiertanz hin. Schickt er dann noch lächelnd Bestellungen für Sie ans Universum oder gibt Ihnen ein aufmunterndes „Alles wird gut“ mit auf den Weg, sollten Sie von weiteren Treffen absehen, ebenso, wenn der Coach keine Verantwortlichkeiten definiert und aufs Einhalten von Vereinbarungen verzichtet. ## Schritt 4: Eine gute Wahl treffen Manche nennen es den Nasenfaktor, andere schlicht Sympathie. Ihr künftiger Coach sollte jemand sein, den Sie auch sonst als Mensch schätzen und tolerieren würden. Mit anderen Worten: Jemand, dessen Gesellschaft Sie mögen. Neben der fachlichen Stärke, seiner Erfahrung und seinem Verständnis für inhaltliche Themen ist Authentizität ein weiterer wichtiger Entscheidungsfaktor. Lebt Ihr Coach, was er verspricht? Dann sind die Aussichten vielversprechend. ## Schritt 5: Keine faulen Kompromisse Ebenso wie Sie keine kontraproduktiven Zugeständnisse bei der Auswahl Ihres Sparringspartners machen sollten, darf ein Coach nicht allzu kompromissbereit sein. Ihr künftiger Coach sollte eine klare Haltung haben, und zwar auf jeder Ebene: fachlich, in der Kommunikation und in der Zusammenarbeit. Ihr Coach sollte sich ebenso an Vereinbarungen halten, wie er es von Ihnen verlangt. [Artikel auf Capital online lesen.](https://www.capital.de/karriere/so-finden-sie-den-passenden-business-coach) --- ## Wirkungsvolles Coaching beginnt, wo die Banalität endet - URL: https://raypopoola.com/ray-popoola-wirkungsvolles-coaching-beginnt-da-wo-die-banalitaet-endet/ - Rubrik: Presse & News - Autor: Ray Popoola - Veröffentlicht: 2017-07-27 „Warum brauche ich einen Coach? Ich kann doch alles in Büchern nachlesen.“ Mit dieser Frage sehen sich auch Spitzen-Coaches konfrontiert. ## Zürich, 27. Juli 2017. **„Warum brauche ich einen Coach? Ich kann doch alles auch in Büchern nachlesen.“ Mit dieser Frage sehen sich auch Spitzen-Coaches und herausragende Management-Trainer konfrontiert. Der Schweizer Performance Coach Ray Popoola, der seit vielen Jahren Top-Entscheider aus der Wirtschaft und Spitzensportler bei persönlichen Veränderungen begleitet und sie nachweislich zu Bestleistungen bewegt, hat für diese Frage kein Verständnis.** **„Wirkungsvolles Coaching sowie echte, lebenswichtige und bewusstseinserweiternde Veränderungen beginnen da, wo menschliche Interaktion stattfindet und der Bullshit endet“, sagt er. Mit Bullshit meint er die typischen Erfolgstipps aus der Ratgeber-Literatur und aus Illustrierten, die über Erfolgsuchende hereinströmen wie Wellen an die Küste. „Die sind meist banal. Nichts davon ist wirklich individuell.** **In der Umsetzung bleiben diese Allgemeinplätze ungefähr so wahr und nachhaltig wie das Tageshoroskop“, meint er und fordert, bestimmte Aussagen und vermeintliche Tipps mehr zu hinterfragen.** „Wir nehmen viele Allgemeinplätze viel zu selbstverständlich hin. ‚Wenn ich das schaffe, dann schaffst Du das auch‘. ‚Jedes Ziel beginnt mit dem ersten Schritt‘. Oder: ‚Erfolg hat drei Buchstaben: TUN‘. Das alles sind doch nichtssagende Trostpflaster, die je nach Perspektive immer ganz oder teilweise wahr sind, aber den Empfänger der Botschaften alleine lassen, wenn es um seine eigenen Themen geht“, kritisiert Popoola. Erst durch das tiefe Eindringen in die Psyche durch einen dafür speziell ausgebildeten Menschen und eine intensive Auseinandersetzung mit den persönlichen Hindernissen, Limitierungen und Blockaden werde wirklich etwas bewegt. „Jeder hat doch seinen ganz eigenen Rucksack, seine persönlichen Eigenschaften und Lebensmotive. Das kann nicht in einem Ratgeber oder in einer dreiminütigen Videositzung erfasst und bearbeitet werden“, macht der Performance Coach deutlich. Nicht umsonst hätten erfahrene Coaches zahlreiche Zertifizierungen durchlaufen, Methoden erlernt und Erfahrungen gemacht, ein Buch sei für alle gleich, eine „Persönlichkeits-Entwicklungs-Phrasen-Giesskanne“. Ein hochwertiges Coaching hingegen sei maximal individuell. „Was bei dem einen funktioniert und einen radikalen Wandel zum Besseren bewirkt, kann bei einem anderen genau den gegenteiligen Effekt haben“, weiss Popoola. Was in den meisten Büchern nachzulesen sei, sei bestenfalls rudimentäres Allgemeinwissen, das nicht mal „zum Malen nach Zahlen“ tauge. Unbegleitet blieben mehr als 95 Prozent aller Ansätze wirkungslos. Nur durch einen Coach, der persönlich, charakterlich und fachlich mit dem Klienten kompatibel sei und der eine gewisse Spezialisierung nachweisen könne, liessen sich Ziele auch wirklich erreichen. „Persönliche Veränderungen sind nicht trivial, sondern für die meisten Menschen eine der grössten und schmerzlichsten Herausforderungen“, so Popoola. Deswegen müsse der Klient auch mitarbeiten, sich seinem Schmerz und seinen Problemen stellen und sich selbst konfrontieren. „Das fordert kein Ratgeber. Deswegen wirkt er nicht. Und dieser Prozess braucht individuelle Begleitung.“ Freilich möchte Ray Popoola Bücher und Ratgeber-Seiten nicht verdammen. Mancher Impuls sei sicher hilfreich und könne zuerst einen inneren Dialog und später den Wunsch nach persönlicher Veränderung auslösen. „Wenn es aber ans Eingemachte geht, wenn der Weg wirklich gegangen werden muss, Disziplin und Durchhaltewillen nötig sind und wenn individuelle Grenzen erreicht und verschoben werden, dann ist es gut, wenn jemand da ist, der versteht, moderiert und unterstützt. Nur wer das leisten kann, auf höchstem Niveau, sollte sich auch Coach nennen dürfen“, so der Mentaltrainer, Executive-Coach und Coach-Ausbilder, der nicht nur seine eigenen Klienten ermutigt, viel mehr zu hinterfragen und auch dem Coach „auf den Zahn zu fühlen“. „Die Klienten sollten mündiger werden. Nicht alles, was schön klingt, ist auch wahr und hilfreich.“ Wer Bestleistung bringen und mehr aus sich herausholen möchte, sollte für sich auch den besten Coach suchen. Wohlfeile Worte allein seien noch kein Qualitätsmerkmal. Weitere Informationen über Ray Popoola und jede Menge Hintergrundwissen zum Thema mentales Coaching für Business-Entscheider und Sportler gibt es unter [www.raypopoola.com](/). **Hintergrund:** Ray Popoola ist einer der führenden Performance Coaches, Trainer und Coach-Ausbilder Europas. Er lebt und arbeitet in der Schweiz, seine Wurzeln liegen in Deutschland und Nigeria. Er verfügt über ein Wissen wie kaum ein Zweiter. Er ist Wirtschaftsinformatiker (FH), Betriebsökonom (FH) und absolvierte einen MBA in England. Der frühere Leistungssportler verfügt zudem über Abschlüsse und Zertifikate in rund einem Dutzend neurowissenschaftlicher Methoden aus den Bereichen Coaching, Intervention, Hypnose, Mentaltechnik, Persönlichkeitsentwicklung und angewandter Psychologie: Wissen, das er heute auch als Lehrtrainer weitergibt. Ray Popoola schaut auf eine abwechslungsreiche berufliche Laufbahn zurück, er war jüngster Leiter einer Kampfkunstschule in der Schweiz, gründete mehrere Unternehmen in der Technik-, IT-, Beratungs- und Weiterbildungsbranche, avancierte zum internationalen Bankmanager mit Projekten in ganz Europa und den USA bevor er sich 2008 als Performance Coach und Persönlichkeitsentwickler in Zürich einen Namen machte. Seine Klienten kommen aus dem Breiten- und Spitzensport sowie aus der Wirtschaft und dem Top-Management. Er gilt als der Top-Coach der Leistungselite, als der mentale Begleiter, wenn es um grosse Herausforderungen, komplexe Fragen und den unbedingten Willen zum Erfolg geht. Seine Klienten reisen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum, aus Westeuropa und sogar aus dem arabischen Raum an, weil sie seine strukturierte Analyse, sein schnelles systemisches Verständnis, sein breites Methoden- und Interventions-Know-how sowie sein direktes und ehrliches Feedback zu schätzen wissen. Ray Popoola hilft, sich zu fokussieren, dringt tief in die Persönlichkeit ein und sorgt für starke und nachhaltige Veränderungen. Er macht es möglich, von Zielen und Ergebnissen nicht nur zu träumen, sondern sie auch wirklich im Alltag zu erreichen und sich mit aller Kraft und Motivation tagtäglich für sie einzusetzen. Er überzeugt durch menschliche Nähe und Empathie ebenso wie durch klare Ansagen und einen schonungslosen Blick nach innen und aussen. Er baut auf und erklärt, pointiert und strukturiert, versteht und verändert Perspektiven. Dabei verlangt er, dass eingegangene Selbstverpflichtungen auch eingehalten werden, damit der gewünschte persönliche emotionale und mentale Wandel zum Besseren auch erreicht wird. Für ihn zählen im Umgang mit Klienten nur die Ergebnisse: absolute Klarheit, Fokussierung auf die Lösung und das Erreichen der angestrebten Ziele. Denn wer etwas erreichen will, der muss sich bewegen. Ray Popoola ist gefragter Redner auf nationalen und internationalen Kongressen, Präsident des Verbandes der Persönlichkeitstrainer (VPT) sowie Mitglied in zahlreichen Fachverbänden und Expertenzirkeln. --- ## Ray Popoola: Mitglied der Chefsache Best99 Premium Experts - URL: https://raypopoola.com/auszeichnung-ray-popoola-ist-mitglied-der-chefsache-best99-premium-experts/ - Rubrik: Presse & News - Autor: Ray Popoola - Veröffentlicht: 2017-07-17 Schweizer Spitzen-Coach begleitet Leistungssportler und Entscheider in der Wirtschaft. ## Zürich, 17. Juli 2017. **Als einer der ersten Experten aus den Bereichen Coaching, Weiterbildung und Management-Beratung ist Ray Popoola Mitglied der Chefsache Best99 Premium Experts. Die Expertengemeinschaft setzt als einzige im deutschsprachigen Raum rund 20 Qualifikationskriterien voraus, bevor ein Mitglied in den auf 99 Personen begrenzten Kreis aufgenommen wird. Popoola ist spezialisiert auf Business-Coaching für Manager und Unternehmer sowie auf die professionelle Begleitung von Leistungssportlern. Der Schweizer zählt zu den führenden Performance Coaches und Coach-Ausbildern Europas.** „Mit Ray Popoola haben wir einen Top-Spezialisten gewonnen, der sich national und international einen Namen gemacht hat und der sowohl über renommierte Referenzen als auch über herausragende Formalqualifikationen verfügt. Die Liste seiner Methodenkenntnisse, Zertifikate und Auszeichnungen ist lang und beweist sein umfangreiches Können in seinem Genre. Gerne und mit Stolz haben wir ihm das Gütesiegel ‚Best99 Premium Expert‘ verliehen“, erklären Peter Buchenau und Falk S. Al-Omary, die die Expertengemeinschaft ins Leben gerufen haben. Die Best99 seien „die Besten ihres Fachs“ und müssten dies im Rahmen des aufwendigen Aufnahmeverfahrens in die Qualitäts-Gemeinschaft auch beweisen. Neben der Auszeichnung als „Best99 Premium Expert“ erhält Ray Popoola auch einen Buchvertrag und wird zukünftig regelmässig auf der Plattform [www.chefsache24.de](https://www.chefsache24.de/) publizieren. „Wir legen Wert darauf, dass unsere Mitglieder ihre besondere Expertise teilen und mit ihrem Wissen die Chefsache-Expertengemeinschaft zu einem führenden Think Tank für Business-Wissen, Management und Führung entwickeln“, so Buchenau und Al-Omary. Alle Experten, die mit dem Qualitätssiegel „Best99 Premium Experts“ ausgezeichnet sind, stehen auch als Vortragsredner, Trainer, Berater oder Mentoren zur Verfügung. „Wissensvermittlung braucht objektive Qualität, persönliches Format, nachgewiesene Fach- und Methodenkompetenz sowie langjährige praktische Erfahrung. Das alles zusammen macht einen echten Experten aus.“ Ray Popoola ist der erste in der Schweiz ansässige Trainer und Coach, der der Expertengemeinschaft angehören wird. Weitere Informationen über Ray Popoola gibt es unter [www.chefsache24.de/ray-popoola-premium-expert](https://www.chefsache24.de/ray-popoola-premium-expert/) und unter [www.raypopoola.com](/). Mehr zur Chefsache Expertengemeinschaft, zur Mitgliedschaft, den Aufnahmekriterien und zu anderen Best99 Premium Experts sowie jede Menge Expertenwissen gibt es unter [www.chefsache24.de](https://www.chefsache24.de/). **Hintergrund:** Ray Popoola ist einer der führenden Performance Coaches, Trainer und Coach-Ausbilder Europas. Er lebt und arbeitet in der Schweiz, seine Wurzeln liegen in Deutschland und Nigeria. Er verfügt über ein Wissen wie kaum ein Zweiter. Er ist Wirtschaftsinformatiker (FH), Betriebsökonom (FH) und absolvierte einen MBA in England. Der frühere Leistungssportler verfügt zudem über Abschlüsse und Zertifikate in rund einem Dutzend neurowissenschaftlicher Methoden aus den Bereichen Coaching, Intervention, Hypnose, Mentaltechnik, Persönlichkeitsentwicklung und angewandter Psychologie: Wissen, das er heute auch als Lehrtrainer weitergibt. Ray Popoola schaut auf eine abwechslungsreiche berufliche Karriere zurück, er war jüngster Leiter einer Kampfkunstschule in der Schweiz, gründete mehrere Unternehmen in der Technik-, IT-, Beratungs- und Weiterbildungsbranche, avancierte zum internationalen Bankmanager mit Projekten in ganz Europa und den USA bevor er sich 2008 als Performance Coach und Persönlichkeitsentwickler in Zürich einen Namen machte. Seine Klienten kommen aus dem Breiten- und Spitzensport sowie aus der Wirtschaft und dem Top-Management. Er gilt als der Top-Coach der Leistungselite, als der mentale Begleiter, wenn es um grosse Herausforderungen, komplexe Fragen und den unbedingten Willen zum Erfolg geht. Seine Klienten reisen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum, aus Westeuropa und sogar aus dem arabischen Raum an, weil sie seine strukturierte Analyse, sein schnelles systemisches Verständnis, sein breites Methoden- und Interventions-Know-how sowie sein direktes und ehrliches Feedback zu schätzen wissen. Ray Popoola hilft, sich zu fokussieren, dringt tief in die Persönlichkeit ein und sorgt für starke und nachhaltige Veränderungen. Er macht es möglich, von Zielen und Ergebnissen nicht nur zu träumen, sondern sie auch wirklich im Alltag zu erreichen und sich mit aller Kraft und Motivation tagtäglich für sie einzusetzen. Er überzeugt durch menschliche Nähe und Empathie ebenso wie durch klare Ansagen und einen schonungslosen Blick nach innen und aussen. Er baut auf und erklärt, pointiert und strukturiert, versteht und verändert Perspektiven. Dabei verlangt er, dass eingegangene Selbstverpflichtungen auch eingehalten werden, damit der gewünschte persönliche emotionale und mentale Wandel zum Besseren auch erreicht wird. Für ihn zählen im Umgang mit Klienten nur die Ergebnisse: absolute Klarheit, Fokussierung auf die Lösung und das Erreichen der angestrebten Ziele. Denn wer etwas erreichen will, der muss sich bewegen. Ray Popoola ist gefragter Redner auf nationalen und internationalen Kongressen, Präsident des Verbandes der Persönlichkeitstrainer (VPT) sowie Mitglied in zahlreichen Fachverbänden und Expertenzirkeln. Weitere Informationen unter [www.raypopoola.com](/). --- ## Authentizität und Motivation starten mit der Frage „Warum?“ - URL: https://raypopoola.com/authentizitaet-und-motivation-starten-mit-der-frage-warum/ - Rubrik: Presse & News - Autor: Ray Popoola - Veröffentlicht: 2017-06-27 Jeder Mensch hat innere Antreiber. Er handelt entsprechend seiner Veranlagung, die durch bestimmte Lebensmotive bestimmt wird. **Sie machen die Persönlichkeit aus, sie bestimmen, was jemand gerne tut und was nicht, woran er Freude hat und was ihm schwerfällt, für was er sich begeistern kann und was er nur widerwillig erledigt, ob er lieber im Team arbeitet oder allein und vieles andere mehr. Das Wissen um die Existenz solcher Lebensmotive ist neuer als die hierarchiegeprägten Modelle von Führung und Management und deswegen leider oft noch nicht gelebter Alltag in Unternehmen.** Wissen, das gerade Führungskräfte für sich nutzen sollten. Selbstbezogene Führung nach dem Motto „Führe Mitarbeiter so, wie Du geführt werden willst“ wird dabei zunehmend zum Auslaufmodell. Immer öfter gilt in modernen Unternehmen: „Führe Mitarbeiter so, wie sie geführt werden wollen, entsprechend ihrer Lebensmotive und den daraus resultierenden Stärken und Schwächen.“ Es sind also Führungskräfte gefragt, die sowohl über eine hohe Selbstwahrnehmung verfügen (schliesslich handeln auch sie entsprechend ihrer Lebensmotive) als auch über eine ausserordentliche Beobachtungsfähigkeit. Wer weiss, was seine inneren Antreiber sind, trifft die besseren Entscheidungen, kommuniziert besser und ist im Einklang mit seinen Handlungsmaximen. Warum das so ist, lässt sich leicht erklären. Das „Warum“ ist der Treibstoff, während das Wie und Was nur die Resultate sind. Die Lebensmotive geben die Antwort auf das Warum. > **Menschen mit zum Beispiel einem hoch ausgeprägten Flexibilitätsmotiv performen besonders gut in dynamischen Umgebungen.** Warum verhält sich jemand so und nicht anders? Warum performt eine Person in einem Umfeld, während eine andere Person im gleichen Umfeld zum Low-Performer mutiert? Mit dem falschen Treibstoff krankt das System. Wer gegen seine inneren Antreiber arbeitet oder arbeiten muss, verliert an Energie. Der richtige Treibstoff fehlt. Ein System voller Menschen mit wenig Treibstoff wird auch von Kunden und Geschäftspartnern erkannt. Es wird deutlich, hier fehlt die Energie, das Warum, das grosse Ziel. Sich bewusst zu werden, was die wirklichen inneren Antreiber sind, ist weit mehr als reine Selbsterkenntnis. Es heisst zu hinterfragen und abzugleichen, ob und inwieweit die Werte, welche das Unternehmen, die Vorgesetzten und die Arbeitskollegen vertreten, mit den eigenen übereinstimmen. Ein niedrigerer Deckungsgrad bedeutet, geringere Produktivität und Motivation, ein höherer erlebter Stress und höhere Fehlzeiten. ## Gleich und Gleich gesellt sich gern Menschen mit zum Beispiel einem hoch ausgeprägten Flexibilitätsmotiv performen besonders gut in dynamischen Umgebungen. Mit einer Führung der starren, durchgetakteten Strukturen gehen sie ein wie eine Orchidee im Keller. In einem Startup-Unternehmen werden hingegen genau diese Flexibilität und Agilität gefordert. Da ist ein Geist gefragt, der sich an wechselnde Gegebenheiten anpassen kann. > **Wenn Menschen überfordert oder unterfordert sind, startet normalerweise die Suche nach fehlenden fachlichen Kompetenzen oder mangelnden persönlichen Fähigkeiten.** Je nachdem, mit welchen Motiven man ausgestattet ist, ist man ein besserer Match für ein Unternehmen als Mitarbeiter oder als Führungsperson oder eben ein schlechterer. Dabei sind bestimmte Lebensmotive nicht besser oder schlechter. Sie sind einfach so, wie sie sind. Um sich aber zu entfalten, brauchen sie eine entsprechende Umgebung. Es gilt also, die richtigen Entscheidungen zu treffen, für oder gegen den Job, für oder gegen einen Mitarbeiter, für oder gegen ein Projektteam. Viele versuchen noch immer, sich Menschen für das gegebene Umfeld zurechtzubiegen, statt sich zu fragen, ob das Umfeld das passende ist. Über kurz oder lang federt der daraus resultierende Selbstbetrug, das Handeln entgegen der eigenen Lebensmotive physisch und körperlich zurück: Burnout, Stress und Krankheiten sind die Folge. ## Motive kann man messen und nicht lernen Wenn Menschen überfordert oder unterfordert sind, startet normalerweise die Suche nach fehlenden fachlichen Kompetenzen oder mangelnden persönlichen Fähigkeiten. Auch wenn es durchaus Fehlbesetzungen gibt, startet eine sinnvollere Suche auf der Ebene der Persönlichkeit, Bedürfnisse und Antreiber, auf der Ebene der intrinsischen Motivation, der Lebensmotive. Der Glaube, dass der Mensch wie ein Rechner umprogrammiert werden kann, entstammt dem Beginn des Computerzeitalters und ist ein Wunsch, dem kaum ein Mensch bisher hat nachkommen können. Tätigkeiten und Abläufe lassen sich erlernen. Aber das „Warum“ eine Tätigkeit ausgeführt werden soll, ist noch nicht lernbar. Es ist der Unterschied zwischen Wissen und Erkenntnis. Treibstoff kann man eben nicht lernen, man muss ihn im Tank haben. Und der Treibstoff ist eine Wertekongruenz zwischen den eigenen inneren Antreibern und den zu lösenden Aufgaben. Mit dem Wissen der Lebensmotive beginnt die Reise in eine neue Führungskultur und eines professionellen Coachings. Es gilt kompromisslos zu inventarisieren, Konfliktherde zu identifizieren und eine Veränderung voranzutreiben. Die dadurch erworbene Authentizität ist für Unternehmer, Führungspersonen und Menschen, die ein sinnvolleres Leben führen wollen, ein Muss. Die Ergebnisse sind eine bessere Performance, gesündere Mitarbeiter und Strukturen und eine steigende allgemeine Zufriedenheit im Miteinander. \* Dieser Artikel erschien auch in der [Frankfurter Allgemeine Woche](https://fazwoche.de/), KW25/2017 --- ## Hypnose braucht Verantwortung und Engagement - URL: https://raypopoola.com/hypnose-braucht-verantwortung-und-engagement/ - Rubrik: Presse & News - Autor: Ray Popoola - Veröffentlicht: 2017-05-09 Schweizer Spitzencoach Ray Popoola in die Prüfungskommission des Berufsverbandes der Hypnosetherapeuten berufen. ## Leverkusen / Zürich, 09. Mai 2017. **Wer im Coaching oder gar als Therapeut mit Hypnose arbeitet, der hat eine sehr grosse Verantwortung. Die Arbeit mit Hypnose setzt ein ganz besonderes Vertrauensverhältnis zwischen dem Coach einerseits, und dem Klienten andererseits voraus, was wiederum exzellente kommunikative Expertise erfordert. Sowohl im Coaching- als auch im Hypnoseprozess sind tiefe Kenntnisse der menschlichen Psyche und der Persönlichkeitsanalyse erforderlich. Hohe Standards für Hypnotherapeuten sind daher unbedingt notwendig.** **Die höchsten Standards, die auch von der europäischen Fachwelt anerkannt werden, setzt der in Leverkusen ansässige Berufsverband der Hypnosetherapeuten, der ausgebildete Hypnotiseure nach definierten Standards zertifiziert. Zuständig hierfür ist eine Prüfungskommission, deren Mitglieder ebenfalls besonders hohe Ansprüche erfüllen müssen. Der Schweizer Spitzencoach Ray Popoola wurde jetzt in die Prüfungskommission des Verbandes berufen.** „Im Gegensatz zur Show-Hypnose und anderen Pseudo-Anwendungen dieser hochwirksamen Coaching- und Interventionsmethode ist echte Hypnotherapie eine ernste Sache. Die Verantwortung vor, während und nach einer Hypnose ist extrem gross. Wer dieser Verantwortung gerecht werden und Menschen so in ihrer weiteren Entwicklung nachhaltig unterstützen möchte, braucht eine sehr umfangreiche Ausbildung“, erklärt Popoola, der seit zwanzig Jahren mit Hypnose arbeitet und als Hypnose-Spezialist gilt. Als Mitglied der Prüfungskommission entscheidet er mit, wer das begehrte Ausbildungssiegel des Berufsverbandes bekommt und mit diesem nachweisen kann, dass er eine langjährige und besonders umfassende Hypnose-Ausbildung auf höchstem Niveau genossen hat. „Hypnose ist Vertrauenssache. Vertrauen entsteht zuerst durch nachgewiesene Kompetenz“, ist Popoola überzeugt. „Ich bin sehr stolz auf diese Aufgabe. Ich kann mein Wissen weitergeben, aber auch etwas zur Qualität in der Branche beitragen. Hypnose ist als Methode etwas für Top-Profis, nichts für Coaching-Hobbyisten“, kritisiert Popoola die teilweise sehr oberflächlichen Akteure in der Szene. Wer sich hypnotisieren lasse, um einen persönlichen Fortschritt zu erzielen, könne zu Recht erwarten, dass der Hypnotiseur kompetenztechnisch in der Lage und charakterlich geeignet ist, diese Intervention zum Wohle des Klienten optimal einzusetzen. Die Prüfungsordnung des Berufsverbandes der Hypnosetherapeuten biete für diese Qualitätssicherung eine hervorragende Grundlage. Wer mehr über den Schweizer Coach, Hypnose-Spezialisten und Spitzentrainer Ray Popoola erfahren möchte, bekommt weitere Informationen unter [www.raypopoola.com](/). Der Berufsverband der Hypnosetherapeuten ist unter www.hypnoseverband.com erreichbar. **Hintergrund:** Ray Popoola ist einer der führenden Performance Coaches, Trainer und Coach-Ausbilder Europas. Er lebt und arbeitet in der Schweiz, seine Wurzeln liegen in Deutschland und Nigeria. Er verfügt über ein Wissen, wie kaum ein Zweiter. Er ist Wirtschaftsinformatiker (FH), Betriebsökonom (FH) und absolvierte einen MBA in England. Der frühere Leistungssportler verfügt zudem über Abschlüsse und Zertifikate in rund einem Dutzend neurowissenschaftlicher Methoden aus den Bereichen Coaching, Intervention, Hypnose, Mentaltechnik, Persönlichkeitsentwicklung und angewandter Psychologie: Wissen, das er heute auch als Lehrtrainer weitergibt. Ray Popoola schaut auf eine abwechslungsreiche berufliche Karriere zurück, er war jüngster Leiter einer Kampfkunstschule in der Schweiz, gründete mehrere Unternehmen in der Technik-, IT-, Beratungs- und Weiterbildungsbranche, avancierte zum internationalen Bankmanager mit Projekten in ganz Europa und den USA bevor er sich 2008 als Performance Coach und Persönlichkeitsentwickler in Zürich einen Namen machte. Seine Klienten kommen aus dem Breiten- und Spitzensport sowie aus der Wirtschaft und dem Top-Management. Er gilt als der Top-Coach der Leistungselite, als der mentale Begleiter, wenn es um grosse Herausforderungen, komplexe Fragen und den unbedingten Willen zum Erfolg geht. Seine Klienten reisen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum, aus Westeuropa und sogar aus dem arabischen Raum an, weil sie seine strukturierte Analyse, sein schnelles systemisches Verständnis, sein breites Methoden- und Interventions-Know-how sowie sein direktes und ehrliches Feedback zu schätzen wissen. Ray Popoola hilft, sich zu fokussieren, dringt tief in die Persönlichkeit ein und sorgt für starke und nachhaltige Veränderungen. Er macht es möglich, von Zielen und Ergebnissen nicht nur zu träumen, sondern sie auch wirklich im Alltag zu erreichen und sich mit aller Kraft und Motivation tagtäglich für sie einzusetzen. Er überzeugt durch menschliche Nähe und Empathie ebenso wie durch klare Ansagen und einen schonungslosen Blick nach innen und aussen. Er baut auf und erklärt, pointiert und strukturiert, versteht und verändert Perspektiven. Dabei verlangt er, dass eingegangene Selbstverpflichtungen auch eingehalten werden, damit der gewünschte persönliche emotionale und mentale Wandel zum Besseren auch erreicht wird. Für ihn zählen im Umgang mit Klienten nur die Ergebnisse: absolute Klarheit, Fokussierung auf die Lösung und das Erreichen der angestrebten Ziele. Denn wer etwas erreichen will, der muss sich bewegen. Ray Popoola ist gefragter Redner auf nationalen und internationalen Kongressen, Präsident des Verbandes der Persönlichkeitstrainer (VPT) sowie Mitglied in zahlreichen Fachverbänden und Expertenzirkeln. Weitere Informationen unter [www.raypopoola.com](/). --- ## Ray Popoola unterstützt das Sales-Team von Kinnarps - URL: https://raypopoola.com/spitzentrainer-ray-popoola-unterstuetzt-sales-team-des-inneneinrichters-kinnarps/ - Rubrik: Presse & News - Autor: Ray Popoola - Veröffentlicht: 2017-04-11 Intrinsische Motivatoren und Selbsterkenntnis zum Wohle des Kunden und des Unternehmens. ## Zürich, 11. April 2017. **Kinnarps ist der grösste Hersteller von Einrichtungslösungen rund um den Arbeitsplatz in Europa. Und wer Arbeitsplätze ausstattet, der hat auch eine grosse Verantwortung für die Themen Produktivität, Motivation und Leistungsfähigkeit. Um diese sowohl im eigenen Team weiter zu steigern als auch durch neurowissenschaftliche Kenntnisse die Beratungskompetenz gegenüber den anspruchsvollen Kunden des Unternehmens noch weiter zu erhöhen, hat Kinnarps Schweiz nun den Züricher Spitzentrainer und Performance Coach Ray Popoola engagiert.** **Popoola unterstützt das Kinnarps-Sales-Team rund um die Themen intrinsische Motivation, bessere Interaktion und Team-Performance.** „Nur wer sich selbst und seine inneren Antreiber und Motive kennt, weiss auch, wie er den Kunden bestmöglich erreichen kann. Funken auf der gleichen Wellenlänge, mit sich selbst und der eigenen Persönlichkeit im Einklang zu sein und ein tiefes Verständnis für die eigene Psyche zu haben, ist die beste Basis für das perfekte Beratungsgespräch. Wer weiss, was in einem selbst vorgeht, versteht auch besser, was andere empfinden, und was sie sich wirklich wünschen“, ist Ray Popoola überzeugt. Auf Basis einer wissenschaftlich validierten Methode entwickelt er das Kinnarps Sales-Team auf zwei Ebenen weiter: bei der individuellen Motivation und Selbsterkenntnis als Kundenberater und als gemeinsames Sales-Team, das gemeinsam seine Kompetenz als Marktführer zum Wohle des Kunden einbringt. „Teams, die sich blind verstehen, sich untereinander persönlich und fachlich vollkommen vertrauen können und die so perfekt interagieren, sind der beste Garant für optimalen Kundenservice“, erklärt Popoola. Hier wolle er einen entscheidenden Beitrag leisten. „Motivation, Performance, Teamkompetenz und Psychologie werden für Unternehmen immer wichtiger“, verdeutlicht auch Michelle Petit, Sales Director von Kinnarps in der Schweiz. Mit Ray Popoola habe man einen Top-Profi für das Kinnarps Sales-Team gewonnen, der diese Themen aus dem Effeff beherrsche und diese mit einer tiefen Kenntnis unternehmerischer, betriebswirtschaftlicher und Führungskompetenz kombiniere. „Es gibt nur sehr wenige Coaches und Trainer, die über eine derartige Methodenvielfalt und neurowissenschaftliches Know-how verfügen und selbst jahrelang als Manager in mittelständischen und grossen Unternehmen tätig waren“, erklärt Petit die Entscheidung für Popoola als Persönlichkeitsentwickler und Trainer bei Kinnarps. Popoola sei ein Praktiker, der Motivationscoaching und Persönlichkeitsentwicklung alltags- und geschäftstauglich gestalte, kein Coach „aus dem Wolkenkuckucksheim“. Sie sei dankbar, Popoola, der auch Top-Manager und Spitzensportler unterstützt, für diese Aufgabe gewonnen zu haben. Michelle Petit ist sich sicher, dass neben dem Kinnarps-Sales-Team auch die Kinnarps-Kunden von den neuen Erkenntnissen profitieren werden. „Erfolgreiche Unternehmen bringen Bestleistung, die auch der Kunde spürt. Garant dafür sind top-motivierte Mitarbeiter“, so Petit abschliessend. Weitere Informationen über den Premium-Hersteller von Einrichtungslösungen Kinnarps gibt es unter www.kinnarps.com. Mehr zu den Themen Motivation, Coaching, Performance und Persönlichkeitsentwicklung in Unternehmen sowie über den Spitzentrainer und Coach Ray Popoola gibt es unter [www.raypopoola.com](/). **Hintergrund:** Ray Popoola ist einer der führenden Performance Coaches, Trainer und Coach-Ausbilder Europas. Er lebt und arbeitet in der Schweiz, seine Wurzeln liegen in Deutschland und Nigeria. Er verfügt über ein Wissen, wie kaum ein Zweiter. Er ist Wirtschaftsinformatiker (FH), Betriebsökonom (FH) und absolvierte einen MBA in England. Der frühere Leistungssportler verfügt zudem über Abschlüsse und Zertifikate in rund einem Dutzend neurowissenschaftlicher Methoden aus den Bereichen Coaching, Intervention, Hypnose, Mentaltechnik, Persönlichkeitsentwicklung und angewandter Psychologie: Wissen, das er heute auch als Lehrtrainer weitergibt. Ray Popoola schaut auf eine abwechslungsreiche berufliche Karriere zurück, er war jüngster Leiter einer Kampfkunstschule in der Schweiz, gründete mehrere Unternehmen in der Technik-, IT-, Beratungs- und Weiterbildungsbranche, avancierte zum internationalen Bankmanager mit Projekten in ganz Europa und den USA bevor er sich 2008 als Performance Coach und Persönlichkeitsentwickler in Zürich einen Namen machte. Seine Klienten kommen aus dem Breiten- und Spitzensport sowie aus der Wirtschaft und dem Top-Management. Er gilt als der Top-Coach der Leistungselite, als der mentale Begleiter, wenn es um grosse Herausforderungen, komplexe Fragen und den unbedingten Willen zum Erfolg geht. Seine Klienten reisen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum, aus Westeuropa und sogar aus dem arabischen Raum an, weil sie seine strukturierte Analyse, sein schnelles systemisches Verständnis, sein breites Methoden- und Interventions-Know-how sowie sein direktes und ehrliches Feedback zu schätzen wissen. Ray Popoola hilft, sich zu fokussieren, dringt tief in die Persönlichkeit ein und sorgt für starke und nachhaltige Veränderungen. Er macht es möglich, von Zielen und Ergebnissen nicht nur zu träumen, sondern sie auch wirklich im Alltag zu erreichen und sich mit aller Kraft und Motivation tagtäglich für sie einzusetzen. Er überzeugt durch menschliche Nähe und Empathie ebenso wie durch klare Ansagen und einen schonungslosen Blick nach innen und aussen. Er baut auf und erklärt, pointiert und strukturiert, versteht und verändert Perspektiven. Dabei verlangt er, dass eingegangene Selbstverpflichtungen auch eingehalten werden, damit der gewünschte persönliche emotionale und mentale Wandel zum Besseren auch erreicht wird. Für ihn zählen im Umgang mit Klienten nur die Ergebnisse: absolute Klarheit, Fokussierung auf die Lösung und das Erreichen der angestrebten Ziele. Denn wer etwas erreichen will, der muss sich bewegen. Ray Popoola ist gefragter Redner auf nationalen und internationalen Kongressen, Präsident des Verbandes der Persönlichkeitstrainer (VPT) sowie Mitglied in zahlreichen Fachverbänden und Expertenzirkeln. Weitere Informationen unter [www.raypopoola.com](/). --- ## Krisen Selfmanagement - URL: https://raypopoola.com/krisen-selfmanagement/ - Rubrik: Business - Autor: Ray Popoola - Veröffentlicht: 2016-08-15 Das Leben verläuft nicht wie eine Gerade, sondern wie eine Achterbahn. Wer aus Krisen, Konflikten und Problemen lernt, wächst an Erfahrung und Erkenntnis. **Wie wir durch Krisen wachsen können** ## Krisen sind ein Naturgesetz Das Leben verläuft nicht wie eine Gerade, sondern wie eine Achterbahn – auf und ab. Das ist ein Naturgesetz und lässt sich nicht ändern. Es ist vielmehr so, dass wenn es immer aufwärts ginge, wir uns daran gewöhnen würden und uns nicht mehr darüber erfreuen könnten. Wir brauchen also Krisen, um das zu schätzen, was wir haben. Sie machen das Leben lebenswert. Wenn wir aus den Krisen lernen, wachsen wir an Erfahrungen und Erkenntnissen. Auch wenn es uns ärgert. ## Wie wir aus Krisen, Konflikten und Problemen lernen können Manchmal machen wir einen harten Schnitt und versuchen Konflikten mit einer neuen Arbeitsstelle, neuem Trainer oder neuem Partner aus dem Weg zu gehen. Das geht nicht lange gut, da die gleichen Konflikte und Probleme bald wieder auftauchen. Der Grund dafür: Der Ursprung der meisten Schwierigkeiten liegt in unserem Kopf, und wir können daher nicht vor ihnen weglaufen. Wir können jedoch den Ursprung suchen, warum wir immer wieder vor den gleichen Problemen stehen, und daran arbeiten. Das ist vermutlich eines der grössten Abenteuer unseres Lebens. Den ersten Schritt machen wir, indem wir den Fokus unserer Aufmerksamkeit verändern und die Konflikte, Anstrengungen und Probleme als Chance für persönliche Entwicklung betrachten. Warum finde ich mich immer wieder in der gleichen Situation? Muss ich es wirklich perfekt machen, oder versuche ich eine schwache Seite an mir zu verstecken? Wann habe ich gelernt, mich so zu verhalten? Und wofür habe ich das gelernt? Bin ich mit den Auswirkungen meines Verhaltens zufrieden oder will ich etwas anderes? Wie müsste ich mich verhalten, dass es die gewünschte Wirkung hat? Damit wir wachsen können, müssen wir die Ursache der Krisen, Konflikte und Probleme an den Wurzeln packen und wissen, wohin wir wachsen wollen. Wir arbeiten an den limitierenden Glaubenssätzen und Ängsten, und schaffen so die Voraussetzungen dafür, dass sich Probleme und Konflikte nicht mehr wiederholen. Oder dass sich zumindest eine neue Wahlmöglichkeit persönlichen Verhaltens etablieren kann. ## Psychologische Gesetze Damit wir weiter wachsen können, wäre es gut, die Friedensstörer unseres Lebens willkommen zu heissen. Und wer kennt sie nicht, jene, die einen zur Weissglut bringen, den Blutdruck steigen lassen und einem immer wieder ungefragt Fehler aufzeigen. Durch sie können wir viel über uns erfahren. Sei es Partner, Kunden, Familienmitglieder oder Freunde. Denn sie zeigen uns zwei Dinge an uns auf: 1. Eigenschaften, die wir an uns ablehnen, verbergen oder verleugnen, oder 2. Eigenschaften, die wir gerne hätten. In der Psychologie wird dies mit Resonanzgesetzen erklärt. Mit anderen Worten: Jemand kann etwas in uns in Schwingung bringen, wenn es vorhanden ist. Wir können durch sie zwei Sachen über uns lernen: Einerseits Eigenschaften, die wir nicht haben und auf die es sich lohnen würde hinzuarbeiten; und andererseits Eigenschaften, die wir haben, an denen wir arbeiten könnten. Für diese Friedensstörer hat jemand den Begriff «Arsch-Engel» in die Welt gesetzt: Zum einen ist ein solcher Mensch, der ständig Knöpfe drückt und einen zur Weissglut bringt, ein Arsch, gleichzeitig auch ein Engel: Weil er die Aufmerksamkeit auf die Eigenschaften und Mängel lenkt, mit denen man wachsen kann, wenn man sich mit ihnen auseinandersetzt. --- ## Burnout bei Führungskräften: Es sind immer 7 Phasen - URL: https://raypopoola.com/burnout-praevention-die-7-stufen-eines-burnouts/ - Rubrik: Leadership - Autor: Ray Popoola - Veröffentlicht: 2015-09-03 · Aktualisiert: 2026-05-27 56% der Führungskräfte erleben Burnout. Was die 7 Phasen nach Burisch für Geschäftsführer bedeuten — und welche Warnsignale man ernst nehmen muss. Wie bei allen Menschen verläuft ein Burnout bei Führungskräften in Phasen. Der Psychologe Matthias Burisch nennt die erste Phase: übermässiges Engagement, das wie vorbildliche Führung aussieht. Das ist nicht der Zusammenbruch, den viele Menschen vor Augen haben. Ein Frühindikator, den ich aus bald zwanzig Jahren Arbeit mit Geschäftsführern kenne, ist ein Satz: „Ist halt gerade ein bisschen viel.“ Vor ein paar Wochen hat mir ein IT-Dienstleister aus Winterthur seine Zeiterfassungs-App aufgemacht. Eigentlich wollte er mir was zur Projektauslastung zeigen, irgendein Dashboard. Aber was auf dem Bildschirm war: eine flache Linie. Einundsechzig Stunden pro Woche, seit achtzehn Monaten, kein einziger Ausreisser. Ich hab' auf die Linie geschaut. Dann sagt er: „Das ist normal in meiner Branche.“ Ja, schon. Aber es ist nicht "normal". Was er mir da gezeigt hat, ohne es zu wissen: Ein Lehrbuchbeispiel für Phase 1 nach Burisch. Übermässiges Engagement. Die Burnout-Phase, die sich anfühlt wie Arbeitsmoral, erkennt kein Geschäftsführer als Problem. Sie sieht aus wie genau das erfolgversprechende Verhalten, das einen hierhin gebracht hat. Burisch nennt sieben Burnout-Phasen, wovon die meisten Leute nur Phase 7 kennen: Verzweiflung, Zusammenbruch, die dramatische Version. Aber Phase 1 bis 3? Die sehen aus wie ein ganz normaler Dienstagmorgen. ## Was bei LHH, DDI und Gallup über Burnout bei Führungskräften unter den Tisch fällt LHH hat 2024 über tausend Führungskräfte befragt. Davon geben 56 Prozent an, ein Burnout zu erleben. Im Vorjahr waren es 52 Prozent. Mein IT-Dienstleister mit der flachen Linie hätte genau das garantiert verneint. Was mich an diesen Zahlen deshalb mehr beschäftigt, sind die 44 Prozent, die Nein gesagt haben. Und wie viele davon in Phase 1 stecken, ohne die Frage überhaupt zu verstehen. DDI hat im Global Leadership Forecast 2025 über zehntausend Führungskräfte analysiert und ein simples Ergebnis genannt, das ich seither in fast jedem Gespräch erwähne: Delegation ist der stärkste Einzelfaktor für Burnout-Prävention bei Führungskräften. Gleichzeitig können aber nur neunzehn Prozent der befragten Manager effektiv delegieren. Neunzehn. Man baut also Organisationen, in denen alles über einen Tisch läuft. Dann wundert man sich, wenn dieser Tisch dann zusammenbricht. Naja. Gallup meldet 37 Prozent mit arbeitsbedingtem Burnout-Gefühl, und 43 Prozent der Unternehmen mussten im letzten Jahr die Hälfte ihres Führungsteams ersetzen. Ob das an einzelnen Personen liegt oder an dem, was man ihnen strukturell zumutet, kann ich nicht sagen. Aber ich sehe Beispiele aus der Praxis. Noch eine selten zitierte Zahl: Coaching senkt die Burnout-Rate um 41 Prozent. Nicht Yoga, nicht Achtsamkeits-Apps, strukturelle Arbeit an der Art, wie jemand führt. Sich selbst und andere. Das passt zu dem, was ich seh'. Allerdings, und das steht in keiner Studie: ich hab' noch keinen einzigen Geschäftsführer erlebt, der mit dem Wort „Burnout“ in die erste Sitzung kam. Die googeln „warum bin ich ständig müde“ oder fragen nach mehr Effizienz. Anderer Suchbegriff, aber dieselbe Frage. ## Welche Burnout-Phasen-Modelle gibt es? Burnout verläuft nicht linear, sondern in Phasen oder Stufen. In Forschung und Praxis haben sich vier Modelle etabliert, die sich in Tiefe, Detailgrad und Einsatzzweck unterscheiden. | Modell | Anzahl Phasen | Fokus | Praktischer Einsatz | | --- | --- | --- | --- | | Burisch (1989) | 7 Stufen | Detaillierter Verlauf vom Engagement bis zur Verzweiflung | Diagnostik, Selbstreflexion, Coaching | | Edelwich & Brodsky (1980) | 4 Phasen | Karriereverlauf von Idealismus zu Apathie | Coaching, Prävention | | Maslach (1981) | 3 Dimensionen | Erschöpfung, Distanzierung, Leistungsminderung | Forschung, MBI-Test | | Freudenberger & North (1992) | 12 Stadien | Feingranularer Verlauf bis zum Zusammenbruch | Therapie-Kontext | Wer Burnout selbst erkennen oder im Coaching arbeiten will, ist mit Burisch oder Edelwich/Brodsky gut bedient. Wer wissenschaftlich oder therapeutisch arbeitet, greift zu Maslach oder Freudenberger. ### Burisch: 7 Stufen, die deutschsprachige Coaching-Referenz Matthias Burisch hat 1989 ein Stufenmodell vorgelegt, das den gesamten Verlauf vom überhöhten Engagement bis zur Verzweiflung in sieben aufeinander folgenden Phasen beschreibt. Es ist das im deutschsprachigen Raum am häufigsten verwendete Modell für Selbsteinschätzung und Coaching-Diagnostik. Die ausführliche Beschreibung der sieben Stufen folgt weiter unten in diesem Artikel. ### Edelwich & Brodsky: 4 Phasen aus der Berufskarriere Jerry Edelwich und Archie Brodsky veröffentlichten 1980 ein Modell, das den typischen Karriereverlauf abbildet. Phase 1: Idealismus und Enthusiasmus. Phase 2: Stillstand und Realismus. Phase 3: Frustration und Stagnation. Phase 4: Apathie und Resignation. Im Coaching ist dieses Modell beliebt, weil es die emotionale Reise nachvollziehbar macht und weil die Übergänge zwischen den Phasen klare Eingriffspunkte zeigen. ### Maslach: 3 Dimensionen, streng genommen keine Phasen Christina Maslachs Modell von 1981 ist kein Phasenmodell, sondern beschreibt drei Dimensionen von Burnout: emotionale Erschöpfung, Depersonalisation (Zynismus, innere Distanzierung) und reduzierte Leistungsfähigkeit. Es bildet die Basis des Maslach Burnout Inventory (MBI), des weltweit verbreitetsten Forschungsinstruments. Populärwissenschaftliche Darstellungen verkürzen die drei Dimensionen oft zu vier Phasen, daher die häufige Suchanfrage nach "Maslach 4 Phasen". Wissenschaftlich korrekt bleibt es bei drei Dimensionen. ### Freudenberger & North: 12 Stadien für die Therapie Herbert Freudenberger, der den Begriff Burnout 1974 geprägt hat, entwickelte 1992 zusammen mit Gail North ein zwölfstufiges Modell. Es zerlegt den Verlauf besonders feingranular: vom unbewussten Drang nach Anerkennung über die Vernachlässigung der eigenen Bedürfnisse bis zum vollständigen körperlichen und seelischen Zusammenbruch. Im Therapie-Kontext liefert es eine differenzierte Verlaufsdiagnostik. Im Alltag wirkt es oft zu komplex. Im Folgenden werden die sieben Stufen nach Burisch im Detail beschrieben, das ausführlichste und für die Selbstreflexion praxistauglichste Modell. ## Die sieben Burnout-Phasen nach Burisch: übersetzt für den Alltag einer Geschäftsführung Burisch hat sein Burnout-Phasen-Modell 2014 publiziert, fünfte Auflage, sieben Stufen, klinisch sauber beschrieben. Was er nicht gemacht hat (und auch nicht machen musste) ist die Übersetzung in den Alltag einer Geschäftsführung. Das mach' ich hier. Nicht ganz vollständig, aber dafür aus der Praxis. Phase 1, übermässiges Engagement, sah bei dem IT-Dienstleister so aus: Sonntagabend die Mails für Montag sortieren, nicht aus Pflicht, sondern weil er's halt seit Jahren so macht. Donnerstagabend um zehn ein Angebot fertigschreiben, das eigentlich sein Projektleiter hätte machen können, aber das geht schneller selber. Samstags den Laptop aufklappen, bevor die Kinder wach sind, und zwei Stunden lang Dinge erledigen, die unter der Woche liegengeblieben sind, weil unter der Woche keine Zeit war. Weil unter der Woche – ja, genau. Die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit existiert bei ihm nicht. Hat sie vielleicht auch nie. Woran man Phase 1 erkennt? Man hat aufgehört, sich zu fragen, ob das normal ist. Die Partnerin fragt auch nicht mehr. Weil sie weiss, wie der Satz endet. „Muss halt schnell.“ Phase 2, reduziertes Engagement, sieht aus wie der Fokus. Und genau das macht sie so schwer zu greifen. Die Bürotür geht öfter zu. Gespräche werden kürzer. Das Team spürt den Unterschied, sagt aber nichts, weil der Chef halt gerade viel um die Ohren hat. Diesen Satz hör' ich bei meinen Klienten so oft, dass ich irgendwann angefangen hab', ihn als diagnostisches Werkzeug zu verwenden. Das zuverlässigste Tarnsignal für Phase 2: Man zieht sich zurück und nennt es Priorisierung. Phase 3 – emotionale Reaktionen. Hier werd' ich aufmerksam. Burnout-Symptome, die ein Geschäftsführer bei sich am schwersten erkennt, weil sie schleichend kommen und weil das Umfeld schweigt. Ungeduld, die vorher nicht da war. Ein Ton in Meetings, der kippt, nicht laut, eher kurz angebunden, so dass die Leute anfangen, ihre Fragen zurückzuhalten. Und dann passiert das Eigentliche, das ich bei Führungskräften in Phase 3 immer wieder seh': Das Team passt sich an. Weniger Rückfragen, weniger Ideen. Der Chef bemerkt nichts davon, weil ihm niemand mehr sagt, dass sich etwas verändert hat. Ich frag' in solchen Fällen manchmal nicht den Chef, sondern das Team. Phase 3 ist der Punkt, an dem man noch etwas verändern kann. Und wenn jemand bei mir anruft und das beschreibt, ohne das Wort Burnout zu benutzen, dann steht er meistens hier. Was danach kommt, wird teuer. Phase 4 heisst bei Burisch Abbau, und im Führungsalltag zeigt sich das daran, dass strategische Fragen liegenbleiben: Quartalsplanung verschoben, Mitarbeitergespräche ausgefallen, der Innovationsblock im Kalender, falls es je einen gab, weicht dem nächsten Feuerlöschen. Die Leistung sinkt so langsam, dass man es erst sieht, wenn man drei oder mehr Monate zurückschaut und sich fragt: Wann hat das eigentlich angefangen? Phase 5 bis 7: Verflachung, psychosomatische Reaktionen, Verzweiflung. Wer hier steht, braucht keinen Blogartikel, sondern professionelle therapeutische Hilfe. Ob es einen scharfen Übergang gibt zwischen 4 und 5? In der Praxis nicht. Die sind eher fliessend. Die Konsequenzen allerdings nicht. ## Warum Yoga und Urlaub Burnout bei Führungskräften nicht lösen Derselbe IT-Dienstleister, drei Monate nach unserem ersten Gespräch. Kommt aus zwei Wochen Sardinien zurück, erholt, braun, hat zum ersten Mal seit langem ein Buch fertig gelesen. Dann sitzt er am Montagmorgen an seinem Schreibtisch, 400+ E-Mails, vierzehn offene Entscheide. Davon zwei, die sein Projektleiter ohne seine Freigabe nicht weiterbearbeiten konnte. Und ein Mitarbeiter, der in seiner Abwesenheit gekündigt hat. Am Mittwoch ruft er mich an und sagt, der Urlaub fühle sich an wie die letzte Woche vor den Ferien. Die Umgebung, in die er zurückkehrt, hat sich nicht verändert. Erholung mit Ablaufdatum. Die üblichen Ratschläge (Balance, weniger Bildschirm, Meditation vor dem Frühstück) setzen am falschen Hebel an, wenn ohne den Geschäftsführer nichts weitergeht. Das ist dann kein Erholungsproblem, das ist ein Unternehmen, das eine einzelne Person als Betriebssystem braucht. Und die DDI-Daten bestätigen genau das: stärkster Schutzfaktor gegen Burnout bei Führungskräften ist nicht Achtsamkeit, sondern Delegation. Wer als Macher gestartet ist (und das sind die meisten Gründer, die ich kenne) hat ein Unternehmen aufgebaut, das ohne ihn nicht funktioniert. Das hat beim Wachstum von null auf fünfzehn geholfen, keine Frage. Aber ab einer gewissen Grösse wird's zum Treiber, und die Burnout-Phasen laufen bei Machern schneller als bei anderen, weil niemand bremst und weil die Identität, die beim Aufbau funktioniert hat, sich gegen den nächsten Schritt wehrt. ## Burnout erkennen, bevor Phase 3 beginnt: was sich in der Praxis bewährt hat Niemand baut seine Führung an einem Tag um. Aber drei Dinge haben sich bei meinen Klienten bewährt, und keines davon braucht mehr als eine Stunde in der ersten Woche. Erstens, eine Woche lang jede Entscheidung aufschreiben, die über den eigenen Tisch geht, dann sortieren: was davon kann wirklich nur ich? Was könnte jemand anderes, wenn die Übergabe sauber wäre? Und was gehört eigentlich gar nicht auf meinen Tisch? Wer beim mittleren Stapel über fünfzig Prozent landet (und das sind erschreckend viele, bei meinem IT-Dienstleister waren es einundsechzig) hat den eigenen Burnout-Treiber schwarz auf weiss vor sich. Zweitens, eine Entscheidung pro Woche abgeben, nicht die grösste. Sondern eine wiederkehrende, bei der das Risiko überschaubar ist. Dann beobachten. Läuft's beim ersten Mal perfekt? Selten. Aber es läuft. Jedenfalls hab' ich noch keinen erlebt, bei dem es auf Dauer nicht funktioniert hat, auch wenn die ersten zwei Wochen manchmal schwer auszuhalten sind. Drittens, vier Stunden strategische Zeit pro Woche blocken. Nicht verhandelbar, kein operatives Meeting darf da rein. Das klingt nach wenig. Bis man realisiert, dass die meisten Geschäftsführer null strategische Stunden pro Woche haben. Null. Und dass die Differenz zwischen null und vier nicht nur den Kalender verändert, sondern die Art, wie man über das eigene Unternehmen nachdenkt. Der IT-Dienstleister aus Winterthur hat ungefähr acht Wochen gebraucht, bis der dritte Punkt wirklich sass. Er hat lang auf seine einundsechzig Prozent geschaut. Nichts gesagt. In der Woche danach hat er vier wiederkehrende Entscheide an seine zwei Teamleiter übergeben, und die flache Linie auf seiner Zeiterfassung, die ist zum ersten Mal nach unten gegangen. Sechsundfünfzig Stunden statt einundsechzig. Fünf Stunden weniger, nach achtzehn Monaten Stagnation. ## Und jetzt? Die ehrlichste Frage ist nicht, ob man Burnout hat. Die verneinen die meisten reflexartig, jedenfalls in meiner Erfahrung. Die ehrlichste Frage: In welcher der sieben Burnout-Phasen nach Burisch steht man gerade? Das ist nicht die schlimmste Einschätzung, aber die ehrlichste. Wenn die Antwort irgendwo zwischen 1 und 3 liegt, kein Grund zur Panik. Aber ein Grund, auf die Struktur zu schauen, auf den Kalender, auf die Frage, ob das Unternehmen auch funktioniert, wenn man drei Wochen weg ist. Wer das Gespräch über Burnout-Prävention und Führung vertiefen will: Ein [kostenloses Analysegespräch](/business-leadership-coaching/#termin) ist ein Anfang. Das sind zwanzig Minuten Klarheit. ## Häufige Fragen zu Burnout bei Führungskräften ### Was sind die ersten Anzeichen von Burnout bei Geschäftsführern? Phase 1 nach Burisch heisst übermässiges Engagement und tarnt sich als Pflichtbewusstsein. E-Mails nach 22 Uhr sind Routine, Entscheidungen im Urlaub normal, und der Satz „Ist halt gerade viel“ stimmt seit Monaten. Wenn man aufgehört hat, sich über den eigenen Arbeitsumfang zu wundern, dann ist man mittendrin. ### Wie unterscheidet sich Burnout von normalem Arbeitsstress? Stress kommt und geht, Burnout nicht. Stress ist ein Zustand, Burnout eine Progression, sieben Phasen nach Burisch. Nach einer stressigen Woche erholt man sich am Wochenende. Bei Burnout hilft das Wochenende irgendwann nicht mehr, weil sich das Erholungsvermögen selbst verändert hat. ### Kann ein Business Coach bei Burnout helfen? In Phase 1 bis 3 – ja, und messbar. Coaching senkt die Burnout-Rate um 41 Prozent, wobei der Ansatz strukturell ist: Führungssysteme aufbauen, Delegation lernen, weg vom operativen Macher hin zum strategischen Architekten. Ab Phase 4 gehört das in therapeutische Hände. ### Was ist der wichtigste Schutzfaktor gegen Burnout bei Führungskräften? Delegation, laut DDI Global Leadership Forecast 2025 der stärkste Einzelfaktor. Nur 19 Prozent der Manager delegieren effektiv. Was es braucht: klare Verantwortlichkeiten, Entscheidungsrahmen, Vertrauen ins eigene Team und den Mut, nicht einzugreifen. ### Wie viele Führungskräfte sind von Burnout betroffen? 56 Prozent laut LHH 2024, nach 52 Prozent im Vorjahr. Gallup berichtet 37 Prozent mit Burnout-Gefühl. Die Dunkelziffer liegt vermutlich höher: Führungskräfte in Phase 1 oder 2 würden sich selbst nicht als betroffen beschreiben. ## Weiterführende Artikel - [Der Flaschenhals-Effekt: Warum der Chef oft das grösste Problem ist](/strategische-fuehrung-kmu-flaschenhals/) - [Delegation lernen: Das Regisseur-Prinzip für Führungskräfte](/delegation-lernen-regisseur-prinzip/) - [Die Illusion der Kontrolle in der Führung](/illusion-der-kontrolle-fuehrung/) - [Mental Coaching für Unternehmer in Zürich: Wo Business Coaching endet](/mental-coaching-unternehmer-zuerich/), wenn das Burnout-Muster sich an Identität und Nervensystem festsetzt, nicht an mangelnden Skills. ## Referenzen Burisch, M. (2014). _Das Burnout-Syndrom: Theorie der inneren Erschöpfung._ 5. Auflage. Berlin: Springer. LHH (2024). _Leadership Burnout Report._ Analyse von über 1.000 Führungskräften in 6 Ländern. DDI (2025). _Global Leadership Forecast._ Insights basierend auf 10.796 Führungskräften weltweit. Gallup (2024). _Engagement Index Deutschland._ Bundesweite Studie zur Arbeitszufriedenheit und Burnout-Belastung.